Firmenleasing: Was ist das und für wen lohnt es sich?

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 25 Februar, 2024
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Unternehmen finanzieren ihre Geschäftsausstattung nicht nur mit Eigenkapital, sondern auch über Kredite. Ist deren Anteil am Gesamtkapital zu hoch, führt das allerdings bei Banken zu einem schlechteren Rating und damit zu ungünstigeren Kreditkonditionen. Eine Alternative zum Kredit ist das Leasing. Sie kennen sicher das Fahrzeugleasing, welches auch Privatpersonen nutzen. Im Zusammenhang mit Unternehmen, die Leasingangebote in Anspruch nehmen, spricht man vom Firmenleasing oder Gewerbeleasing. Dabei geht es nicht nur um Fahrzeuge. Der grundlegende Unterschied zur Kreditfinanzierung besteht darin, dass die zu finanzierende Sache beim Leasing grundsätzlich Eigentum des Leasinggebers bleibt. Der Leasingnehmer erhält ein Nutzungsrecht und zahlt dafür regelmäßig Raten.  

Der Leasingvertrag und die Kosten: Angebote vergleichen

Grundlage dieses Rechtsgeschäfts ist der Leasingvertrag. Er regelt unter anderem die Ratenhöhe, die Vertragslaufzeit, wer für die Wartung zuständig ist und was nach Vertragsende mit dem geleasten Objekt geschehen soll. Das heißt, ob es der Leasingnehmer zurückgeben oder zum Restwert kaufen wird.

Die Vertragsgestaltung richtet sich auch der Art der Wirtschaftsgüter, die geleast werden sollen. Geht es um Fahrzeuge, müssen andere Details geregelt werden als beim Leasing von Maschinen oder IT-Anlagen. Die dem Leasingnehmer entstehenden Kosten umfassen vor allem die Raten, gegebenenfalls aber auch Wartungskosten.

Die Vertragslaufzeit, die Nutzungsintensität und der voraussichtliche Restwert des Gegenstandes nach Vertragsschluss beeinflussen die Höhe der Raten. Diese, und gegebenenfalls zusätzliche Anfangs- und Schlusszahlungen, können Sie als Leasingnehmer so vereinbaren, wie es am besten zur Liquidität Ihres Unternehmens passt. Deshalb lohnt sich ein Vergleich verschiedener Leasingpartner.

Bessere Eigenkapitalquote durch Leasing

Firmenleasing kann für Ihr Unternehmen aus verschiedenen Gründen vorteilhaft sein. Wie bereits erwähnt, bewahren Sie damit im Gegensatz zur Finanzierung über einen Geschäftskredit Ihre Eigenkapitalquote. Diese Bilanzneutralität ist aber nur gegeben, wenn das Objekt dem Leasinggeber zugerechnet, also in seiner Bilanz aktiviert wird.

Es gibt auch Leasingvarianten, bei denen das Wirtschaftsgut aufgrund gesetzlicher Vorgaben oder der individuellen Vertragsgestaltung dem Leasingnehmer zugerechnet werden muss. Wenn dieser bilanziert, erfolgt die Aktivierung in Höhe der Herstellungs- oder Anschaffungskosten, die bei der Ermittlung der Raten zugrunde gelegt wurden. Demgegenüber steht die Passivierung dieses Betrags als Verbindlichkeit.

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Die Vertragsgestaltung richtet sich auch der Art der Wirtschaftsgüter, die geleast werden sollen, Bildquelle: Selbststaendigkeit.de

Steuerliche Vorteile und Flexibilität

Im Gegensatz zu Kreditraten gelten Leasingraten als Betriebsausgaben. Das bedeutet, sie mindern den Gewinn und damit auch die Grundlage für die Ertragsbesteuerung. So können Sie durch Leasing gegebenenfalls Einkommen- oder Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer sparen. Beachten Sie jedoch, dass in den Fällen, wo das Leasingobjekt beim Leasingnehmer aktiviert wird, die Leasingraten auch einen Tilgungsanteil enthalten und somit nur zum Teil als Betriebsausgaben abziehbar sind.

Mit dem Firmenleasing sind Sie bei der Ausstattung Ihres Unternehmens flexibler. Diese können Sie auf einem technisch aktuellen Stand halten. Zusätzlich bietet Leasing im Gegensatz zu einem Unternehmenskredit mehr Planungssicherheit. Sie müssen nicht mit der Änderung der Kreditkonditionen nach der Zinsbindungsfrist rechnen.

Vertragsvarianten beim Firmenleasing

Es gibt verschiedene Leasingformen. Welche zur Anwendung kommt, hängt auch von der Art des Leasingobjekts ab. Man unterscheidet zum Beispiel zwischen dem direkten und dem indirekten Leasing. Bei der direkten Variante schließt der Leasingnehmer den Vertrag mit dem Hersteller des Wirtschaftsgutes ab, bei der indirekten mit einer Leasinggesellschaft.

Eine besondere Form ist das Sale-and-lease-back-Verfahren. Dabei verkauft das Unternehmen ein Objekt aus dem eigenen Anlagevermögen an eine Leasinggesellschaft, um es danach selbst zu leasen. Der häufigste Grund dafür ist die Verbesserung der Liquidität.

Finanzierungs- und Operate-Leasing

Weiterhin lässt sich zwischen Finanzierungsleasing und Operate-Leasing unterscheiden. Das Finanzierungsleasing ist mittel- bis langfristig angelegt. Es wird eine Grundmietzeit vereinbart, in welcher der Vertrag von beiden Seiten nicht gekündigt werden darf. Wenn die Leasingraten während dieser Zeit mindestens die Anschaffungs- oder Herstellungskosten und die Nebenkosten des Leasinggebers decken, handelt es sich um Vollamortisationsleasing. Ist das nicht der Fall, spricht man von Teilamortisationsleasing, das meist einen Verkauf des Objekts zur Folge hat.

Die Grundmietzeit ist übrigens das Hauptkriterium dafür, ob das geleaste Objekt dem Leasinggeber zugerechnet wird, sodass der Leasingnehmer die Raten als Betriebsausgaben absetzen kann. Das ist der Fall, wenn sie zwischen 40 % und 90 % der gewöhnlichen Nutzungsdauer umfasst.

Das Operate-Leasing ist durch relativ kurze Vertragslaufzeiten gekennzeichnet, die weniger als 40 % der üblichen Nutzungsdauer betragen. Die Raten decken meist nicht die Herstellungs- oder Anschaffungskosten. Im Normalfall besteht ein Kündigungsrecht. Das Wirtschaftsgut wird dem Leasinggeber zugerechnet.

Firmenleasing

Wie auch für Privatleute kann es für Unternehmen lohnenswert sein, Fahrzeuge zu leasen, Bildquelle: Selbststaendigkeit.de

Fahrzeugleasing für Unternehmen

Wie auch für Privatleute kann es für Unternehmen lohnenswert sein, Fahrzeuge zu leasen. Im Rahmen des Firmenleasings ist hier vor allem die kurzfristige Operate-Leasing-Variante von Bedeutung. So halten Sie ihre Fahrzeugflotte immer auf dem neuesten Stand, ohne die Liquidität übermäßig zu belasten.

Es ist möglich, den Rückgabezeitpunkt des Fahrzeugs nicht von einem Zeitraum, sondern vom Kilometerstand des Fahrzeugs abhängig zu machen. Der Leasingnehmer ist für die Wartung und Pflege zuständig und kann diese Kosten auch als Betriebsausgaben geltend machen.

Maschinen, Technik und Geschäftsausstattung leasen

Maschinen, Geräte, IT-Ausstattung und andere technische Anlagen können Sie ebenfalls leasen. Neben den bereits genannten Vorteilen der Liquiditätsschonung, der konstanten Eigenkapitalquote und dem Steuersparpotenzial steht hier vor allem die Flexibilität im Vordergrund. Denn neue technische Entwicklungen fordern gelegentlich den Austausch der Technik, was bei geleasten Gegenständen einfacher ist.

Aber auch die sonstige Geschäftsausstattung lässt sich leasen. Ob es um Möbel und Technik für das Büro, Tische und Stühle für Restaurants oder Ladeneinrichtungen geht, dafür gibt es ebenfalls Anbieter. Wenn Sie eine Existenzgründung planen oder bereits gegründet haben, ist das eine gute Möglichkeit, Ihr Unternehmen grundlegend auszustatten, und Kredite stattdessen für Material, Waren, Lohn und andere laufende Ausgaben einzusetzen.

Für wen lohnt sich das Firmenleasing?

Firmenleasing ist für viele Unternehmen eine Option, unabhängig von der Größe oder Rechtsform. Firmen mit geringer Eigenkapitalquote, schwacher Liquidität oder einem hohen Anspruch an Flexibilität profitieren besonders davon.

Ob Leasing kostengünstiger als eine Kreditfinanzierung ist, muss im Einzelfall berechnet und verglichen werden. Denn das hängt von der Leasingvariante und den im Einzelnen getroffenen Vereinbarungen ab. Auch die Steuervorteile sind dabei zu beachten.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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