Sachwertanlagen in einer Welt ohne Zinsen – die gute Alternative?

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 9 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
Schon seit vielen Jahren leben wir in einer fast schon zinslosen Welt. Nicht immer macht dies den Anleger glücklich. Während noch vor vielen Jahren jede Filialbank Zinsen auf Festgelder, Tagesgeld, Geldmarktkonten oder ähnliche Produkte bezahlte, sind diese rosigen Anlegerzeiten längst vorbei. Viele Anleger suchen daher Alternativen am Markt – so wie Sachwertanlagen. Aber ist diese Anlageform tatsächlich eine günstige Alternative?  

Warum wird Geld vernichtet, wenn es nicht sinnvoll angelegt ist?

Die Geldentwertung in Europa oder auch in Deutschland beträgt ungefähr zwischen 1-2 % p.a. Das heißt, dass Waren und Dienstleistungen in etwa jedes Jahr um 1-2 % im Durchschnitt teurer werden. Es gibt natürlich im Warenangebot hierbei erhebliche Unterschiede. Eine Kugel Eis, die im Vorjahr 1 Euro kostete und der Preis jetzt auf 1,10 Euro angestiegen ist, weist schon eine Inflationsrate von 10 % auf. Technik hingegen wird tendenziell eher billiger als teurer. Fakt ist: Wenn Sie Ihr Geld auf Ihrem Geschäftskonto oder Privatkonto ohne Zinsen anlegen, werden Sie auf Dauer an Kaufkraft verlieren. Schließlich werden die Preise für Kinokarten, Preise für Energie und zum Beispiel viele Reisen permanent teurer. So muss die Inflationsrate erst einmal mit Zinsen verdient werden, damit Sie unterm Strich Ihr Vermögen vermehren. Dies ist am derzeitigen Markt schon lange mit herkömmlichen Geldanlagen nicht mehr möglich. Sind also Sachwerte die Lösung für die Zukunft in einer Welt ohne Zinsen?

Aktien – der Sachwert als Unternehmensbeteiligung

Viele von uns möchten sich gern in den Aktienmarkt einkaufen, weil hier Renditen von 6 % pro Jahr oder mehr möglich sein sollen. Tatsache ist, dass man mit Aktienanlagen oder Investmentfonds tatsächlich gute Renditen erwirtschaften kann. Doch eines sollte kein Anleger je vergessen – die Kursschwankungen am Aktienmarkt muss man aushalten können. So ist das Auf und Ab an der Börse ganz normal, damit man dauerhaft gute Renditen erzielt und dabei für regelmäßige Erträge sorgen kann. Dennoch ist nicht jedes Börsenjahr nur positiv zu betrachten – das beste Beispiel dazu liefert das Jahr 2018, indem viele Kurse an der deutschen Aktienbörse Verluste verbuchen mussten. Aber wie wird sich der Aktienmarkt in 2019 entwickeln? Dies bleibt ungewiss.

Gewisse Schwankungen an der Börse sind ganz normal. Diese Schwankungsbreite wird unter dem Begriff Volatilität ausgedrückt. Je volatiler ein Aktienwert, desto stärker muss der Investor mit Kursbewegungen rechnen. Allerdings bringen gerade sehr volatile Werte auch große Chancen auf lukrative Gewinne. Was sollten Sie also beachten, wenn Sie sich in den Aktienmarkt einkaufen möchten? Bitte betrachten Sie die Investition in Unternehmensbeteiligungen stets unter einem sehr langfristig ausgerichteten Anlagehorizont. Wenn Sie Fonds oder Aktien auf 8-10 Jahre oder länger betrachtet kaufen, stehen die Chancen sehr gut, dass Sie damit gute Erträge generieren werden. Auch ein Begriff, der oft im Zusammenhang mit Aktienhandel fällt, lautet „CFD-Handel“. Was genau des bedeutet und welche Broker vertrauenswürdig sind, können Sie hier nachlesen.

Immobilien – der sichere Hafen der Sachwerte?

Viele Menschen und Anleger möchten sehr gerne in Form von Immobilienanlagen gutes Geld verdienen. Natürlich entscheiden sich viele Direktinvestoren dafür, dass sie selbst in ihrem Häuschen oder der Wohnung leben und sich somit langfristig die Miete in die eigene Tasche bezahlen. Was heißt das genau? Lieber bezahlen Immobilienbesitzer einen Kreditvertrag bei der Bank zurück als die monatliche Miete an fremde Personen. Gleiches gilt grundsätzlich auch bei gewerblichen Immobilienbesitzern. Auch Selbstständige zahlen in der Regel lieber den Unternehmenskredit zurück als einen monatlichen Mietzins. Mit einem Immobilienvermögen als Sachwert kann man auf Dauer schließlich nichts falsch machen, oder?

Geldinvestoren hingegen kaufen vielmehr eine Wohnung oder andere Sachwerte, die sich gut vermieten lassen. Die monatliche Mieteinnahme bezahlt das Darlehen zurück, dazu gibt es steuerliche Vorteile. Eine Immobilie kann außerdem an Wertsteigerungen partizipieren und Sie können dadurch gutes Geld verdienen, wenn mit Veräußerungsgewinnen das Objekt einmal verkauft werden kann. Ist es jedoch so einfach, in Sachen Immobilien, Wohnungen, Häuser und Co gute Einnahmen auf Dauer zu generieren?

Entscheidend ist die Lage!

Wenn Sie sich ein Objekt in guten Ballungszentren und Städten wie Hamburg, München, Stuttgart, Frankfurt oder auch Berlin besorgen, stehen die Chancen recht gut, dass Sie auf Dauer mit dieser Investition gute Erträge erwirtschaften werden. Allerdings steht unumstritten fest: Eine Immobilie ist mir vielen Kosten verbunden, alleine schon der Erwerb beinhaltet Kaufpreisnebenkosten, die nicht unter den Tisch zu kehren sind.

Sachwertanlagen in einer Welt ohne Zinsen – die gute Alternative_TB

Objekte in guten Lagen erwirtschaften häufig langfristige Erträge, Selbststaendigkeit.de

Außerdem ist das Bankdarlehen aktuell zwar sicher günstig (die Zinsen sind sehr niedrig), dennoch besteht ein Zinsänderungsrisiko nach Ablauf der Zinsfestschreibung. Nicht zu vernachlässigen ist daneben noch das Risiko, den richtigen Mieter zu finden und das passende Objekt in einer vielversprechenden Lage. Genau deshalb ist auch jede Investition in Form von Immobilien unter einem recht langfristigen Anlagehorizont zu betrachten. Was heißt langfristig? Bitte investieren Sie nur in eine Immobilie, wenn Sie auf eine Dauer von 10 Jahren oder länger das investierte Geld nicht mehr benötigen.

Mit Gold, Silber und Co nachhaltig Geld generieren?

Es könnte die Vermutung entstehen, dass man mit Edelmetallen wie Gold, Silber oder auch Platin eine Krisenwährung kauft, die nicht schwanken wird. Doch auch hier sollten Sie darauf achten: Der Preis von Edelmetallen unterliegt oftmals großen Schwankungen. Legen Sie sich einmal einen Chart von Gold neben einen Aktienchart – was erkennen Sie? Die Schwankungen am Markt sind oft recht ähnlich. Außerdem muss jeder Investor bei dem Kauf von händischem Gold bedenken: Der Preis beim Kauf eines Goldbarrens ist meist viel höher, als wenn Sie am gleichen Tag denselben Barren wiederverkaufen würden. An dieser Preisspanne verdient der Händler oder die Bank. Somit ist es zwar richtig, dass Gold gegen die Schwankungen vom Euro schützen kann, allerdings liegt es nicht auf der Hand, dass Sie mit händischem Gold zwangsläufig Ihr Vermögen vermehren werden.

Sind ETF´s oder Zertifikate auf Sachwerte die Lösung?

Auch Sachwerte bringen so ihre Tücken mit sich. Nicht immer können wir also damit rechnen, mit Aktien, Immobilien oder Rohstoffe nachhaltig Geld zu verdienen. Immobilien und Rohstoffe kosten Zeit, Nerven und auch Energie, wenn diese verwaltet oder richtig verwahrt werden müssen. Dabei gibt es längst schon am Markt ETF´s und andere Anlageformen, mit denen Sie auf den Goldpreis und Co spekulieren können. Ist diese Art der Investition auf Dauer sinnvoll?

Auch bei allen Werten, die Sie über die Börse kaufen können und die in Sachwerte investieren, sollten Sie stets bedenken, dass diese unter einem sehr langfristigen Anlagehorizont betrachtet gekauft werden sollten. Auch ETF´s und Co unterliegen großen Schwankungen an der Börse. Bitte achten Sie also stets darauf, dass Sie das investierte Geld die nächsten 5-10 Jahre (oder noch länger) nicht benötigen. Wer an der Börse unter Druck und zu schlechten Kursen verkaufen will, kann baden gehen.

Vermögensoptimierung heißt, die richtige Mischung von verschiedenen Geldanlagen zu finden

Die Goldrandlösung in Sachen Vermögensaufbau finden Sie nicht auf die Schnelle. Bitte mischen Sie daher Ihre Anlageformen so, wie es zu Ihrer Anlegermentalität passt. Durch die Diversifikation verschiedener Geldanlagen werden Sie niemals zu viel riskieren, so dass Sie Ihr ganzes Vermögen verlieren könnten.

Es ist also viel besser, wenn Sie liquide Mittel für die täglichen Ausgaben, ein paar Groschen Reserve auf dem Spar- oder Geschäftskonto sowie ein paar langfristig ausgerichtete Sachwertanlagen in Ihrem Vermögensaufbau vorfinden. Die alte Weisheit – wer streut, rutscht niemals aus – ist hier Gold wert.

Tipp: Jeder Anleger bringt eine andere Risikobereitschaft und damit eine andere Mentalität in Sachen Vermögensaufbau mit. Genau aus diesem Grund sollten Sie sich im Vorfeld Gedanken darüber machen, welche Sachwertanlagen zu Ihnen und zu Ihrer persönlichen Einstellung bei allen Geldanlagen passen.

Fazit

Sie sehen: Der langfristige Anlagehorizont, den Sie bei jeder Art der Sachwertinvestition betrachten sollten, steht an oberster Stelle, wenn Sie mit Ihrer Investition oder Depotanlage auf Dauer gut verdienen möchten.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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