Was KMUs von Konzernen lernen können

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 13 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
Schwerfälligkeit, festgefahrene Strukturen und starre Hierarchien – die großen Konzerne stehen bei den meisten kleinen und mittelständischen Unternehmern nicht gerade hoch im Kurs. Tatsächlich gibt es einiges, bei dem die Kleinen den Großen voraus sein können. Allerdings gilt das auch andersherum. Wir haben einige Punkte zusammengetragen, bei denen sich KMUs etwas von den Konzernen abschauen können.  

Feste Budgetierung

Umso weniger Personen in den Prozess um die Verteilung finanzieller Mittel eingebunden sind, umso unstrukturierter und spontaner laufen Investitionen und Mittelbereitstellungen häufig ab. Bei Großunternehmen sind diese Dinge an feste Prozesse gebunden und werden meist langfristig und verbindlich vereinbart. Das hat den Vorteil, dass Gelder auch dann bereitstehen, wenn der aktuelle Umsatz es nicht vermuten lässt. Andersherum wird Kapital auch nicht nur deshalb investiert, weil es eben gerade da ist. Viele KMUs handeln beim Thema Investition zu sehr aus dem Bauch heraus. Feste Budgets für Marketing, Akquise, Infrastruktur und Vertrieb sind jedoch oft die professionellere Lösung.

Outsourcing

Große Unternehmen sind bestrebt, ihre Prozesse auf Effizienz zu trimmen. Das gelingt natürlich nicht immer und oft verliert die strategische Führung aufgrund der Vielzahl der Tasks das Gesamtziel aus den Augen. Doch eine Sache zur Kosteneffizienz können Konzerne ganz passabel, nämlich das Outsourcen von gewissen Aufgabenfeldern an externe Dienstleister. Ganz klassisch sind hier die Themen Customer Management und IT Services, die dank großer Anbieter wie Capita Europe sehr gut auch außer Haus erledigt werden können. In kleinerem Maßstab können auch KMUs Prozesse ausgliedern, etwa mit Hilfe von Freelancern oder Dienstleistern, die auch kleine Unternehmen bedienen.

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Software zur Unterstützung

Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung und so langsam kriegen das auch die traditionellsten Großkonzerne mit. Spezialisierte Software und ganze IT Teams halten Einzug in den Firmenzentralen und trimmen die Prozesse auf Effizienz und Automatisierung. Kleine Unternehmen können das in bescheidenem Maße auch tun, denn jede Softwarelösung ist grundsätzlich immer schneller und effizienter als ein Personaleinsatz. Es muss ja nicht gleich das Premium-SAP sein. Manchmal reichen schon ein Steuerprogramm, ein Zeiterfassungstool und ein Buchhaltungsprogramm, um die wöchentlichen Nebenaufgaben abseits des Kerngeschäfts deutlich zu verschlanken.

Controlling und Strategieentwicklung

Große Unternehmen stehen oft in dem Verruf, träge und innovationsfeindlich zu sein. Tatsächlich brauchen eine Neuausrichtung oder das Einschlagen eines neuen Weges bei Konzernen mehr Zeit, da viele große und kleine Punkte beachtet und viele Entscheidungsträger, Investoren und Aktionäre befragt werden müssen. Der Vorteil an so einem langwierigen Entscheidungsprozess ist aber, dass viele Eventualitäten bedacht werden können und schon im Vorfeld Lösungen ersonnen werden, die hilfreich sind, wenn Probleme dann tatsächlich auftreten. Auch KMUs sollten strategische Entscheidungen umsichtig treffen und möglichst nicht emotional, sondern rational entscheiden. Dasselbe gilt übrigens auch für das Controlling. Während die Kontrolle und Evaluierung von Prozessen in Konzernen ein Muss ist, wird dieser Punkt von KMUs gern vernachlässigt. Dabei ist es eminent wichtig, zu wissen, welche Parameter zu einem Erfolg oder Misserfolg geführt haben. Umso mehr objektive Daten vorliegen, umso besser kann man Entscheidungen treffen.

Einheitliche Corporate Identity

Dass man als Unternehmen mit einer einheitlichen Identität nach außen auftritt, ist eigentlich selbstverständlich. Und doch muss man sich immer wieder wundern, wie oft KMUs diese Grundsätze aus Unwissenheit oder Bequemlichkeit ignorieren. Große Unternehmen könnten sich so etwas niemals leisten. Wie wichtig ein einheitliches Design und eine stringente Außenkommunikation sind, sollte sich jeder Selbständige noch einmal deutlich machen. Kunden, Geschäftspartner und auch potentielle Mitarbeiter stehen einer Firma mit eigenständigem und scharfem Profil mehrheitlich positiver gegenüber – vom größeren Umsatz ganz zu schweigen. Die entsprechenden Maßnahmen dafür müssen auch nicht die Dimensionen der Konzerne erreichen. Oft reicht bereits die Überarbeitung der Werbemittel und das Anlegen eines festen Unternehmensprofils, um nach außen als etablierte Marke wahrgenommen zu werden.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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