Was ist Dein wichtigster Tipp für Jungunternehmer, die gerade selbst gegründet haben?
Regeln Sie Ihre Absicherung, bevor der erste große Auftrag kommt, nicht danach. Viele Gründer schieben die Krankenversicherung als lästige Formalie nach hinten und entscheiden dann unter Zeitdruck. Das rächt sich. Behandeln Sie die Krankenversicherung wie eine unternehmerische Entscheidung, nicht wie einen Papierkram. Sie begleitet Sie Jahrzehnte, sie entscheidet im Ernstfall über Ihre medizinische Versorgung, und ein Fehler am Anfang lässt sich später nur teuer oder gar nicht korrigieren. Nehmen Sie sich dafür einen Nachmittag Zeit und jemanden, der neutral berät.
Was waren Deine 3 größten Herausforderungen in der Startphase?
Die erste war, den Mut zur Spezialisierung zu haben. Wir waren anfangs breiter aufgestellt. Erst als wir uns klar auf Selbstständige konzentriert haben, wurden wir für diese Gruppe wirklich gut und auch sichtbar. Die zweite war, Vertrauen aufzubauen, ohne Verkaufsdruck. Wir raten regelmäßig von einem Wechsel ab, wenn er nicht sinnvoll ist. Das kostet kurzfristig einen Abschluss und bringt langfristig genau die Kunden, die bleiben und weiterempfehlen. Die dritte war die Datenarbeit. Wir haben früh angefangen, Tarifverläufe mathematisch zu analysieren, statt nur auf den Einstiegsbeitrag zu schauen. Das war aufwendig, ist heute aber unser wichtigstes Werkzeug.

Selbstständige haben bei der Krankenversicherung die besten Karten und schöpfen sie am seltensten aus
Was ist Dein Geschäftsmodell?
selbststaendig-pkv.de ist Beratungsplattform und Vermittlung in einem. Interessenten finden bei uns verständliche Ratgeber, zwölf Rechner und einen neutralen Vergleich über mehr als vierzig Anbieter. Wer möchte, stellt eine anonyme Risikovoranfrage und bekommt von uns eine persönliche Einschätzung und, wenn es passt, den passenden Tarif. Bezahlt werden wir über die Vermittlung im Erfolgsfall, für den Kunden ist die Beratung kostenlos. Entscheidend ist, dass wir an keine Gesellschaft gebunden sind. Wir empfehlen den Tarif, der zur Lebenssituation passt, und sagen auch klar, wenn die gesetzliche Kasse oder der bestehende Vertrag die bessere Lösung ist.
Wer ist Deine Zielgruppe und wie erreichst Du sie?
Unsere Zielgruppe sind Selbstständige, Freiberufler und Gründer. Also Menschen, die frei entscheiden können, wie sie sich krankenversichern, und die diese Entscheidung meist allein treffen müssen. Wir erreichen sie vor allem über die Suche. Wer „PKV für Selbstständige“ oder „gesetzlich oder privat als Gründer“ eingibt, soll bei uns die beste und ehrlichste Antwort finden. Dazu kommen unsere Rechner, mit denen man die eigene Situation selbst durchspielen kann, bevor überhaupt ein Gespräch stattfindet. Wir setzen also auf Inhalte und Werkzeuge statt auf Werbedruck.
Wie stellst Du sicher, dass Selbstständige den richtigen Tarif bekommen und nicht den billigsten?
Das größte Risiko für Selbstständige ist nicht der Beitrag heute, sondern der Beitrag in zwanzig Jahren. Viele wählen den günstigsten Einstiegstarif und wundern sich später über kräftige Sprünge. Wir lösen das, indem wir nicht auf den Startpreis schauen, sondern den wahrscheinlichen Verlauf eines Tarifs analysieren. Wir bewerten die Kalkulation und die Stabilität eines Anbieters, nicht das Lockangebot. Und wir fragen vor jedem Antrag anonym bei den Versicherern an, damit niemand mit einer Ablehnung in seiner Akte dasteht. So bekommt jemand am Ende einen Tarif, der auch im Alter noch trägt, und nicht nur einen, der sich im ersten Jahr gut anfühlt.
Wie ist die Idee zu selbststaendig-pkv.de entstanden?
Aus der Praxis. Ich habe in der Beratung immer wieder dieselben zwei Fälle gesehen. Selbstständige, die in der gesetzlichen Kasse den Höchstbeitrag zahlten, obwohl die private Versicherung für sie deutlich sinnvoller gewesen wäre. Und solche, die in einen Billigtarif gerutscht waren, der im Alter zur Belastung wurde. Allgemeine Vergleichsseiten gab es genug, aber keine, die die besondere Situation von Selbstständigen wirklich abbildet, von der schwankenden Einnahme bis zur fehlenden Arbeitgeberbeteiligung. Also haben wir aus unserem Expertenportal PKV-Welt heraus eine eigene Anlaufstelle für genau diese Gruppe gebaut, selbststaendig-pkv.de.
Was ist das Besondere an selbststaendig-pkv.de?
Die Spezialisierung und die Haltung. Die meisten Portale wollen jeden versichern, wir kümmern uns bewusst nur um Selbstständige. Das merkt man an den Rechnern, den Ratgebern und den Fragen, die wir beantworten. Von den Mitbewerbern grenzen wir uns vor allem über die Beratungsphilosophie ab. Ich bin kein Freund einer Beratung, die nur auf Beitragsersparnis zielt. Der Hauptgrund für eine private Versicherung sollte der Zugang zur bestmöglichen medizinischen Versorgung sein. Wahre Beratung heißt für uns auch, einem Kunden zu sagen, dass sein aktueller Stand die bessere Lösung ist. Dass wir an keine Versicherung gebunden sind und mit einem festen Ansprechpartner statt einem Callcenter arbeiten, gehört ebenfalls dazu.
Hast Du von Anfang an Geld verdient oder gab es auch richtige Durststrecken?
Ein spezialisiertes Angebot bekannt zu machen, dauert. Am Anfang steht viel Aufbauarbeit, ohne dass sofort etwas zurückkommt, gerade wenn man auf Inhalte und Sichtbarkeit setzt statt auf teure Werbung. Diese Phase muss man durchhalten. Der Vorteil zeigt sich später: Wer uns über eine echte Frage findet und merkt, dass wir ehrlich beraten, kommt mit einem ganz anderen Vertrauen. Aus der anfänglichen Durststrecke ist eine stabile Basis geworden, heute mit einem Team von acht Leuten und über 3.800 betreuten Kunden.
Hast Du Dich sofort Vollzeit selbstständig gemacht?
Ja. Ich habe mich früh entschieden, die private Krankenversicherung ganz zu meinem Beruf zu machen, statt sie nebenbei zu betreiben. Diese Fokussierung war wichtig. Ein so komplexes Thema kann man nicht halb machen. Nur wer sich vollständig darauf einlässt, versteht die Tarife, die Kalkulationen und die Fallstricke gut genug, um wirklich zu beraten und nicht nur zu vermitteln.
Wie sieht aktuell Deine Arbeitswoche aus?
Meine Woche hat drei Schwerpunkte. Der größte Teil ist Beratung, also Gespräche mit Selbstständigen, die Analyse ihrer Situation und die Prüfung von Tarifen. Ein zweiter Teil ist die fachliche Arbeit im Hintergrund: Tarifverläufe auswerten, Anbieter beobachten, unsere Rechner und Inhalte aktuell halten. Der dritte Teil ist das Team. Wir sind inzwischen zu acht, jeder mit einem Schwerpunkt, vom Beamtentarif bis zur Tarifoptimierung, und das will koordiniert sein. Feste Bürozeiten von neun bis fünf gibt es bei mir nicht, aber einen klaren Grundsatz: kein Antrag ohne saubere Analyse.
Wo siehst Du Dich und selbststaendig-pkv.de in 5 Jahren?
Ich möchte, dass selbststaendig-pkv.de für Selbstständige die erste Adresse ist, wenn es um die Krankenversicherung geht. Nicht das größte Portal, sondern das gründlichste für diese Zielgruppe. Dazu bauen wir die Rechner und Inhalte weiter aus und vertiefen unsere Analyse der Tarifverläufe, damit Kunden noch früher erkennen, welcher Tarif langfristig stabil ist. Am Anspruch selbst ändert sich nichts: Eine Versicherung soll zur Lebenssituation des Menschen passen, nicht umgekehrt.
Dann wünschen wir dafür alles Gute und danken Ihnen für das informative Gespräch.





