Mietfahrzeuge oder eigener Fuhrpark: Was ist besser?

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 12 März, 2024
Lesezeit Minuten.
Ob im Handwerk oder in der Industrie, Selbstständige in unterschiedlichen Branchen benötigen einen zuverlässigen Transporter, mit dem die Waren sicher an ihr Ziel gelangen oder andere Utensilien wie Messezubehör und Banner transportiert werden. Natürlich sind dafür auch kleine PkWs oder andere Kastenwagen einsetzbar, allerdings kann es passieren, dass diese nicht den gewünschten Komfort oder die benötigte Motorenleistung bringen. Doch was eignet sich besser: Gemietete Transporter oder eher ein eigener Fuhrpark? Dieser Artikel gibt Antwort.  

Vorteile und Nachteile der Mietfahrzeuge

Der Vorteil der Mietfahrzeuge liegt darin, dass Fixkosten gesenkt werden können und eine gewisse Planungssicherheit gewährleistet wird. Denn es fallen nur Kosten an, wenn das Fahrzeug tatsächlich benötigt wird. Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität: Je nach Situation kann man sich für die in diesem Fall benötigte Größe und Variante des Fahrzeugs entscheiden. Es gibt eine große Auswahl an verschiedenen Transportern, die dem Unternehmen genug Stauraum bieten können, so beispielsweise der Mercedes Sprinter, der bei verschiedenen Anbietern gemietet werden kann. Die gemieteten Fahrzeuge zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie immer auf dem neuesten Stand sind. Der Nachteil ist, dass beim Mieten eines Fahrzeuges immer eine gewisse Vorlaufzeit nötig ist.

Vorteile und Nachteile des eigenen Fuhrparks

Der Vorteil des eigenen Fuhrparks liegt vor allem in der ständigen Verfügbarkeit: Ohne vorherige Buchung kann auch bei kurzfristigem Bedarf ein Sprinter genutzt werden. Zudem haben Unternehmer die Möglichkeit, die Autos in ihrem Fuhrpark mit benötigten Technologien wie Telefonanlagen oder Media-Systemen auszustatten. Der Nachteil: Ein eigener Fuhrpark kann ziemlich teuer werden: Die Fixkosten erhöhen sich durch die festen monatlichen Ausgaben für die Fahrzeuge, und auch die Anschaffungskosten müssen bedacht werden.

Entscheidungsfaktor Bedarfsanalyse

Sowohl Mietfahrzeuge als auch ein eigener Fuhrpark haben also ihre Vor- und Nachteile. Am besten kann die Frage nach „Mietfahrzeuge oder eigener Fuhrpark“ daher mit einer Bedarfsanalyse geklärt werden: Bei häufiger Nutzung oder langen Strecken kann sich ein eigener Fuhrpark auf Dauer rechnen. Werden die Fahrzeuge dagegen nur gelegentlich und hauptsächlich für kürzere Strecken genutzt, ist es sinnvoller, Fahrzeuge zu mieten. Die Fahrzeuge werden je nach Branche vor allem in den folgenden Fällen benötigt:

  • Lieferung von Waren
  • Transport wichtiger Utensilien
  • Kundentermine
  • Durchführung von Einkäufen
  • Geschäftsreisen
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Ein Transporter bietet in vielen Branchen genau den richtigen Stauraum für Güter und Waren, Bildquelle: Depositphotos.com

Handwerksbetriebe beispielsweise müssen mobil sein, weil die Arbeit oft außerhalb des Firmengeländes verrichtet wird und auch die benötigten Materialien und Werkzeuge transportiert werden müssen. Bei einem so häufigen Einsatz lohnt sich ein Fuhrpark auf jeden Fall, jedoch auch für Mitarbeiter, die beispielsweise im Außendienst arbeiten und häufig zu Kundenterminen oder auf Geschäftsreisen fahren. Finden die Geschäftsreisen oder Kundentermine dagegen eher unregelmäßig statt, lohnt sich der Fuhrpark nicht; in dem Fall geht es darum, punktuell ein besonders repräsentatives Fahrzeug zu wählen, das für einen souveränen Auftritt sorgt.

Daher sollten Unternehmer die durchschnittlichen Nutzungszeiten auflisten und für beide Varianten die jeweiligen Kosten einschätzen. So wird deutlich, mit welcher Entscheidung weniger Ausgaben anfallen – auch, wenn es sich natürlich nur um eine Schätzung handelt. Schließlich kann es auch durch eine schwankende Auftragslage oder saisonale Besonderheiten zu Abweichungen kommen.

Bei der Bedarfsanalyse müssen diverse Kosten berücksichtigt werden. Beim Mieten von Fahrzeugen fallen folgende Kosten an:

  • Leihgebühren
  • Kosten der Kaution (diese wird nach der Rückgabe jedoch erstattet)

Bei einem eigenen Fuhrpark fallen dagegen mehr Kosten an:

  • Anschaffungskosten und monatliche Raten
  • Diverse Versicherungen
  • Inspektionen und ggfs. Reparaturen
  • Ausfallzeiten im Falle einer größeren Reparatur
  • Kraftstoff
  • Abnutzung der Reifen und Wertverlust der Fahrzeuge
  • Reinigung
  • Unterstände und Garagen
  • Verwaltung des Fuhrparks

Wer unbedingt einen Fuhrpark möchte, die Kosten jedoch gering halten möchte, kann sich entweder für einen kleineren Fuhrpark entscheiden, oder versuchen, mit geschickten Strategien die Kosten im Fuhrpark zu senken. So gibt es durchaus Verhandlungsspielräume bei den Angeboten von Leasinggesellschaften. Mit einem Komplettpaket wird zudem die Fuhrparkverwaltung erleichtert.

Fazit

Die Entscheidung zwischen eigenem Fuhrpark oder gemieteten Fahrzeugen fällt nicht leicht, da beide ihre Vor- und Nachteile haben. Eine Bedarfsanalyse kann helfen zu bestimmen, welche Variante sich in Abhängigkeit der Nutzung wirtschaftlich gesehen langfristig am meisten lohnt. Da es jedoch zu Abweichungen kommen kann, können sich Unentschlossene im Zweifel auch für eine Mischform entscheiden und sich einen kleinen Fuhrpark anschaffen. Der Mehrbedarf kann dann immer noch vorübergehend durch Mietwagen abgedeckt werden.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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