Wachsende junge Online-Shops: Macht ein Fulfillment-Partner Sinn?

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 12 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
Viele junge Unternehmen verkaufen ihre Ware über eigene Online-Shops und erreichen so eine Vielzahl von Kunden. Durch den Ausbau von Marketingaktivitäten oder den unerwarteten Erfolg des eigenen Produktes kann es schnell zu erheblichen Nachfrageanstiegen kommen, die das Unternehmen und seine logistischen Prozesse überfordern können.  

Logistikprobleme junger Online-Shops

Junge Unternehmen und Online-Shops sind grundsätzlich auf Wachstum ausgerichtet. Allerdings ist es schwer zu kalkulieren, wie stark dieses zu welchem Zeitpunkt ausfällt. Neben den saisonalen Schwankungen, auf die jedes junge Unternehmen unbedingt vorbereitet sein sollte, stellt sich ab einem gewissen Zeitpunkt die Frage, ob eine Kooperation mit einem Fulfillment-Partner eine sinnvolle Lösung zur Bewältigung steigender Nachfragen darstellt.

Zu Beginn sieht die Logistik von Startups oft improvisiert aus: In den eigenen Geschäftsräumen stapeln sich Kartons und Blanko-Etikettenrollen für den DHL-Versand. Die Etiketten werden für jede eingehende Bestellung bedruckt und am Versandkarton angebracht. Die einzelnen Bestellungen werden nacheinander abgearbeitet und am Ende des Tages für den Versand zur Post gebracht.

Da junge Unternehmen und Online-Shops aber grundsätzlich auf Wachstum ausgerichtet sind, muss mittelfristig eine professionelle Logistik mit strukturierten Abläufen etabliert werden, die mit einer steigenden Nachfrage skaliert werden kann. Allerdings ist es schwer zu kalkulieren, wie stark das Wachstum zu welchem Zeitpunkt ausfällt. Neben den saisonalen Schwankungen, auf die jedes junge Unternehmen unbedingt vorbereitet sein sollte, stellt sich ab einem gewissen Zeitpunkt trotz Professionalisierung und Ausbau der eigenen Logistik die Frage, ob eine Kooperation mit einem Fulfillment-Partner eine sinnvolle Lösung zur Bewältigung steigender Nachfragen darstellt.

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Wachsende junge Online-Shops: Macht ein Fulfillment-Partner Sinn? Bildquelle: Depositphotos.com

Wann ist der richtige Zeitpunkt, das Fulfillment outzusourcen?

Spätestens sobald die logistischen Abwicklungsprozesse des eigenen Unternehmens am Leistungsmaximum operieren, idealerweise jedoch bereits zu einem früheren Zeitpunkt, sollte mit der Planung für die künftige Abwicklung der Logistik begonnen werden. Die Wahl eines Fulfillment-Partners ist hier eine Möglichkeit. Durch professionelle Erfahrung im Bereich Logistik kann dem Unternehmen eine große organisatorische wie auch finanzielle Last abgenommen werden. Die Kooperationen reichen hier von der Auslagerung einzelner Logistikbereiche bis hin zur Auslagerung der gesamten Logistik.

Das Outsourcing einzelner Geschäftsbereiche schafft im Unternehmen neue Freiräume, so dass Ressourcen auf andere Bereiche, wie das Marketing oder das Customer-Relationship-Management (CRM)  des Unternehmens fokussiert werden können. Allerdings sollten bei einer Entscheidung auch bedacht werden, dass durch Outsourcing die direkte Kontrolle über die gesamte oder Teile der Distributionskette abgeben wird. Deshalb sollte zunächst sichergestellt werden, dass der gewählte Logistik-Partner das Produkt und die Bedürfnisse des Unternehmens versteht und sein Leistungsspektrum diesen gerecht werden kann.

Kosten und Service

Je nach Fulfillment-Partner differiert der Serviceumfang. Bei vielen Partnern ist es möglich, die gewünschten Leistungen individuell anzupassen und somit auch flexibel in Sachen Nachfragesteigerung oder Expansion zu sein. Bei Bedarf übernimmt der Fulfillment-Partner den Wareneingang, die Lagerung, die Kommissionierung und die Verpackung sowie den Versand der Waren. Besonders attraktiv kann auch die Auslagerung des Retourenmanagements sein. Kunden erwarten, dass sie Waren einfach und problemlos wieder zurücksenden können. Zum Erhalt der Kundenzufriedenheit ist hier eine schnelle Abwicklung erforderlich. Schließlich geht es um das Geld des Kunden.

Eine Partnerschaft ist selbstverständlich auch mit gewissen Kosten verbunden, doch grundsätzlich gelten transaktionsgebundene Kosten. Dementsprechend entstehen die Kosten für das Unternehmen erst dann, wenn sie auch in Anspruch genommen werden.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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