Fotograf werden ohne Ausbildung – Tipps für einen erfolgreichen Start

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 12 Januar, 2024
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Wer seine berufliche Zukunft in der Fotografie sieht, muss dafür nicht unbedingt eine Ausbildung machen oder diese abschließen. Grund ist eine kleine Besonderheit in der Gesetzeslage, denn der Fotograf gehört zu den freien Berufen. Das heißt auch, dass einer Selbständigkeit ohne Studium oder Ausbildung nichts im Weg steht. Trotzdem sollte die Entscheidung nicht überstürzt werden. Es gibt eine Reihe von Dingen, die bedacht werden müssen.  

Die richtige Vorbereitung ist wichtig

Der Job als Fotograf ist anstrengend. Zum einen erfordert er sehr viel Kreativität und freies Arbeiten, zum anderen setzt er viel Know-how voraus. Mit guten Bildern allein wird ein Fotograf kaum überleben können, da für die Arbeit auch gewisse kaufmännische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse erforderlich sind. So umfasst zum Beispiel das Thema Buchhaltung für Gründer Anforderungen, mit den sich jeder Firmengründer auseinander setzen sollte. Die Arbeit als Fotograf setzt also zunächst eine gute Vorbereitung voraus.

Weiterhin muss jede Selbständigkeit geplant werden. Hierzu gehört es auch für einen angehenden Fotografen einen Blick auf die Konkurrenz zu werfen. Eine Wettbewerbsanalyse sollte man daher unbedingt schon vor der Gründung durchführen.

Als selbständiger oder freier Fotograf wird es immer wieder Zeiten geben, in denen die Auftragslage nicht optimal ist. Auch in dieser Zeit fallen aber Kosten an, die ein Fotograf decken muss. Daher ist es wichtig vor dem Start der Selbständigkeit finanzielle Rücklagen zu bilden, sodass etwaige Engpässe überbrückt werden können. Ein Liquiditätsplan kann diese Unwägbarkeiten frühzeitig aufdecken. Eine gute Planung, die auf konkreten Zahlen beruht, ist wie ein Fahrplan für die ersten Jahre und hilft dabei, einen kühlen Kopf zu bewahren.

Bewusst für ein Genre entscheiden

Die Fotografie setzt sich aus einer Vielzahl von Fotografiegenres zusammen. Tier- und Portraitfotografie sind ebenso möglich wie das Anfertigen von Fotoreportagen und Architekturbildern oder die Spezialisierung auf die Produktfotografie. Auch dem besten Fotograf der Welt wird es nicht gelingen, in allen Bereichen zu glänzen. Daher ist es wichtig, sich zu Beginn zu spezialisieren.

Diese Spezialisierung bietet zahlreiche Vorteile. Zum einen kann die Ausrüstung gezielter ausgesucht werden, zum anderen lässt sich in dieser Nische ein Höchstmaß an fotografischem Können ausarbeiten. Wer gute Fotos will, entscheidet sich zudem oft für einen Profi auf diesem Gebiet, der mit entsprechenden Referenzen aufwarten kann. Natürlich muss sich ein Fotograf nicht unbedingt auf ein einzelnes Gebiet beschränken, mehr als zwei sollten es aber nicht sein.

Innerhalb dieser Bereiche gilt es dann Alleinstellungsmerkmale zu ermitteln. Hier ist es hilfreich, diese auf einem Papier auch wirklich festzuhalten, um sie später auf der Webseite oder in Prospekten erwähnen zu können.

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Jeder Fotograf ist auf die richtige Ausrüstung angewiesen, Selbststaendigkeit.de

Arbeit als Marke wahrnehmen

Ein guter Fotograf genießt einen hohen Bekanntheitsgrad und kann vor allem von den Empfehlungen leben. Um dauerhaft als Fotograf erfolgreich zu sein, ist es ratsam, sich selbst als Marke anzusehen und sich auch als solche zu präsentieren. Wie bei einer Marke im klassischen Sinne ist hier natürlich ein hoher Wiedererkennungswert erforderlich, der sich in den Bildern, aber auch im Auftreten widerspiegelt.

Auch ein guter Fotograf ist auf einen aussagekräftigen Webauftritt und gute Werbung angewiesen. Vor allem wenn es zu Beginn darum geht, Kunden zu gewinnen, gilt es einen Wiedererkennungswert zu schaffen. Hier spielt unter anderem das Corporate Design eine Rolle. Aber auch andere Anforderungen wie die Erstellung eines Firmenlogos sind von Bedeutung.

Das richtige Equipment

Jeder Fotograf ist auf die richtige Ausrüstung angewiesen. Bei der Auswahl einer Spiegelreflexkamera für Einsteiger gilt es vor allem auf das Genre einzugehen, für das man sich entschieden hat. Für die Tier- oder Sportfotografie kommen ganz andere Kriterien bei einer Kamera infrage als bei der klassischen Portraitfotografie.

Neben einer guten Kamera werden verschiedene Objektive gebraucht. Empfehlenswert sind zudem Stative, die das Aufnehmen der Bilder unter Umständen erheblich erleichtern. Jedes Investment sollte dabei gut überlegt und abgewogen sein, denn es muss natürlich in erster Linie dabei helfen, selbst mehr Geld zu verdienen. Zudem reicht zu Beginn ein Grundstock an Ausrüstung aus, der dann später ausgebaut werden kann. Unerlässlich ist für jeden Fotograf ebenso ein guter, leistungsstarker PC sowie die richtige Software, sodass sich die Bilder bearbeiten lassen.

Kaufmännische Aufgaben in Ruhe erfüllen

Bevor endlich die ersten Bilder erstellt und verkauft werden können, müssen die kaufmännischen Grundlagen erfüllt sein. Wie jede andere Existenzgründung braucht natürlich auch die des Fotografen den richtigen rechtlichen Rahmen. So muss beispielsweise eine Steuernummer beantragt werden. Weiterhin ist es empfehlenswert schon vor dem eigentlichen Start mit einem Steuerberater zu sprechen. Der Steuerberater hält wichtige Tipps für die Gründung bereit und kann über Fristen aufklären.

Vor dem offiziellen Start sollten zudem erste Preiskalkulationen angestellt werden. Hier gilt es die eigenen Kosten zu berücksichtigen. Aufwendungen für die Altersvorsorge und Krankenkasse dürfen ebenso wenig vergessen werden wie Steuern, die gezahlt werden müssen.

Um dann während des alltäglichen Trubels Zeit zu sparen, sollten schon vor der Gründung die Rechnungsvorlagen gestaltet und vorbereitet werden, sodass sich diese dann schnell ausfüllen lassen. Weiterhin sollte der eigene Versicherungsschutz geprüft werden. Die Ausrüstung eines Fotografen hat einen enormen finanziellen Wert, den es zu schützen gilt. Dies ist nur durch spezielle Versicherungen möglich.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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