In der Höhle der Löwen: MySchleppApp – die sofortige Pannenhilfe per Klick!

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 29 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
Die Start-up Welt liebt David-gegen-Goliath Geschichten. So darf man sich sicher sein, dass auch diese immer gern erzählt wird: Ein IT-ler und ein gelernter Karosserie- und Fahrzeugbauer treten gegen den mächtigen ADAC mit über 20 Millionen Mitglieder an! Die Idee: Ein Abschleppdienstservice für liegengebliebene Autofahrer einfach auf Abruf – einfach per App bestellbar. Keine Mitgliedschaft und faire, transparente Preise für die Pannenhilfe. Wie Santosch Satschdeva und Frank Heck auf die Idee kamen und wie sie ihr Unternehmen „MySchleppApp“ aufgebaut haben, erzählen sie im Interview.  

Was ist Euer wichtigster Tipp für Jungunternehmer, die gerade selbst gegründet haben?

Es ist viel und sehr harte Arbeit ein Unternehmen zu gründen. Trotzdem sollten man sich nicht von Rückschlägen daran hindern lassen, bestimmt und mutig seinen Weg zu gehen. Dazu gehört jedoch auch: Sich viel Feedback von außen einzuholen, weil man schnell betriebsblind wird.

Was waren Eure 3 größten Herausforderungen in der Startphase?

Wir haben uns komplett selbstfinanziert und haben unsere persönlichen Rücklagen in die Firma gesteckt. Was uns zu Beginn Probleme bereitet hat, war, dass beim Aufbau unseres Netzwerks viele B2B Partner sehr lange gebraucht haben, um sich zu entscheiden.  Zum Glück hat sich dies gebessert, je mehr Referenzen wir vorzuweisen hatten und je größer wir wurden. Dazu kam, dass es nach wie vor sehr viele langatmige bürokratische Prozesse gibt, die einen von dem Tagesgeschäft abhalten.

Womit verdient Ihr Euer Geld?

Der Benutzer zahlt nur „on demand“, also wenn er wirklich den Dienst einer Abschlepphilfe in Anspruch nimmt. Unsere Partner, die Abschlepp- und Pannendienste, zahlen dann eine Vermittlungsgebühr pro Auftrag. Zudem haben wir eine Premium-Mitgliedschaft für größere Abschlepp-Firmen, da es durch ihre vielen Standorte die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass sie mehr Aufträge bekommen.

Wer ist Eure Zielgruppe und wie erreicht Ihr sie?

Wir richten uns an alle Autobesitzer in Deutschland, vor allem die, die es leid sind Jahresmitgliedschaften in Automobilclubs zu zahlen.

Wir erreichen unsere Kunden über Empfehlungen, unsere Partner machen selbst Werbung für uns, dann über die klassischen Onlinemarketing-Kanäle wie Google, Facebook, Twitter.

Wie seid Ihr beim B2B-Vertrieb vorgegangen?

Bei uns lief gerade zu Beginn sehr viel über persönliche Gespräche mit unseren Partnern – die Abschleppdienst-Unternehmen freuen sich sehr über den direkten Austausch und Draht. Danach haben sich unsere vertrieblichen Aktivitäten vor allem durch Mund-zu-Mund Propaganda getragen.

Wie ist die Idee zu MySchleppApp entstanden?

Santosh hatte eine Panne und obwohl er Mitglied beim ADAC war, kam dieser nicht. Er wartete lange und beschloss dann, die Sache selbst in die Hand zu nehmen! Er googelte nach Pannendiensten in der Nähe und fand Frank. Dieser ist Familienunternehmer der 2. Generation eines Abschleppunternehmens und war sofort zur Stelle! Auf der Fahrt unterhielten sie sich über die Service-Problematik: Die Wartezeiten auf Abschleppunternehmen sind oft zu lang; der Kontaktweg über Callcenter sehr fehleranfällig und kompliziert. So kamen sie auf die Idee, einer App, welche die nächste Pannenhilfe in der Umgebung raussucht und sofort kontaktiert.  Wenige Wochen später gründeten wir MySchleppApp und machten uns an die Arbeit.  Inzwischen haben wir schon über 400 Partner im Netzwerk und 2500 Pannen vermittelt und behoben.

Was macht MySchleppApp einzigartig?

Wir sind ein sehr kleines Team und setzen auf schlanke, digitale Prozesse in allen Unternehmensbereichen. Für unsere Kunden bedeutet es, dass wir schnell, sowie transparent sind und eben nur einmalige Kosten anfallen, wenn sie uns in Anspruch nehmen.

Zudem ergänzen wir uns als Gründerduo sehr gut, was sich in der Unternehmenskultur und der Qualität unseres Service wiederspiegelt: Frank, der Abschlepper ist und die Branche, Themen, Herausforderungen kennt und Santosh als Vertriebler und IT‘ler, der alles drum herum organisiert.

In der Höhle der Löwen - MySchleppApp – die sofortige Pannenhilfe per Klick_TB

Die MySchleppApp Gründer Frank Heck und Santosh Satschdeva, myschleppapp.de

Habt Ihr von Anfang an Geld verdient oder gab es auch richtige Durststrecken?

Am Anfang haben wir noch nichts verdient, da wir erst das Produkt entwickeln, das Netzwerk aufbauen und dann unsere Bekanntheit steigern mussten. Bis heute zahlen wir uns keine Gehälter aus. Jeder Umsatz wird direkt wieder reinvestiert.

Habt Ihr Euch sofort Vollzeit selbstständig gemacht?

Ja, Santosh hat zum 01.01.2016, also direkt zur Gründung, seinen Job aufgegeben und sich 100% auf MySchleppApp konzentriert. Frank hatte bis zum Sommer 2017 noch seinen Abschleppdienst in Bonn, den er nach und nach abgewickelt hat. MySchleppApp wächst und entwickelt sich in die richtige Richtung und dafür brauchten wir auch Frank mit seiner kompletten Zeit an Bord.

Wie sieht aktuell Eure Arbeitswoche aus?

Wir sind von Montag bis Samstag im Büro und immer gibt es tausende E-Mails, Termine, Koordinationsaufgaben: Sowohl zu Themen wie Produktentwicklung, als auch Unternehmensstrategie. Die Stimmung ist jedoch immer gut und wir lockern sie zwischendurch mit gemeinsamen Mittagessen oder Kickern auf.

Wo seht Ihr Euch und MySchleppApp in 5 Jahren?

Wir wollen der führende Dienstleister im Bereich Pannen- und Abschlepphilfe sein, mit dem dichtesten und schnellsten Netz für den Kunden. Zudem wäre es toll, mit Automobilherstellern zusammenzuarbeiten, die auch ihre Dienste über uns abwickeln. Hier gibt es noch viel Potential!

Herzlichen Dank für das Interview! Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg und freuen uns jetzt schon darauf Neues von Euch und MySchleppApp zu hören!


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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