Altersvorsorge für Selbstständige: Sind Sie abgesichert?

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 13 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
Selbstständige sind aufgrund der Tatsache, dass sie nicht in die gesetzliche Rentenkasse einzahlen, in der Pflicht, sich um ihre Altersvorsorge autonom zu kümmern. Machen sie dies nicht, laufen sie automatisch Gefahr, in ihrem Rentenalter in Armut zu leben und drastisch an Lebensstandard einzubüßen. Doch wie können sich Selbstständige überhaupt sinnvoll für das Alter absichern und von welchen Methoden sollte man lieber die Finger lassen?  

Nur wenige Selbstständige sind in Deutschland in der Rentenversicherung

Die Selbstständigkeit – sie zieht hierzulande nicht wenige Menschen in den Bann, denn mit ihr sind zahlreiche Vorteile verbunden:

  1. Selbstständige können mehr selbst bestimmen.
  2. Sie können sich auf den Weg machen, ihre Träume zu verwirklichen.
  3. Sie sind unabhängig, frei und an keinerlei Weisungen gebunden.

Es liegt auf der Hand, dass diese gewichtigen Faktoren gerade für solche Arbeitnehmer einen äußerst verlockenden Charakter besitzen, die in ihrem aktuellen Job unzufrieden sind. Doch die Selbstständigkeit hat in jedem Fall auch negative Aspekte. So gibt es in Deutschland derzeit knapp 4,5 Millionen selbstständige Menschen. Erschreckend ist jedoch, dass von diesen lediglich ca. eine Million durch eine gesetzliche Rentenversicherung oder ein berufsständisches Versorgungswerk abgesichert sind. Negativ daran ist jedoch nicht nur die Tatsache als solches, sondern auch, dass sich Selbstständige komplett in Eigeninitiative um ihre Altersvorsorge kümmern müssen, denn an die Hand nimmt sie dabei kaum jemand. Nun lässt sich argumentieren, dass Selbstständige ohnehin gewöhnt sind, alles in Eigenregie zu erledigen, sodass ausbleibende Unterstützung gut kompensiert werden kann. Es gibt zwei Aspekte, die bei der Altersvorsorge für diese Berufsgruppe von besonders großer Bedeutung sind und das ist zum einen die Risikoabsicherung und zum anderen die Bildung von Vermögen. Auf den ersten Aspekt soll nun näher eingegangen werden.

Eine adäquate Risikoabsicherung sollte viele Eventualitäten abdecken

Risiko, was ist das überhaupt? Risiken sind Eventualitäten, deren Eintritt viele Menschen zu Recht fürchten, denn er würde dazu führen, dass es negative Konsequenzen gibt, die sehr vielschichtig sein können:

  1. Krankheit ist für Selbstständige ein sehr großes Risiko.
  2. Die eigene Berufsunfähigkeit stellt ebenfalls eine Gefahr dar.
  3. Die Berufshaftpflichtversicherung ist für bestimmte Sparten äußerst hilfreich.
  4. Selbst der Tod ist nicht umsonst, auch bei Selbstständigen nicht.

Die Absicherung der Selbstständigen fängt prinzipiell schon bei den elementarsten Konzepten an, die im Übrigen aber für jedermann gelten: Der Abschluss einer Krankenversicherung gehört zum absoluten Pflichtprogramm, denn die Kosten für anfallende Behandlungen können sich schnell auf große Beträge summieren. Darüber hinaus ist eine Krankentagegeldversicherung empfehlenswert, welche im Fall längerer Krankheitsphasen den Einkommensausfall kompensieren kann. Hierzu sollte man sich als Selbstständiger zumindest einmal näher informieren. Berufshaftpflichtversicherungen hingegen decken typischerweise nicht nur Vermögensschäden, sondern auch Personenschäden ab, die man in Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit anderen Menschen zufügt. Das Thema Risikoabsicherung ist heutzutage unglaublich vielfältig. Man sollte sich daher hier weiter informieren.

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Selbstständige sehen sich durch ihre Eigenarbeit vielfachen Risiken ausgesetzt, die mit voller Härte zuschlagen können, Bildquelle: Depositphotos.com

Investitionen können sich im Nachhinein für später als hilfreich erweisen

Eine Möglichkeit, sich abzusichern, ist ein Aktiendepot zu eröffnen. Dabei ist es wichtig, sich vorab zu informieren und zu vergleichen. Die Seite deinefinanzen.de beispielsweise hat einige Depots, wie das DEGIRO Depot, unter die Lupe genommen. Positiv daran ist, dass niedrige Ordergebühren anfallen und das Wissen permanent erweitert werden kann. Wer mit der Investition in Aktien erfolgreich sein will, sollte jedoch zunächst einmal Erfahrungen mit einem kostenlosen Demokonto sammeln und sich zielführende Analysemethoden aneignen. Langfristig ist mit glücklichen Treffern ins Blaue hinein nämlich bei keiner Trading-Form Geld zu verdienen. Neben Aktien besteht jedoch zum Beispiel auch die Möglichkeit, Anleihen zu erwerben. Beide Anlageformen lassen sich kumuliert als Produktivkapital bezeichnen, mit dessen Hilfe eine ordentliche Rendite erzielt werden kann.

Die nachfolgende Übersicht verdeutlicht die Unterschiede noch einmal genauer:

Investitionen in Aktien:

  • Vorteile: Mögliche Kurssteigerungen sind sehr hoch; laufende Verzinsung.
  • Risiken: Richtige Strategie ist entscheidend, bei Insolvenz des Unternehmens droht Totalverlust.

Investitionen in Anleihen:

  • Vorteile: Schwankungen können durch Restlaufzeiten gesteuert werden, eignen sich gut als Mix im Portfolio.
  • Risiken: Anleihen mit anderer Währung unterliegen den Wechselkursverhältnissen.

Eine gänzlich andere Investition als diejenige in Aktien oder Anleihen, stellt die in eine Immobilie dar. Immobilien werden schon länger auch als Betongold bezeichnet. Der Wohnraum wird nämlich gerade in größeren Städten immer knapper, sodass sich gute Immobilien nach jetzigem Stand auch in ferner Zukunft noch hervorragend an den Mann bringen lassen werden.

Bei Versicherungen und Sparverträgen müssen Selbstständige aufpassen

Abschließend soll noch auf die Möglichkeit eingegangen werden, als Selbstständiger auf Versicherung und Sparverträge zur Vermögensbildung zurückzugreifen. Grundsätzlich unterschieden werden müssen zwei verschiedene Arten:

  1. Versicherungen und Sparverträge ohne staatliche Förderung
  2. Versicherungen und Sparverträge mit staatlicher Förderung

Während die Unterschiede anhand der Begriffsbezeichnung schon relativ plakativ auf dem Tisch liegen, fragt sich indes, welche Versicherungen ohne staatliche Förderung überhaupt existieren:

  • Lebensversicherungen
  • Kapitallebensversicherungen
  • Risikolebensversicherungen
  • Rentenversicherungen

Viele Selbstständig sind sich in Bezug auf diese Versicherungen ohne staatliche Förderung jedoch einig, dass sie aufgrund ihres ausgeprägten Renditeverlusts nicht sonderlich attraktiv sind. Besser sieht es da schon bei den Möglichkeiten aus, die sich im Zusammenhang mit der staatlichen Förderung, namentlich der Rürup-Rente, ergeben:

  • Gegenüber der gesetzlichen Rente ist die Rürup-Rente in Bezug auf die Leistungen gleichgestellt
  • Die monatliche Auszahlung beginnt bei dem Abschluss nach dem 01.01.2012 ab dem 62. Lebensjahr

Dennoch soll nicht verschwiegen werden, dass auch die Rürup-Rente Nachteile mit sich bringt. So wird sie unter anderem nachgelagert versteuert und ein Anbieterwechsel ist praktisch nie möglich. Außerdem sind keine Einmalzahlungen möglich, was vor allem bei schwerwiegender Krankheit eine wenig befriedigende Lösung darstellt.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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