Mut zum Unternehmer werden: Wieso es sich lohnt und welche Voraussetzungen & Schritte nötig sind [inklusive FAQ]

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 26 Mai, 2024
Lesezeit Minuten.
Sie wollen Unternehmer werden? Laut KfW-Gründungsmonitor von Mai 2018 haben im Jahr 2017 in Deutschland 557.000 Personen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Es kann sehr erfüllend und lohnenswert sein, eine eigene Firma aufzubauen. Aber es ist auch eine Herausforderung. Erfahren Sie mehr über den Weg zur eigenen beruflichen Existenz und wie Sie diesen erfolgreich meistern können.  

Wieso Sie am besten gleich noch heute Unternehmer werden sollten

Die Entscheidung für ein eigenes Unternehmen kann ganz unterschiedlich motiviert sein. Diverse Gründe sind hier vorstellbar. So können Sie zum Beispiel eine einzigartige Geschäftsidee haben, in der Sie hohes Erfolgspotenzial und gute Gewinnchancen sehen. Oder Sie wollen mit einem eigenen Unternehmen Ihre persönlichen Potenziale besser entfalten.

Vielleicht sind Sie aber von Natur aus der lösungsorientierte Unternehmertyp, der gern selbst Entscheidungen trifft und für den sich ein Angestelltenverhältnis daher nicht eignet. Sie möchten also von einem Arbeitgeber unabhängig sein und selbstbestimmt arbeiten. Voraussetzung ist natürlich, dass Ihnen Herausforderungen und Entwicklungschancen wichtiger sind als Sicherheitsdenken.

Natürlich kann es aber auch sein, dass Ihre Entscheidung für eine eigene berufliche Existenz praktische Gründe wie eine bessere Vereinbarkeit mit dem Familienleben oder die Beendigung der Arbeitslosigkeit hat.

Sie sehen jetzt schon: Es gibt die unterschiedlichsten Gründe, sich für eine Existenzgründung und ein Unternehmerdasein zu entscheiden.

Das folgende Video gibt Ihnen einige Tipps, wie auch Sie erfolgreicher Unternehmer werden können:

Voraussetzungen für einen erfolgreichen Unternehmer

Wenn Sie Unternehmer werden möchten, sind bestimmte persönliche Eigenschaften vorteilhaft. Daneben sollten aber auch einige externe Voraussetzungen erfüllt sein, damit der Start in die berufliche Selbstständigkeit gelingt. Wichtig sind vor allem folgende Faktoren:

  • Realisierbare Geschäftsidee
  • Leidenschaft für das Vorhaben
  • Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz und Selbstvertrauen
  • Fokussiertes, konstruktives Vorgehen
  • Aktive und passive Kritikfähigkeit
  • Risikobereitschaft
  • Vertriebstalent
  • Fähigkeit, sich selbst, Mitgründer und eventuell auch Mitarbeiter zu motivieren
  • Unternehmensbezogene Fachkenntnisse und betriebswirtschaftliches Wissen
  • Ausreichend Eigen- bzw. Fremdkapital

Nicht alle Voraussetzungen erfüllt? Kein K.-o.-Kriterium für Ihre Existenzgründung!

Wenn Sie nicht alle der genannten Voraussetzungen erfüllen, muss das kein Grund sein, Ihr Vorhaben aufzugeben. Mangelt es beispielsweise an einer guten Geschäftsidee, so können Sie auch Franchisenehmer werden oder durch eine Unternehmensnachfolge trotzdem noch zum Unternehmer werden. Bevor Sie sich für ein Franchise-Konzept entscheiden, sollten Sie sich über die Vor- und Nachteile von Franchise-Geschäftsmodellen Gedanken machen:

Franchising-Vor-und-Nachteile

Fehlt es Ihnen an den genannten persönlichen oder fachlichen Eigenschaften, kann eventuell ein Mitgründer diese ausgleichen. Suchen Sie einen Partner, der die Voraussetzungen mitbringt, die Ihnen fehlen.

Was wichtiges fachbezogenes oder kaufmännisches Wissen angeht, ist es natürlich möglich und auch notwendig, dieses zu erlernen. Wenn Sie aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen, kommt dafür beispielsweise die AVGS-Förderung für ein Existenzgründerseminar oder ein persönliches Coaching infrage.

Falls die Finanzen das größte Problem sind, informieren Sie sich über die vielfältigen Fördermöglichkeiten, die es für Existenzgründer gibt. Das sind zum einen Zuschüsse wie das EXIST-Programm für Hochschulgründer, der Gründungszuschuss oder das Einstiegsgeld für Gründer aus der Arbeitslosigkeit. Zum anderen gibt es auch die Neben dem konventionellen Kredit für Selbstständige gibt es auch die Möglichkeit geförderter Existenzgründerdarlehen oder Bürgschaften, welche die Fremdkapitalbeschaffung erleichtern. Bei fehlendem Eigenkapital gibt es ebenfalls Lösungen wie etwa die Wahl eines weniger kapitalintensiven Geschäftsmodells oder die Suche nach Investoren.

Unternehmer werden – das sind Ihre ersten Schritte

Wenn Sie Unternehmer werden möchten, folgen Sie am besten den nachfolgend beschriebenen Schritten.

1. Geschäftsidee mit dem Business Model Canvas auf Wirtschaftlichkeit prüfen

Sie haben bereits eine Geschäftsidee, die Sie weiter konkretisieren und bewerten möchten? Nutzen Sie für diesen Schritt ein Business Model Canvas. Das ist ein Konzept, das Sie beispielsweise auf ein Flipchart zeichnen oder in einem Tool digital erstellen.

In verschiedenen Feldern widmen Sie sich verschiedenen Aspekten des geplanten Unternehmens, zum Beispiel dem Kundennutzen Ihrer Produkte, den notwendigen Ressourcen oder den Einnahmequellen. Ziel des Business Model Canvas ist es, Ideen und Gedanken zu sammeln, zu strukturieren und zu erkennen, wo eventuell noch nachgearbeitet werden muss oder Herausforderungen entstehen könnten.

Business Model Canvas

2. Geschäftsmodell gegebenenfalls anpassen

Indem Sie ein Business Model Canvas erstellen, beschäftigen Sie sich also intensiv mit Ihrer Geschäftsidee und betrachten sie aus verschiedenen Blickwinkeln. Aus diesen Überlegungen kann es sich ergeben, dass Sie bestimmte Aspekte Ihrer ursprünglichen Überlegungen ändern müssen.

Eventuell sollten Sie zusätzliche Einnahmequellen erschließen oder den stationären Handel durch den Onlinehandel ergänzen. Oder Sie stellen fest, dass die Kosten zu hoch sein werden und suchen nach Reduzierungspotenzialen. Möglicherweise ist es auch notwendig, Ersatz für fehlende Ressourcen zu suchen.

3. Businessplan schreiben + Finanzplan erstellen

Das Business Model Canvas ist eine gute Vorarbeit für den Businessplan. In diesem stellen Sie ausführlich dar, wie Sie Ihr Unternehmen aufbauen wollen. Adressaten sind Entscheider über Kredite und Fördermittel sowie Investoren. Es ist aber auch für Sie selbst wichtig, sich detailliert mit Ihrem Gründungsvorhaben zu beschäftigen.

Der Businessplan umfasst neben der Vorstellung Ihrer Geschäftsidee und der persönlichen Voraussetzungen unter anderem auch eine Marktanalyse, eine Konkurrenzanalyse und eine SWOT-Analyse. Ein besonders wichtiger Bestandteil ist der Finanzplan, der verschiedene Teilpläne wie den Liquiditätsplan, den Kapitalbedarfsplan oder den Rentabilitätsplan umfasst.

4. Über Finanzierungsmöglichkeiten informieren

Die meisten Unternehmer kombinieren Eigen- und Fremdkapitalfinanzierung. Eigenkapital bringen Sie oder Ihre Mitgründer in das Unternehmen ein. Darüber hinaus können Sie nach Investoren suchen, die sich an Ihrer Firma und damit an den Gewinnchancen und Risiken beteiligen und oft auch Mitspracherechte haben.

Wenn Sie einen Kredit aufnehmen, zählt dieser zum Fremdkapital. Neben klassischen Bankkrediten oder Krediten für Selbstständige gibt es auch speziell für Gründer geförderte Kredite und Bürgschaften, die Sie ebenfalls über Ihre Hausbank beantragen. Eine weitere Option ist die Crowdfinanzierung. In dem folgenden Video erhalten Sie wichtige Tipps von explainity, worauf man beim Crowdfunding unbedingt achten sollte.

5. Rechtsform wählen

Grundsätzlich unterscheidet man bei den Rechtsformen zwischen Einzelunternehmen, Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften. Zu den Personengesellschaften gehören die GbR, OHG und KG. Kapitalgesellschaften sind im Wesentlichen die UG (haftungsbeschränkt), GmbH und AG. Darüber hinaus gibt es noch Mischformen wie die GmbH & Co. KG und die KGaA sowie internationale Rechtsformen wie die Limited.

Die Wahl der Rechtsform hängt einerseits davon ab, ob Sie allein oder mit Partnern gründen. Weiterhin wirkt sie sich unter anderem auf Gründungsmodalitäten, Haftung, Geschäftsführungsbefugnis und Besteuerung aus.

6. Genehmigungen einholen

Wenn Sie Unternehmer werden möchten, sind dafür verschiedene Behördengänge und Anmeldungen notwendig. Für bestimmte Unternehmen brauchen Sie zunächst berufsspezifische Genehmigungen, die zum Teil kostenpflichtig sind. Dabei ist es oft so, dass eine Bescheinigung wiederum von anderen Nachweisen abhängt. Informieren Sie sich deshalb rechtzeitig, um Verzögerungen zu vermeiden. Auskunft und Unterstützung erhalten Sie beim einheitlichen Ansprechpartner Ihres Bundeslandes.

Beispiele für entsprechende Genehmigungen sind die Taxikonzession und die Gaststättenkonzession. Darüber hinaus brauchen Nicht-EU-Bürger, die in Deutschland Unternehmer werden möchten, einen Aufenthaltstitel.

7. Schutzrechte prüfen und Domain sichern

Es gibt verschiedene gewerbliche Schutzrechte wie Patente, Gebrauchsmuster, Geschmacksmuster und Marken. Wenn Sie Unternehmer werden, besteht die Gefahr, dass Sie mit Ihren Produkten oder Ihrem Außenauftritt versehentlich Schutzrechte verletzen. Um den daraus folgenden finanziellen Schaden zu vermeiden, sind Recherchen beim DPMA empfehlenswert. Natürlich können Sie auch eigene Rechte schützen lassen.

Sichern Sie auch rechtzeitig eine Domain für Ihre Website. Der Name muss zu Ihrer Firma passen. Beachten Sie, dass es auch bei Domainbezeichnungen gewisse Einschränkungen gibt. Zum Beispiel dürfen sie keine fremden Markenbezeichnungen oder Städtenamen enthalten.

8. Unternehmen anmelden

Nachdem Sie eventuell notwendige Genehmigungen eingeholt haben, können Sie Ihr Unternehmen beim kommunalen Gewerbeamt kostenpflichtig anmelden. Das gilt jedoch nur für Gewerbebetriebe. Der nächste Schritt ist die Meldung beim Finanzamt. Freiberufler starten direkt mit dem steuerlichen Erfassungsbogen vom Finanzamt.

Weitere Anlaufstellen sind die IHK oder Handwerkskammer und die Berufsgenossenschaft. Falls Sie die Einstellung von Personal planen, müssen Sie bei der Bundesagentur für Arbeit eine Betriebsnummer beantragen. Sobald Sie Mitarbeiter eingestellt haben, melden Sie diese zur Sozialversicherung an.

9. Verträge erstellen

Im Zusammenhang mit einer Unternehmensgründung müssen in vielen Fällen Verträge geschlossen werden. Das sind zum einen Gesellschaftsverträge bei Teamgründungen oder Arbeitsverträge, falls Sie Mitarbeiter beschäftigen wollen.

Da es verschiedene Arten von Anstellungsverhältnissen gibt, müssen auch die Verträge unterschiedliche Anforderungen erfüllen.
Besondere Sorgfalt ist bei der Erstellung eines
Geschäftsführervertrags gefragt. Gleiches gilt natürlich auch bei Gesellschaftsverträgen.
Daneben sollten Sie natürlich darauf achten, dass Sie rechtssichere Arbeitsverträge verwenden, die alle wichtigen Punkte enthalten. Diese unterscheiden sich von Verträgen für
Minijobs oder für befristete Arbeitsverhältnisse.

10. Versicherungen abschließen

Wenn Sie Unternehmer werden, übernehmen Sie Verantwortung gegenüber Ihren Kunden und Mitarbeitern. Auch sollen Ereignisse wie Feuer oder Einbrüche nicht Ihre Existenz gefährden. Deshalb ist es wichtig, die passenden Versicherungen abzuschließen. Dafür müssen Sie Ihren Bedarf genau ermitteln. Denn es gibt keine Standardlösung, die zu jeder Firma passt. Unverzichtbar sind eine Haftpflicht- und Geschäftsinhaltsversicherung und oft auch Fahrzeug- und Gebäudeversicherungen.

Denken Sie aber auch an Ihre persönliche Krankenversicherung und Altersvorsorge als Unternehmer. Die Krankenversicherung ist in Deutschland Pflicht, wobei Sie zwischen gesetzlich und privat wählen können. Hier können Sie direkt einen Vergleich der gängigen privaten Krankenversicherungen machen:

11. Geschäftskonto eröffnen

Ein Geschäftskonto ist auf jeden Fall empfehlenswert, wenn Sie Unternehmer werden möchten, auch wenn es nicht für alle Rechtsformen vorgeschrieben ist. Über dieses Konto laufen alle geschäftlichen Ein- und Auszahlungen. Es gibt verschiedene Angebote von Filial- und Onlinebanken.

Überlegen Sie vor einem Vergleich der einzelnen Kontenmodelle, was Ihnen wichtig ist.

  • Wie viele Buchungen und welche Buchungsarten werden Sie voraussichtlich benötigen?
  • Brauchen Sie für häufige Auslandsaufenthalte eine günstige Kreditkarte?
  • Müssen Sie Bargeld abheben oder einzahlen können?

Außerdem sollten Sie prüfen, ob der Kontoanbieter für Ihre Rechtsform ganz generell überhaupt ein Geschäftskonto anbietet.

12. Standort wählen

Gehen Sie bei der Standortwahl sorgfältig vor. Formulieren Sie zunächst die Anforderungen an den Standort. Wenn Ihr Unternehmen auf regelmäßigen Kontakt mit Kunden angewiesen ist, muss es für diese leicht erreichbar sein. Brauchen Sie nur einige Computerarbeitsplätze, eignet sich für den Start vielleicht auch ein Co-Working-Space.

Über Immobilienportale im Internet finden Sie passende Objekte. Eventuell gibt es in Ihrer Nähe auch ein Gründerzentrum, das Büroräume, Werkstätten oder Laborinfrastruktur günstig vermietet.

13. Außenauftritt planen und umsetzen

Wenn Sie Unternehmer werden, müssen Sie von Anfang an auf einen wirkungsvollen Außenauftritt achten. Dieser sollte Ihre Zielgruppe ansprechen. Aufmerksamkeit und die richtige Wahrnehmung Ihrer Angebote sind ausschlaggebend für ihren Erfolg.

Deshalb ist es wichtig, den Außenauftritt gründlich zu planen. Sammeln Sie Ideen und beauftragen Sie auch Werbefachleute oder ähnliche Experten. Es ist empfehlenswert, von Beginn an auf ein Corporate Design Wert zu legen. Denn dieses fördert den Wiedererkennungswert, egal ob Sie Dienstleister sind oder Produkte verkaufen.

14. Eventuell Mitarbeiter suchen

Falls Sie für Ihr Unternehmen Mitarbeiter brauchen, steht zuerst die Personalplanung an. Stellen Sie fest, welche Aufgaben von Angestellten erledigt werden sollen. Daraus ergibt sich, wie viele Arbeitsplätze besetzt werden müssen und welche Anforderungen diese an die Mitarbeiter stellen.

Für die Personalbeschaffung existieren verschiedene Möglichkeiten. Im Internet gibt es diverse Stellenbörsen, über die Sie eigene Anzeigen schalten oder nach Interessenten suchen können. Im Bekanntenkreis finden Sie eventuell ebenfalls Mitarbeiter. Oder Sie melden die Stellen bei der Arbeitsagentur.

15. Marketing und Kundenakquise starten

Ihr Unternehmen kann nur funktionieren, wenn Sie Kunden gewinnen. Sind diese eher online und auf Facebook zu finden? Oder setzen Sie auf Kataloge oder Printwerbung? Mit dem Marketing haben Sie sich bereits bei der Businessplan-Erstellung auseinandergesetzt. Neben der Definition der Zielgruppe und der Auswahl geeigneter Instrumente gehören dazu auch Überlegungen, wie Sie mit Ihren Kunden kommunizieren, um deren Bedürfnisse zu erkennen.

Direkt nach der Gründung ist es wichtig, eine intensive Kundenakquise zu betreiben und damit schnell die Grundlage für einen festen Kundenstamm zu legen. Die Ausgaben für Werbeaktionen sind daher in dieser Phase besonders hoch.

5 Fehler, die Sie beim Unternehmer werden unbedingt vermeiden sollten

Nicht jede Gründung ist erfolgreich. Viele scheitern jedoch aufgrund vermeidbarer Fehler. Das können Sie falsch machen, wenn Sie Unternehmer werden möchten:

  1. 1
    Nicht sorgfältig genug planen und auf den Businessplan verzichten: Wenn Sie den Plan erstellen, beschäftigen Sie sich intensiver mit Ihrem Gründungsvorhaben und entdecken eher Risiken und Verbesserungspotenziale. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit dafür.
  2. 2
    Die Konkurrenz unterschätzen: Um die Konkurrenz richtig einschätzen zu können, müssen Sie strukturiert vorgehen. Dabei hilft eine Konkurrenzanalyse.
  3. 3
    Keine Beratung zur Existenzgründung in Anspruch nehmen: Der professionelle Blick von außen liefert wichtige Anregungen und Tipps auf Basis langjähriger Erfahrung. Hier können Sie ein kostenloses Erstgespräch vereinbaren.
  4. 4
    Nur Positives von einer Existenzgründung erwarten: Unternehmer werden ist fordernd und manchmal sogar wirklich frustrierend. Deshalb brauchen Sie Durchhaltevermögen, auch wenn es von Zeit zu Zeit nicht so gut läuft.
  5. 5
    Die Kundenorientierung vernachlässigen: Es genügt nicht, wenn Sie Ihre Produkte selbst mögen. Sie müssen sich an den Bedürfnissen und Preisvorstellungen der Kunden orientieren.

FAQ – 5 häufige Fragen zum Thema Unternehmer werden

1. Welches Studium oder welche Ausbildung wähle ich, um Unternehmer zu werden?

Das kommt darauf an, was für ein Unternehmen Sie gründen möchten und welche Fähigkeiten bereits vorhanden sind. Grundsätzlich sind einerseits Kenntnisse des speziellen Fachgebiets und andererseits kaufmännisches Wissen erforderlich.

Wenn Sie im High-Tech-Bereich ein Unternehmen gründen möchten, sollten Sie ein naturwissenschaftliches oder technisches Studium absolviert haben. Dagegen brauchen Sie als Handwerker den Meisterbrief. Nach einem BWL-Studium oder einer kaufmännischen Ausbildung bringen Sie betriebswirtschaftliches Wissen mit, müssen aber wahrscheinlich die unternehmensspezifischen Fachkenntnisse erweitern. Dasselbe gilt für spezielle Studiengänge, die Existenzgründer ausbilden.

Vorteile in dieser Hinsicht kann eine Teamgründung bringen. Denn im Idealfall ergänzen sich die Kenntnisse und Fähigkeiten der Partner.

Unabhängig von den genannten Punkten, sollten Sie natürlich auch ein Unternehmertyp sein. Das folgende Video verrät Ihnen wie auch Sie unternehmerisches Denken lernen können:

2. Was mache ich, wenn ich Unternehmer werden will, aber keine eigene Geschäftsidee habe?

In dieser Situation gibt es mehrere Möglichkeiten, zum Beispiel Franchise. Dabei können Sie Ihre eigene Firma gründen, nutzen dafür aber die Marke sowie andere erprobte Strukturen eines bereits etablierten Geschäftsmodells. Sie zahlen dafür Gebühren, erhalten aber auch Unterstützung. Es gibt sogar Systeme für das Franchise ohne Eigenkapital. In unserem Bereich Franchise erfahren Sie die Wichtigsten Facts und News zu dem Thema.

Die Unternehmensnachfolge ist eine weitere Möglichkeit des Starts in die Selbstständigkeit. Viele Geschäftsleute, die ihr Unternehmen zum Beispiel aus Altersgründen abgeben möchten, suchen einen geeigneten Nachfolger.

Wenn diese beiden Möglichkeiten für Sie nicht infrage kommen, beschäftigen Sie sich mit anderen Geschäftsideen und lassen Sie sich davon inspirieren. Auch Kreativitätstechniken wie Brainstorming oder Mind Mapping können zur Ideenfindung beitragen.

3. Unternehmer werden ohne Kapital – geht das?

Ohne Eigenkapital Unternehmer zu werden, ist zwar nicht einfach, aber möglich. Ein Problem dabei ist es, dass in diesem Fall auch die Fremdkapitalbeschaffung schwieriger ist. Kredite erhalten Sie nur bei ausreichenden Sicherheiten.

Neben der Nutzung von Fördermitteln oder Crowdfunding gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, wie Sie ohne oder nur mit wenig Eigenkapital Unternehmer werden können. Die erste besteht darin, dass Sie ein Geschäftsmodell wählen, bei welchem Sie mit geringen Investitionen und Kosten starten können. Dies ist insbesondere bei Geschäftsmodellen möglich, in denen man online Geld verdienen kann, also unter anderem, wenn Sie:

Die andere Alternative besteht darin, ein Franchisemodell ohne Eigenkapital zu wählen. Das ist beim Franchising meist weniger problematisch, da sich die Idee und die Marke bereits etabliert und bewährt haben.

4. Kann ich auch nebenberuflich Unternehmer werden?

Diese Frage lässt sich einfach beantworten: Ja. Sie können selbstverständlich auch nebenberuflich gründen. Das bedeutet, dass Ihre unternehmerische Tätigkeit einen bestimmten Umfang nicht überschreitet, selbst wenn Sie keine Haupt-Arbeitsstelle haben, sondern beispielsweise Rentner, Student oder arbeitslos sind. Welcher Umfang als nebenberuflich gilt, bewertet die Krankenkasse individuell. Wenn Sie nebenberuflich selbstständig sind und noch einem Haupterwerb nachgehen, darf es zwischen beiden Tätigkeiten nicht zu Konflikten kommen.

Eine nebenberufliche Selbstständigkeit können Sie nach und nach ausbauen und so auf längere Sicht hauptberuflicher Unternehmer werden. Ein Vorteil ist es, dass beim Aufbau des Unternehmens Ihr gewohntes Einkommen nicht wegfällt. Weitere Motive einer nebenberuflichen Gründung können aber auch nur zusätzliches Geld oder die Suche nach neuen Zielen sein.

5. Wie viel kostet es, sich selbstständig zu machen?

Die reinen Gründungskosten, ohne Investitionen oder Betriebsausgaben, umfassen nur Kosten für behördliche Vorgänge inklusive Handelsregistereintrag und gegebenenfalls für den Notar. Zur Erstellung von Verträgen kann zusätzlich eine kostenpflichtige Rechtsberatung notwendig sein. Die Gründungskosten sind demnach vor allem von der Rechtsform abhängig.

  • Als Freiberufler müssen Sie diese Anmeldung nicht vornehmen und können somit kostenfrei gründen.
  • Wenn Sie ein gewerbliches Einzelunternehmen gründen, für das Sie keine Genehmigungen brauchen, fallen lediglich Kosten für die Gewerbeanmeldung an, die je nach Stadt zwischen 10 und 50 Euro liegen können.
  • Für Kapitalgesellschaften liegen die Gründungskosten aufgrund der strengeren Formalitäten meist im dreistelligen Bereich.

Fazit: Schritt für Schritt Unternehmer werden

Unternehmer zu werden, ist ein lohnenswertes Ziel. Der Weg dorthin ist nicht immer einfach, mit der richtigen Strategie jedoch zu bewältigen.

Bereiten Sie die Gründung mit dem Business Model Canvas und dem Businessplan gut vor. Eine professionelle Gründungsberatung ist auf jeden Fall empfehlenswert und aufgrund verschiedener Fördermöglichkeiten auch kostengünstig.


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Jetzt mit Roul Radeke, dem Autor dieses Beitrags vernetzen:

Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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