Interview mit Ksenia Gorbacheva von ViniGrandi

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 29 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
Nur wenige Genussmittel sind in Deutschland so beliebt wie Qualitätsweine aus Italien, Spanien und Frankreich. Dabei sind es vor allem die Vielfalt und die ganz besonderen Geschmackserlebnisse, die Genießer immer wieder aufs Neue verzaubern und nach neuen Sorten suchen lassen. Wir haben uns mit Ksenia Gorbacheva von dem Berliner Weinhandel ViniGrandi über beliebte Trends, Tipps zum richtigen Genießen und den Einfluss der Corona-Pandemie auf die Branche unterhalten.  

Guten Tag, Frau Gorbacheva! Werfen wir zum Einstieg einen kurzen Blick in die Vergangenheit. Wie kam es zur Gründung Ihres Unternehmens?

Nun, das Thema Wein hat mich schon immer fasziniert. Dabei war es vor allem das Herausschmecken subtiler Aromen und Nuancen, das jede Probe zu einem neuen Abenteuer gemacht hat. Irgendwann fing ich dann an, mich näher mit den verschiedenen Anbaugebieten und Sorten zu beschäftigen. So entstand mit den Jahren eine umfangreiche Sammlung.

Konzentrierte ich mich in der Anfangszeit noch vor allem auf italienische Weine, kamen bald weitere Regionen hinzu. Irgendwann entstand dabei die Idee, ein eigenes kleines Unternehmen aufzubauen und meine Leidenschaft mit noch mehr Menschen zu teilen.

Seit wann gibt es Ihren Weinhandel?

Wir haben unseren Shop vor drei Jahren eröffnet. In dieser Zeit haben wir unser Sortiment bereits einige Male ausgeweitet. Während unser Schwerpunkt in der Anfangszeit noch auf italienischen Weinen lag, bieten wir unseren Kunden heute auch ein spannendes Sortiment von spanischen, französischen und deutschen Winzern. Dazu gehören Rotweine, Weißweine, Schaum-, Dessert-, Rosé- und Naturweine.

Also eine große Auswahl. Was macht für Sie die Faszination von Wein aus?

Für mich ist Wein viel mehr als einfach nur ein alkoholhaltiges Getränk unter vielen. Vielmehr sehe ich darin ein Jahrhunderte altes Kulturgut mit einer bewegten und spannenden Geschichte. Nicht zuletzt ist es aber auch die riesige Vielfalt verschiedenster Aromen und Nuancen, die das Verkosten einer neuen Sorte immer wieder zu einem Abenteuer macht.

Vor allem Einsteiger sind sich oft unsicher bei der Frage, wie viel ein guter Wein kosten sollte. Wie ist diesbezüglich Ihre Meinung?

So eine Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Studien aus Europa, den USA und Kanada zeigen, dass die meisten Käufer bereit sind, für eine gute Flasche Wein einen Maximalpreis von 10 – 12 Euro zu bezahlen. Entsprechend sollten Produzenten ihr Sortiment vor allem in diesem Bereich aufstellen, wenn sie langfristig erfolgreich sein wollen. Viele von ihnen tun das auch, denn schließlich bestimmt der Verbraucher auf lange Sicht den Preis.

Wie kann man einen guten Wein erkennen?

Auch diese Frage kann man nicht ohne Weiteres beantworten. Bei unserer Arbeit ist es immer wieder eine neue Herausforderung, aus den vielen verschiedenen Weinsorten diejenigen auszuwählen, die den Geschmack unserer Kunden treffen, und diese in die passenden Preiskategorien einzuordnen. Hier kommt es vor allem auf Erfahrung und ein feines Gespür für subtile Geschmacksnuancen an.

Wer sich als privater Weinliebhaber umsieht, sollte sich an renommierten Weingütern orientieren, die Spitzenweine für mehrere Hundert Euro im Sortiment haben. Die Basisweine liegen hier preislich oft bei 10 – 15 Euro. Da sie vom selben Erzeuger stammen, kann man sich hier in der Regel auf eine hohe Qualität verlassen.

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Im Interview: Ksenia Gorbacheva von ViniGrandi, Bildquelle: © ViniGrandi GmbH

Welche Rolle spielt der Geruch?

Die Geruchsprobe spielt eine wichtige Rolle. Auf der einen Seite schützt man sich damit vor verdorbenem Wein. Auf der anderen Seite ermöglicht sie die volle Aromaaufnahme und verbessert den Geschmack. Grundsätzlich gilt hier, dass das Erlebnis umso intensiver ist, je mehr Sinne beteiligt sind.

Wichtig ist außerdem, dass man sich für die Verkostung genügend Zeit nimmt. Erst wenn man den Wein im Glas betrachtet, daran riecht und gewissenhaft schmeckt, eröffnet sich einem das volle Geschmackserlebnis.

Wie sieht es mit der Temperatur und der Glasform aus? Spielen sie wirklich eine so große Rolle, wie man immer hört?

Was die Temperatur angeht, kann ich das definitiv bestätigen. Sie ist maßgeblich dafür, dass der Wein seinen individuellen Geschmack beibehält und genau die Aromen entfaltet, die der Winzer vorgesehen hat.

Bei der Glasform muss man meines Erachtens nicht ganz so genau hinsehen. Ich trinke alle Sorten aus dem Burgunder Zalto-Glas. Hier sollte man lediglich darauf achten, dass es nicht zu schmal ist.

Wie sollte Wein gelagert werden, damit er seinen Geschmack möglichst lange behält?

Hier kommt es auf die Weinsorte an. Grundsätzlich kann man aber sagen, dass Wein liegend gelagert werden sollte, damit der Korken nicht austrocknet. Wichtig sind weiterhin ein dunkler Lagerraum und eine Temperatur von etwa 18 Grad Celsius.

Wenden wir uns zum Schluss noch einmal kurz der Zukunft zu. Welche Pläne haben Sie mit Ihrem Unternehmen in den nächsten 10 Jahren?

Mittel- bis langfristig wollen wir unseren Online-Handel weiter ausbauen. Dazu gehören eine Erweiterung unseres Sortiments, der Bau neure Lagerhallen und die Entwicklung einer B2B-Plattform.

Dann wünschen wir Ihnen und Ihrem Team dabei alles Gute und danken Ihnen für das interessante Gespräch.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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