Online Musik verkaufen: Drei Tipps für erfolgreiches Publizieren

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 13 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
Durch die Digitalisierung sind dem Musiker neue Möglichkeiten zur Selbstvermarktung geboten. Es scheint nie einfacher gewesen zu sein, ein Musik-Business aufzubauen, und zudem lohnt es sich: 45 Prozent des Gesamtumsatzes der Musikindustrie wird im Internet generiert und der Streaming-Umsatz ist seit 2014 auf 45,2 Prozent gestiegen. Wenn Musiker online Musik verkaufen wollen, ist es ratsam, die Musik sowohl auf iTunes als auch auf einer eigenen Webseite zu verkaufen. Dazu sollten folgende Tipps, die der Webseiten-Software Hersteller Incomedia zusammengefasst hat, berücksichtigt werden.  

Tipp 1: Musik auf iTunes verkaufen

Um Musik bei iTunes hochzuladen, gibt es zwei Möglichkeiten: direkt oder indirekt. Im Folgenden werden diese Optionen vorgestellt.

Direkter Upload

  • Technische Voraussetzungen: Mac mit Version OS X 10.5 oder neuere Versionen (für Windowsrechner sind sogenannte Aggregatoren nötig, um die Songs hochzuladen), 512 MB RAM und 20 GB Festplattenspeicher.
  • Apple-ID und TIN: Die Steuer-Identifikationsnummer TIN (vom engl. Tax Identification Number) ist nötig, wenn die Musik auch in den USA verkauft werden soll. Auf der offiziellen Seite der US-amerikanischen Bundessteuerbehörde IRS (Internal Revenue Service) kann diese beantragt werden.
  • EAN- bzw. UPC- und IRSC-Code: Außerdem wird die Europäische Artikelnummer bzw. der Universal Product Code benötigt. Diese Strichcodes für jede CD müssen bei der Organisation GS1 beantragt werden. Bei dem Bundesverband Musikindustrie e.V. muss zudem der International Standard Recording Code, welcher eine digitale Kennung für jeden einzelnen Song darstellt, angefordert werden.
  • Vorteil: Der Gewinn muss mit niemandem geteilt werden.
  • Nachteil: Beim iTunes Content Provider können sich nur diejenigen anmelden, die schon lange im Business tätig sind, weshalb in jedem anderen Fall die Musik über einen sogenannten Aggregator hochgeladen werden muss (siehe folgender Abschnitt).

Indirekter Upload über Aggregatoren

Wenn ein direkter Upload nicht möglich ist, muss ein Aggregator zu Hilfe genommen werden. Jeder Anbieter verfügt über eine einfache Bedienoberfläche, die es ermöglicht, in nur wenigen Minuten einen Song zu veröffentlichen. Grundsätzlich gibt es drei Preismodelle:

  • Zahlung einer monatlichen oder jährlichen Rate
  • Zahlung einer Gebühr für jeden Songverkauf
  • Hybridmodell: Zahlung einer festen Rate und einer Gebühr pro Verkauf

Achtung: iTunes verlangt unter Umständen Vermittlungsgebühren für den Aggregator!

Um das für sich passende Modell zu finden, muss der Musiker die Preisstrukturen der verschiedenen Aggregatoren genau studieren und vergleichen. Er kann die Künstlerlisten der Anbieter durchgehen und so entscheiden, wo seine Musik am besten hinpasst, oder er kann einsehen, ob die Bezahlung monatlich oder direkt erfolgt. Auch die Häufigkeit eines Verkaufsberichtes kann von Bedeutung für den Musiker sein. Manche Anbieter geben einen monatlichen, wöchentlichen oder sogar täglichen Bericht. Hilfreich ist es auch, die FAQ- und Support-Seiten der Anbieter anzuschauen, um weitere Informationen zu erhalten. Außerdem verfügen alle Aggregatoren über einen Kundenservice, den der Musiker kontaktieren kann.

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Tipp 2: Musik auf der eigenen Webseite verkaufen

Eine eigene Webseite hat den Vorteil, dass der Musiker auf sich aufmerksam macht und seinen Content selbst verwalten kann. Zudem ist es sinnvoll, die Webseite als weitere Einnahmequelle zu nutzen - besonders für den Fall, dass ein Anbieter plötzlich vom Markt verschwindet und somit die Verkäufe eingestellt werden. Zudem ist der Musiker bei den Aggregatoren nur Gast und muss gewisse Regeln befolgen. Auf einer eignen Website ist der Musiker selbst für alles verantwortlich und kann selbst entscheiden, was er wie präsentieren möchte. Eine ansprechende One-Page-Webseite reicht da schon aus. Es muss lediglich ein passendes Template ausgesucht, mit den eigenen Inhalten befüllt und online gestellt werden. Tipps, welcher Inhalt genau auf der Webseite enthalten sein sollte, folgen nun.

  • Der Musiker: Wer bin ich? Was mache ich? Wo wohne ich? Welche Musikrichtung spiele ich?
  • Event-Kalender und Kontakt: Die Menschen müssen wissen, wo der Musiker unterwegs ist und live auftritt. Über ein Kontaktformular kann jeder Kontakt zu ihm aufnehmen.
  • Der Shop: Dort werden die Songs verkauft. Die Möglichkeit, die Songs Probe zu hören, und ein paar passende Bilder gestalten den Shop interessanter. Nicht nur im Shop, sondern auf der gesamten Webseite gilt: Benutzerfreundlichkeit!

Tipp 3: Die richtige Marketingstrategie

Um erfolgreich Musik verkaufen zu können (sei es über iTunes oder die eigene Webseite), ist eine gut durchdachte und detaillierte Marketingstrategie vonnöten. Dabei muss unter anderem Folgendes beachtet werden, um weder zu aufdringlich zu wirken noch zu wenig Werbung für sich und seine Musik zu betreiben.

  • Zeitplan und Zeitpunkt: Der Zeitplan muss erstellt und ein Zeitpunkt für die Veröffentlichung bestimmt werden. Im Internet gibt es zahlreiche Statistiken und Informationen dazu.
  • Einbeziehung der Fans: Bilder von den Aufnahmen oder Proben auf sozialen Medien, Appetithappen auf YouTube oder ein aktiver Austausch mit den Fans, bezieht diese mehr in die Arbeit des Musikers mit ein, was sich positiv auf das Verkaufsverhalten auswirken kann. Guerilla-Taktikten oder kurze Auftritte auf der Straße bringen den Musiker ins Gespräch.
  • Live-Promotion: Eine online gestellte Gig-Playlist oder Interviews (zum Beispiel über Event-Manager organisiert) vertiefen das Erlebnis eines Auftrittes.
  • Analyse: Wichtig ist ebenso, die Wirksamkeit der Strategie regelmäßig zu überprüfen. Auf der Webseite werden automatisch Statistiken angelegt, an denen der Musiker ablesen kann, welche Aktionen sich bezahlt gemacht haben, zu welchen Uhrzeiten Besucher am aktivsten sind und wer seine Fans sind.

Alles in allem liegt es nicht nur an der Musik selbst, sondern auch am Einsatz des Musikers, ob und wie schnell er erfolgreich seine Musik verkauft. Eine gut durchdachte Marketingstrategie, Einsatz und Kundenbindung sind unabdingbar für den Erfolg des Musikers. Selbstverständlich kann der Musiker nicht jeden dieser Tipps sofort auf einmal umsetzen. Ein bisschen Zeit und vor allem Vorbereitung werden natürlich benötigt, um den Erfolg voranzutreiben. Auch muss der Musiker viel Geduld haben, denn selten gelingt tatsächlich der Start von Null auf Hundert!

Der ganze Guide ist hier zu finden.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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