Warum eine private Krankenversicherung für Selbstständige sinnvoll ist

Verfasst von Dennis.Singh. Zuletzt aktualisiert am 13 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
Selbstständig sein kann mehr Freiheiten bedeuten, aber auch das Risiko steigt. Schnell ist es passiert, Sie haben einen Unfall zum Beispiel im Ski- oder Wanderurlaub und sind für längere Zeit arbeitsunfähig. Das trifft Sie als Selbstständigen hart. Viel härter als jemanden im Angestelltenverhältnis. Das Gleiche gilt auch, wenn Sie krankheitsbedingt für mehrere Wochen oder gar Monate ausfallen. Umso wichtiger ist es, eine gute Krankenversicherung zu haben und somit das finanzielle Risiko zu mindern.  

Freie Wahl

Als Selbstständiger sind Sie versicherungsfrei. Das bedeutet, Sie können wählen, ob Sie sich privat (PKV) oder gesetzlich (GKV) versichern lassen. Da Sie die Kosten selbst tragen muss, lohnt es sich zu vergleichen. Denn die Preisunterschiede betragen mehrere Hundert Euro. In der GKV wird der Beitrag anhand des Verdiensts bemessen, das heißt, umso mehr Sie verdienen, umso mehr bezahlen Sie. Bei geringerem Einkommen gibt es ein Mindesteinkommen. Im Unterschied dazu ist es bei der PKV egal, wie viel Sie verdienen. Was private Krankenversicherungen kosten, wird anhand der von Ihnen gewünschten Leistungen bestimmt. Weitere Vorteile gegenüber der GKV sind unter anderem das breitere Leistungsspektrum sowie die geringere Wartezeit für einen Termin beim Facharzt. Gerade Letzteres kann ein großer Vorteil sein und dazu beitragen, dass Sie schneller wieder arbeiten können. Sollten Sie unter einer Vorerkrankung leiden, dann kann es entweder teuer werden oder die PKV lehnt Sie im schlechtesten Fall ganz ab. Denn im Unterschied zur gesetzlichen Krankenkasse, die alle aufnehmen muss, darf die Private das.

Wenn Sie sich unsicher sein sollten, ob Sie sich gesetzlich oder privat versichern wollen, dann gibt es diverse Entscheidungshilfen im Internet, welche die Unterschiede zwischen den beiden Arten der Krankenversicherungen für Selbstständige beleuchten und Ihnen anhand von Rechenbeispielen zeigen, wie hoch der Unterschied bei den Beiträgen ist.

Baukastenprinzip

Wichtig ist, dass Sie sich gut überlegen, welche Versicherungsgesellschaft Sie wählen, denn wie so oft ist die billigste Wahl nicht unbedingt die Beste. Meist ist es so, dass es für geringere Beiträge gekürzte Leistungen gibt. Es besteht aber natürlich auch die Möglichkeit, dass Sie beim Start in die Selbstständigkeit, bis die Firma besser läuft, einen günstigeren Tarif wählen und später wechseln. Denn die Leistungen bei einer privaten Krankenversicherung werden im Baukastenprinzip nach den Bedürfnissen und der individuellen Situation des Versicherungsnehmers angepasst.

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Mit der richtigen Krankenkasse lässt sich Geld sparen. Bildquelle: Depositphotos.com

Kosten

Eine private Krankenversicherung gibt es schon ab 185 € im Monat. Je nach gewünschten Leistungen können aber auch zwischen 500 und 1000 € fällig werden. Man sollte sich also genau überlegen, welche Leistungen unbedingt nötig sind und welche man eventuell noch ein wenig zurückstellt. Außerdem sollten Sie sorgfältig vergleichen und auswählen, denn ein späterer Wechsel von einem Anbieter zum anderen ist in der Regel nicht so einfach und oft mit Kosten verbunden. Ein weiterer Vorteil der PKV ist, dass es meistens eine Rückerstattung gibt, wenn Sie nicht alle Leistungen in Anspruch genommen haben. Zudem kann meist festgelegt werden, dass das Krankentagegeld früher ausbezahlt wird. Dieses sollte auf jeden Fall  vereinbart werden. Denn wer nicht arbeiten kann, der verdient auch kein Geld. Das kann zu kritischen Situationen führen, vor allem, wenn sich der Ausfall über einen längeren Zeitraum hinzieht und die Reserven nicht ausreichen oder vielleicht noch gar nicht vorhanden sind. Mit der früheren Auszahlung des Krankentagegelds wird die Lage im Falle einer längeren krankheits- oder unfallbedingten Auszeit entspannter. Junge Selbstständige ohne Vorerkrankung können von günstigen Beiträgen profitieren. Später lohnt es sich, die Tarife und den Leistungsumfang regelmäßig zu überprüfen, so besteht die Möglichkeit, die Kosten anzupassen.

Höhere Kosten entstehen dann, wenn Sie eine Vorerkrankung haben oder beim Eintritt in die private Krankenversicherung schon älter sind. Denn die Beiträge bleiben nicht konstant, sondern steigen im Schnitt um drei Prozent im Jahr. In 2022 waren es durchschnittlich 4,1 Prozent. Oft bleibt der Beitrag jahrelang auf einem konstanten Niveau, für den Fall, dass es zu einer größeren Steigerung kommt, sollten Sie auf jeden Fall Rücklagen gebildet haben. Denn wer unvorbereitet ist, der kann durch auf einmal höhere monatliche Beiträge Probleme bekommen. Ebenfalls nicht vergessen sollte man die Rückforderung bei der Steuererklärung. Je nach Versicherungsumfang sind mindestens 80 Prozent absetzbar.

Fazit

Zusammengefasst kann man sagen, eine private Krankenversicherung lohnt sich vor allem dann, wenn Sie mehr Einkommen haben und Sie sich Ihre Leistungen, die, sobald sie einmal vereinbart wurden, garantiert sind, individuell zusammenstellen möchten. Neben den geringeren Kosten profitieren Sie meist von besseren medizinischen Leistungen.


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