Der Übergang von der Selbstständigkeit zum Unternehmen: Wie baut man eine starke Arbeitgebermarke auf?

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 12 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
Unternehmen, die neu oder noch unbekannt sind, können ihren Personalbedarf nur schwer decken. In dieser Situation bietet sich den Unternehmen nur ein Ausweg: Es muss eine attraktive Arbeitgebermarke schaffen, die potenzielle Bewerber anlockt und bereits vorhandenes Personal bindet. Aber wie baut man eine starke Arbeitgebermarke auf? Der Schlüssel zum Erfolg lautet Employer Branding.  

Warum Employer Branding?

Personalbeschaffung spielt für das Wachstum des eigenen Unternehmens eine essentielle Rolle. Neben der Personalplanung in der festgehalten wird, wie sich der Personalbedarf kurz- mittel- und langfristig darstellt, ist es vor allem die Besetzung der geplanten neuen Stellen mit qualifizierten Fachkräften, die vielen jungen Unternehmen Probleme bereitet. Die Gründe sind offensichtlich. Neue Unternehmen sprießen wie Pilze aus dem Boden. Jeder kämpft um eine begrenzte Anzahl geeigneter Bewerber. Ist ein Unternehmen dazu noch neu und unbekannt, wird es seinen Personalbedarf nur schwer decken können. In dieser Situation bietet sich dem Unternehmen nur ein Ausweg. Es muss eine attraktive Arbeitgebermarke schaffen, die potenzielle Bewerber anlockt und bereits vorhandenes Personal bindet. Der Schlüssel zum Erfolg lautet Employer Branding.

Employer Branding ist in modernen Unternehmen allgegenwärtige Praxis. Employer Branding meint die Bildung einer Arbeitgebermarke durch die Hervorhebung der Arbeitgeberwerte (Employer Value Prepositions) eines Unternehmens. Diese Arbeitgeberwerte sind die realen Arbeitsbedingungen im Unternehmen und stellen im Idealfall Alleinstellungsmerkmale dar, die eine Firma von seinen Wettbewerbern abheben.

Auf die inneren Werte kommt es an – internes Employer Branding

Employer Branding ist demnach als ein Prozess zu verstehen, der von innen nach außen wirkt. Er beginnt mit einer Erhebung der aktuellen Arbeitssituation der Belegschaft. Je zeitiger ein Unternehmen damit beginnt, umso einfacher ist die Erhebung. In Unternehmen mit wenigen Mitarbeitern lässt sich schneller ein Konsens darüber finden, was das Unternehmen als Arbeitgeber auszeichnet. Wenn die Arbeitssituation erkannt worden ist, lassen sich aus ihr zum einen die Arbeitgeberwerte generieren als auch Potenziale für Verbesserungen erkennen. Die Arbeitsatmosphäre in einem Unternehmen kann beispielsweise durch eine Verschönerung der Arbeitsumgebung und moderne technische Geräte verbessert werden. Auch flache Hierarchien und ein Austausch auf Augenhöhe tragen zur Steigerung der Produktivität und der Erhöhung der Mitarbeitermotivation bei. Auch die allgemeine Firmenkultur und die Werte für die ein Unternehmen steht (wie beispielsweise Umweltschutz) sollten vom Mitarbeiter geteilt werden. Dadurch identifiziert sich ein Angestellter mit dem Unternehmen und wird ihm noch lange erhalten bleiben. Auch besondere Benefits wie eine überdurchschnittliche Lohnzahlung, flexible Arbeitszeitmodelle, oder betriebliche Weiterbildungsprogramme mit guten Aufstiegschancen sollten unbedingt festgehalten und den Mitarbeitern vor Augen geführt werden.

Sind die Arbeitgeberwerte erkannt und im Zweifelsfall optimiert worden, dann führt Ihre offene Darlegung im Unternehmen zu einer stärkeren Mitarbeiterbindung und durch die Identifikationsprozesse zu einer hohen intrinsischen Arbeitsmotivation der Belegschaft.

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Zeigen was man hat – externes Employer Branding

Die durch interne Maßnahmen aufgebaute Employer Brand des Unternehmens gilt es jetzt mit den Mitteln der externen Employer Brandings nach außen auf den Arbeitsmarkt zu tragen. Dafür eignen sich unterschiedliche Kommunikationskanäle. So bieten Karrieremessen für ein junges Unternehmen eine ideale Möglichkeit sich und seine Arbeitgebermarke zu präsentieren, da man vor Ort in einen direkten Dialog zum Bewerber treten kann. Dadurch lernen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer kennen und stellen fest, ob eine Zusammenarbeit in Frage kommen kann. Ein Unternehmen, dass dabei dem Arbeitnehmer mit einer guten Employer Brand das Gefühl gibt, optimale Arbeitsbedingungen zu bieten wird seinen Wettbewerbern gegenüber bei der Personalakquise im Vorteil sein.

Die direkte Kontaktaufnahme mit Interessenten sollte aber auch auf digitalem Weg erfolgen. Etwa 90% aller Bewerber suchen heutzutage online nach einem Job. Über die sozialen Netzwerke wie Facebook, Instagram und Co. erreicht ein Unternehmen daher eine sehr hohe Zahl an jungen Nachwuchskräften. Werden dabei die richtigen Inhalte wie ein positives Arbeitsklima dargestellt, kann das Unternehmen seine Attraktivität entscheidend steigern. Über die sozialen Medien sollte auch der wichtigste Kommunikationskanal zur Vermittlung der Employer Brand herangetragen werden, die eigene Karriere-Website.

Eine Karriere-Website ist heutzutage nichts Außergewöhnliches. Sie ist eine von der Homepage des Unternehmens unabhängige eigenständige Website, die alle Belange des Unternehmens als Arbeitsgeber beleuchtet. Informationen zu Dienstleistungen oder Produkten sucht man hier vergebens.

Sie ist der zentrale Anlaufpunkt für alle Bewerber, die sich für eine berufliche Zukunft im Unternehmen interessieren. Neben einer ausführlichen Darstellung der Unternehmenswerte und der Arbeitsbedingungen mit Mitarbeiter Interviews und Berufsbeschreibungen, schaltet ein Unternehmen über sie auch seine Stellenanzeigen und ermöglicht eine direkte Bewerbung über Online-Formulare. Durch diesen verschlankten Bewerbungsprozess wird die Candidate Journey optimiert, was zu einer geringeren Abbruchsquote des Bewerbungsprozesses führt.

Somit erfüllen Karriere-Webseiten eine Doppelfunktion. Sie dienen sowohl als Plattform der Präsentation der Arbeitgebermarke als auch als Stellenportal für Interessenten.

Fazit

Vor allem für junge unbekannte Startup-Unternehmen, die nicht überregional bekannt und als typischer Wunscharbeitgeber etabliert sind, ist Employer Branding von Anfang an überlebensnotwendig. Bekomme ich keine qualifizierten Bewerber, ist meine Firma nicht wettbewerbsfähig und wird auf dem Markt untergehen. Employer Branding beginnt immer mit der Suche nach den eigenen Stärken als Arbeitgeber. Warum kommen meine Angestellten morgens überhaupt auf Arbeit? Was motiviert sie? Warum sind sie zufrieden? Hat man diese Arbeitgeberwerte erkannt, muss man sie über geeignete Kanäle nach außen tragen. Neben dem persönlichen Kontakt zu den Young Professionals auf Karrieremessen, sollte man vor allem die sozialen Medien intensiv nutzen um Reichweite zu generieren und sein Unternehmen überregional bekannt zu machen. Die Karrierewebsite ist dabei das Aushängeschild des Unternehmens und dient neben der Kommunikation der Employer Brand auch der direkten Rekrutierung neuer Fachkräfte


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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