Mit diesen Helferlein hält man sein Büro-Team bei der Stange

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 9 März, 2024
Lesezeit Minuten.
Gerade in frisch gegründeten Unternehmen ist es eine Tatsache, dass dort Leistungen abverlangt werden, die weitaus höher sind, als das, was in einem gefestigten Betrieb geliefert werden muss. Wo das Budget noch nicht für mehr Mitarbeiter ausreicht, wo für Erfolg und Etablierung am Markt hart gekämpft werden muss, da sind Stress und lange Arbeitszeiten viel prävalenter. Doch Sie selbst haben es in der Hand, das Team durch kleine Annehmlichkeiten bei der Stange zu halten. Und das wird sich definitiv auszahlen, auch wenn es zunächst Investitionen bedingt. Welche Annehmlichkeiten das sein könnten, zeigt der folgende Ratgeber.  

1. Ein (gefüllter) Kühlschrank

So sehr man als Gründer vielleicht auch die Maxime noch im Kopf hat „ein voller Bauch studiert nicht gern“, so wahr ist doch, dass Stressresistenz und Leistungsfähigkeit unmittelbar mit der Nährstoffversorgung verknüpft sind.

Ein voller Bauch mag vielleicht nicht gern studieren, aber er ist viel mehr in der Lage, seinem Besitzer die für die Arbeit notwendigen Energiereserven zur Verfügung zu stellen.

Aus diesem Grund sollte zur Firma ein Kühlschrank gehören. Das ist praktisch das Minimum. Doch wo es im späteren Unternehmensverlauf tatsächlich ausreichen kann, nur den Schrank selbst zur Verfügung zu stellen, damit die Mitarbeiter ihn selbst füllen, sollte er im Start-Up jederzeit zumindest mit einer Grundversorgung an Brainfoods befüllt sein:

  • Wasser
  • Energy-Drinks
  • Müsliriegel
  • Studentenfutter
  • Obst
  • Joghurt
  • Vollkornbrot

So kann sich jeder bedienen, muss keine Zeit mit mittäglichen Gängen zum Supermarkt oder zur Imbissbude vergeuden – wo viele dann auch dazu tendieren, sich den Bauch mit schwerem Essen vollzuschlagen, was dann tatsächlich die Leistungsfähigkeit reduziert.

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Mit diesen Helferlein hält man sein Büro-Team bei der Stange, Selbststaendigkeit.de

2. Eine anständige Kaffeemaschine

Die deutsche Sozialpädagogin Helga Schäferling brachte es dereinst auf den Punkt, als sie sagte:

„Kaffeestunde ist Geisterstunde. Es werden sämtliche Lebensgeister mobilisiert!“

Man kann es gut finden oder auch nicht, aber Kaffee ist der gar nicht so geheime Treibstoff der Weltwirtschaft. Gäbe es plötzlich keinen Kaffee mehr, hätten Millionen von Unternehmen ein ganz erhebliches Problem.

Und gerade in einem hektischen Start-Up ist es deshalb schon eine Grundvoraussetzung, dass jederzeit heißer Kaffee bereitsteht. Vor allem, um dank Koffein einen Energiekick zu liefern. Aber auch, weil jeder weiß, dass eine Tasse heißer Kaffee, selbst wenn sie direkt am Schreibtisch genossen wird, wie eine Micro-Pause wirkt. Oft genug das kleine Quäntchen Entspannung, das man braucht, um den Tag erfolgreich durchzustehen.

Allerdings sollte es kein dröger Filtertütenautomat sein. So viele Ansprüche darf man auch im Start-Up stellen. In dem Fall empfiehlt es sich, auf professionelle Kaffeevollautomaten zu setzen. Die können nicht nur mehr, sondern sind auf „Bürobetrieb“ ausgelegt, haben also eine erheblich größere Lebensdauer. Nach der Anschaffung sollten Sie unbedingt auch darauf achten, dass Ihre Kaffeemaschine kontinuierlich gereinigt und entkalkt wird.

3. Eine Chillout-/Kreativzone

In Abwandlung eines alten Spruchs sollte man heute als Selbstständiger, ganz gleich in welcher Branche man unterwegs ist, eine Maxime beherzigen:

„Von Google lernen heißt siegen lernen“

Denn bei dem Suchmaschinen-Giganten ticken die Uhren in vielerlei Hinsicht anders. Und es dürfte unstrittig sein, dass die ganzen Annehmlichkeiten, die Google seinen Mitarbeitern spendiert, zu einem erheblichen Teil dazu beitragen, dass in Mountain View nicht nur sprichwörtlich der Mittelpunkt der kreativen Welt liegt.

Natürlich wird es in einem kleinen Start-Up nicht möglich sein, im Keller einen Minigolfplatz zu errichten, Massagesessel aufzustellen oder Etagen per Rutsche zu verbinden. Muss es aber auch gar nicht.

Aber ein Raum sollte, egal wie klein er ist, zur kreativen Chillout-Zone gemacht werden. Dazu reichen:

  • Eine oder zwei Couches
  • Sitzsäcke
  • Vielleicht ein Klimagerät, falls das restliche Büro nicht klimatisiert ist
  • Decken
  • Anschlussmöglichkeiten für Digitalgeräte

Ziel ist es nicht, einen zweiten Pausenraum zu erschaffen. Tatsächlich sollte der von der Chillout-Zone räumlich getrennt sein. Es geht viel mehr darum, seinen Mitarbeitern zu ermöglichen, ihre Kreativität und Leistung auch abseits von Bürostuhl und Schreibtisch entfalten zu können.

Man muss nicht vor dem PC-Monitor sitzen, um Leistung zu erbringen. Im Gegenteil, weitaus häufiger zahlt es sich aus, wenn man einfach mal die Füße hochlegen und in Ruhe nachdenken kann.

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Auch mit Blick auf die Betriebsspionage ist es nicht ratsam, dass Mitarbeiter von ihrem Firmenrechner aus im Internet surfen, Selbststaendigkeit.de

4. Ein taugliches WLAN

Es mag, schon aus Gründen von Produktivität und vor allem der zunehmenden Betriebsspionage, auch in kleinen Unternehmen nicht ratsam sein, dass Mitarbeiter von ihrem Firmenrechner aus das Netz unsicher machen können.

Wenn neben dem zu bearbeitenden Dokument auf dem Browser auch Facebook und Co. geöffnet sind, lenkt das schlicht und ergreifend ab.

Allerdings muss man als Selbstständiger verstehen, dass die Lebensrealität eines großen Teils der Menschen nun mal sehr digital ist. Manche reagieren darauf, indem sie strenge No-Smartphone-Policies einführen.

Aber wenn man ein Team leiten will, das auch bei Überstunden motiviert bleibt, das den Arbeitsplatz als heimeligen Ort begreift, ist das der falsche Lösungsansatz. Tatsächlich sollte man deshalb nicht nur die private Smartphone-Nutzung erlauben, sondern durch ein WLAN, das wirklich den gesamten Betrieb versorgt, sogar fördern.

Aus Gründen der IT-Sicherheit sollte dieses Netzwerk natürlich vom eigentlichen Firmennetz abgekoppelt sein, aber das ist ja technisch kein Problem. Für die Mitarbeiter bedeutet es, dass sie auch dann mit ihren Lieben Kontakt halten können, wenn der Arbeitstag notgedrungen mal wieder länger dauert. Und das allein kann schon für enorme Motivationsschübe sorgen.

5. Ausreichend Parkplätze

So sehr es sich Mobilitäts-Visionäre auch wünschen, so sehr Politiker umsteuern möchten, so sehr Umweltschützer auch die Trommel rühren: ÖPNV ist schlicht und ergreifend in vielen Orten Deutschlands einfach mangelhaft und wird es auch noch für lange Zeit bleiben.

Und selbst dort, wo er halbwegs gut aufgestellt ist, ist es doch immer noch ein Problem, dass ÖPNV-Fahrten ungleich länger dauern als eine Autofahrt – wo man selbst im Stau wenigstens noch in der Privatsphäre seines eigenen Autos sitzen kann.

Für ein Unternehmen kann es ob dieser Tatsachen durchaus einen gewaltigen Unterschied machen, ob ein Mitarbeiter, wenn er morgens vor einem langen Arbeitstag eintrudelt, bereits eine einstündige, von Umstiegen und Umwegen begleitete Bus- und Bahn-Odyssee hinter sich hat, oder ob er den Tag zuhause langsamer angehen lassen konnte und per Auto direkt zur Arbeit fuhr.

Bloß ist es dafür unabdingbar, dass jeder Mitarbeiter einen Parkplatz hat. Er muss nicht mal dicht an der Firma liegen. Es sollte nur sichergestellt sein, dass die Autos, Fahrräder, Motorroller und Co. einen festen, kostenlosen Platz ohne viel Sucherei haben.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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