Firma gründen: Die 18 wichtigsten Fragen + Herausforderungen, wenn Sie ein eigenes Unternehmen gründen

Ein eigenes Unternehmen aufzubauen, ist ein reizvolles, aber auch forderndes Ziel. Oft ist eine gute Idee die Grundlage. Für die Realisierung braucht es jedoch planvolles Vorgehen und viel Durchhaltevermögen. Die im Folgenden erläuterten Fragen liefern wichtige Informationen für alle, die eine eigene Firma gründen möchten.

Inhaltsverzeichnis

1. Erfüllen Sie als Person die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Firmengründung?

Zum einen ist es wichtig, dass Sie von Ihrer Gründungsidee überzeugt sind. Zum anderen sind jedoch auch bestimmte persönliche Eigenschaften Voraussetzung für Erfolg, wenn Sie eine eigene Firma gründen.

Ganz wichtig sind Durchhaltevermögen und die Fähigkeit, sich selbst zu motivieren. Denn der Erfolg wird sich nicht sofort einstellen und auch von Rückschlägen dürfen Sie sich nicht entmutigen lassen. Zudem ist jede Selbstständigkeit mit Herausforderungen verbunden, die Sie nicht scheuen sollten. Außerdem ist es vorteilhaft, wenn Sie Vertriebstalent und Führungsstärke mitbringen.

Wenn Sie eine Firma im Team gründen, ist es sehr wichtig, dass die Chemie zwischen den Gründungspartnern stimmt. Das ist Voraussetzung für eine offene Kommunikation, bei der auch konstruktive Kritik kein Problem darstellt. Es ist günstig, wenn die einzelnen Teammitglieder verschiedene Kompetenzen und Fähigkeiten mitbringen, die sich ergänzen. Zum Beispiel kann sich ein Gründer mehr um die technischen Angelegenheiten kümmern und ein anderer um die kaufmännischen.

2. Haben Sie eine funktionierende Geschäftsidee für Ihre eigene Firma?

Wenn Sie eine eigene Firma gründen möchten, geschieht das auf der Basis einer Geschäftsidee. Überprüfen Sie diese, noch bevor Sie ihren Businessplan erstellen oder weitere Schritte einleiten.

Ein dafür geeignetes Instrument ist das Business Model Canvas. Dabei geht es um die Feststellung, ob die Idee funktionieren kann. Sie unterteilen einen Bogen Papier in mehrere Felder oder nutzen ein entsprechendes Online-Tool. Jedes Feld steht für einen Bereich, der im Rahmen einer Existenzgründung durchdacht werden muss. Beispiele dafür sind der besondere Kundennutzen des Produkts, die Einnahmequellen oder die Ressourcen. In diesen Feldern halten Sie und gegebenenfalls Ihre Mitgründer Vorstellungen und Pläne fest.

Daraus ergeben sich oft Verbindungen und neue Ideen. Auch können Sie anhand des Gesamtbildes die Tragfähigkeit Ihres Vorhabens besser bewerten. Ein Business Model Canvas ist zudem eine gute Vorarbeit für den Businessplan.

3. Haben Sie über Alternativen zur Gründung mit einer eigenen Geschäftsidee nachgedacht?

Möglicherweise sind Sie in der Situation, dass Sie zwar gern eine eigene Firma gründen möchten, aber keine eigene Geschäftsidee haben. Auch in diesem Fall müssen Sie Ihren Traum von der beruflichen Selbstständigkeit nicht aufgeben. Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, ohne eigene Geschäftsidee zu gründen: Unternehmensnachfolge und Franchise.

Bei einer Unternehmensnachfolge müssen Sie keine eigene Firma gründen – zumindest nicht von Grund auf. Sie übernehmen das Geschäft, das ein anderer erfolgreich aufgebaut hat. Das sind oft Unternehmer, die in den Ruhestand gehen möchten oder aus anderen Gründen, beispielsweise der Gesundheit, einen Nachfolger suchen. Voraussetzungen für eine Unternehmensnachfolge sind in den meisten Fällen Branchenkenntnisse und ausreichend Kapital.

Franchise bedeutet, dass Sie ein bereits vorhandenes und etabliertes Geschäftsmodell gegen Zahlung von Gebühren nutzen und an einem oder mehreren neuen Standorten aufbauen. Sie sind zwar selbstständig, profitieren aber von der Bekanntheit der Marke, erprobten Abläufen und Strukturen sowie der Unterstützung durch den Franchisegeber. Diese Vor- und Nachteile erwarten Sie als Franchisenehmer:

Franchising - Vor- und Nachteile

4. Haben Sie genug Zeit in die Planung Ihrer Firmengründung investiert?

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für die Existenzgründung. Eine sorgfältige Planung ist Voraussetzung für den nachhaltigen Erfolg, wenn Sie eine eigene Firma gründen wollen. Leider scheitern viele gute Ideen daran, dass sich die Gründer nicht ausreichend damit befasst haben. Planen Sie für die Vorbereitungsphase mehrere Monate ein. Der im Mai 2018 veröffentlichte KfW-Gründungsmonitor berichtet, dass es im Durchschnitt von der Idee bis zur Gründung im engeren Sinne 8,5 Monate dauert.

Existenzgründung StarterpaketEr hat einerseits die Funktion, dass sich die Gründer selbst intensiv mit ihrem Vorhaben beschäftigen.

Andererseits soll er auch Kreditgeber und Investoren überzeugen. Bei der Erstellung des Businessplans und auch danach hilft Ihnen unser Existenzgründung Starterpaket. 1

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5. Eigene Firma gründen: Steht Ihr Plan für die Finanzierung?

Mitunter der wichtigste Teil des Businessplans ist der Finanzplan. Ausgehend von Prognosen arbeiten Sie dabei mit konkreten Werten. Sie planen für die ersten Monate und Jahre Ihre Umsatzzahlen und stellen diesen die voraussichtlich anfallenden Kosten gegenüber. Daraus ergibt sich, ob das Unternehmen überhaupt rentabel arbeiten kann.

Um unzureichender Liquidität vorzubeugen, stellen Sie im Liquiditätsplan die voraussichtlichen Einzahlungen und Auszahlungen gegenüber. Auch die Investitionsplanung und der Rentabilitätsplan gehören dazu. Aus der Gesamtheit dieser Planungen ergibt sich, wie viel Geld Sie für Ihr Startup benötigen. Danach ermitteln Sie auf der Basis des vorhandenen Eigenkapitals den Bedarf an Fremdkapital.

Der erste Ansprechpartner für einen Kredit für Selbstständige ist Ihre Hausbank oder eine andere Geschäftsbank. Diese unterstützt Sie auch bei der Beantragung eines geförderten Kredits der KfW oder der landeseigenen Programme, wenn Sie eine eigene Firma gründen. Auch eine Bürgschaft der Bürgschaftsbank beantragen Sie bei Ihrem Kreditinstitut.

6. Haben Sie alle Genehmigungen, die Sie brauchen, wenn Sie ein Unternehmen gründen?

In bestimmten Situationen brauchen Sie spezielle Genehmigungen und Erlaubnisse, wenn Sie eine eigene Firma gründen möchten. Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Sie Genehmigungen brauchen und welche das sind, wenden Sie sich an den einheitlichen Ansprechpartner Ihres Bundeslandes. Dort erhalten Gründer Unterstützung in allen behördlichen Angelegenheiten zum Aufbau ihrer Selbstständigkeit. In der folgenden Übersicht sind einige Beispiele aufgeführt.

Genehmigung Anlaufstelle Zielgruppe
Sachkundenachweis IHK Bestimmte Bereiche des Einzelhandels (u.a. Arzneimittel, Tiere, Milch)
Konzession Gewerbeamt oder Regierungspräsidium Personenbeförderung (Bus, Taxi)
Erlaubnis IHK Versicherungsvermittler, Finanzvermittler
Berufserlaubnis IHK Immobilienmakler, Wohnimmobilienverwalter
Gaststättenunterrichtung IHK Gastronomie (insbesondere, wenn Alkohol ausgeschenkt wird)
Erstbelehrung Gesundheitsamt Gastronomie, Lebensmittelherstellung und -handel
Handwerksrolleneintragung Handwerkskammer Handwerk
Erlaubnis Ordnungsamt des Landkreises Bewachungsgewerbe
Zulassung Krankenkassen Pflegedienst
Aufenthaltstitel Ausländerbehörde im Inland oder deutsche Botschaft im Ausland Nicht-EU-Bürger

7. Haben Sie die passende Rechtsform für Ihre Firmengründung?

Wenn Sie eine eigene Firma gründen, müssen Sie eine für sich passende Rechtsform wählen. Dabei hat jede ihre eigenen Besonderheiten, Vor- und Nachteile. Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht über die wichtigsten Rechtsformen in Deutschland sowie deren Unterscheidungsmerkmale.

Rechtsform Mindesteinlage Alleine oder
im Team
Haftung Entscheidungs-
befugnis
Buchführung
(BuFü)
Freiberufler
(Einzelperson)
keine Alleine unbeschränkt Inhaber EÜR
Einzel-
unternehmen

(Kleingewerbe)
keine Alleine unbeschränkt Inhaber EÜR
Eingetragene
Einzelkaufleute
keine Alleine unbeschränkt Inhaber
oder
Prokurist
doppelte
BuFü
GbR
(Gesellschaft
bürgerlichen
Rechts)
keine Im
Team
unbeschränkt
(gesamt-
schuldnerisch)
Gesellschafter
gemeinsam
EÜR
OHG
(offene Handels-
gesellschaft)
keine Im
Team
unbeschränkt
(gesamt-
schuldnerisch)
Gesellschafter
einzeln
oder Prokurist
doppelte
BuFü
KG
(Kommandit-
gesellschaft)
kein festgelegtes
Mindestkapital,
aber
Kommanditisten
müssen die
vereinbarte
Einlage
erbringen
Im
Team
Komplementär
unbeschränkt,
Kommanditisten
mit ihrer
Einlage
Komplementär
oder Prokurist
doppelte
BuFü
UG
(Unternehmer-
gesellschaft
haftungs-
beschränkt)
1 € beides auf
Gesellschafts-
vermögen
beschränkt
Geschäftsführer
oder Prokurist,
Mitwirkungsrechte der
Gesellschafter-
versammlung
doppelte
BuFü
GmbH
(Gesellschaft
mit beschränkter
Haftung)
25.000 €,
davon
12.500 €
Bar-
einlage
bei der
Gründung
beides auf
Gesellschafts-
vermögen
beschränkt
Geschäftsführer
oder Prokurist,
Mitwirkungsrechte der
Gesellschafter-
versammlung
doppelte
BuFü
GmbH & Co. KG wie GmbH beides auf
Gesellschafts-
vermögen
der Komplementär-GmbH
beschränkt
Geschäftsführer
oder Prokurist der GmbH,
Mitwirkungsrechte der GmbH-
Gesellschafter-
versammlung
doppelte
BuFü
AG
(Aktien-
gesellschaft)
50.000 € beides auf
Gesellschafts-
vermögen
beschränkt
Vorstand oder Prokurist,
Mitwirkungsrechte von
Aufsichtsrat und
Hauptversammlung
doppelte
BuFü

8. Wie soll Ihre Firma heißen?

Bei dieser Frage ist zunächst zwischen der Geschäftsbezeichnung und dem Firmennamen zu unterscheiden. Die Geschäftsbezeichnung gilt für alle Unternehmen, die nicht in das Handelsregister eingetragen werden. Sie ist ein Zusatz zum persönlichen Namen des Inhabers oder der Gesellschafter. Eine GbR muss die Bezeichnung der Gesellschaftsform auch im Namen tragen.

Ein Firmenname für ins Handelsregister eingetragene Unternehmen kann hingegen den Namen einer Person enthalten, muss das aber nicht. Vorgeschrieben ist in jedem Fall die Angabe der Rechtsform.

Die folgenden Tipps helfen Ihnen, einen guten Namen für Ihr Unternehmen zu finden:

  • Vermitteln Sie mit dem Namen, welchen Nutzen Ihr Unternehmen bietet.
  • Verwenden Sie die Sprache Ihrer Zielgruppe (z. B. seriös, jugendlich oder kreativ).
  • Nutzen Sie zur Ideenfindung Kreativitätstechniken wie Assoziationsketten oder Mind Mapping.

Bedenken Sie bereits bei der Namenssuche, dass die Bezeichnung idealerweise mit der Domain für Ihre Website übereinstimmen sollte. Prüfen Sie deshalb, ob die Wunschdomain noch frei ist. Recherchieren Sie auch, ob es den Namen bereits gibt, damit Sie keine Schutzrechte verletzen, wenn Sie eine Firma gründen.

9. Haben Sie an alle markenrechtlichen Aspekte gedacht?

Sowohl bei der Firmenbezeichnung als auch im Zusammenhang mit Ihren Produkten und Ihrem Außenauftritt besteht die Gefahr, dass Sie Schutzrechte verletzen. Andererseits können Sie auch eigene Rechte schützen lassen. Recherchequelle und Ansprechpartner dafür ist das Deutsche Patent- und Markenamt.

Es gibt verschiedene gewerbliche Schutzrechte. Wenn es um technische Funktionen einer Erfindung geht, sind diese oft durch ein Patent oder ein Gebrauchsmuster geschützt. Der Unterschied besteht darin, dass das Patent gründlich geprüft wird, weshalb eine Patentanmeldung auch sehr lang dauern kann. Beim Geschmacksmuster geht es hingegen um den Schutz eines Designs. Auch Marken sind meist geschützt, wobei dieser Schutz das Logo, bestimmte Wörter, Produktformen oder Farben beziehungsweise Farbkombinationen umfassen kann.

Sichern Sie sich auch rechtzeitig eine Domain für Ihre Website, wenn Sie eine Firma gründen. Auch hierbei gibt es einige Einschränkungen. Zum Beispiel dürfen keine Namen von Städten, Prominenten oder Filmen enthalten sein.

In diesem kurzen Video erfahren Sie was Markenrecht ist, welche Arten von Marken es gibt, wie sie entstehen und wieviel sie kosten:

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10. Zu welchen Ämtern müssen Sie, um Ihre Firma zu gründen?

Bei Kapitalgesellschaften ist der erste Behördengang die Eintragung ins Handelsregister, wenn Sie eine Firma gründen. Dafür muss vorher der Gesellschaftsvertrag geschlossen und von einem Notar beurkundet werden.

Informieren Sie sich, wie oben beschrieben, ob Sie Genehmigungen einholen müssen. Der nächste Schritt ist die Gewerbeanmeldung beim Gewerbeamt Ihrer Stadt oder Gemeinde. Das gilt jedoch nur, wenn Sie eine eigene Firma gründen, die einen gewerblichen Charakter hat. Als Freiberufler oder bei einem Betrieb der Urproduktion (z. B. Landwirtschaft) melden Sie Ihr Unternehmen direkt beim Finanzamt an. Sie füllen dafür den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung aus. Bei Gewerbebetrieben ist das der nächste Behördenweg. Gleiches gilt, wenn Sie ein Kleingewerbe anmelden.

Handwerker wenden sich danach an die Handwerkskammer und alle anderen Gewerbetreibenden an die IHK. Es folgt die Anmeldung zur gesetzlichen Unfallversicherung bei der Berufsgenossenschaft. Wenn Sie Mitarbeiter beschäftigen möchten, müssen Sie bei der Bundesagentur für Arbeit eine Betriebsnummer beantragen. Sobald Sie Arbeitnehmer eingestellt haben, melden Sie diese zur Sozialversicherung an.

Gewerbeanmeldung

Gewerbe anmelden

11. Eigenes Unternehmen gründen: Sind Sie gut abgesichert?

Wenn Sie eine Firma gründen, klären Sie auch Ihre eigenen Versicherungen als Unternehmer. Da Krankenversicherungspflicht besteht, müssen Sie sich zwischen der freiwillig gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung entscheiden. Auch hinsichtlich der Altersvorsorge besteht neben den verschiedenen Angeboten der Privatversicherung die Möglichkeit, sich gesetzlich zu versichern. Einige Berufe, zum Beispiel viele Handwerker, sind in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert.

Für Ihr Unternehmen brauchen Sie verschiedene Versicherungen. Empfehlenswert sind auf jeden Fall eine Haftpflicht– und eine Geschäftsinhaltsversicherung. Beides muss sich am konkreten Bedarf orientieren. Fahrzeug- und Gebäudeversicherungen sind für viele Unternehmen unverzichtbar und Rechtsschutz ist ebenfalls oft sinnvoll. Ein Firmenversicherungsvergleich hilft Ihnen dabei, Ihren Bedarf zu ermitteln und geeignete Angebote zu finden, wenn Sie Ihre Firma gründen.

12. Welches Geschäftskonto ist das richtige für Sie?

Über Ihr Geschäftskonto werden alle geschäftlichen Einnahmen und Ausgaben gebucht. Auch wenn es nicht für jede Rechtsform gesetzlich vorgeschrieben ist, so ist die Eröffnung eines Geschäftskontos empfehlenswert, wenn Sie eine eigene Firma gründen. Das ist auch kein Problem, denn es gibt sehr kostengünstige Konten für Unternehmen.

Lassen Sie sich aber nicht nur von den Grundgebühren leiten. Vergleichen Sie auch die Kosten für einzelne Buchungen sowie für die Kartennutzung. Bedenken Sie dabei, was Sie im Unternehmensalltag voraussichtlich brauchen werden. Onlinebanken sind oft kostengünstig. Aber für Bargeldgeschäfte, vor allem Einzahlungen, eignet sich eine auch in Ihrer Nähe ansässige Filialbank.

Wenn Sie oft im Ausland unterwegs sind, werden Sie Ihre Kreditkarte häufiger nutzen. Beachten Sie in diesem Zusammenhang die Kosten für Kartentransaktionen. Bei Ihrer Entscheidung für ein geeignetes Angebot hilft Ihnen ein Geschäftskontenvergleich. Achten Sie auch darauf, für welche Rechtsform sich die einzelnen Kontenmodelle eignen.

13. Ist die Standortfrage für Ihr eigenes Unternehmen geklärt?

Bei der Suche nach einem geeigneten Standort besteht die erste Aufgabe in der Formulierung der Anforderungen. Was ist für Ihr Unternehmen besonders wichtig? Von der Erreichbarkeit für Kunden über die Infrastruktur bis zu den Miet- oder Grundstückspreisen können viele Faktoren die Entscheidung beeinflussen.

Eine gute Verkehrsanbindung ist wichtig, wenn Sie regelmäßig Material- und Warenlieferungen erhalten. Sind Sie auf Laufkundschaft angewiesen, sollte sich die Niederlassung dort befinden, wo viele Vertreter Ihrer Zielgruppe vorbeikommen. Da verschiedene Anforderungen in Konkurrenz zu einander stehen können, müssen Sie Präferenzen setzen.

Wenn Sie eine eigene Firma gründen, können Sie in einigen Städten die Vorteile eines Gründerzentrums nutzen. Dort stehen Büroräume, Werkstätten oder auch Labore zu günstigen Mietpreisen bereit. Verschiedene Einrichtungen und Leistungen, zum Beispiel Konferenzräume oder der Empfangsservice, werden gemeinsam genutzt. Ähnlich funktionieren Co-Working-Spaces, wenn Sie nur einen Arbeitsplatz und kein ganzes Büro brauchen.

14. Haben Sie in Sachen Außenauftritt an alles gedacht?

Der Außenauftritt bestimmt, wie potenzielle Kunden Ihre Firma wahrnehmen und in Erinnerung behalten. Legen Sie deshalb Wert auf ein Corporate Design, mit dem Sie Ihre Zielgruppe ansprechen, wenn Sie Ihre Firma gründen. In diesem Bereich ist die Zusammenarbeit mit spezialisierten Dienstleistern wie Werbefachleuten oder Grafikdesignern sinnvoll.

Corporate Design bedeutet, dass Sie das gleiche Design für Ihren gesamten Unternehmensauftritt nutzen. Es ist gekennzeichnet durch bestimmte Farben, Schriftarten und Formen. Auch ein Firmenlogo gehört dazu. Sie verwenden das Design auf der Website, bei der Geschäftskorrespondenz, auf Rechnungen und in Verbindung mit allen Werbematerialien.

Ein Corporate Design bewirkt, dass Kunden und Geschäftspartner Ihr Unternehmen schnell wiedererkennen. Es ist deshalb ein wichtiger Beitrag zur Kundenbindung.

15. Wie gewinnen Sie Ihre Kunden für Ihr Geschäft?

Kunden zu gewinnen und zu halten, ist für den Erfolg Ihres Unternehmens essenziell. Im Mittelpunkt steht dabei die Aufgabe, die Bedürfnisse der Kunden zu erkennen und zu befriedigen. Es ist wichtig, die Kundenorientierung in allen Unternehmensprozessen zu etablieren.

Bei der Umsetzung dieses Ziels hilft ein Marketingplan. Dabei analysieren Sie zuerst die Ist-Situation des eigenen Unternehmens und die der Konkurrenz. Daraufhin bestimmen Sie die Marketingziele, leiten die Marketingstrategien ab und bestimmen den Einsatz von Marketinginstrumenten. Die Zielerreichung überprüfen Sie regelmäßig.

Die Gestaltung von Kundenbeziehungen gelingt besser auf der Basis eines CRM, eines Customer-Relationship-Managements. Hierbei liegt der Schwerpunkt auf der Kommunikation mit den Kunden und der richtigen Ansprache. Es gibt spezielle CRM-Software, die das Marketing unterstützt.

16. Haben Sie das Thema Buchhaltung im Blick?

Wenn Sie eine eigene Firma gründen, sollten Sie über Grundkenntnisse der Buchführung verfügen oder sich diese aneignen. Moderne Buchhaltungssoftware bietet jedoch viel Unterstützung, sodass Sie kein Experte auf diesem Gebiet sein müssen. Es gibt kostenfreie und kostenpflichtige Programme.

Welches Angebot sich für Sie eignet, hängt unter anderem davon ab, ob Sie eine Bilanz erstellen müssen oder die Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) für die Gewinnermittlung verwenden dürfen. Die EÜR ist allen Unternehmen erlaubt, die nicht im Handelsregister eingetragen sind. Das sind Freiberufler und Kleingewerbetreibende, wozu auch die GbR gehört.

Viele Unternehmen lassen Ihre Buchführung in einer Steuerkanzlei erledigen. Steuerberater erstellen darüber hinaus den Jahresabschluss und beraten ihre Mandanten in steuerlichen Angelegenheiten. Es besteht für kein Unternehmen eine gesetzliche Pflicht, diese Leistungen in Anspruch zu nehmen. Da das Steuerrecht jedoch sehr komplex und ständig im Wandel ist, ist es in den meisten Fällen empfehlenswert. Wenn Sie allerdings zur EÜR berechtigt sind, sich auf dem Gebiet der Steuer auskennen und sich regelmäßig informieren, können Sie auch alles selbst erledigen.

17. Firma gründen – vielleicht doch besser im Nebenerwerb?

Wenn Sie eine eigene Firma gründen, müssen Sie dafür nicht unbedingt Ihren aktuellen Job aufgeben. Viele Unternehmer starten mit einer Nebenerwerbsgründung, die entweder dauerhaft als solche angelegt ist oder später zu einem Vollerwerb ausgebaut werden soll.

Nebenerwerbsgründungen bieten einige Vorteile, zum Beispiel:

  • Geringeres Risiko, da der Haupterwerb nicht wegfällt.
  • Möglichkeit, ohne Druck Erfahrungen zu sammeln, Ideen zu testen und ein Unternehmen langsam wachsen zu lassen.
  • Kann auch nur als zusätzlich verdientes Geld oder bezahltes Hobby betrachtet werden.
Den Vorteilen stehen aber auch Nachteile gegenüber:

  • Eignet sich nicht für jede Geschäftsidee.
  • Verminderter Zeitaufwand verringert eventuell die Erfolgschancen gegenüber der Konkurrenz.
  • Es kann zu Konflikten mit dem Hauptjob kommen.

18. Wie reduzieren Sie das Risiko zu scheitern, wenn Sie ein Unternehmen gründen?

Im KfW-Gründungsmonitor vom Mai 2018 steht geschrieben, dass 3 Jahre nach der Gründung noch 68 % der Unternehmen existierten. Von den Gründern, die das Unternehmen aufgegeben hatten, gaben 26 % fehlende Wirtschaftlichkeit als Grund an und 2 % waren insolvent. Daneben gab es noch einige andere Gründe.

Das Risiko für das wirtschaftliche Scheitern, wenn Sie eine Firma gründen, lässt sich nie ganz ausschalten. Dafür gibt es zu viele Faktoren, die darauf Einfluss haben. Mit guter Vorbereitung und gründlicher Planung können Sie es jedoch mindern.

Nehmen Sie deshalb professionelle Beratung in Anspruch, wenn Sie eine eigene Firma gründen möchten. Sowohl für die Phase vor als auch nach der Existenzgründung gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten. Informieren Sie sich darüber in einem kostenlosen Erstgespräch bei der IHK oder der Handwerkskammer. Wenn Sie aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen möchten, lassen Sie sich bei der Arbeitsagentur beraten. Hier können Sie auch von der kostenlosen AVGS-Förderung für Gründungen aus der Arbeitslosigkeit profitieren.

Zur AVGS-Förderung

Fazit: Mit guter Planung und Beratung eine eigene Firma gründen.

Wenn Sie eine Firma gründen, sind viele Details zu bedenken. Die im Artikel genannten Schritte geben Ihnen nützliche Anregungen dafür.

Planen Sie sorgfältig und nehmen Sie sich genügend Zeit, wenn Sie eine eigene Firma gründen. Es ist auf jeden Fall empfehlenswert in diesem Zusammenhang gerade zum Start das Angebot von einem Berater in Anspruch zu nehmen. Dieser hilft Ihnen dabei, auch Risiken der Gründung besser einschätzen zu können.

Weitere interessante Tipps für Ihre Firmengründung von 4 Existenzgründern erhalten Sie in diesem Video:

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Roul Radeke von Selbststaendigkeit.de

Roul Radeke

Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer des 2015 gegründeten Onlineportals Selbststaendigkeit.de und bei radeke-interim.de. Das Onlineportal Selbststaendigkeit.de bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching), digitale Produkte für die Selbstständigkeit und zahlreiche Werbemöglichkeiten.