Oatsome oder Böck auf Löffelchen?

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 29 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
Das Frankfurter Foodstartup Oatsome unterstützt seit 2016 immer mehr Menschen bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung. Durch Stress und Eile am Morgen fehlt vielen Menschen die Zeit sich gesund zu ernähren und gerade das Frühstück bleibt deshalb oft aus. Mit dem ersten Smoothie zum Löffeln bietet Oatsome eine echte Alternative an und das mit 100 % natürlichen Zutaten und frei von jeglichen Zusatzstoffen.  

Philipp, was ist Dein Expertentipp für andere Jungunternehmer?

Validiere deine Geschäftsidee! Teste sie, vielleicht auch erstmal kostenlos an Freunden, Bekannten und Fremden. So kannst du ein Gefühl dafür entwickeln, wo und wie dein Produkt ankommt und kannst so nicht nur an deiner Idee feilen, sondern sie schon im Vorfeld richtig positionieren. Wenn deine Idee validiert ist, solltest du so schnell wie möglich Gas geben und die nächsten Schritte zügig vornehmen. Das Gefühl sich von den nächsten großen Etappen auf dem Weg erschlagen zu fühlen kennen viele. Man fühlt sich überwältigt und fragt sich oft, wie man das bewältigen soll, sei es die erste große Finanzierung, der Launch des ersten Produkts etc. ein Tipp den ich nicht nur für junge Unternehmer habe, sondern für alle, denen es im Leben so geht, ist sich zu fragen, was der nächste kleinste Schritt ist, denn ich tun kann, um mein Ziel zu erreichen und sich 100 % auf diesen Schritt zu konzentrieren und dann auf den nächsten Schritt… So lassen sich auch vermeintlich unüberwindbare Hürden, bewältigen.

Was waren Eure Top 3 Learnings?

  • Auf die Schnauze zu fallen gehört dazu. Gerade unsere Generation scheint davon besessen keine Fehler zu machen und genau das bremst viele aus. Fehler sind wichtig, wir lernen aus ihnen und sie bringen uns unserem Ziel näher.
  • Ebenso sollten man seinen Stolz beiseitelegen. Egal was wir meinen zu wissen, egal wie lange wir studiert haben, gerade als junge Unternehmer sollten wir uns eingestehen, dass wir unerfahren sind. Deshalb ist es wichtig mit Menschen zu sprechen die bereits Erfahrungen und Wissen gesammelt haben. Das können Gründer, Unternehmer, Kammern etc. sein. So kann man nicht nur wertvolle Insides und Informationen sammeln, sondern sich nach und nach ein Netzwerk aufbauen. Gerade in der Startup Szene hier in Frankfurt, ist die Community ein unfassbar wichtiger Bestandteil.
  • Als dritten Punkt würde ich die Kapitalbasis benennen. Am Anfang der Gründung sollte man sich Fragen woher man Kapital bekommt. Ob man einen Kredit aufnimmt oder vielleicht auch über eine Crowdfunding Plattform zu einem Startkapital kommt. Das Aufbauen einer guten und sicheren Kapitalbasis ist grundlegend. Im Nachhinein hätten wir diese früher aufbauen sollen und auch gezielt Aufgaben direkt an Profis auslagern sollen.

Womit verdient Ihr Eure Brötchen?

Im Prinzip produzieren wir ein nährstoffreiches Convenience-Produkt und vertreiben diese zum einen über unseren Onlineshop, zum anderen auch über Supermärkte. Ganz simple eigentlich.

Wer ist Eure Zielgruppe und wie erreicht Ihr sie?

Unsere Smoothie Bowls sind für alle Menschen gedacht, die sich im Stress des Alltags ohne großen Aufwand gesund ernähren möchten und für alle die gerne lecker und unkompliziert Frühstücken möchten. Da unsere Smoothie Bowls in weniger als einer Minute zubereitet sind, passen sie perfekt in jeden noch so stressigen Alltag. Im Durchschnitt sind das Frauen im Alter von 25-45 Jahren. Diese Zielgruppe erreichen wir größtenteils über Social Media Marketing, wie Facebook und Instagram.

Wie ist die Idee zu Oatsome entstanden?

So wie die meisten Ideen entstehen-wir haben uns beschwert. Damals als sportlich aktive Studenten, hatten wir das Gefühl, dass uns die Zeit und vielleicht manchmal auch die Muse für ein gesundes und ausgewogenes Frühstück gefehlt hat. Auf Convenience und andere Produkte aus dem Supermarkt wollten wir nicht zurückgreifen, da diese oft vollgepackt sind mit zugesetztem Zucker, Fett und allerhand Zusatzstoffen, von denen - was und damals gar nicht so bewusst war, viele nicht ein Mal deklariert werden müssen. Am Wochenende haben wir uns dann oft die Zeit genommen, um uns Smoothie Bowls zuzubereiten, unter der Woche war daran gar nicht zu denken. Da uns das ganze ziemlich gestört hat, wollten wir eine Lösung dafür finden. Freunde und Bekannte mussten als Versuchskaninchen herhalten, ebenso haben wir angefangen Umfragen diesbezüglich durchzuführen. Die Resonanz war überragend. Auf dieser Basis haben wir uns dann mit Ernährungsberatern zusammengesetzt und über Monate das Produkt entwickelt.

Wie liefen Eure ersten Monate in der Startphase an?

Dazu gibt es tatsächlich auch eine witzige Geschichte. Nachdem wir beschlossen hatten die Smoothie Bowls zu verkaufen, aber das Ganze noch nicht viel mehr als eine Idee war, haben wir einen Onlineshop erstellt, ohne überhaupt ein fertiges Produkt zu haben. Das Ganze hat so gut angefangen, dass wir nicht anders konnten, als die Smoothie Bowls nun tatsächlich zu entwickeln und haben die Kunden etwas vertröstet. Nachdem die Bestellungen immer mehr wurden, haben wir beschlossen unseren damaligen Job zu kündigen und aus dem Nebenprojekt ein Unternehmen zu machen.

Hast Du Dich sofort Vollzeit selbstständig gemacht?

Zu Beginn habe ich noch nebenher 20 Stunden die Woche bei meinem alten Arbeitgeber weitergearbeitet, um so die ersten Monate zu überbrücken. Relativ schnell habe ich dann aber entschieden Oatsome gerne meine volle Aufmerksamkeit zu widmen.

Oatsome oder Böck auf Löffelchen_TB

Die Oatsome Gründer Tim Horn und Philipp Ref, oatsome.de

Was ist das Besondere an dem Startup Oatsome?

Wir wollten uns klar von der oft undurchsichtigen Lebensmittelindustrie abgrenzen, weshalb Transparenz für uns ein absoluter Leitbegriff ist. Wir wollten ein Produkt entwickeln, hinter dem wir stehen können. Deshalb bestehen unsere Smoothie Bowls aus 100% natürlichen Zutaten. Wir verzichten nicht nur auf zugesetzten Zucker, sondern auch auf jede Art von Zusetzten. Bei uns ist nur drin, was drauf steht. Ebenso sourcen wir jede einzelne Zutat selbst, auch wenn das für uns bedeutet, dass jeder unserer Mitarbeiter s Beispielsweise 10 verschiedenen Zimtproben testen darf. Wir arbeiten mit viel Liebe an unseren Rezepturen bis wir 100% zufrieden sind. Ebenso produzieren wir ausschließlich in Deutschland. Ein Teil unserer Produktion sowie der gesamte Versand läuft über Werkstätten in denen Menschen mit geistiger und körperlicher Beeinträchtigung arbeiten können.

Wie sieht aktuell Deine Arbeitswoche aus?

Aufregend. Im Prinzip ist keine Woche gleich. Es ergeben sich immer wieder neue Chancen und Veränderungen, die man natürlich bestmöglich nutzen möchte. Auf der anderen Seite muss natürlich das operative Geschäft am Laufen gehalten werden, damit unsere Kunden stets mit Ihren leckeren Smoothie Bowls versorgt sind.

Wo soll Oatsome in 5 Jahren stehen?

Unser Ziel ist es in 5 Jahren ein fester Bestand des Deutschen Einzelhandels zu sein. Dank unserem erfolgreichen Crowdfunding Contest dmSTART! fangen wir nächstes Jahr damit an, die dm Regale mit Alice, Kiwittchen und Co. zu bestücken. Ebenso wollen wir unsere Produktbreite erweitern, um so die Möglichkeit zu bieten, sich mit Oatsome den ganzen Tag gesund zu ernähren. Unsere Werte sollten dabei immer noch an oberster Stelle stehen-Transparenz, Verantwortung für Mensch und Umwelt und nur natürliche Zutaten. Ebenso hoffen wir das Thema Nachhaltigkeit noch besser angehen zu können, sowohl in Bezug auf die Verpackung als auch den Zutaten. Nachhaltigere Verpackungen und eine Biozertifizierung, stehen deshalb bei uns ganz oben auf der to-do.

Herzlichen Dank für das Interview! Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg und freuen uns jetzt schon darauf Neues von Euch und Oatsome zu hören!


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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