Online vs. Offline Marketing – Was macht bei der Gründung mehr Sinn?

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 23 Januar, 2024
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Gerade in den ersten Monaten sind die Aufgaben von Existenzgründern schier überwältigend. Es geht darum, sich in die neue Materie einzuarbeiten, Kunden zu finden, gleichzeitig auf Themen wie die Buchhaltung zu achten und auch sonst eine Ein-Mann-Armee zu repräsentieren. So sehr man in der ersten Zeit aber auch auf den kurzfristigen Erfolg fokussiert ist, so sollte man nicht das langfristige Überleben der eigenen Unternehmung vergessen. Besonders im Bereich Marketing ist es wichtig, dass bereits in den ersten Monaten die Grundlage für Bekanntheit und Sichtbarkeit gelegt wird. Aber welche Maßnahmen aus dem Online- und Offline-Marketing kommen für diesen Zweck in Frage?   

Die Bedeutung des Marketings bei der Existenzgründung

Es kommt nicht alleine auf die kurzfristige Planung an. Die meisten Selbstständigkeiten scheitern nach einigen Monaten, weil nicht ausreichend Wert daraufgelegt wurde, dass man auch nach dem ersten Ansturm der Kunden weiter überleben kann. Daher ist es so wichtig, dass die verschiedenen Maßnahmen aus dem Marketing möglichst frühzeitig eingesetzt werden. Gezielte Kampagnen müssen dabei nicht immer direkt zu einem Verkauf führen. Langfristig kann es darum gehen, die Bekanntheit der eigenen Marke zu steigern und die allgemeine Sichtbarkeit in der Branche zu erhöhen. Entsprechend wichtig ist es, dass man sich als Gründer von Anfang an einen Plan macht, wie das Marketing funktionieren soll.

Online- und Offline-Marketing - welche Bereiche sind wichtig? 

Gerade durch das Internet haben sich die typischen und bewährten Methoden aus Werbung und Marketing in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Immer mehr Gründer und auch etablierte Unternehmen verlagern ihren gesamten Werbeeinsatz in Richtung Internet. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Hier kann die Zielgruppe direkt erreicht werden, es gibt weniger Streuverluste und gleichzeitig sind die Kosten auf den ersten Blick deutlich geringer als beim Offline-Marketing. Durch die ständig steigende Nutzung von sozialen Netzwerken und die damit verbunden Möglichkeiten für das E-Commerce werden Online-Marketing Maßnahmen immer beliebter. Es spricht also einiges für das Online-Marketing. In vielen Branchen wird sogar fast komplett auf offline Maßnahmen verzichtet. Das bedeutet aber nicht, dass die klassischen Methoden vergessen werden sollten!

Es ist gerade die Menge an Werbung im Internet, die in der heutigen Zeit für eine Art Renaissance des Offline-Marketings gesorgt hat. Die potentiellen Kunden sind wieder empfänglicher für gute Werbung außerhalb des World Wide Web. Der wohl wichtigste Faktor ist dabei vor allem die Qualität. Die Zeiten sind vorbei, in denen sich die Menschen in irgendeiner Form von nichtssagenden Flyern haben beeinflussen lassen. Heute kommt es auf gezielte Informationen an und auf eine gute Werbung für die eigenen Produkte. 

Man kann also auf keinen der beiden Kanäle vollständig verzichten. Wichtig ist, dass man dabei eine gute Mischung generiert und die individuellen Vorteile der unterschiedlichen Formen des Marketings für sich zu nutzen weiß. 

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Online vs. Offline Marketing – Was macht bei der Gründung mehr Sinn, Selbststaendigkeit.de

Die Online-Werbung - wie können Gründer sie richtig einsetzen? 

Der wohl größte Vorteil der verschiedenen Formen von Marketing im Internet ist der Umstand, dass viele von ihnen erst einmal kostenlos einsetzbar sind. Das gilt für die Vermarktung in den sozialen Netzwerken ebenso wie für den Aufbau einer guten Präsenz im Internet. Hier kommen zwar monatliche Kosten für das Hosting auf den Gründer zu, diese sind aber im Budget stets enthalten. Welche Maßnahmen für Marketing im Internet sollten genutzt werden? 

  • Webseite: Eine Webseite im Netz die mit der Hilfe von Suchmaschinenoptimierung im Internet bekannt gemacht wird, ist der Grundstein für späteren Erfolg im Netz. Hier lassen sich auch Produkte und Dienstleistungen direkt vermarkten.
  • Social Networks: Aufmerksamkeit kann bei Twitter, Facebook, Instagram und Co sehr einfach generiert werden. Auch hier ist die Erstellung der ersten Präsenzen erst einmal kostenlos. Mit einem guten Konzept für die Kommunikation wird nicht nur die Sichtbarkeit erhöht, sondern auch die Interaktion mit potentiellen Kunden.
  • E-Mail-Marketing: Wer sich bereits eine Basis von potentiellen Kunden aufgebaut hat, kann mit einem qualitativen Marketing für E-Mails die eigenen Produkte gut vermarkten.
  • Suchmaschinenwerbung: In den Suchergebnissen von Suchmaschinen wie Google oder Bing können Anzeigen gebucht werden. Man bietet dabei auf passende Keywords einen bestimmten Betrag und für den Höchstbietende werden die Anzeigen ausgespielt. Bezahlt wird dabei pro Klick (CPC=Cost Per Click). Für den Start ist so z.B. Google Adwords ein wirksamer Kanal, um sofort erste Besucher auf der Seite zu haben.

Gründer profitieren bei der Werbung im Internet also vor allem davon, dass sie ihre eigenen Ideen relativ frei umsetzen können und es kaum finanziellen Einsatz dafür braucht. Angesichts dessen, dass immer mehr Menschen im Internet auf der Suche nach Shops, Dienstleistern und Firmen sind, kann eine gute Präsenz hier nicht einfach ignoriert werden. Das Internet ist die Zukunft - aber nicht der einzige Kanal, der für die Werbung von Gründern für Interesse sein sollte.

Die Offline-Marketing als klassisches Standbein der Werbung 

Bevor das Internet zum alles dominierenden Medium wurde, waren die Unternehmen äußerst kreativ darin, wie sie Menschen von der eigenen Marke überzeugen und die Produkte vermarkten können. Auch heute gibt es noch viele gute Gründe dafür, warum die Werbung hier genutzt werden sollte. Das beginnt schon damit, dass viele Kunden empfänglich sind, da ein Großteil der Werbung aus der realen Welt verschwunden ist. Hier geht es vor allem um Informationen und Kundenbindung. Was sind die richtigen Werkzeuge? 

  • Visitenkarten: Gerüchte besagen, dass die Visitenkarte aus der Kommunikation zwischen Unternehmern verschwunden ist. Das stimmt natürlich nicht. Nicht nur im asiatischen Markt ist der Austausch von Kontaktinfos per Visitenkarte noch immer eine wichtige Tradition und ein Zeichen von seriösem Verhalten.
  • Flyer und Broschüren: Mit guten Informationen und hochwertigen Inhalten sind die potentiellen Kunden auch heute noch davon zu überzeugen, dass man der richtige Partner ist. Hier kommt es vor allem auf die Qualität der Inhalte an.
  • Sponsoring: Mit der Hilfe von Bannern, Firmenschildern und einer Platzierung auf Werbeflächen kann die eigene Sichtbarkeit noch immer stetig erhöht werden.
  • Displaysystem für Messen & Events: Gerade in der Gründungsphase sind Messen und Events besonders wichtig, um Word-of-Mouth-Marketing zu betreiben. Events für Gründer sind hier besonders entscheidend. Sie bieten gute Gelegenheiten um sich mit anderen Gründern oder möglichen Investoren auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Displaysysteme wie RollUps oder L-Banner sind dabei perfekt geeignet, um das junge Unternehmen professionell zu präsentieren.
  • Plakate oder Poster: Ja, auch die guten alten Plakate und Poster können noch sehr effektiv sein. Sie können in Städten, Clubs oder anderen Lokalitäten, in denen die eigene Zielgruppe zu finden ist, aufgehängt werden.
  • Aufkleber: Klein, groß, rund, eckig, schwarz-weiß oder ganz bunt. Aufkleber bietet immer eine gute Möglichkeit für relativ geringe Kosten Aufmerksamkeit zu erlangen. Der Kreativität beim Design und bei der Verbreitung sind dabei keine Grenzen gesetzt.
  • Werbe- und Firmenschilder: Je nach Unternehmensart können auch Werbe- oder Firmenschilder für mehr Bekanntheit sorgen. Besonders bei Stationären Läden sorgen auffällige Schilder für mehr Besucher im Laden.

Die Methoden aus dem Offline-Marketing sind auf den ersten Blick mit Kosten verbunden. Sie sorgen aber in einer Welt, in der die Nutzer längst von digitaler Werbung überreizt sind, für eine erhöhte Sichtbarkeit. Die Empfänglichkeit hat sich in den vergangenen Jahren stetig gesteigert und heute kann man von einer guten Offline-Werbung profitieren.

Die richtige Mischung für ein Konzept erarbeiten 

Am Ende kommt es darauf an, dass man auf die richtige Mischung setzt. Marketing und Werbung sind wichtig, sie dürfen aber gerade in den ersten Monaten nicht zu viel Zeit beanspruchen. Der Aufbau Internetpräsenz sollte dabei stets die oberste Priorität genießen, weil dieser der am schnellsten wachsende Markt ist. Besonders Unternehmer und Gründer, die von einem regionalen Geschäft abhängig sind, profitieren aber noch immer am meisten von einer guten Offline-Werbung. Allgemein gilt es immer die passenden online sowie offline Marketing-Maßnahmen je nach Branche zu wählen. Es gibt keine pauschalen Regeln für erfolgreiches Marketing. Kreativität und Einfallsreichtum über alle Kanäle hinweg führen aber häufig zum Erfolg.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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