Kalina Francke vom Industrial-Möbel-Shop Notoria im Interview

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 29 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
Industrial Möbel erlangen im modernen Innenraumdesign einen immer größeren Stellenwert. Mit ihrem rauen und ursprünglichen Look setzen sie raffinierte Akzente und werten sowohl Privat- als auch Arbeitsräume geschmackvoll auf. Doch woher kommt eigentlich die besondere Wirkung des Stils und wie setzt man ihn geschickt ein? Antworten auf diese und weitere Fragen gibt uns Kalina Francke, Geschäftsführerin des Industrial-Möbel-Shops Notoria.  

Guten Tag Frau Francke, wir freuen uns, Sie bei uns begrüßen zu dürfen. Ehe wir uns näher über die Geschichte Ihres Unternehmens und die Besonderheiten des Industrial-Designs unterhalten, erklären Sie unseren Lesern doch zuerst kurz, woher Ihre Begeisterung für das Industrial Design kommt.

Sehr gern! Die Begeisterung für Metall liegt bei uns in der Familie. Ihren Anfang nahm sie im Jahr 1910 im ehemaligen Preußen. Damals eröffnete mein Urgroßvater eine eigene Schmiede, die später mein Großvater und schließlich mein Vater übernahmen. Da mit der Zeit aber immer weniger klassische Pferdekutschen und Werkzeuge benötigt wurden, stellte mein Vater die Produktion schrittweise um und fertigte Schmiedeeisentore und -zäune auf Bestellung.

Ich selbst ging damals gerade meinem Studium nach, war aber regelmäßig zuhause, wo ich viel Zeit in der Werkstatt meines Vaters verbrachte. Ich half damals schon bei kleineren Arbeiten mit und brachte neue Ideen ein. Irgendwann stieß ich dann auf eine alte Fotografie eines Metallbetts, von dem ich sehr fasziniert war. Ich wollte es unbedingt haben, konnte es aber in keinem Online-Shop finden.

Und dieses Bett wurde zur Ihrer ersten Kreation?

So ist es. Ich sprach mit meinem Vater darüber und wir beschlossen, das Bett zu bauen. Es dauerte nicht einmal eine Woche, bis das fertiggestellte Modell in meinem Zimmer stand. Ermutigt von dem Ergebnis fertigten wir bald neue Möbel. So war der Grundstein von Notoria gelegt und unsere Manufaktur entwickelte sich mit den Jahren immer weiter.

Wie würden Sie Ihren Stil beschreiben?

Es ist sehr kompliziert, den Stil von Notoria zu beschreiben, aber ich werde es versuchen. Unser erstes Produkt überhaupt war dem Retro-Stil zuzuordnen, einem Stil, dem wir über die Jahre hinweg treu geblieben sind und den wir auch weiterhin bedienen wollen. Besonders hervorzuheben sind hier unsere Betten AMITA und LAMIN, die von Eisenbetten aus dem frühen 20. Jahrhundert inspiriert sind und große Resonanz erfahren haben. Aber der wohl am besten zu uns passende Stil ist ohne Zweifel Industrial.

Mehr als die Hälfte unserer Möbel tragen zum größten Teil diesen Stil und wir bauen hier kontinuierlich aus, um alle Räume im Haus und zukünftig auch im Garten abzudecken. Die ersten Möbelstücke, die wir in diesem Stil gefertigt haben, waren die BROOKLYN- und CLOVER-Sideboards, zwei Kernstücke unserer Kollektion, die nicht nur bei unseren Kunden zuhause einen besonderen Platz einnehmen, sondern auch in vielen Restaurants und Hotels.

Nicht zuletzt haben wir uns mit zwei schönen Kollektionen auch in den Bereich des skandinavischen Stils vorgewagt, ARBOR und FINIS. Die Serie verbindet zwei Elemente, mit denen ich gerne arbeite, Eiche und Metall. Darüber hinaus trägt sie minimalistische Züge.

Wodurch unterscheiden sich Ihre Produkte von denen anderer Shops?

Was wir bieten, ist die Qualität einer Manufaktur zu fairen Preisen ohne den zusätzlichen Aufpreis, den man bei Markenartikeln bezahlen muss. Und weil alles von Hand gefertigt wird, bekommt man außerdem etwas ganz Persönliches.

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In Interview: Kalina Francke vom Industrial-Möbel-Shop Notoria, Bildquelle: Notoria

Worauf legen Sie bei Ihrer Arbeit besonders viel Wert?

Mir ist es besonders wichtig, dass die Qualität unserer Möbel und der Kundenservice im Vordergrund stehen. Wir wollen unsere Kunden auf persönlicher Ebene zufriedenstellen, nicht anhand demografischer Merkmale. Dazu gehört natürlich die Qualität die wir liefern. Würden wir das nicht tun, müssten wir wie viele andere zu Tricks greifen. Wir legen den Fokus aber auf Fairness, was schon mal den halben Kundeservice ausmacht und die Kundenzufriedenheit erhöht. Dafür steht die Marke Notoria und das werden wir so schnell auch nicht aufgeben.

Wer gehört zu Ihren Kunden?

Wir versuchen, so viele Geschmacksrichtungen wie möglich abzudecken, aber wie wir alle wissen, ist Geschmack so eine Sache. Sicher ist aber, dass allen unseren Kunden Qualität wichtig ist, weshalb sie auch unser handwerkliches Können schätzen.

Nicht zu vernachlässigen sind auch die Kunden, die Sonderbestellungen wünschen oder Möbel nach eigenem Design. Eine Manufaktur springt eben da ein, wo große Player keine Möglichkeit haben zu bedienen und das ist definitiv der Custom-Made-Bereich.

Wie kann man seiner Wohnung am besten Persönlichkeit verleihen?

Mit einem handgemachten Möbelstück, das einzigartige Merkmale aufweist. Wer möchte schon gerne in einer Kopie aus dem Magazin leben und schlafen? Die Persönlichkeit, die man seiner Wohnung verleihen sollte, ist die eigene. Schließlich ist man selbst einzigartig und unverwechselbar.

Haben Sie ein Lieblingsprodukt in Ihrem Sortiment?

Mein absolutes Lieblingsprodukt ist das Metallbett LAMIN FEMME mit dem handgemalten Motiv aus den goldenen Zwanzigern und die CLATRI Kollektion, die für mich zusammen mit der BROOKLYN Kollektion zum Markenzeichen von Notoria geworden ist. Unsere neue Kollektion ARBOR, die wir gerade um eine Konsole erweitern, liegt mir auch am Herzen, weil ich es liebe, wie die Eiche mit dem Metall zusammenwirkt.

Vielen Dank für das informative Gespräch und die interessanten Einblicke!

Sehr gern.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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