Multichannel – wichtiger Trend im E-Commerce

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 14 März, 2024
Lesezeit Minuten.
Der E-Commerce ist eine schnell-lebige und rapide wachsende Branche. In den letzten Jahren hat sich der Umsatz in diesem Sektor kontinuierlich gesteigert, nicht erst seit Corona kaufen Verbraucher verstärkt Online ein. Um auf das veränderte Verbraucherverhalten zu reagieren und die eigene Strategie zu optimieren, wird es für Onlinehändler zunehmend wichtiger, nicht nur über einen einzigen Verkaufskanal zu verkaufen, sondern das Angebot auf mehrere Absatzkanäle zu erweitern. Eine solche Strategie wird auch als Multichannel bezeichnet. Doch was genau verbirgt sich dahinter und warum sollten Onlinehändler darüber nachdenken Multichannel-Commerce zu betreiben?  

Verändertes Verbraucherverhalten

Das Verbraucherverhalten hat sich in den letzten Jahren stark verändert, heute müssen Onlinehändler permanent präsent und auf möglichst vielen Kanälen erreichbar sein. Die Zeiten, in denen Verbraucher ihre Suche ausschließlich bei Google und Co starten sind längst vorbei, nicht selten suchen sie direkt auf den großen Marktplätzen wie Amazon. Wer als Onlinehändler nicht auf diesen Plattformen vertreten ist, verliert in vielen Szenarien potenzielle Kunden an Konkurrenten und Mitbewerber. Verbraucher haben heute einen ganz anderen Anspruch an Onlineshopping als noch vor einigen Jahren, man könnte fast sagen, sie sind verwöhnt. Lange Ladezeiten eines Onlineshops, limitierte Zahlungsoptionen oder ein langsamer Versand der Ware werden heute kaum noch hingenommen. Verbraucher wollen am liebsten alles, jetzt und sofort. Diese Aspekte sollte man stets im Hinterkopf behalten, wenn es darum geht die eigene Strategie zu optimieren. In Bezug auf Multichannel-Vertrieb gilt es weitere Faktoren zu berücksichtigen.

Was ist notwendig, um erfolgreich Multichannel zu betreiben?

Voraussetzung für einen erfolgreichen Vertrieb, ist eine durchdachte Multichannel-Strategie. Eine solche Strategie beinhaltet Maßnahmen wie SEO, SEA oder Social Media, die es alle zum Ziel haben, möglichst viele potenzielle Kunden auf unterschiedlichen Kanälen zu erreichen. So können Neukunden akquiriert und der Umsatz langfristig gesteigert werden. Weiterhin können so etwaige Verluste auf den einen Kanälen gedämpft werden, indem andere Kanäle diese Verluste kompensieren. Zunächst einmal sollte man sich Gedanken darüber machen, auf welchen Plattformen und Marktplätzen man vertreten sein will. Anhaltspunkte können hier etwa die jeweilige Zielgruppe oder auch internationale Verfügbarkeit sein. Je nach Ausrichtung des jeweiligen Onlineshops und dem Produktsortiment müssen hier unterschiedliche Faktoren berücksichtigt werden.

Alle Vertriebskanäle zentral verwalten und steuern

Onlinehändler, die eine Multichannel-Strategie verfolgen, können von zahlreichen Vorteilen profitieren. So lässt sich beispielsweise nicht nur über den eigenen Onlineshop verkaufen, sondern zeitgleich auch auf den großen Marktplätzen eBay, Amazon und Co. So können gezielt unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden und die potenzielle Käuferschaft stark erhöht werden. Wer heute ausschließlich einen Onlineshop betreibt, verschenkt also großes Potenzial. Um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben, ist es wichtig, gezielt neue Absatzmärkte zu erschließen und seine Reichweite auszubauen.

Viele Onlinehändler scheuen sich vor einer Multichannel-Strategie, da sie fürchten, jeden einzelnen Vertriebskanal separat zu betreuen und zu pflegen. Mit der passenden Software ist dies aber nicht notwendig, alle unterschiedlichen Vertriebskanäle können zentral verwaltet werden. Besonders gut eignen sich sogenannte ERP-Softwareprogramme (ERP steht für Enterprise Ressource Management) für die zentrale Verwaltung aller Vertriebskanäle. Zusammen mit einem CRM-System zur Verwaltung der Kundendaten lässt sich so auf simple Art und Weise ein Multichannel-Vertrieb organisieren.

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Multichannel – wichtiger Trend im E-Commerce, Bildquelle: pixabay.com/photos/buy-shopping-cart-keyboard-online-3692440/

Die Vorteile im Überblick

Händler, die sich für eine Multichannel-Strategie entscheiden, können von zahlreichen Vorteilen profitieren:

  • mehr Absatzmöglichkeiten durch unterschiedliche Plattformen und Onlineshops
  • gezieltes, auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmtes Marketing
  • mehr Effektivität durch eine zentrale Verwaltung sämtlicher Kanäle
  • das Angebot ist permanent für potenzielle Kunden verfügbar
  • die Marke kann stärker wahrgenommen werden, durch die größere Präsenz können mehr Kunden erreicht werden
  • Kunden können auf mehr Informationen zugreifen, was die Zufriedenheit erhöht
  • durch Synergieeffekte wird die Wirtschaftlichkeit insgesamt gesteigert

Die Vorteile sind somit vielfältig, allerdings auch die Ansprüche an eine professionelle Integration. Kenntnisse in Marketing- und Vertriebsmanagement sind ebenso erforderlich, wie auch fundiertes technisches Wissen, um wirklich nachhaltig und gut durchdachte Multichannel-Strategien zu implementieren. Durch die Integration verschiedener Vertriebskanäle können Verbraucher an unterschiedlichen Kontaktpunkten abgeholt und auf Produkte aufmerksam gemacht werden. Man darf Multichannel allerdings nicht ausschließlich als eine reine Verbindung unterschiedlicher Vertriebskanäle ansehen, vielmehr geht es darum Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Kanälen zu nutzen und die Kanäle gegenseitig zu stärken.

Fazit

Mit einer durchdachten Multichannel-Strategie lassen sich also verschiedene Zielgruppen über mehrere Verkaufskanäle erreichen, was Onlinehändlern völlig neue Möglichkeiten eröffnet. Gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit ist es wichtig, ein möglichst großes Spektrum an Vertriebskanälen in Anspruch zu nehmen, ohne dabei die eigene Ausrichtung zu vergessen. Man kann davon ausgehen, dass der Konkurrenzdruck zwischen Onlinehändlern zukünftig weiter zunehmen wird, die Auswahl und Anzahl der unterschiedlichen Vertriebskanäle hat einen maßgeblichen Einfluss auf den langfristigen Erfolg. Wichtig ist es zudem, stets flexibel zu bleiben. Wenn festgestellt wird, dass ein bestimmter Absatzkanal schlechter läuft als erhofft, spricht nichts dagegen, sich von diesem zu trennen. Ebenfalls sollte man neuen Marktplätzen und Verkaufsplattformen gegenüber aufgeschlossen zu sein und diese auf ihre Eignung für die eigene Strategie hin zu überprüfen.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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