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Steuern sparen als Selbständiger: 10 Tipps

Steuern sparen ist komplizierter, als man denkt, denn für jeden bei der Steuer gesparten Euro geben Sie mehrere Euro aus. Doch wer Anschaffungen und Investition als Selbstständiger sinnvoll plant, kann damit tatsächlich Geld sparen. Das beste Sparpotenzial hat, wer sich mit seinen Zahlen und den anfallenden Steuern wirklich beschäftigt, statt sich alljährlich vom Steuerberater überraschen zu lassen. Lesen Sie im Folgenden 10 Tipps, die sich steuerlich auswirken.

1. Belege sammeln

Was eine Betriebsausgabe ist, muss belegbar sein. Das Finanzamt erkennt nur formal korrekte Rechnungen, Quittungen etc. an. Wer Tankquittungen und Handyrechnungen nicht ordentlich ablegt, kann sie am Ende nicht steuerlich geltend machen. Konsequent alles zu sammeln und zu ordnen, spart bares Geld.

2. Den Arbeitsplatz einrichten

Selbstständige schaffen ihren eigenen Arbeitsplatz – wortwörtlich genommen, denn sie statten ihn komplett aus, arbeiten mit eigenen Geräten und in eigens dafür eingerichteten Räumen. Büromöbel und -ausstattung sind für die Arbeit notwendig, also eine Betriebsausgabe.

3. Abschreibung nutzen

Die Abschreibungsdauer von Computern, Schreibtischsystemen etc. richtet sich nach der angenommenen Nutzungsdauer. Dafür gibt es sogenannte Abschreibungstabellen. Bei der Steuer macht sich ein neu angeschaffter Firmenwagen nicht in einem sondern über mehrere Jahre bemerkbar. Computer z.B. werden in der Regel über drei Jahre abgeschrieben. Hier ist es sinnvoll, sich regelmäßig zu überlegen, welche Geräte erneuert werden können, weil sie bereits abgeschrieben sind.

4. Anschaffungen zur richtigen Jahreszeit

Was zu Jahresanfang angeschafft wird, zählt voll für das Steuerjahr. Wer erst im Dezember noch schnell auf Shoppingtour geht, um Betriebsausgaben zu erzeugen, der hat bei Gegenständen, die über mehrere Jahre abgeschrieben werden sollen, für das aktuelle Steuerjahr kaum etwas davon. Fazit: große Ausgaben strategisch angehen.

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5. Anschaffungen im richtigen Jahr

Betriebsausgaben sollten idealer Weise dann stattfinden, wenn ein Gegenstand benötigt wird. Allerdings kann es bei Unternehmern, deren Einkommen stark schwankt, sinnvoll sein, die Jahre mit Einkommensspitzen zu nutzen, um Investitionen zu tätigen.

6. Sammelposten bilden

Gegenstände im Wert zwischen 150 und 1.000 Euro können als ein Sammelposten gemeinsam abgeschrieben werden. Sie haben beispielsweise einen kleinen Aktenschrank für 250 Euro und für den Konferenzraum noch vier Stühle für je 160 Euro gekauft. Einen Sammelposten zu bilden und über mehrere Jahre abzuschreiben, kann sinnvoller sein, als diese Gegenstände einzeln abzusetzen.

7. Verpflegungskostenmehraufwand

Messebesuche, Termine beim Kunden, eine mehrtägige Weiterbildung: Alles Dienstreisen. Bei längerer Abwesenheit vom eigenen Dienstort, dem eigenen Büro, können Selbstständige einen Verpflegungsmehraufwand geltend machen. Das bedeutet: Alle Reisetage mit mehr als 8-stündiger Abwesenheit unbedingt auflisten und die Pauschalen zusammenzählen. Wichtig ist dabei auch, dass sich die Pauschalen reduzieren, wenn beispielsweise der Kunde Verpflegung gestellt hat.

8. Auf die Kleinunternehmerregelung verzichten

Die Kleinunternehmerregelung berechtigt Selbstständige mit geringem Umsatz (17.500 Euro) dazu, Rechnungen ohne Umsatzsteuer zu stellen. Das ist einerseits einfacher für den Unternehmer, der sein Business gerade erst aufbaut, andererseits entfällt dadurch der Vorsteuerabzug.

9. Dran bleiben

Nur wer sich mit seinen Umsatzzahlen, Einnahmen und Ausgaben wirklich befasst, hat einen Überblick über die Finanzlage der eigenen Firma.

10. Beraten lassen und Hilfsmittel nutzen

Nicht alles muss man selber können oder wissen: Ausgaben für Buchhaltungssoftware und Steuerberater sind auch wieder von der Steuer absetzbar. Einen professionellen Steuerberater in Leverkusen, der sich mit den Belangen von Selbstständigen auskennt, kann neben dem Erledigen der Steuererklärungen auch noch beratend tätig werden. Ob der Firmenwagen nun besser in diesem oder nächstem Jahr angeschafft und ob er geleast oder gekauft wird: Steuerberaterinnen können diese Fragen mit ihren Mandanten qualifiziert durchdenken.

Dirk Wendl

Dirk Wendl

Dirk Wendl ist Gründer und Geschäftsführer der Wendl & Köhler Steuerberatungsgesellschaft in Leverkusen. Das Thema Steuern begleitet ihn schon sein gesamtes Berufsleben. Angefangen von einer Ausbildung als Steuerfachangestellter über eine Fortbildung zum Bilanzbuchhalter bis hin zu meiner Prüfung zum Steuerfachwirt und Steuerberater. In seiner Kanzlei mit Standorten in Köln und Leverkusen betreut er nicht nur Mandanten aus dem Kölner Raum, sondern wir arbeiten auch vermehrt überregional. Sein Hauptaugenmerk liegt inzwischen auf den Bereichen E-Commerce und Freiberufler im IT- oder kreativen Bereich. Gerade hier ändert sich vieles rasant schnell und das Geschäft ist international.