Interview mit Roberto Hunger und Adrian Klett von Purize

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 29 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
Die Themen Umweltschutz, ökologische Nachhaltigkeit und Schadstoffreduktion spielen für Unternehmen eine immer wichtigere Rolle. Ein gutes Beispiel für diese Entwicklung ist das im brandenburgischen Großräschen ansässige Unternehmen PURIZE®, das seinen Kunden ein vielfältiges Sortiment innovativer Aktivkohlefilter, Papers und weiterer Utensilien für den schadstoffreduzierten Rauchkonsum bietet. Wir haben uns mit den Geschäftsführern Roberto Hunger und Adrian Klett über aktuelle Herausforderungen im Bereich Umweltschutz, spannende Produktinnovationen und die Zukunftspläne ihres Unternehmens unterhalten.  

Guten Tag Herr Hunger und Herr Klett! Wir freuen uns, dass Sie Zeit für das Gespräch gefunden haben.

Jederzeit gern!

Mit PURIZE® haben Sie ein Unternehmen aufgebaut, dass sich auf Produkte für einen schadstoffreduzierten und ökologisch nachhaltigen Rauchkonsum spezialisiert hat. Ehe wir näher darauf eingehen, können Sie unseren Kunden zunächst etwas zur Gründung erzählen?

Die gesetzliche Lockerung von Cannabis als Medizin und eine allgemeine weltweite Lockerung als Genussmittel hat zu einem erhöhten Bedarf an Filtern mit besonders geringem Durchmesser geführt, um Cannabis-Zigaretten mit einem passgenauen filternden Mundstück auszustatten. In der Vergangenheit wurden diese dünnen Filter meistens von Hand aus Pappe hergestellt. Es musste für jeden Joint zunächst ein Filter gebastelt werden, wobei es keine nennenswerte Filterfunktion gab.

Dieses Problem haben wir als Ausgangspunkt genommen und klassische Aktivkohlefilter für Tabakpfeifen weiterentwickelt. Entstanden ist der kleinste PURIZE®-Aktivkohlefilter mit einem Durchmesser von gerade einmal 5,9 mm und einer Länge von 26,9 mm, wobei wir großen Wert auf nachhaltige Rohstoffe legen. Bestellt werden können unsere Filter seit dem 12.05.2017 auf www.purize-filters.com, womit unsere Unternehmensgeschichte ihren Lauf nahm.

Welche Stationen Ihrer Unternehmensgeschichte waren besonders wichtig?

Gegründet habe ich unser Unternehmen im Jahr 2016 in Bad Brückenau, Bayern. Bis zum Umzug an unseren heutigen Firmenstandort in Großräschen 2018 bestand unser Team aus 5 Mitarbeitern. In der Anfangszeit noch als Mieter erweiterten wir unsere Produktion auf dem neuen Grundstück immer weiter, denn bereits damals kamen wir mit der großen Nachfrage kaum hinterher.

2019 kauften wir den neuen Standort dann komplett und führten die ersten Neubau-Maßnahmen durch. Unser Team wuchs in dieser Zeit auf rund 20 Mitarbeiter und die Marke PURIZE® gewann auch in anderen europäischen Ländern an Bedeutung. Heute verkaufen wir unsere hochwertigen Produkte auf der ganzen Welt.

Was ist Ihnen bei Ihrer Arbeit am wichtigsten?

Ein zentraler Punkt ist die hohe Qualität unserer Aktivkohle-Filter, die uns ganz klar vom Wettbewerb abhebt. Wir wollen unseren Kunden eine schadstoffreduziertes Rauch-Erlebnis bieten, wobei wir auf die bestmögliche Verarbeitung Wert legen – 100 % Made in Germany.

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Interview mit Roberto Hunger und Adrian Klett von Purize, Bildquelle: © PURIZE®

Welche Produkte zählen zu Ihren Highlights?

Hier sind vor allem unsere XTRA-Slim- und Regular-Size-Aktivkohlefilter aus 100 % natürlichen Rohstoffen wie unseren Keramikkappen oder Aktivkohle auf Basis nachhaltig gewonnener Kokosnuss-Schalen zu nennen. Weitere beliebte Produkte sind unsere Bauunterlagen und KIT´s aus verschiedenen Holzarten.

Wie hat sich die Nachfrage während der Corona-Pandemie entwickelt?

Während der pandemischen Lage und im Zuge mit den damit verbundenen Restriktionsmaßnahmen haben wir eine überdurchschnittlich erhöhte Nachfrage festgestellt. Da die Menschen kaum Unterhaltungs- und Genuss-Angebote wahrnehmen konnten, gingen sie vermehrt dazu über, online zu bestellen und Produkte verschiedenster Kategorien zuhause zu nutzen.

Mit welchen Herausforderungen setzt sich Ihre Branche aktuell auseinander?

Das drängendste Problem und die größte Herausforderung für alle Branchen dieser Erde ist aktuell sicher das Thema Umweltverschmutzung. Hier ist vor allem das Thema Plastikmüll zu nennen.

Deshalb stellen wir unser Sortiment seit einem Jahr auf möglichst plastikfreie Verpackungen um und vertreiben einen Großteil unserer Produkte in Schraubgläsern, die problemlos von unseren Kunden weiterverwendet werden können. In wenigen Jahren wollen wir all unsere Verpackungen auf Alternativen ohne Plastikbestandteil umgestellt haben.

Wie wirken sich herkömmliche Zigarettenfilter auf die Umwelt aus?

Pro Tag werden auf der Welt rund 18 Milliarden Zigaretten mit Filtern aus Cellulose-Acetat geraucht. Das entspricht jährlich 6,5 Billionen Filtern, von denen ein großer Teil als Plastikmüll in unserer Umwelt landet. Problematisch ist das vor allem deshalb, weil der vollständige Abbau eines Cellulose-Filters bis zu 500 Jahre dauert. Nikotin und Schwermetalle landen in der Folge in unserem Ökosystem. 

Wie sollte man Zigarettenfilter am besten entsorgen?

Bestenfalls sollte man ganz darauf verzichten. Wenn man sie aber schon benutzt, sollte man darauf achten, sie im Plastikmüll zu entsorgen. Unsere Filter aus Aktivkohle bestehen zu 100 % aus natürlichen Rohstoffen und können problemlos an das Ökosystem zurückgegeben werden.

Welche Ziele haben Sie mit Ihrem Unternehmen in den nächsten 10 Jahren?

In den kommenden Jahren wollen wir unsere Marke international breiter aufstellen. Zusätzlich wollen wir weiter in den Ausbau unseres Standorts in Großräschen investieren.

Dann wünschen wir dabei viel Erfolg und danken Ihnen für das informative Gespräch.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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