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In 7 Schritten Franchisenehmer werden + 12 Konzepte, mit denen Sie sich Ihren Traum erfüllen können

Sie sind vom Konzept des Franchisings überzeugt und möchten Franchisenehmer werden? In diesem Artikel lesen Sie, welche Schritte Sie zum eigenen Franchiseunternehmen führen. Weiterhin lernen Sie verschiedene Systeme kennen und erhalten Tipps, worauf Sie als Existenzgründer besonders achten müssen bzw. welche Hilfen Sie in Anspruch nehmen können.

Inhaltsverzeichnis

Franchisenehmer werden: Vorteile und Vorgehen auf einen Blick

Ein Franchisesystem beruht darauf, dass ein Franchisegeber ein Unternehmensmodell entworfen und etabliert hat, welches weitere Gründer, genannt Franchisenehmer, an einem neuen Standort duplizieren. Das bedeutet, sie nutzen die vorhandene Idee und die Vorteile der Marke. Außerdem profitieren sie von den Erfahrungen und bestimmten Leistungen des Franchisegebers für den Aufbau ihrer eigenen Selbstständigkeit. Im Gegenzug haben Sie gewisse Pflichten zur Einhaltung von Standards und zahlen verschiedene Gebühren. Trotz dieser engen Kooperation handelt es sich beim Franchising um rechtlich selbstständige Unternehmen – Sie sind also Ihr eigener Chef.

Wenn Sie Franchisenehmer werden, gehen Sie im Normalfall ein geringeres Risiko als bei einer herkömmlichen Existenzgründung ein. Denn das Geschäftsmodell wurde bereits erprobt und die Marke ist potenziellen Kunden bekannt. Außerdem profitieren Franchisepartner oft von Synergieeffekten, die zum Beispiel durch die Zentralisierung des Einkaufs, der Werbung oder anderer organisatorischer Vorgänge entstehen. Meist gehören auch Schulungen und Beratungen zu den Leistungen des Franchisegebers, sodass Sie fachlich für Ihr Business immer auf dem neuesten Stand sind.

Das folgende Video fasst in Kürze die wichtigsten Informationen zum Thema Franchising zusammen:

Schritt 1: Voraussetzungen als Franchisenehmer prüfen

Franchisenehmer werden im Gegensatz zu anderen Gründern zwar besonders unterstützt. Bestimmte persönliche Eigenschaften sind für den unternehmerischen Erfolg jedoch unverzichtbar. Prüfen Sie anhand der folgenden Checkliste, ob sich diese Form der Unternehmensgründung für Sie eignet:

  • Sind Sie ein Unternehmertyp, der Durchhaltevermögen, Belastbarkeit und Eigeninitiative vereint?
  • Können Sie sich gut selbst organisieren?
  • Sind Sie bereit, viel zu lernen?
  • Ist es für Sie kein Problem, unternehmerisches Risiko zu tragen?
  • Können Sie sich vorstellen, dass Sie sich in Ihrem Arbeitsalltag hauptsächlich mit der Kundenbetreuung, dem Vertrieb und gegebenenfalls der Führung von Mitarbeitern beschäftigen?
  • Betrachten Sie sich selbst als kommunikations- und führungsstark?
  • Können Sie Ihre Mitarbeiter gut motivieren?
  • Besitzen Sie kaufmännische Grundkenntnisse?
  • Haben Sie kein Problem damit, auch als eigenständiger Unternehmer gegenüber dem Franchisegeber weisungsgebunden zu sein und sich in das System einzufügen?
  • Bietet Ihnen Ihr soziales Umfeld genug Rückhalt – insbesondere für eine anstrengende Gründungsphase?
  • Passen Ihre Vorstellungen zu Ihren finanziellen Möglichkeiten?
  • Falls Sie sich bereits für ein Franchisesystem entschieden haben: Erfüllen Sie die individuellen Anforderungen? Viele Systeme eignen sich übrigens auch für Quereinsteiger ohne Branchenerfahrung oder besonderen Bildungsabschluss.

Schritt 2: Sorgfältige Auswahl eines Franchisesystems

In Deutschland gibt es etwa 1.000 Franchisesysteme. Informieren Sie sich gründlich, wenn Sie Franchisenehmer werden möchten. Verschiedene Portale wie etwa franchise-top-10.de und franchiseportal.de stellen einige Geschäftsideen von bekannten, seriösen Franchiseunternehmen vor.

Es ist wichtig, dass Sie sich für das Tätigkeitsfeld begeistern können und dass die Rahmenbedingungen stimmen. Überprüfen Sie auch, mit welchen Leistungen Sie der Franchisegeber unterstützt. Besonders wichtig sind umfassende Schulungen, vor allem zu Beginn. In der folgenden Tabelle finden Sie Informationen zu ausgewählten Franchise-Unternehmen des Jahres 2018.

Name

Branche

Eigen-
kapital
Investi-
tions-
kosten
gesamt

Beschreibung

BACK-FACTORY

BACK-FACTORY

Gastronomie

30.000 €

150.000 €

Selbst-
bedienungs-
Stores für Snacks,
Backwaren und
Getränke

Promedica Plus

Promedica Plus

Senioren-
betreuung

15.000 €

30.000 €

Personal-
vermittlung für
die 24-Stunden-
Senioren-
betreuung

clever fit

clever fit

Fitness

13.480 €

680.000 € (davon 490.000 € über Leasing abgedeckt)

Fitnessstudio

Expense Reduction Analysts

Expense Reduction Analysts

Consulting

25.000 €

80.000 – 100.000 €

Mittelstands-beratung

VBC

VBC

Bildung

38.000 €

50.000 €

Trainings-maßnahmen für Vertriebs-mitarbeiter

BoConcept

BoConcept

Einzelhandel

100.000 €

450.000 €

Einzelhandel mit
dänischen
Möbeln

Mail Boxes Etc.

Mail Boxes Etc.

Dienst-
leistungen

14.500 €

40.000 €

B2B-Dienst-
leistungen, vor
allem hinsichtlich
Logistik,
Verpackung,
Druck und
Grafik

Executives Online

EO (Executives Online)

Personal-
vermittlung

29.500 €

49.000 €

Vermittlung von Führungskräften und Personal-entwicklung

Town & Country

Town & Country

Bau

50.000 €

150.000 €

Verkauf und Bau schlüsselfertiger Häuser in Massivbauweise

Schülerhilfe

Schülerhilfe

Bildung

10.000 – 15.000 €

30.000 – 70.000 €

Leitung von Nachhilfe-Instituten

burgerme

burgerme

Gastronomie

20.000 €

125.000 €

Zubereitung und Lieferung von Burgern, Salaten, Snacks und Getränken

Rainbow International

Rainbow International

Handwerk

30.000 – 100.000 €

270.000 – 300.000 € oder individuell

Sanierung von
Brand-, Wasser-
und Schimmel-
schäden

Schritt 3: Kontakt aufnehmen – die Chemie muss stimmen

Haben Sie durch gründliche Internetrecherche aus dem großen Angebot einige passende Franchise-Systeme herausgefiltert? Dann suchen Sie den persönlichen Kontakt. Das kann zunächst, sofern möglich, durch den Besuch einer Partnerfiliale oder die Inanspruchnahme einer entsprechenden Dienstleistung geschehen. Vielleicht bietet sich auch die Chance für den Austausch mit einem anderen Franchisenehmer dieses Systems. Lassen Sie sich bei der Beurteilung der verschiedenen Optionen auch von Ihren persönlichen Eindrücken leiten.

Fordern Sie für die 2 bis 4 verbliebenen Franchise-Systeme weitere Informationen an. Damit nehmen Sie Kontakt zum Franchisegeber auf, was in der Regel die Einladung zu einem persönlichen Gespräch zur Folge hat. Bereiten Sie sich gut darauf vor, zum Beispiel mit dem Franchise-Leitfaden des Deutschen Franchiseverbandes. Stellen Sie während des Gesprächs alle noch offenen Fragen. Danach können Sie gut informiert die Entscheidung treffen, für welches System Sie Franchisenehmer werden möchten.

Schritt 4: Finanzierung checken

Beachten Sie die verschiedenen einmaligen und regelmäßigen Kosten, die im Zusammenhang mit dem Franchiseunternehmen anfallen. Dazu zählt die Eintrittsgebühr, die zu Beginn für die Nutzung des Unternehmensmodells und bestimmter Leistungen zu zahlen ist. Diese kann – muss aber nicht - relativ hoch sein. Zusätzlich entstehen Investitionskosten, die auch eine Gründung ohne Franchising mit sich bringen würde, zum Beispiel für die Geschäftsausstattung.

Seriöse Franchisegeber informieren darüber, mit welchen Gesamtinvestitionskosten Sie rechnen müssen, wenn Sie Franchisenehmer werden möchten. Zusätzlich wird im Normalfall eine bestimmte Eigenkapitalsumme vorausgesetzt. Einige Franchisesysteme unterstützen ihre Partner wenn nötig bei der Suche nach einem Kredit für Selbstständige.

Überprüfen Sie auch, welche regelmäßigen Gebühren Sie neben den einmaligen Investitionen zahlen müssen. Die Franchisegebühr wird manchmal als fester Betrag vereinbart, meist jedoch als prozentualer Anteil vom Umsatz. Um zu erfahren, ob sich das Franchisemodell für Sie lohnt, sollten Sie unbedingt einen separaten Finanzplan aufstellen. Sonst verlieren Sie vielleicht schnell den Überblick. 

Wenn Sie Franchisenehmer werden möchten, muss das nicht am fehlenden Eigenkapital scheitern. Denn es gibt auch Systeme, die ein Franchise ohne Eigenkapital oder mit wenig Startgeld ermöglichen. Beachten Sie in diesem Zusammenhang auch Möglichkeiten für Fördermittel. So können Sie als Gründer unter bestimmten Voraussetzungen Förderkredite der KfW oder der Landes-Förderbanken erhalten. Eine weitere Möglichkeit sind öffentlich geförderte Bürgschaften der Bürgschaftsbank für die Aufnahme von Fremdkapital bei Kreditinstituten. Falls Sie aus der Arbeitslosigkeit heraus Franchisenehmer werden möchten, erhalten Sie möglicherweise einen Gründungszuschuss oder eine kostenlose AVGS Beratung.

Schritt 5: Franchisevertrag prüfen, bevor Sie Franchisenehmer werden

Der Franchisevertrag wird zwischen Franchisegeber und Franchisenehmer geschlossen. Er regelt die Details der Kooperation.

Folgende Inhalte sind typisch für einen Franchisevertrag:

  • Gegenstand des Unternehmens
  • Einmalige und laufende Gebühren
  • Eventuell zusätzliche Kosten (z. B. für Schulungsmaßnahmen)
  • Leistungen des Franchisegebers
  • Bezugsbindung für Waren und Leistungen
  • Gebietsschutz (also die Verpflichtung des Franchisegebers, in einem bestimmten Gebiet keine weiteren Franchiseverträge mit anderen Franchisepartnern abzuschließen)
  • Hinweis auf das Franchisehandbuch (detaillierte Anleitung für den Franchisenehmer)
  • Vertragslaufzeit
  • Möglichkeit und gegebenenfalls Kosten einer Vertragsverlängerung
  • Ansprüche des Franchisegebers beim Verkauf des Unternehmens

Ein guter Franchisevertrag regelt alle Details und lässt keine Fragen offen. Sobald Sie ihn unterschreiben, sind die Vereinbarungen bindend. Prüfen Sie den Vertrag deshalb gründlich, am besten mit der Unterstützung eines auf Franchise spezialisierten Anwalts. Scheuen Sie sich nicht, bei Unklarheiten auch direkt bei Ihrem Franchise-System nachzufragen.

Schritt 6: Die Gründung als Franchisenehmer

Nachdem Sie sich viel Wissen erarbeitet und den Franchisevertrag abgeschlossen haben, gründen Sie Ihr Unternehmen. Viele Franchisegeber unterstützen ihre Partner dabei, zum Beispiel bei der Erstellung des Businessplans.

Im Wesentlichen erfolgt die Firmengründung in folgenden Schritten:

  • Rechtsform wählen: Das hängt unter anderem davon ab, ob Sie allein oder mit Partnern gründen und zu welchem Haftungsrisiko Sie bereit sind.
  • Businessplan erstellen: Dafür bieten viele Franchisesysteme Unterstützung. Achten Sie trotz eines etwaigen Gebietsschutzes auf eine sorgfältige Marktanalyse und Konkurrenzanalyse.
  • Finanzierung klären: Stellen Sie einen Finanzplan auf und informieren Sie sich auch über Fördermöglichkeiten.
  • Unternehmen gründen: Außer bei Einzelunternehmen ist dafür ein Vertragsschluss zwischen den Gesellschaftern und, je nach Rechtsform, auch eine notarielle Beglaubigung oder Beurkundung erforderlich.
  • Eintragung in das Handelsregister: Gilt nicht für Kleingewerbetreibende und Freiberufler.
  • Anmeldung beim Gewerbeamt: Das Gewerbeamt informiert das Finanzamt und andere Stellen wie die IHK und die Berufsgenossenschaft, welche sich dann bei Ihnen melden. Freiberufler wenden sich sofort an das Finanzamt.

Schritt 7: Jetzt geht es los – Sie sind Franchisenehmer!

Wenn alle Formalitäten erledigt sind, können Sie sich voll und ganz auf Ihr Unternehmen konzentrieren. Stellen Sie Mitarbeiter ein und kümmern Sie sich um die Kundenakquise und das Marketing. Viele Franchisegeber unterstützen eine öffentlichkeitswirksame Geschäftseröffnung.

Suchen Sie auch den Kontakt zu anderen Partnern des Franchisesystems. Tauschen Sie sich aus und profitieren Sie von den Erfahrungen der anderen Franchise-Unternehmen.

Zusatztipp: Nutzen Sie Förderprogramme für die Gründungsberatung

Auch wenn das Franchisesystem Unterstützung bietet, die Gründungsberatung durch eine außenstehende, fachkundige Person ist empfehlenswert. Wenn Sie als Arbeitslosengeld-1-Empfänger Franchisenehmer werden möchten, haben Sie mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein (AVGS) Anspruch auf eine kostenfreie Beratung. In anderen Fällen bieten die einzelnen Bundesländer verschiedene Fördermöglichkeiten für Beratungen in der Vorgründungsphase an.

Für Beratungen nach der Gründung können Sie das Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ nutzen. Bezuschusst werden je nach Region 50 % bis 80 % der Kosten, die nicht mehr als 4.000 Euro betragen dürfen. Den Antrag stellen Sie nach einem persönlichen Gespräch mit einem regionalen Ansprechpartner online über das Antragsportal des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Über den folgenden Link können Sie eine kostenlose Erstberatung in Anspruch nehmen:

Zur kostenlosen Erstberatung

Fazit: Franchisenehmer werden ist nicht schwer

Im Vergleich zu anderen Existenzgründungen bietet das Franchising mehr Sicherheit, da Sie sich mit einem erprobten Geschäftsmodell selbstständig machen. Auch die exakten Vorgaben und die Unterstützung durch das Franchisesystem erleichtern den Start in die Selbstständigkeit.

Selbst wenn Sie gründen möchten, aber keine eigene Geschäftsidee haben, können Sie Franchisenehmer werden. In einem großen Pool an vorhandenen Ideen finden Sie sicher das passende Modell. Selbst als Quereinsteiger stehen Ihnen viele Angebote und Möglichkeiten offen.

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