Wer im SaaS-Geschäft von Anfang an Geld verdient, macht etwas Grundlegendes falsch

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 30 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
Subscription-Commerce – kurz Subcom – ist der Megatrend auf dem digitalen Markt. Darauf bauen auch die extrem erfolgreichen Subscription-Management-Plattformen aus den USA. Als europäisches Pendant zählt billwerk hierzulande zu den Marktführern. Im Interview spricht Gründer und CEO Dr. Ricco Deutscher über die Ideenfindung, den Subscription-Markt in Europa und er erklärt, warum Durststrecken in der SaaS-Branche extrem wichtig sind.  

Ricco, wie funktioniert billwerk?

Das Geschäft von billwerk ist Subscription-Management im B2B-Bereich. Unternehmen, die ein Abo-Model anbieten, können ihre Kernprozesse an uns auslagern und über uns automatisieren: vor allem wiederkehrende Abrechnungen und Zahlungen, aber auch Debitoren-Management. Dadurch, dass wir diese Prozesse automatisieren, werden manuelle Fehlerquellen verhindert sowie erheblich Kosten und Zeit gespart.

Die billwerk-Plattform bieten wir in verschiedenen Betriebsarten an: Public SaaS, Private SaaS und On-Premises. Unser Preismodell basiert auf einer monatlichen Grundgebühr und einer umsatzabhängigen variablen Umsatzgebühr. Auch Whitelabel-Lösungen sind möglich.

Wie erreichst Du Deine Zielgruppe und wer ist diese überhaupt?

Unsere Kunden kommen aus den unterschiedlichsten Branchen (zum Beispiel TV- und Video-Streaming, Sportclubs/Gesundheitsdienstleister, IaaS/SaaS, Versicherungen) und vornehmlich aus Europa. Denn wir entsprechen den in Europa geltenden Reglementierungen, was Datensicherheit und GoBD betrifft. Hier sind wir US-amerikanischen Konkurrenten voraus. Zwar wächst die Subscription-Branche in Deutschland und Europa stetig und schnell, ist aber bei Weitem nicht so groß wie beispielsweise in den USA. Daher kommen viele unserer Kunden auf Empfehlung.

Ansonsten erreichen wir unsere Zielgruppe über unsere Marketing-Kanäle, zum Beispiel organische Suche und Website, Partner und Messeauftritte.

Wie ist die Idee zu einer „Subscription Management Plattform“ entstanden?

Die Idee entstand aus Gesprächen mit jungen Unternehmen, die alle etwas gemeinsam hatten: ein Abo- bzw. Subscription-Geschäft. Uns wurde schnell klar, dass die Subscription- Ökonomie ein Megatrend ist und dass wir dafür einen API-first-Ansatz brauchen, da wir immer Teil einer Prozesskette sein würden. Also haben wir viel Kraft in die API gesteckt.

billwerk GmbH

Übersichtlich und schnörkellos – die Benutzeroberfläche von billwerk ist leicht zu bedienen und bietet flexible Möglichkeiten, ein Abo-Produktportfolio zu steuern, billwerk.com

Was ist das Besondere an dem Startup billwerk?

Wir sind stolz auf unsere API. Sie ermöglicht, billwerk einfach in die vorhandene Prozesslandschaft von Unternehmen zu integrieren und damit den Zugang zur Automatisierung zu legen. Neben dem technischen Aspekt ist es unsere Expertise, europäische Unternehmen zu unterstützen. Wie bereits erwähnt: Es herrschen in Europa andere Reglementierungen zu Datensicherheit und Finanzbuchhaltung oder Gewohnheiten wie SEPA-Lastschrift oder Zahlen auf Rechnung. Diese wissen wir zu bedienen.

Hast Du von Anfang an Geld verdient oder gab es auch richtige Durststrecken?

Wer im SaaS-Geschäft von Anfang an Geld verdient, macht etwas Grundlegendes falsch, denn er investiert zu wenig. Wer in einem wachsenden Markt zu wenig einsetzt, wird schnell von jenen aus dem Markt gedrängt, die mutiger sind und mehr investieren. Mit anderen Worten: In unserem Business hat man zu Beginn eine lange Durststrecke. Wichtig ist uns, dass wir jederzeit den Hebel umlegen können und kurzfristig profitabel sein können. So meistern wir jede Situation.

Was waren Deine 3 größten Herausforderungen in der Startphase?

  1. Herausforderung: das richtige Team. Wir mussten intensiv suchen, bis wir die Kombination aus erfahrenen und jungen Mitarbeitern fanden, die aus verschiedenen Fachrichtungen und Ländern kommen und sich optimal ergänzen.
  2. Herausforderung: die Finanzierung. Das billwerk-Kernteam entschied sich, das Unternehmen aus eigenen Mitteln ohne Investoren zu finanzieren.
  3. Herausforderung: Zeit. Wir verfolgten einen straffen Zeitplan, um die kurze Time-to-Market zu erreichen.

Was ist Dein wichtigster Tipp für Jungunternehmer, die gerade selbst gegründet haben?

Finde frühzeitig die richtigen Partner. Selbstverständlich braucht es zu allererst eine Idee mit einem gewissen Reifegrad, ein exzellentes Team, Mut und Durchhaltevermögen. Aber Erfolg passiert selten ganz im Alleingang. Kompetente Partner sind oft ausschlaggebend, ob eine Idee letztendlich fliegt oder nicht.

Herzlichen Dank für das Interview! Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg und freuen uns jetzt schon darauf Neues von Euch und billwerk zu hören!


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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