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Social Media Marketing: Definition + Leitfaden für Social Media

Soziale Netzwerke gehören für viele Menschen zum Alltag. Wenn Unternehmen diese Kanäle zur Neukundengewinnung, Kundenbindung und Steigerung ihrer Bekanntheit nutzen, spricht man von Social Media Marketing. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie es für Ihr Unternehmen einsetzen und eine Strategie dafür erstellen. Erfahren Sie auch, wie Werbung in sozialen Medien funktioniert und lernen Sie spannende Tools zur Unterstützung Ihrer Arbeit kennen.

Inhaltsverzeichnis

Social Media Marketing: Die 4 wichtigsten Fragen auf einen Blick

Von Social Media Marketing profitiert fast jedes Unternehmen. Es ist eine wichtige Ergänzung der klassischen Marketingmaßnahmen. Die folgenden Fragen erklären Ihnen grob, worum es dabei geht:

  • Was versteht man unter Social Media?
    Das sind virtuelle Plattformen im Web, über die sich Mitglieder präsentieren und untereinander vernetzen können.
  • Welches sind die bekanntesten sozialen Medien?
    Facebook, YouTube, Instagram und Twitter sind die Netzwerke mit den meisten aktiven Nutzern weltweit.
  • Was ist Social Media Marketing?
    Dazu gehören alle bezahlten und unbezahlten Marketingmaßnahmen, die über soziale Medien laufen.
  • Wofür lässt sich Social Media Marketing gut einsetzen?
    Hauptziele sind Markenbildung, Steigerung der Markenbekanntheit, Neukundengewinnung und Kundenbindung.

Statistiken zeigen, wie wichtig soziale Medien im Alltag sind. Erfahren Sie im nächsten Abschnitt mehr darüber und über die Besonderheiten der einzelnen Netzwerke.

Zahlen & Fakten: Social Media & die wichtigsten Kanäle

Statistiken zeigen, welche große Bedeutung soziale Netzwerke haben und wie sie hauptsächlich genutzt werden. Hier sehen Sie einige Beispiele der von Statista veröffentlichten Zahlen:

  • 89 % der 16- bis 24-Jährigen, aber auch 22 % der über 65-Jährigen in Deutschland nutzen soziale Medien.
  • 34,9 % der deutschen Internetnutzer sind regelmäßig mit mobilen Geräten auf Social Media aktiv.
  • Durchschnittliche tägliche Verweildauer in sozialen Netzwerken (Deutschland): 64 Minuten
  • Weltweiter Marktanteil von Facebook (nach Seitenabrufen): 67,73 %

In Deutschland haben folgende soziale Medien die größte Bedeutung:

  • Facebook
  • YouTube
  • Instagram
  • Twitter
  • Pinterest
  • LinkedIn
  • Snapchat
  • Xing

Social Media Marketing - Die wichtigsten sozialen Medien in Deutschland

Jedes Netzwerk hat sein eigenes Profil und wird bevorzugt von bestimmten Personengruppen genutzt. Erfahren Sie in den folgenden Absätzen mehr über die einzelnen Social Media Kanäle.

Facebook

Facebook ist derzeit das soziale Netzwerk mit dem größten Marktanteil. Angemeldete Nutzer erstellen Profile, über die sie Inhalte teilen und sich online vernetzen können. Facebook wird von allen Altersgruppen genutzt, wobei im Vergleich zu anderen Netzwerken auch die älteren Jahrgänge relativ stark vertreten sind.

Für viele Unternehmen gehört eine eigene Facebook-Seite zum Social Media Marketing. Das Netzwerk bietet auch umfangreiche Möglichkeiten, zielgruppengerecht zu werben.

  • aktive Mitglieder weltweit: 2,7 Mrd.
  • aktive Mitglieder in Deutschland: 32 Mio.
  • Werbeumsätze pro Jahr: 55 Mrd. US$

YouTube

Die Videoplattform YouTube bietet angemeldeten Mitgliedern die Möglichkeit, eigene Videos zu präsentieren. Darauf haben alle Internetnutzer, auch ohne Anmeldung, kostenlos Zugriff. Mit Account ist es möglich, die Videos zu kommentieren, sich zu vernetzen und einige weitere Funktionen zu nutzen.

Unternehmen können YouTube für die Veröffentlichung eigener Videos nutzen, die sich bei Bedarf in die eigene Website einbinden lassen. Interessant sind auch die Werbemöglichkeiten. Da YouTube ein Tochterunternehmen von Google ist, schaltet man die Werbung über den Google-Ads-Account.

  • aktive Mitglieder weltweit: 1,9 Mrd.
  • aktive Mitglieder in Deutschland: 6 Mio.
  • Werbeumsätze pro Jahr: 14 – 15 Mrd. US$

Instagram

Bei Instagram steht das Teilen von Fotos und Videos im Mittelpunkt. Da es hier oft um die Lifestyle-Präsentationen geht, hat Instagram eine besondere Bedeutung für das Influencer-Marketing.

Aber auch etwa 38 % der Onlineshops haben ein eigenes Instagram-Profil. Instagram gehört zu Facebook und bietet über einen Business-Account ähnliche Werbemöglichkeiten.

  • aktive Mitglieder weltweit: 1 Mrd.
  • aktive Mitglieder in Deutschland: 18 Mio.
  • Werbeumsätze pro Jahr: 10 Mrd. US$

Twitter

Twitter ist dafür konzipiert, regelmäßig Kurznachrichten an die eigenen Follower zu senden, die diese auch kommentieren und teilen können. Für Unternehmen ist das eine Möglichkeit, mit Kunden in Kontakt zu bleiben. Auch Werbemöglichkeiten gibt es.

Mehr als die Hälfte der Online-Shops in Deutschland hat einen Twitter-Account. Besonders kreative und originelle Tweets können dank der Kürze im Web sehr schnell viral gehen. Viele Firmen und Personen des öffentlichen Lebens nutzen diesen Effekt bewusst zur Steigerung der eigenen Bekanntheit.

  • aktive Mitglieder weltweit: 330 Mio.
  • aktive Mitglieder in Deutschland: 2,5 Mio.
  • Werbeumsätze pro Jahr: 2,6 Mrd. US$

Pinterest

Bei Pinterest stehen visuelle Darstellungen in Form von Fotos oder Grafiken im Mittelpunkt. Diese kann jeder Nutzer auf einer virtuellen Pinnwand veröffentlichen und, wenn gewünscht, auch mit anderen teilen. Zweck soll das Sammeln von Ideen und Inspirationen sein. Dafür bietet Pinterest eine visuelle Suchmaschine.

Als Unternehmer haben Sie die Möglichkeit, eigene Inhalte online zu veröffentlichen und durch Verknüpfungen mit der eigenen Website Traffic zu generieren. Auch bei Pinterest hat jedes Profil seine Follower, sodass es sich für das Social Media Marketing eignet. Weiterhin ist es seit 2019 möglich, Werbung zu schalten.

  • aktive Mitglieder weltweit: 322 Mio.
  • aktive Mitglieder in Deutschland: 7 Mio.
  • Werbeumsätze pro Jahr: 1 Mrd. US$

LinkedIn

LinkedIn, das zu Microsoft gehört, unterscheidet sich von den bisher vorgestellten sozialen Netzwerken dadurch, dass hier für Unternehmen nicht die Pflege der Beziehungen zu Kunden im Zentrum steht, sondern es geht um Geschäftskontakte und die Suche nach Mitarbeitern. Jobsuchende oder auch Arbeitnehmer, die an neuen Kontakten interessiert sind, stellen ihren Lebenslauf online und können Kontakte knüpfen.

LinkedIn ist international ausgerichtet, weshalb die Profile auch in mehreren Sprachen erstellt werden können. Für den Aufbau und die Pflege von Kontakten kann man Themengruppen eröffnen. Auf Unternehmensprofilen ist auch Werbung für die eigenen Produkte möglich.

  • aktive Mitglieder weltweit: 303 Mio.
  • aktive Mitglieder in Deutschland: 11 Mio.
  • Gesamtumsatz pro Jahr: 6 Mrd. US$

XING

XING verfolgt den gleichen Zweck wie LinkedIn und funktioniert ähnlich, ist aber regional auf die DACH-Region, Luxemburg und Spanien beschränkt. Auch hier stehen die Vermittlung zwischen Stellensuchenden und Unternehmen sowie die Pflege beruflicher Netzwerke im Mittelpunkt.

Für Unternehmer sind neben der Personalsuche auch die Möglichkeit der Selbstdarstellung, der fachliche Austausch und die Werbemöglichkeiten interessant. Bewährt hat sich XING für die Bekanntmachung von Events wie Messen, Kongresse und Seminare oder die Suche danach.

  • aktive Mitglieder weltweit: 16 Mio.
  • aktive Mitglieder in Deutschland: 14 Mio.
  • Gesamtumsatz pro Jahr: 252 Mio. €

Soziale Netzwerke: Vergleich auf einen Blick

Hier sehen Sie die Zahlen der vorgestellten Netzwerke im direkten Vergleich (Stand 2018). Die Nutzerzahlen entwickeln sich ständig weiter. Nicht alle Plattformen veröffentlichen ihre Werbeeinnahmen, sodass mitunter Schätzungen zugrunde liegen.

Netzwerk

 

Gründungsjahr

 

Werbeumsätze pro Jahr

 

Aktive Nutzer oder Mitglieder
Weltweit In Deutschland
Facebook 2004 55 Mrd. US$ 2,7 Mrd. 32 Mio.
YouTube 2005 14 – 15 Mrd. US$ 1,9 Mrd. 6 Mio.
Instagram 2010 10 Mrd. US$ 1 Mrd. 18 Mio.
Twitter 2006 2,6 Mrd. US$ 330 Mio. 2,5 Mio.
Pinterest 2010 1 Mrd. US$ 322 Mio. 7 Mio.
LinkedIn 2003 6 Mrd. US$ (Gesamtumsatz) 303 Mio. 11 Mio.
XING 2003 252 Mio. € (Gesamtumsatz) 16 Mio. 14 Mio.

Erfahren Sie in den folgenden Abschnitten mehr darüber, wie Sie Social-Media-Marketing als Unternehmer einsetzen können.

Social Media Marketing – die Vorteile

Social Media Marketing ist mit Aufwand und Kosten verbunden. Trotzdem lohnt es sich und bietet im Vergleich zu klassischer Werbung einige Vorteile. Das sind die Gründe, warum sich die Beschäftigung mit sozialen Medien lohnt:

  • Große Reichweite:
    Über Social Media können Sie online schnell viele Menschen erreichen, wenn Ihre Inhalte häufig geteilt werden. Es besteht auch keine regionale Beschränkung.
  • Mehr Aufmerksamkeit:
    Postings über Social Media werden weniger als Werbung und deshalb bewusster wahrgenommen.
  • Vielfältige Targeting-Möglichkeiten:
    Werbung in den sozialen Netzwerken lässt sich aufgrund umfangreicher vorhandener Daten sehr zielgruppengerecht ausspielen.
  • Für jede Art von Unternehmen relevant:
    Vom großen Markenkonzern bis zum kleinen Geschäft kann nahezu jedes Unternehmen von der Präsenz in sozialen Netzwerken profitieren.
  • Direkter Austausch mit Kunden:
    Die direkten Kommunikationsmöglichkeiten mit Kunden und Interessenten sind ein großer Vorteil der sozialen Netzwerke. Das stärkt die Kundenbindung und Sie erhalten wertvolles Feedback.
  • Schnelle Verbreitung von Informationen:
    Mitunter ist es wichtig, schnell auf aktuelle Entwicklungen reagieren oder Neuigkeiten verbreiten zu können. Das ist über Social Media kein Problem.
  • Gute Möglichkeiten der Erfolgsmessung und -steuerung:
    Der Erfolg des Social Media Marketing lässt sich mithilfe entsprechender Tools auswerten und steuern. So vermeiden Sie Streuverluste.
Hinweis: Bedenken Sie, dass es viele Kunden mittlerweile erwarten, über Social Media mit Unternehmen in Kontakt treten zu können. Das allein ist ein Grund, sich diesen Möglichkeiten nicht zu verschließen.

Ziele und Anwendungsgebiete des Social Media Marketing

Warum beschäftigen sich Unternehmen mit Social Media Marketing und wie verwenden sie soziale Netzwerke konkret? Erfahren Sie mehr über die allgemeinen Ziele und die einzelnen Gebiete, auf denen Sie aktiv sein können.

Allgemeine Ziele des Social Media Marketing

Soziale Medien bieten Unternehmen mehrere Möglichkeiten, individuelle Vorhaben zu verwirklichen. Welches der folgenden übergeordneten Ziele am wichtigsten ist, hat Auswirkungen auf die Strategie Ihres Social Media Marketing:

  • Markenbildung:
    Markeneigenschaften lassen sich sehr gut über soziale Medien kommunizieren. Welche Informationen Sie wie veröffentlichen, prägt die Wahrnehmung Ihre Marke. Start-ups können eine neue Marke bewusst über Social Media aufbauen.
  • Steigerung der Markenbekanntheit:
    Nutzen Sie die große Reichweite sozialer Medien, um Ihre Marke bekannter zu machen. Allerdings erreichen Sie dieses Ziel nur, wenn Sie regelmäßig in den Netzwerken aktiv sind und dabei einer einheitlichen Strategie folgen.
  • Kundengewinnung:
    Neue Kunden gewinnen Sie über Social Media Marketing oft dadurch, dass zufriedene Kunden Ihre Inhalte teilen oder kommentieren und Ihre Angebote auf diese Weise ihren eigenen Freunden und Followern weiterempfehlen. Eine weitere Möglichkeit der Neukundengewinnung sind zielgruppengerechte Werbeanzeigen.
  • Kundenbindung:
    Um Kunden nicht nur zu gewinnen, sondern auch zu halten, eignen sich soziale Netzwerke ebenfalls sehr gut. Regelmäßige Postings und Reaktionen auf Kommentare und Fragen gehören dazu.

Im folgenden Abschnitt erfahren Sie, wie Sie als Unternehmer auf Social Media hauptsächlich aktiv sein können.

Wofür Unternehmen Social Media konkret verwenden

Unternehmen nutzen soziale Netzwerke für unterschiedliche Zwecke. In den meisten Fällen stehen dabei die Kunden im Mittelpunkt. Aber es gibt auch andere Anwendungsbereiche:

  • Sales:
    Im Mittelpunkt des Social Media Marketing steht oft der Verkauf der eigenen Produkte. Passende Posts oder Werbeanzeigen leiten potenzielle Kunden direkt zum Onlineshop.
  • Kundenservice:
    Wenn Kunden Fragen zum Produkt, zum Bestellprozess oder zu anderen Servicefrage haben, ist es kundenfreundlich, wenn sie diese auch in sozialen Netzwerken stellen können.
  • Kundenkommunikation:
    Die Kommunikation mit Kunden über Servicefragen hinaus ist ebenfalls ein wichtiger Teil des Social Media Marketing. So stärken Sie die Bindung und erhalten Feedback.
  • Recruiting:
    Für das Recruiting von Personal sind hauptsächlich LinkedIn und XING interessant, aber auch Facebook kann hier wertvolle Dienste leisten.
  • Firmeninterne Kommunikation:
    Einige Unternehmen nutzen soziale Netzwerke auch für die Kommunikation mit den Mitarbeitern. Das ist eine einfache Möglichkeit, Informationen bekannt zu geben und mit der Belegschaft in Kontakt zu bleiben.

Für den Erfolg des Social Media Marketing ist eine hohe Reichweite von Vorteil. Wie Sie diese steigern können, erklärt der nächste Abschnitt.

5 Strategien für organisches Wachstum in den sozialen Netzwerken

Organisches Wachstum bedeutet, dass Sie Ihre Reichweite in den sozialen Medien auch ohne bezahlte Werbung verbessern. Dabei können verschiedene Schwerpunkte im Mittelpunkt stehen:

  • Zunahme der Anzahl an Followern:
    Je mehr Follower Sie haben, desto mehr Menschen sehen Ihre Beiträge und teilen sie vielleicht auch. Das ist die wichtigste Voraussetzung für die Steigerung Ihrer Bekanntheit.
  • Erhöhung der Post-Reichweite innerhalb der Zielgruppe:
    Die Reichweite eines Posts gibt an, wie viele Menschen ihn seit der Veröffentlichung gesehen haben. Vor allem innerhalb der Zielgruppe sollte diese Reichweite möglichst hoch sein.
  • Steigerung der Interaktionsrate:
    Je mehr sich Ihre Follower durch die veröffentlichten Inhalte angesprochen fühlen, desto aktiver interagieren sie, das heißt sie liken, kommentieren oder teilen Beiträge. Dies wirkt sich positiv auf die Reichweite aus.
  • Förderung der Viralität:
    Hier geht es speziell um das Teilen. Nur als besonders wertvoll betrachtete Inhalte werden geteilt. Eine hohe Viralität einzelner Beiträge kann Ihre Reichweite und Bekanntheit schnell und nachhaltig erhöhen.

Es gibt bestimmte Strategien, mit denen Sie das organische Wachstum in Social Media fördern können. Die nächsten Abschnitte stellen einige davon vor.

Social Media Wachstumsstrategien

Strategie 1: Content-Marketing-Posts

Begeistern Sie Ihre Follower mit hochwertigen Inhalten und betreiben Sie professionelles Content-Marketing. Ob Fachinformationen, Videos oder Podcasts, was den Besuchern Ihres Profils einen Mehrwert bietet, wird häufig aufgerufen und auch geteilt.

Zum Beispiel kann eine Gärtnerei auf dem eigenen YouTube-Kanal regelmäßig Gartentipps veröffentlichen. Oder ein IT-Unternehmen stellt auf der Website Whitepaper zum Download bereit und verlinkt diese auf Social Media. Sehr guter Content kann viral gehen und die Anzahl Ihrer Follower steigen lassen.

Strategie 2: Gewinnspiele

Mit kostenlosen Gewinnspielen auf Social Media können Sie schnell die Anzahl Ihrer Follower erhöhen. Das gilt vor allem, wenn das Liken der Seite zu den Spielbedingungen gehört. Beachten Sie hier die rechtlichen Rahmenbedingungen.

Gewinnspiele erhöhen aber auch generell die Interaktion und fördern damit das Interesse an Ihrer Marke. Je nach Ausgestaltung des Spiels ist es möglich, Leads zu generieren, und zwar wenn die Angabe von Kontaktdaten erforderlich ist.

Strategie 3: Ask me anything

Bei der AMA-Methode beantworten Sie oder Mitarbeiter Ihres Unternehmens Fragen Ihrer Follower. Diese Methode stärkt vor allem die Interaktionsrate und die Kundenbindung.

Die Beantwortung der Fragen kann in einem Live-Chat oder Live-Stream erfolgen, aber auch mit vorab eingesendeten Fragen. Diese werden dann in einem aufgezeichneten Video oder Podcast oder auch ganz einfach per geschriebenem Text auf der Social-Media-Seite beantwortet.

Strategie 4: Passion Pages

Passion Pages sind Social-Media-Profile, hinter denen ein Unternehmen steht, was aber nicht sofort erkennbar ist. Deshalb werden diese Seiten nicht vorrangig als werblich geprägte Unternehmensseiten wahrgenommen und von vielen Nutzern schneller akzeptiert.

Wenn sich das Profil durch hochwertige, unterhaltsame oder besonders originelle Inhalte von anderen abhebt, sind die Chancen auf neue Follower groß. Lediglich der Branding-Effekt, also die Steigerung der Markenbekanntheit, tritt etwas in den Hintergrund.

Die Seiten beziehen sich meist auf ein bestimmtes Thema, wodurch eine zielgruppengerechte Ansprache von Interessenten möglich ist. Beispielsweise kann ein Anbieter für Triathlon-Ausstattung eine thematische Seite zum Thema Triathlon erstellen.

Strategie 5: Einsatz animierter GIFs

Animierte GIFs werden in sozialen Netzwerken sehr häufig geteilt. Wenn Sie gelegentlich ein selbst erstelltes GIF veröffentlichen, in dem Sie auch Ihre Marke unterbringen, können Sie damit eine hohe Viralität erzielen und den Branding-Effekt fördern.

Günstig sind GIFs, die Emotionen ausdrücken. Einige ermöglichen sogar spielerische Interaktionen, indem die Animation z. B. in einem bestimmten Moment gestoppt werden soll.

Social Media Marketing per bezahlter Ads

Neben den Maßnahmen für das organische Wachstum gehört auch die bezahlte Werbung auf den Plattformen zum Social Media Marketing. Soziale Netzwerke bieten hervorragende Möglichkeiten dafür.

Vorteile und Ziele des Social Media Advertising

Inwiefern sich Social Media Advertising für Ihr Unternehmen lohnt, hängt von Ihren individuellen Zielen und der Situation ab. Folgende Punkte sprechen dafür:

  • sehr genaue zielgruppengerechte Ansprache durch Analyse umfangreicher Daten
  • zusätzliche Personalisierungsmöglichkeit der Werbung durch die Auswertung von Cookies (Retargeting oder auch Remarketing)
  • schnelle Erhöhung der Reichweite möglich, z. B. zum Pushen neuer Profile, Produkteinführungen oder Sonderaktionen
  • bessere Wahrnehmung der Werbung als bei klassischen Werbemedien aufgrund aktiverer Nutzer
  • sowohl zur Neukundengewinnung als auch Kundenbindung einsetzbar
  • Werbemöglichkeiten für jede Unternehmensgröße
  • über den Account einfach zu realisieren und zu steuern

Dem Nutzen stehen auch immer Kosten gegenüber. Erfahren Sie im folgenden Abschnitt, wovon diese abhängen.

Kosten für Werbung auf Social Media

Für die Kosten gibt es verschiedene Abrechnungsmethoden. Üblich ist der Preis per Klick (CPC), bei der Ihnen immer nur dann Kosten entstehen, wenn jemand auf Ihre Werbung klickt.

Bei Facebook gibt es dafür keinen festen Preis. Vielmehr geben Sie ein Höchstgebot an. Auf Werbeflächen werden dann immer die zu den Kriterien passende Anzeige mit den höchsten Geboten ausgespielt. Denn ein Algorithmus simuliert in kürzester Zeit einen Versteigerungsprozess (Real-Time-Bidding).

Der tatsächliche Klickpreis kann daher auch niedriger als Ihr Höchstgebot sein. Im Durchschnitt liegen die Preise je Klick bei Facebook zwischen 40 und 50 Cent – hiervon kann es aber auch große Abweichungen nach oben oder unten geben. Ausschlaggebend dafür sind unter anderem auch das Werbeformat und die Zielgruppe.

Ein weiteres Kostenmodell, das mitunter angeboten wird, ist CPM. Dabei wird ein Preis für 1.000 Einblendungen vereinbart, den Sie auf jeden Fall zahlen müssen.

Umsetzung einer Kampagne bei Facebook

Das Erstellen einer Social-Media-Werbekampagne ist bei allen Plattformen dank nutzerfreundlicher Tools kein Problem. Hier wird der Vorgang am Beispiel Facebook bzw. Instagram oder Audience Network (Werbung in mobilen Apps) geschildert:

  1. Erstellen der Kampagne über den Werbeanzeigenmanager von Facebook
  2. Auswahl des übergeordneten Ziels der Kampagne aus mehreren Optionen
  3. Festlegung des Kampagnennamens
  4. Anzeigengruppe erstellen und Namen festlegen
  5. Definition der Zielgruppe durch Auswahl mehrere Eigenschaften wie Alter, Interessen oder Standort
  6. Platzierung für Facebook, Instagram oder Audience Network wählen (auch automatische Platzierungen möglich)
  7. Optionen für die Auslieferung der Anzeigen wählen
  8. Zeitplan bestimmen
  9. Laufzeit- oder Tagesbudget festlegen
  10. Höchstgebot für den Klickpreis angeben
  11. Anzeige erstellen
  12. Anzeigenformat auswählen (z. B. Bild, Video, Slideshow)
  13. Medien hochladen oder Vorlagen verwenden und Text schreiben
  14. Auswahl weiterer Optionen (z. B. Facebook-Pixel für Analysen)
  15. Vorschau ansehen und bestätigen
  16. eventuell weitere Anzeigen oder Anzeigengruppen erstellen
Beachten Sie: Facebook prüft zunächst die Kampagne. Wenn alles in Ordnung ist, werden die Anzeigen entsprechend Ihrer Auswahl zielgruppengerecht ausgespielt. Die Zahlung erfolgt den vereinbarten Optionen entsprechend.

Strategie für das Social Media Marketing: Schritt für Schritt zum Erfolg

Starten Sie nicht ohne Plan mit dem Social Media Marketing. Ihre Mühe und Ihre finanziellen Investitionen rentieren sich eher, wenn Sie strategisch vorgehen. Empfehlenswert sind folgende Schritte:

  1. Situationsanalyse:
    Nutzen Sie bereits soziale Netzwerke? Wie erfolgreich war Ihr Social Media Marketing bisher?
  2. Zielfestlegung:
    Möchten Sie vor allem Kundenbeziehungen pflegen, die Markenbekanntheit erhöhen oder Neukunden gewinnen?
  3. Zielgruppenbestimmung:
    Social Media Marketing lässt sich sehr zielgruppengerecht gestalten. Deshalb ist die genaue Definition der Zielgruppe ein wichtiger Erfolgsfaktor.
  4. Wettbewerbsanalyse:
    Wie aktiv sind Ihre direkten Wettbewerber in den sozialen Netzwerken? Was fällt Ihnen dabei positiv oder eher negativ auf?
  5. Ressourcenplanung:
    Welche personellen und finanziellen Ressourcen stehen Ihnen zur Verfügung?
  6. Auswahl der Netzwerke:
    Welche sozialen Medien nutzt Ihre Zielgruppe hauptsächlich?
  7. Accounts einrichten:
    Wenn Sie sich für eine oder mehrere Plattformen entschieden haben, richten Sie die Accounts ein.
  8. Posts planen:
    Planen Sie nicht nur die Inhalte Ihrer Posts, sondern auch die Zeitpunkte der Veröffentlichung.
  9. Eventuell bezahlte Werbung schalten:
    Werbekampagnen ergänzen das Posting und fördern Ihre Reichweite.
  10. Erfolgskontrolle:
    Es gibt Tools, mit denen Sie den Erfolg Ihrer Kampagnen kontrollieren und diese optimieren können.

Eine durchdachte Strategie ist wichtig für Ihren Erfolg. Beachten Sie aber zusätzlich auch die Tipps im folgenden Abschnitt.

7 Tipps für erfolgreiche Arbeit mit Social Media

Bestimmte Faktoren beeinflussen den Erfolg des Social Media Marketing besonders. So können Sie Fehler vermeiden und die Potenziale der sozialen Netzwerke von Beginn an besser nutzen:

  • Content mit Mehrwert erstellen:
    Inhalte, die Sie posten, müssen Ihren Followern einen Nutzen bieten. Sie sollten entweder einen hohen Informationsgehalt haben oder unterhaltsam sein.
  • Inhalte auf die Plattform abstimmen:
    Beachten Sie bereits bei der Auswahl der sozialen Netzwerke, was Sie posten möchten. Komplexe Themen eignen sich nicht für Twitter und längere Texte nicht für Instagram.
  • Freundlich auftreten:
    Reagieren Sie immer freundlich und sachlich auf Kommentare, auch wenn Sie zu Unrecht kritisiert werden.
  • Authentisch kommunizieren:
    Verwenden Sie keine automatisierten oder standardisierten Formulierungen, weder in Posts noch in den Antworten auf Kommentare.
  • Viralität anstreben:
    Gestalten Sie einige Ihrer Posts besonders originell. Mit etwas Glück gehen diese viral und erhöhen Ihre Reichweite um ein Vielfaches.
  • Regelmäßig posten:
    Sie müssen nicht täglich posten, aber regelmäßig. Überlegen Sie, welchen Rhythmus Ihre Follower erwarten.
  • Hashtags verwenden:
    Verwenden Sie gelegentlich Hashtags. So erhalten Sie mehr Aufmerksamkeit.

Erfolgreiches Social Media Marketing braucht Erfahrung. Diese sammeln sie auch, indem Sie Ihre Kampagnen beobachten und den Erfolg messen. Wie das funktioniert, erklärt der nächste Abschnitt.

Nicht vergessen: Erfolgsmessung beim Social Media Marketing

Engagement in sozialen Netzwerken wirkt sich nicht immer unmittelbar auf den wirtschaftlichen Erfolg aus. Dieser tritt oft erst später als Folge einer gewachsenen Bekanntheit und guten Kundenbindung ein. Für die Erfolgsmessung eignen sich daher vor allem Kennzahlen, mit denen sich konkrete Ziele messen lassen:

  • Anzahl der Follower:
    Die Anzahl der Follower ist ein Indikator dafür, wie sich Ihre Reichweite entwickelt.
  • Interaktionsrate:
    Diese zeigt an, wie häufig Ihre Posts geliked, geteilt und kommentiert werden, also wie aktiv sich Ihre Follower damit beschäftigen.
  • Viralitätsrate:
    Hier geht es nur um das Teilen. Beiträge mit hohen Viralitätsraten erhöhen die Bekanntheit Ihrer Marke.
  • Beitragsreichweite:
    Wie oft wurde der Post seit seinem Erscheinen gesehen? Mithilfe dieser Kennzahl können Sie auch feststellen, zu welchen Zeitpunkten Ihre Zielgruppe aktiv ist.
  • Social Share of Voice:
    Wie häufig wird Ihre Marke in den sozialen Netzwerken erwähnt?
  • Social Media Traffic:
    Dieser misst die Besuche auf Ihrer Website. Social Media Marketing soll dazu beitragen, dass der Traffic steigt.
  • Leads:
    Von Leads spricht man, wenn Besucher Ihrer Website z. B. für einen Download oder ein Newsletter-Abonnement Kontaktdaten hinterlassen. Dann können Sie von einem grundsätzlichen Interesse für Ihre Angebote ausgehen.

Bei der Analyse helfen Ihnen Tools, die meist noch weitere nützliche Funktionen haben. Einige davon lernen Sie im nächsten Abschnitt kennen.

Tools für das Social Media Marketing

Social-Media-Tools helfen nicht nur bei der Erfolgsanalyse, sondern bieten noch weitere interessante Funktionen. So können Sie z. B. durch Automatisierung Beiträge zum optimalen Zeitpunkt veröffentlichen. Lernen Sie im Folgenden drei dieser Tools kennen.

Hootsuite

Hootsuite bietet einen großen Funktionsumfang und erlaubt die gleichzeitige Verwaltung von bis zu 35 sozialen Netzwerken. Das Tool ist relativ komplex, sodass es sich hauptsächlich für ein sehr aktives Social Media Marketing eignet.

Sie können mehrere Hundert Beiträge einstellen, die automatisch jeweils zum optimalen Zeitpunkt veröffentlicht werden. Auch Erwähnungen der eigenen Marke lassen sich aus den sozialen Netzwerken herausfiltern. Umfangreiche Reportingfunktionen sind ebenfalls vorhanden.

Buffer

Buffer ist nicht so komplex wie Hootsuite und eignet sich deshalb auch für Einsteiger. Hauptfunktion ist die zeitliche Steuerung der Postings. Dabei kann das Tool automatisch ermitteln, wann die Beiträge die meisten Follower erreichen.

Zusätzlich bietet Buffer mit Pablo ein eigenes Programm zur Grafikgestaltung. Über das Reporting können Sie die wichtigsten Kennzahlen überwachen. Buffer lässt sich in Verbindung mit Facebook, Instagram, Twitter, Pinterest und LinkedIn verwenden.

Fanpage Karma

Fanpage Karma ist auf das Monitoring von Facebook-, YouTube- und Twitter-Accounts spezialisiert. Automatisches Posting ist ebenfalls möglich. Der Schwerpunkt liegt aber auf der Analyse, wobei Sie auch Konkurrenzseiten einbeziehen und Facebook-Posts nach Trendthemen durchsuchen können.

Auch Teamarbeit im Social Media Marketing lässt sich organisieren, z. B. wenn es um die Beantwortung von Nachrichten geht. Ein Shitstorm Alert signalisiert Ihnen, wo Sie schnell reagieren müssen.

Gefahren für Unternehmen durch Social Media

Social Media Marketing bietet Unternehmen viele Chancen. Andererseits gibt es typische Gefahren, die in ernsten Fällen zu großem Schaden führen können. Achten Sie besonders auf Folgendes:

  • Shitstorm:
    Negative Kommentare einzelner Nutzer ermutigen auch andere dazu, sich kritisch zu äußern. Mitunter kommt es so zu einer Welle der Entrüstung. Reagieren Sie dann schnell, bleiben Sie freundlich und zeigen Sie Lösungen für das Problem auf.
  • Datenschutz:
    Beachten Sie die Bestimmungen des Bundesdatenschutzgesetzes und der DSGVO. Im Zusammenhang mit Social Media spielt dabei vor allem der Umgang mit personenbezogenen Daten eine Rolle. Diese dürfen Sie ohne Einwilligung des Betroffenen nicht erheben, speichern und verwenden, auch nicht zweckfremd nutzen oder an Dritte weitergeben.
  • Urheberrechtsverletzungen:
    Wenn Sie Beiträge posten, gilt das als Veröffentlichung. Fotos, Grafiken, Videos oder Musik anderer Urheber dürfen Sie nicht ohne Weiteres veröffentlichen. Es gibt auch kostenlose und frei verwendbare Materialien, aber überprüfen Sie immer die Quelle und die Bedingungen. Achten Sie auch bei gekauften Stock-Medien darauf, ob der Urheber die Verwendung für bestimmte Zwecke einschränkt.
Tipp: Sie sind sich hinsichtlich dieser Gefahren unsicher oder können den Aufwand des Social Media Marketing nicht selbst bewältigen? Dann ist die Beauftragung spezialisierter externer Dienstleister eine mögliche Alternative.

Inhouse oder per Agentur: Was Social Media Marketing kostet

Professionelles Social Media Marketing ist aufwendig und erfordert Erfahrung. Deshalb gibt es spezialisierte Agenturen, die ihre Dienstleistungen in diesem Bereich anbieten. Für Unternehmen stellt sich die Frage, ob sie Social Media Marketing lieber selbst übernehmen oder in Auftrag geben sollten. Bedenken Sie die folgenden Vor- und Nachteile einer externen Lösung:

Vorteile Nachteile
Erfahrungen auf diesem komplexen Gebiet meist höhere Kosten als bei Inhouse-Lösungen
geringerer Personalbedarf im Unternehmen Authentizität in sozialen Netzwerken kann leiden, da Follower nicht direkt mit dem Unternehmen kommunizieren
flexible Buchung von Leistungen Kommunikationsaufwand zwischen Unternehmen und Agentur

Der Rundum-Service einer Agentur mit Content-Erstellung, Betreuung, Advertising und Beantwortung von Anfragen kann pro sozialem Netzwerk im Monat für kleine Start-ups ca. 2.000 € und für mittelständische Unternehmen etwa 5.000 € kosten. Das sind aber nur Richtwerte, denn es gibt sehr unterschiedliche Preismodelle und zusätzlich beeinflussen viele Faktoren die Kosten.

Es ist auch möglich, dass Unternehmen nur einzelne Leistungen einkaufen, z. B. die Content-Erstellung. Überlegen Sie, welche Aufgaben Sie inhouse erledigen können, wofür sich Neueinstellungen lohnen und was Sie lieber in Auftrag geben. Vergleichen Sie dafür die Kosten der Alternativen.

Fazit: Soziale Medien mit hohem Erfolgspotenzial für Ihr Unternehmen

Social Media Marketing bietet hervorragende Möglichkeiten der Markenbildung, Neukundengewinnung und Kundenbindung. Wenn Sie es engagiert betreiben, profitiert Ihr Unternehmen nachhaltig davon.

Achten Sie besonders darauf, den Erfolg Ihrer Maßnahmen zu kontrollieren. So wird es Ihnen mit der Zeit immer besser gelingen, gezielt vorzugehen und die richtigen Nutzer zu erreichen.

Roul Radeke von Selbststaendigkeit.de

Roul Radeke

Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer des 2015 gegründeten Onlineportals Selbststaendigkeit.de und bei radeke-interim.de. Das Onlineportal Selbststaendigkeit.de bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching), digitale Produkte für die Selbstständigkeit und zahlreiche Werbemöglichkeiten.