Aus der Praxis: Was macht der Chef? Was macht der externe Profi?

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 26 Februar, 2024
Lesezeit Minuten.
Wofür gibt man Geld aus? An welcher Stelle lässt sich Geld sparen? Und an welcher Stelle ist es sinnvoll zu investieren? Diese Fragen treiben die meisten Selbstständigen regelmäßig um. Ein Ratschlag der Experten lautet dann oft: Es gilt an den Stellen zu investieren, an denen dieselbe Leistung günstiger im Einkauf ist, als sie selbst zu verrichten. Mit günstig ist damit nicht nur der unmittelbare Preis gemeint, der für die Leistung verlangt wird, sondern vor allem auch das Verhältnis zur Leistung, zur Zeit, in der die Leistung erbracht wird, und zum Profi-Faktor, mit dem die Leistung erbracht wird. Und so justieren viele Experten im zweiten Schritt direkt nach und erklären: Jeder Selbstständige sollte für den Teil seines Business professionelle Unterstützung finden, den er selbst nur suboptimal oder unter höchstem Zeiteinsatz selbst managen kann. Die folgenden Praxisbeispiele erläutern das Prozedere bei diesem Ansatz.  

Marketing selbst betreiben oder Marketing outsourcen?

Die voranschreitende Digitalisierung bietet jedem Unternehmen eine Fülle an Möglichkeiten, fordert aber auch ein Höchstmaß an Know-how, denn: Die Kanäle, auf denen Unternehmen aktiv sein müssen, sind deutlich mehr geworden. Zu den Klassikern – Print, Radio und Fernsehen – ist nun das Internet gekommen, das nicht nur mit einem Format befüllt werden kann und darf, sondern über Homepages, soziale Medien und Videokanäle verfügt, die passgenau zu befüllen sind, um einen Marketingerfolg nach sich zu ziehen.

Das heißt für jeden Unternehmer: Wer selbst Profi in punkto Marketing ist, der steht vor einer schweren Entscheidung. Entweder der Chef selbst kümmert sich ums Marketing – und zwar nur darum. Oder das Thema Marketing wird an einen Profi der Branche ausgegliedert, der sich auf das Marketing von mittelständischen und kleinen Unternehmen fokussiert, wie etwa die Blue GmbH.

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Der Marketing-Bereich ist mit der Digitalisierung explosionsartig größer geworden. Bildquelle: Depositphotos.com

Buchhaltung in Eigenregie bewerkstelligen oder einen Buchhalter engagieren?

Ein ähnliches Problem stellt sich mit dem großen Bereich der Finanzen und der Buchhaltung dar, allerdings ist die Entscheidung in diesem Fall weiter gefächert, denn es gibt drei Optionen:

  1. Der Chef kümmert sich selbst um Buchhaltung, Finanzen, Steuern und Co. Dann muss er die entsprechenden Fähigkeiten und Kenntnisse mitbringen, um diesen Bereich auch professionell abbilden zu können.
  2. Der Selbstständige setzt ein Buchhaltungssystem auf, das einzelne Prozesse der Finanzbuchhaltung automatisiert und damit den Arbeitsaufwand minimiert. So kann – im Idealfall – am Ende eine komplette Übergabedatei für das Finanzamt vorliegen, die es nur noch zu transferieren gilt.
  3. Es wird ein Buchhalter bzw. Steuerberater eingesetzt, der sich um den kompletten Themenkomplex im Betrieb kümmert. Regelmäßige Reportings sind nötig, damit der Selbstständige nicht den Bezug zur finanziellen Situation seines Unternehmens verliert.

Einen umfangreichen Vergleich zu diversen Buchhaltungssoftwaren hat die Redaktion von Netzsieger durchgeführt. Die Vergleichstabelle zeigt, welche Software welche Performances und Schnittstellen vorhält und welche Möglichkeiten für Dokumentation und Support es gibt.

Die Personalsuche outsourcen? Möglich, aber wer kümmert sich um die Mitarbeiter? 

Neues Personal zu rekrutieren, ist mitunter recht aufwendig. Es müssen Anzeigen entworfen und geschaltet werden. Dann flattern daraufhin meist unzählig viele Bewerbungen ein, die geprüft und weiter bearbeitet werden müssen. Das ist viel Arbeit. Zu viel, um vom Chef selbst „on top“ gemanagt zu werden.

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Mitarbeiter zu suchen, zu finden und ins Unternehmen zu bringen, ist nur ein Teil der Aufgaben, die ein Personalbeauftragter im Unternehmen bewerkstelligen muss. Bildquelle: Depositphotos.com

Dennoch gibt es gerade im Bereich Personal noch eine weitere Schwierigkeit, denn: Personalbeauftragte kümmern sich für gewöhnlich nicht nur um die Rekrutierung neuer Arbeitskräfte, sondern auch um jegliche Formalitäten, die den Mitarbeiterstamm betreffen. Und spätestens an dieser Stelle ist klar, dass sich der Personalbereich nur partiell ausgliedern lässt. Hierbei gilt:

  • Die Personalbeschaffung kann ein externer Dienstleister meist schneller, effizienter und effektiver managen als ein Mitarbeiter des Unternehmens. Übernimmt dieser den kompletten Bewerbungslauf inklusive Erstellung etwaiger abgestimmter Verträge, so können große Teile des Personalmanagements ausgegliedert werden.
  • Was bleibt, sind die Mitarbeiter im Unternehmen. Bei einer niedrigen Fluktuationsquote im Unternehmen ist der administrative Aufwand vergleichsweise gering. Wer sich intern mit Personalthemen beschäftigt, wird meist dann aktiv, wenn es um Vertragliches geht (Verlängerung, Beendigung, Änderung etc.).

Gerade in punkto Personal gilt: Das Administrative kann anderweitig vergeben werden. Den Mitarbeitern ist es viel wichtiger, dass der Chef selbst Präsenz zeigt und für sie auch ansprechbar ist. Das ist ein Selbstständiger nur, wenn er gelernt hat, Aufgaben abzugeben. Versierte Profis des Personalmanagements decken weitaus mehr Aufgabenbereiche ab als nur die administrativen Tätigkeiten. Sie unterstützen bei Auswahl, Einsatz und Förderung der Mitarbeiter.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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