Outsourcing: Wie Unternehmer den indirekten Einkauf optimieren können

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 12 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
Zwar gilt beim Einkaufen, dass “der Gewinn im Einkauf liegt”, allerdings ist dies nur dann sinnvoll, wenn es nicht in eine Geiz-ist-geil-Mentalität ausartet. Ein schönes Beispiel ist der sogenannte Lopez-Effekt, der bei VW und General Motors damals zu einer minderwertigen Qualität (dank gedrückter Preise bei den Lieferanten), Preisdruck, teuren Reparaturen und damit einhergehend auch einem Imageschaden führte. Beim klassischen Einkauf sollte diese Regel daher eher überdacht werden, wohingegen sie beim indirekten Einkauf umso wertvoller ist.  

Was ist der indirekte Einkauf?

Bereits seit vielen Jahren ist dieser Begriff in der Branche bekannt. Doch was genau ist der strategisch indirekte Einkauf überhaupt? Werden in einem Unternehmen Dienstleistungen oder Materialien eingekauft, die konkret für ein Produkt der Firma gedacht sind, so handelt es sich um einen direkten Einkauf. Es gibt allerdings auch unzählige Dinge, die ein Unternehmen und auch Selbstständige benötigen, die nicht direkt ins Produkt fließen. Einige Beispiele:

In diesen und vielen weiteren indirekten Einkäufen wird viel Geld verschenkt. Häufig praktiziert, aber extrem ineffizient, wenn es um die Wirtschaftlichkeit geht: das Maverick Buying. Hierbei handelt es sich um schnelles und unbürokratisches Einkaufen einzelner Abteilungen. Die HR-Abteilung bucht eigenmächtig eine Dienstreise oder die IT kauft ihren Bürobedarf am Kiosk ein, der gleich um die Ecke liegt. Auch so wird in der Regel bares Geld verschenkt.

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Outsourcing: Wie Unternehmer den indirekten Einkauf optimieren können, Bildquelle: Depositphotos.com

Beispiele für einfaches Sparpotenzial

10 Stifte á 99 Cent beim Kiosk zu erwerben, ist deutlich teurer, als beispielsweise für das gesamte Unternehmen 500 Stifte á 45 Cent bei einem Großhändler zu einzukaufen. Ein kurzes Beispiel dazu: Die zehn Stifte werden pro Monat verbraucht und müssen daher pro Jahr 12mal neu angeschafft werden. Das verursacht jährliche Kosten von 118,80 Euro. Die 500 Stifte reichen dagegen für mehr als vier Jahre. Bei einem Einzelkauf wären das in vier Jahren etwa 475 Euro, wohingegen der Großhändler-Kauf  gerade einmal 225 Euro kostet. Das macht eine Ersparnis von 250 Euro – und das sind nur Stifte.

Ein kluger indirekter Einkauf kann im Durchschnitt eine Ersparnis von 14,6 Prozent liefern. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der TU München, die gemeinsam mit der Hans Becker GmbH erstellt wurde. Das Unternehmen ist ein idealer Partner für individuelle Unternehmenslösungen sowie Outsourcing-Partner für den Bereich des Einkaufs.

Beim indirekten Einkauf werden allerdings nicht nur der reine Marktpreis einbezogen, sondern auch die gesamten Kosten über einen längeren Zeitraum (total cost of ownership). Das ist beispielsweise beim Dienstwagen der Fall, der nicht nur in der Anschaffung Geld kostet, sondern auch bei Wartung, Kraftstoff, Reifen und Co. Auch bei anderen Gütern ist nicht nur der reine Preis relevant, sondern auch die Nebenkosten, also Verpackungskosten, Transportkosten, Logistik- und Lagerkosten.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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