Gründen mit Herz ist wichtiger als sofort zu verkaufen

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 30 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
„Laufen ist der geilste Sport der Welt. Wir lieben, was wir tun. Und das ist Laufen“. So der runnersflow Gründer Kevin Besser. Das Startup runnersflow verkauft Produkte aus dem Laufsport, zu denen Läufer einen persönlichen Bezug haben. Mehr über runnersflow und dem Weg von Kevin Besser in die Selbstständigkeit lesen Sie hier.  

Was ist Dein wichtigster Tipp für andere Existenzgründer?

Habt Mut, tut was euch Spaß macht, lasst euch nicht sagen „das geht nicht“, seid mit dem Herzen dabei und vor allem: habt Geduld.

runnersflow

Der runnersflow Gründer Kevin Besser, runners-flow.de

Was waren Deine Top 3 Learnings?

Am Anfang bin ich von der Masse an Aufgaben und Herausforderungen komplett überrannt worden. Vieles passiert gleichzeitig. Das war ich in diesem Maß nicht gewohnt. Learning 1 ist daher zu lernen, sich selbst zu organisieren. Ich habe da eine gesunde Mischung aus analoger und digitaler Organisation gefunden. Im Office habe ich 2 Kanban Boards. 2 Magnettafeln mit Post It´s, einer Menge Notizen und To Do´s. Digital nutze ich klassische Dinge wie den Apple Kalender, Trello und Asana.

Ich wirke äußerlich sehr ruhig und aufgeräumt. Ich kann aber auch echt nervös und ungeduldig sein. In diesen Phasen möchte ich immer alles auf einmal erledigen, fange 5 Sachen gleichzeitig an und am Ende ist alles nur halb fertig. Lerning 2 ist daher, Geduld haben. Nichts funktioniert sofort. Und mit der Brechstange schon gar nicht.

Im Internet habe ich viele Artikel über Gründer gelesen. Fast alle haben davon geredet, dass es für sie extrem wichtig war, aus ihren Fehlern zu lernen. Da habe ich immer gedacht: „Was für ein Quatsch. Mach die Sachen doch direkt richtig.“ Mittlerweile weiß ich, dass das totaler Unsinn ist. Fehler sind das Natürlichste auf der Welt. Learning 3 ist deshalb: Fehler machen und daraus lernen. Ich habe viele Dinge falsch gemacht, dann festgestellt „huch, das war Mist“, habe mir dann überlegt wie ich es besser machen kann und es umgesetzt. Komme ich jetzt in dieselbe Situation, fällt mir mein Fehler wieder ein und ich versuche es direkt anders und besser zu machen.

Was steckt hinter runnersflow?

Mein Geschäftsmodell richtet sich an Laufsportler und alle, die den Laufsport lieben. Du lädst dein schönstes Bild beim Laufen auf runnersflow hoch, daraus entsteht eine handgezeichnete Illustration, die dann auf ein Laufshirt gedruckt wird. Zusätzlich wird das Shirt mit einem individuellen Slogan personalisiert. Jedes Laufshirt ist eine Einzelanfertigung und 100% individuell.

Wer ist Deine Zielgruppe und wie erreichst Du sie?

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runnersflow – Hier gestaltest Du Dein eigenes Laufshirt selbst, runners-flow.de

Zielgruppe sind Läufer und alle, die den Laufsport lieben. Digital bin ich vor allem in sozialen Medien aktiv. Über Facebook und Instagram erreiche ich eine Menge Läufer. Im realen Leben bin ich viel auf Laufveranstaltungen, bei Lauftreffs und mit Laufgruppen unterwegs. Ich bin selbst begeisterter Läufer.

So kann ich mein Hobby und das promoten von runnersflow perfekt kombinieren.

Welche Probleme musstest Du im Gründungsprozess lösen?

Problem klingt extrem negativ. Ich nenne das mal Herausforderung 😉 Da ist zum einen die Finanzierung. Hier hatte ich von Anfang an eine klare Vorstellung. Kein Kredit, keine Fremdfinanzierung und somit volle Eigenständigkeit in allen Entscheidungen. Ich verfolge das Bootstrapping-Konzept. Ich habe eine Summe X von meinem privaten Kapital genommen und es in die Firmengründung gesteckt. Mit dieser Summe arbeite ich. Ich finanziere aus dem Cash Flow und muss zusehen, dass ich immer ausreichend Kapital habe, um arbeiten zu können. Das funktioniert bisher super. Diese Finanzierungsmethode passt nicht bei jedem Unternehmen. Wenn es aber passt, genießt man 100%ige Freiheit.

Eine weitere Herausforderung war die Erstellung der Internetseite und die Integration von Funktionen auf der Seite. Hier hatte ich einen super Vorteil. Ich habe in der Medienbranche gelernt und zusätzlich Medieninformatik studiert. Somit wusste ich schon mal, was man so machen kann und was nicht. Der Aufbau der Seite hat echt viel Zeit geschluckt. Am aufwändigsten waren Kleinigkeiten. In manchen Dingen bin ich sehr detailverliebt und gebe mich nicht mit einer Standard-Lösung zufrieden. Die Optimierung der Seite ist auch ein ständig andauernder Prozess. Mir fallen immer wieder neue Sachen auf, die ich verbessern kann.

Wie ist die Idee zu runnersflow entstanden?

Ich hatte große Lust etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Ich habe mich dann gefragt: Wofür schlägt mein Herz und was sind meine fachlichen Skills. Ich liebe den Laufsport. Beruflich komme ich aus der Grafik- und Medienbranche. Der schwerste Schritt war es, diese beiden Dinge so zu kombinieren, dass daraus eine Geschäftsidee entsteht. Das hat ca. 1 Jahr gedauert. Herausgekommen ist schließlich das personalisierte Laufshirt.

Was ist das Besondere an runnersflow?

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Dein persönliches Laufshirt gibt es jetzt bei runnersflow, runners-flow.de

Ich habe das Rad nicht neu erfunden. In der Ideenphase vor der Gründung habe ich gedacht, ich müsste etwas unglaublich außergewöhnliches „erfinden“, was die Welt noch nicht gesehen hat. Das muss aber gar nicht sein. Meine Idee kombiniert zwei Dinge, die es so schon gibt. Einmal das Erstellen von Illustrationen nach einer bestimmten Vorlage (in meinem Fall das Bild eines Läufers beim Laufen) und das Bedrucken von T-Shirts.

Das kombiniert ergibt die Idee.

Wie liefen Deine ersten Monate in der Startphase an?

In den ersten Monaten hatte ich ein klares Ziel. Reichweite aufbauen – nicht verkaufen. Das kling erst mal komisch, macht aber Sinn. Das ist ein klar definiertes Ziel und das habe ich sehr zielstrebig verfolgt. Mit dieser Definition habe ich mir auch selbst den Druck genommen, direkt am Anfang verkaufen zu müssen. Ich wusste, dass die Welt nicht auf mich und meine Idee gewartet hat. Und so habe ich mich auch verhalten.

Wo siehst Du Dich und runnersflow in 5 Jahren?

Das ist eine interessante Frage, die total schwer zu beantworten ist. Ich stehe ja noch ziemlich am Anfang mit allem. Ich werde schauen, wie sich die Dinge entwickeln und danach mein Handeln ausrichten. Ich bin grundsätzlich nicht der Typ „was wäre wenn“. Ehrlich gesagt, bin ich da auch total entspannt. Ich bin froh und stolz, dass ich den Schritt gewagt habe, runnersflow zu gründen. Jetzt lasse ich mich überraschen wo die Reise hingeht.

Herzlichen Dank für das Interview! Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg und freuen uns jetzt schon darauf Neues von Dir und runnersflow zu hören!


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Jetzt mit Roul Radeke, dem Autor dieses Beitrags vernetzen:

Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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