Was ist Dein wichtigster Tipp für Jungunternehmer, die gerade selbst gegründet haben?
Erst einmal sollte die Selbstständigkeit gut überlegt sein, da es immer Risiken mit sich führt. Am Anfang verfügt man über wenig bis kein Einkommen, da sich die Gewinnung von Kunden anfangs schwierig gestaltet. Daher ist es empfehlenswert über finanzielle Rücklagen zu verfügen. Zu Beginn muss man auch damit rechnen, „rote Zahlen“ zu schreiben. Dies sollte einen jedoch nicht abschrecken, sondern eher den Ehrgeiz steigern weiterzumachen. Jeden Tag Akquise betreiben, um die Kundengewinnung voranzutreiben.
Was waren Deine Top 3 Learnings und deine größten Herausforderungen in der Startphase?
Ich startete ohne Ausbildung in dem Bereich und musste mir vieles nach dem Prinzip ‚Learning by Doing‘ aneignen. Ich habe über keinerlei Kontakte verfügt, die mir „Starthilfe“ hätten geben können. Ich habe mich also an den PC gesetzt und wortwörtlich nach Kunden gesucht. Zusätzlich habe ich täglich telefonische Akquise betrieben, mich als Dienstleister vorgestellt und erfragt, ob Interesse an einem Angebot besteht. Nach 2 Monaten habe ich meinen ersten Kunden gewinnen können.
Eine erhebliche Hürde in der Anfangsphase waren die erschwerten Umstände durch Corona. Viele Kunden haben Homeoffice betrieben und benötigten keine, bzw. weniger Reinigungsleistung. Zweifel und Existenzängste machten sich breit, ob und wie man sein Unternehmen vorantreiben kann. Die grösste Herausforderung war es bei Kündigungen von Kunden die Nerven zu behalten und sofort Neukundengewinnung zu betreiben.

Erfolg kennt keinen Schulabschluss – aus dem Nichts zum Unternehmer
Was ist Dein Geschäftsmodell?
Der Klassiker – Gebäudereinigung, in der man über monatliche Festverträge verfügt, langfristige Kundenbindung anvisiert und mit planbaren Umsätzen rechnen kann.
Dies erreicht man vorrangig durch folgende Punkte:
- Wert auf Qualität und Professionalität legen
- Regelmäßiges Kontrollieren der Reinigungsarbeiten unserer Mitarbeiter
- Verwendung hochwertiger Reinigungsmittel und Reinigungsgeräten
- Bestehen einer flachen Hierarchie
Wer ist Deine Zielgruppe und wie erreichst Du sie?
Unsere Kernkompetenz liegt im Bereich der professionellen Büroreinigung in Berlin, jedoch ist unsere Zielgruppe weitaus größer u. beinhaltet u.a. Ärzte, Kindergärten, Anwälte, Steuerberater, Rechtsanwälte, Gastronomien, Treppenhäuser, Sanitärcontainer auf Baustellen. Viele der genannten Kunden gewinnen wir durch Weiterempfehlung und durch Werbeanzeigen.
Wie reagierst du auf kurzfristige Kundenanfragen und welche Rolle spielen starke Partner dabei?
Bei Problemen ist es unumgänglich in die Kommunikation mit dem Kunden zu gehen und die bestmögliche Lösung für beide Seiten zu finden. Ich hatte beispielsweise eine Anfrage für eine Vertretung bekommen. Die Mitarbeiterin des Kunden erkrankte plötzlich und somit kam die Bitte auf, ob wir am selben Tag die Reinigung übernehmen und sie auf unbestimmte Zeit vertreten können. Hier war schnelles und flexibles Handeln unsererseits gefragt – was wir auch umgesetzt haben. Der Kunde war zufrieden und genau das zählt am Ende des Tages.
Ich arbeite seit mehreren Jahren mit zwei sehr engagierten und kompetenten Menschen zusammen, zu denen mittlerweile ein freundschaftliches Verhältnis besteht. Sie betreuen und optimieren meine Website und werben für mein Unternehmen.
Ebenso ist ein verlässlicher und vertrauensvoller Steuerberater, der sich um meine Buchhaltung kümmert, unerlässlich.
Wie ist die Idee zu „Fantastic Clean“ entstanden?
Dafür gibt es eine völlig unspektakuläre Antwort: Aufgrund meines Perfektionismus habe ich es mir als oberste Priorität gesetzt, perfekt also fantastisch zu reinigen.
Was ist das Besondere an dem Startup „Fantastic Clean“?
Ein wichtiger Aspekt ist eine professionelle Website zu haben, auf die man die Kunden verweisen kann. Transparenz, Freundlichkeit und Kompromissbereitschaft den Kunden gegenüber ist mir persönlich sehr wichtig.
Hast Du von Anfang an Geld verdient oder gab es auch richtige Durststrecken?
Anfangs habe ich gar nichts verdient. Ich hatte aber Glück nicht viel Geld in Material oder allgemein in die Firma investieren zu müssen. Das Material und Reinigungsgeräte waren finanziell überschaubar.
Hast Du Dich sofort Vollzeit selbstständig gemacht?
Ja, ich habe mich bewusst direkt für die Vollzeit-Selbstständigkeit entschieden, weil ich mein Unternehmen von Anfang an mit voller Konzentration aufbauen wollte. Mir war klar, dass die Anfangszeit finanziell schwierig wird, aber nur durch täglichen Kundenkontakt und konsequente Akquise konnte ich schnell erste feste Aufträge gewinnen und eine stabile Grundlage schaffen.
Wie sieht aktuell Deine Arbeitswoche aus?
Meine Arbeitswoche umfasst derzeit etwa 50 Stunden und ist sehr vielseitig. Neben der Organisation der Einsätze und der Qualitätskontrolle kümmere ich mich um Kundenkommunikation, Angebote, Neukundenakquise und die Weiterentwicklung meines Unternehmens. Auch die Abstimmung mit meinen Partnern im Bereich Website und Marketing gehört dazu.
Wo siehst Du Dich und „Fantastic Clean“ in 5 Jahren?
In fünf Jahren möchte ich „Fantastic Clean“ deutschlandweit etablieren und ein starkes Team mit klaren Strukturen aufgebaut haben. Qualität, Zuverlässigkeit und langfristige Kundenbeziehungen sollen weiterhin im Mittelpunkt stehen, damit unser Unternehmen als professioneller und verlässlicher Partner wahrgenommen wird.
Dann wünschen wir dabei viel Erfolg und danken Ihnen für das informative Gespräch.





