Online-Marketing für Selbstständige und KMUs

Verfasst von Dennis.Singh. Zuletzt aktualisiert am 19 Mai, 2024
Lesezeit Minuten.
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Freelancer scheuen oft Investitionen in das eigene Online-Marketing. Verantwortlich dafür sind Vorurteile, laut denen Online-Marketing ressourcenintensiv ist und hohe Kosten verursacht. Oft können sich KMUs und Selbstständige aber schon mit kleinen Investitionen deutliche Wettbewerbsvorteile verschaffen und ihre Konkurrenz überholen, denn wirksames Online-Marketing kann auch ohne große Budgets die Bekanntheit des Unternehmens erhöhen und neue Kunden gewinnen. Welche Maßnahmen dazu geeignet sind, zeigt unser Ratgeber.  

Suchmaschinenoptimierung (SEO) für gute Platzierungen bei Google

Google ist mit 2,4 Millionen Suchanfragen pro Minute die wohl wichtigste Informationsquelle im Internet. Ein Großteil der Nutzer (99,1 %) besucht jedoch ausschließlich Webseiten auf der ersten Seite. KMUs und Selbstständige müssen also den Anspruch haben, dass ihre Internetseite für essenzielle Keywords auf den ersten Plätzen liegt. Inzwischen gibt es Agenturen, die spezialisiert auf Selbstständige und KMUs sind und bei Umsetzung von entsprechenden SEO-Maßnahmen helfen.

Die Möglichkeiten und Vorteile von SEO

  • Eine bessere Position in den SERPS (Search Engine Result Pages), also den Suchergebnissen bei Google und Co., verbessert die Sichtbarkeit des Unternehmens. Die Internetseite erhält dadurch mehr Besucher, die Interesse an den Dienstleistungen oder dem Produkt haben und das Unternehmen kann schlussendlich neue Kunden gewinnen.
  • Viele KMUs fokussieren sich seit ihrer Gründung auf eine kleine Zielgruppe. Eine gute Position in den Suchergebnissen kann dabei helfen, auch von Unternehmen aus anderen Branchen gefunden zu werden. SEO kann somit dabei helfen, auch bei Kunden aus bisher nicht angesprochenen Branchen oder Regionen bekannt zu werden.
  • Lokale Suchen, also zum Beispiel nach einem Hotel oder Restaurant, haben meist eine kommerzielle Absicht. Ortsgebundene Unternehmen, die ein optimiertes Unternehmensprofil (früher Google My Business) besitzen, können in vielen Städten mit geringem Aufwand eine gute Position erreichen und dadurch viele potenzielle Kunden in ihre Niederlassung locken.
  • KMUs und vor allem Freelancern fehlt bei der Akquise neuer Kunden oft die nötige Glaubwürdigkeit. Dank Suchmaschinenoptimierung (SEO) können aber auch sie potenzielle Kunden erreichen und diese mit ansprechenden Inhalten auf ihrer Internetseite überzeugen. Indirekt hilft SEO also dabei, die Glaubwürdigkeit eines Unternehmens zu verbessern und neue Kunden zu gewinnen.
  • Die Suchmaschinenoptimierung ist oft eine verhältnismäßig günstige Marketing-Maßnahme. KMUs können deshalb auch mit ihren begrenzten Ressourcen in vielen Fällen mit großen Unternehmen und Konzernen konkurrieren, wenn in Zusammenarbeit mit einer professionellen Agentur eine entsprechend gute Onpage- und Offpage-Optimierung durchgeführt wird.

Die Nachteile von SEO

  • Die Suchmaschinenoptimierung funktioniert nicht in Echtzeit. Bis die umgesetzten Maßnahmen zu einem besseren Ranking führen, können einige Monate vergehen. SEO eignet sich deshalb nur als langfristige Maßnahme, kann jedoch nicht kurzfristig die Besucher erhöhen.
  • Der Google-Algorithmus entscheidet auf Basis mehrerer hundert Faktoren, welche Webseiten in den SERPS vorne erscheinen. Weil diese Faktoren von Google geheim gehalten werden, können auch erfahrene SEOs nicht garantieren, dass die SEO-Maßnahmen den gewünschten Erfolg einbringen. Agenturen, die Rankings garantieren, sind nahezu immer unseriös und sollten gemieden werden.
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Online-Marketing für Selbstständige und KMUs. Bildquelle: Depositphotos.com

Search Engine Advertising (SEA) – Bezahlte Ads auf bei Google und Co.

Search Engine Advertising (SEA) gehört neben Suchmaschinenoptimierung (SEO) zum Search Engine Marketing (SEM), also dem Suchmaschinenmarketing. Es handelt sich dabei um bezahlte Anzeigen, die bei den meisten kommerziellen Suchbegriffen noch vor den organischen Suchergebnissen angezeigt werden. Anstatt die ihre Position in den SERPS zu verbessern, können KMUs und Freelancer beim Search Engine Advertising also Google dafür bezahlen, dass ihre Internetseite bei relevanten Suchanfragen prominent platziert wird.

Die Vorteile von SEA

  • Das Search Engine Advertising (SEA) kann unmittelbar zu Ergebnissen führen, weil die geschalteten Werbekampagnen meist nach nur wenigen Stunden online sind.
  • Die natürlichen Suchergebnisse unterliegen hohen Schwankungen. Die Klickpreise beim SEA schwanken hingegen deutlich weniger stark. Dies gibt Unternehmen eine hohe Planungssicherheit.
  • Beim SEA entstehen Kosten nur bei einem nachweislichen Nutzen, also wenn durch die Anzeigen Klicks auf die Internetseite des KMUs generiert worden sind.
  • Google und Co. bieten beim SEA zahlreiche Optionen zur Targetierung der Nutzer. Anzeigen können so gezielt an Menschen aus einer bestimmten Region, mit bestimmten Interessen oder anhand anderer Kriterien ausgespielt werden. Streuverluste, durch unpassende Werbung, können bei einer gut optimieren SEA-Kampagne also vermieden werden.

Die Nachteile von SEA

  • Bei SEA-Kampagnen kommen Besucher nur auf die Internetseite, solange die Anzeigen aktiv sind. Es entstehen deshalb dauerhaft Kosten und die Wirkung ist nicht nachhaltig.
  • In einigen Branchen (z.B. Finanzen, Versicherungen …) sind die Klickpreise sehr hoch. Besonders KMUs und Freelancer mit sehr kleinen Budgets können sich deshalb nicht immer eine SEA-Kampagne leisten.
  • SEA-Kampagnen benötigen eine permanente Betreuung durch einen Experten. Werden Kampagnen nicht optimiert, kann es dazu kommen, dass Unternehmen Klicks kaufen, aus denen keine Conversions entstehen.

Native Advertising als Alternative zu SEA

Neben dem klassischen Search Engine Advertising (SEA) bei Google und Co. hat sich als bezahlte Werbeform in den letzten Jahren das Native Advertising etabliert. Es handelt sich dabei um verschiedene Werbeformen, wie Advertorials, Sponsored Content und Bild-/Text-Anzeigen, die im Stil des Publishers auf dessen Webseite eingebunden werden. Besonders im B2C-Marketing werden diese Anzeigen oft positiv wahrgenommen.

Suchmaschinenoptimierung (SEO) oder Search Engine Advertising (SEA) oder beides?

Bei den meisten KMUs und Freelancern ist es sinnvoll, parallel in die Suchmaschinenoptimierung (SEO) und das Search Engine Advertising (SEA) zu investieren. Das bezahlte SEA kann somit unmittelbar die Besucher erhöhen, während die SEO mittel- und langfristig die Position in den Suchergebnissen verbessert. Zudem können KMUs durch die Kombination der beiden Maßnahmen ihr meist gutes Wissen über ihre Nische optimal nutzen, um auf Keywords zu optimieren, die die gleichwertige Konkurrenz oder Großunternehmen vernachlässigen.

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Eine optimierte Onlinepräsenz kann mit einem gut kalkulierbarem finanziellen Einsatz zu objektiv überprüfbaren Ergebnissen führen. Bildquelle: Depositphotos.com

Kaltakquise und Outreach zur Ansprach neuer Kunden

Die Kaltakquise, auch bekannt als Outreach, ist eine weitere Methode, mit der KMUs und Selbstständige ohne großen finanziellen Einsatz neue Kunden ansprechen können. Der Sammelbegriff „Kaltakquise“ umfasst alle Maßnahmen, bei denen Kontakt mit Unternehmen und oder Personen aufgebaut werden soll, mit denen zuvor keine Geschäftsbeziehung bestand, also etwa Cold Calls und der Outreach per E-Mail oder LinkedIn.

Die Vorteile der Kaltakquise

  • Die Kaltakquise bietet ein großes Kundenpotenzial, wenn eine entsprechende Datenbank zur Kontaktaufnahme und gute Verkäufer vorhanden sind.
  • Dank spezialisierter Dienstleister kann die Kaltakquise gut ausgelagert werden.
  • Moderne Softwarelösungen können die Kaltakquise teilweise automatisieren.

Die Nachteile der Kaltakquise

  • In Deutschland ist die Kaltakquise rechtlich stark reguliert. Besonders im B2C-Geschäft verbietet das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb (§ 7 UWG) den Kontakt per Telefon, E-Mail oder Fax vollständig. Erlaubt sind hier ohne vorherige Zustimmung der kontaktierten Person lediglich Briefe. Im B2B-Bereich ist die Kaltakquise hingegen erlaubt, wenn das kontaktierte Unternehmen „mutmaßliches Interesse“ an dem Produkt oder der Dienstleistung haben könnte.
  • Die Kaltakquise ist ressourcenintensiv und zeitaufwendig, weil sie Personal bindet. Die Kosten für die Gewinnung eines Neukunden sind deshalb oft hoch.
  • Viele Kontaktpersonen fühlen sich durch die Kaltakquise gestört. Die Erfolgsquote ist im Vergleich zu anderen Methoden deshalb oft gering.

Fazit – KMUs sollten Online-Marketing nutzen

Werbemaßnahmen, wie Messeauftritte, Anzeigen in bekannten Zeitungen und Zeitschriften oder Plakataktionen können sich die meisten KMUs und Freelancer nicht leisten. Eine optimierte Onlinepräsenz kann hingegen mit einem gut kalkulierbarem finanziellen Einsatz zu objektiv überprüfbaren Ergebnissen führen.

In Unternehmen mit kleinen Werbebudgets gehören Suchmaschinenoptimierung (SEO), Search Engine Advertising (SEA) und die Kaltakquise deshalb oft zu den effizientesten Maßnahmen, um Neukunden anzusprechen und die Umsätze zu erhöhen. Welche Online-Marketing-Maßnahmen sich für das jeweilige KMU am besten eignen, sollte im Optimalfall mit einer erfahrenen Agentur eruiert werden.


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