Das erste Büro für ein Startup: Was wirklich wichtig ist

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 25 Februar, 2024
Lesezeit Minuten.
In einer Welt mit konstant wachsender Bürokultur entstehen auch immer neue Bürokonzepte. Wer sich jetzt Büroräume zulegen möchte, sollte zunächst darüber nachdenken, welche Anforderungen er stellt. Denn für die Gewerbegründung ist das richtige Büro das A und O, egal ob Praxen, Fachhandel oder Werkstatt.  

Welche Art von Büro ist für mich geeignet?

Checkliste: Was ist wichtig für mich?

Diese Anregungen für eine Checkliste können Ihnen als Mieter dabei helfen, die wichtigsten Fragen zu klären und damit die sinnvollste Lösung dafür zu finden, wie Sie in der Masse an verschiedenen Bürokonzepten das richtige Büro mieten.

  • Ist sicher und alternativlos ein Büro nötig?
  • Wie viel Geld habe ich zur Verfügung?
  • Wie groß muss das Büro sein, je nach Mitarbeiterzahl?
  • Ist das Büro für alle Beteiligten gut zu erreichen?
  • Ist das Gebäude barrierefrei, beispielsweise mit Aufzug oder Rampe?
  • Bin ich einverstanden mit dem Mietvertrag, den der Vermieter aufgesetzt hat?

Verschiedene Bürokonzepte für alle Anforderungen

Für kleine Gewerbe gibt es das Einzelbüro mit Platz für eine Person. Hier kann man sich recht gut konzentrieren und selbst bestimmen, aber es kann auch schnell ein einsames Gefühl hervorrufen.

Etwas größer ist das Mehrpersonenbüro mit Platz für mehrere Kollegen. Es lässt sich gut miteinander kommunizieren, andererseits kann es auch zu Lärm und zu Konflikten am Arbeitsplatz kommen.

Ein Kombibüro besteht aus mehreren offenen Einzelbüros und Besprechungszonen. Dadurch ist es bedürfnisorientiert und ein gutes Zusammenspiel aus Einzelarbeit und Kommunikation.

In einem Gruppen- oder auch Großraumbüro arbeiten viele Personen. Es eignet sich sehr gut, wenn es bei der Büroarbeit eine rege Kommunikation geben soll, allerdings kann es hier sehr laut werden.

Zuletzt gibt es noch das non-territoriale Büro, wo es keine feste Zuteilung der Arbeitsplätze gibt. Diese werden stattdessen spontan genutzt. Man ist so zwar flexibel, kann sich aber auch nicht persönlich einrichten.

Was ist wichtig bei der Auswahl eines Büros?

Das richtige Büro am richtigen Ort

Für das Büro ist zunächst vor allem die Lage wichtig. Liegt das Gebäude beispielsweise nah an der Innenstadt, ist es zwar teurer, aber die Verkehrsanbindung ist dafür sehr gut. Man sollte außerdem herausfinden, ob in der Nähe vielleicht eine große Straße oder eine Schule liegt, denn dies kann Lärm hervorrufen und dadurch die Konzentration beeinflussen.

Die Größe des Büros muss auf die Mitarbeiterzahl abgestimmt werden. Es sollte genug Platz geben, damit jeder seinen eigenen Raum hat, jedoch nicht zu viel – denn dies kann einsam und leer wirken. Bei der Größe sollte auch beachtet werden, ob es vielleicht Platz für eine Expansion geben soll.

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Das erste Büro für ein Startup: Was wirklich wichtig ist, Bildquelle: Depositphotos.com

Ein Büro einrichten und bezahlen

Bei einem neuen Büro muss nicht nur die Miete gezahlt werden. Stattdessen ist es auch wichtig, auf Strom, Wasser und Heizung zu achten. Außerdem gibt es ja noch den Telefonanschluss, das Internet und eventuell eine Gewerbesteuer. Achten Sie darauf, ob es eine Mindestmietdauer gibt, denn eventuell wollen Sie ihren Standort noch einmal wechseln.

Neben Miete und Betriebskosten möchte natürlich auch die Büroeinrichtung inklusive Büromöbel und elektronischem Bürobedarf bezahlt werden. Dazu braucht es moderne Bürotechnik, Sanitäranlagen und bestenfalls eine Küche. Schauen Sie bei der Besichtigung nach, ob es genug Steckdosen und einen guten Telefonempfang gibt. Jeder Mitarbeiter sollte einen eigenen Platz von acht bis zehn qm an seinem Schreibtisch haben und auch ausreichend Brandschutz und Notausgänge müssen gewährleistet sein.

Was gibt es für Alternativen zum klassischen Büro?

Arbeiten von überall aus

Beim Home Office arbeitet man Zuhause vom Arbeitszimmer aus. Dadurch kann man alles selbst entscheiden, die Trennung zwischen Privat und Beruflich kann aber schwierig werden.

Für Vielreisende gibt es außerdem das kostengünstige Büro auf Zeit, das wochen-, tage- oder auch stundenweise mietbar ist. Mit diesen Räumlichkeiten ist man sehr flexibel, kann sich aber nicht persönlich einrichten.

Arbeiten mit anderen Gründern gemeinsam

Beim Co-Working arbeiten Gründer und Freiberufler in einem Gemeinschaftsbüro. Hier gibt es eine tolle Vernetzung und Kommunikation, jedoch ist die Zusammenarbeit mit Fremden nichts für jeden.

Ein Gründerzentrum unterstützt junge Unternehmer und Gründer, indem es hilft und berät. Es gibt gute Coaching-Angebote, allerdings arbeiten Gründerzentren oft nicht kostendeckend.

Förderung von Startups

Selbst wenn die Finanzierung eines jungen Gewerbes in der Theorie funktioniert, gestaltet sie sich in der Praxis oft schwierig. Öffentliche Förderprogramme können dabei helfen und sind nicht selten. Sie unterstützen meist kleine oder mittelständische Unternehmen mit fünfzig bis achtzig Prozent der Kosten oder einem festen Geldbetrag. Manchmal gibt es dabei jedoch Bedingungen, beispielsweise wie lang es das Unternehmen schon gibt.

Zu interessanten Förderprogrammen für Startups zählen beispielsweise KMU innovativ für Wissenschaft und Technik, Pro FIT für Informationstechnik und weitere Technologien oder das EXIST Gründerstipendium, das Studenten, Alumni und Wissenschaftlern während ihrer Projekte den Lebensunterhalt finanziert. Darüber hinaus gibt es auch hilfreiche Existenzgründerdarlehen.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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