Tipp 1: die Nachfolgeformen kennen
Die Übergabe eines Betriebes kann über verschiedene Formen der Nachfolge stattfinden. Die wohl häufigste ist der Generationswechsel innerhalb der Familie. Hier gilt es, das Unternehmen möglichst frühzeitig darauf vorzubereiten und offen mit allen Beteiligten zu sprechen. Andernfalls wird die Autorität von Sohn oder Tochter vielleicht untergraben. Zudem können Probleme innerhalb der Unternehmen schnell in die Familie getragen werden. Wer bei einem Generationswechsel bleibt, muss seine Emotionen in den Hintergrund stellen und auf so manch alte Gewohnheiten vielleicht verzichten.
Findet ein Betrieb keinen familiären Nachfolger, ist ein externer Fremdgeschäftsführer denkbar. Er muss ausreichend Kapital und genügend Qualifikation mitbringen, ein Unternehmen zu leiten. Auch hier gilt es, den Wechsel rechtzeitig zu planen, damit sich alle Beteiligten gut auf die neue Situation einstellen können. Vielleicht findet sich auch ein Mitarbeiter in den eigenen Reihen, der eine gewisse Qualifikation zur Betriebsführung mitbringt. Er kennt bereits innere Abläufe, muss aber Führungsqualität aufweisen. Nicht jeder Mitarbeiter ist trotz guter Leistung auch ein fähiger Nachfolger.
Tipp 2: Beratungsangebote nutzen
Eine erfolgreiche Nachfolge benötigt nicht nur eine gute Planung, sondern auch eine gute Beratung. Oftmals ist eine externe Beratungsstelle wichtig, um rechtliche und finanzielle Fragen zu klären. Zwischen dem Berater und dem Nachfolger sollte stets eine persönliche Sympathie herrschen. Schließlich handelt es sich um eine längere Zusammenarbeit, bis die Übernahme erfolgreich geglückt ist.
Teilweise stehen Förderprogramme zur Verfügung, die eine solche Beratung unterstützen. Selbst personelle oder organisatorische Fragen können dann Bestandteil sein. Die Informationen über die IHK sind oftmals kostenfrei verfügbar. In regelmäßigen Abständen werden entsprechende Kurse oder Informationsabende angeboten. Für die finanziellen Geschäfte der Nachfolge oder anwaltliche Schreiben ist oft eine Unternehmensbewertung notwendig. Die unabhängigen Sachverständigen der Valuta erstellen ein Gutachten zur Unternehmensbewertung und können beispielsweise prüfen, wie angemessen die Kostenvorstellungen bei einer Nachfolge sind.
Tipp 3: Führungsqualitäten beweisen
Der Nachfolger sollte möglichst früh in das Unternehmen eingebunden werden und seine Führungsqualitäten rechtzeitig unter Beweis stellen. Schließlich geht es nicht mehr darum, ein junges oder kleines Unternehmen aufzubauen. Es gibt bereits feste Strukturen und wichtige Prozesse sind vorhanden. Auch um Mitarbeiter und Kunden muss sich der Nachfolger zunächst keine Gedanken machen. Er sollte sich aber seiner eigenen Führungsqualität und seinem Auftreten sicher sein. Bestenfalls ist die Branche vom Nachfolger mit Bedacht gewählt und er bringt erste Vorkenntnisse mit. Zudem muss die Unternehmensgröße mit dessen Fähigkeiten harmonieren. Nicht alle Führungskräfte sind auch qualifiziert genug, ein großes Unternehmen zu leiten. Eine ebenso wichtige und oft unterschätzte Kompetenz ist die Mitarbeiterführung. Schon bei der Auswahl eines geeigneten Unternehmens zur Nachfolge müssen beide Parteien die richtigen Filter setzen. Im Fokus sollte eine möglichst hohe Passgenauigkeit stehen.
Die Unternehmensübernahme sollte gut geplant sein. Bildquelle: StartupStockPhotos
Tipp 4: Fortführungsplan erarbeiten
Die Nachfolge ist nach einem festen Plan durchzuführen. Dafür sind zunächst die Ziele zu definieren, die der bisherige Unternehmer hat. Häufig stellen die Inhaber ihre eigene Firma recht optimistisch dar, was unbewusst geschieht. Schließlich ist er von seinem Handeln und dem bisher erreichten Erfolg überzeugt. Ein Fortführungsplan bindet diese Unternehmensphilosophie und die bisher gültigen Wertvorstellungen mit ein und kombiniert sie mit den Vorstellungen des Nachfolgers. Dazu gehört die künftige Geschäftsentwicklung mit allen Zahlen. Im Grunde wird ein neuer Businessplan erarbeitet, der den klassischen Ist-Zustand zeigt und die Weichen für den Soll-Zustand stellt. Dafür müssen vielleicht einige der Fragen beantwortet werden:
- Soll sich das Unternehmen weiterentwickeln oder komplett neu strukturieren?
- Bleibt das Erscheinungsbild erhalten oder geht die Nachfolge mit einer umfassenden Modernisierung einher?
- Erfolgt der Übergang fließend und gemeinsam mit dem Senior-Geschäftsführer oder gibt es einen abrupten Wechsel?
- Können die Mitarbeiter behalten werden oder ist an einigen Punkten ein Austausch oder eine Kürzung notwendig?
- Stimmen die bisher vergebenen Hierarchien oder gibt es eine neue Struktur für das Unternehmen?
- Kann die Rechtsform erhalten bleiben?
Tipp 5: Veränderungen zulassen und emotional loslassen
Mit dem erarbeiteten Fortführungsplan müssen sowohl Inhaber als auch Nachfolger zufrieden sein. Erst dann ist die Übernahme einzuleiten. Das gestaltet sich trotz genauer Vorgaben und Plan allerdings nicht immer einfach. Beim Senior spielen Emotionen und alte Gewohnheiten eine wichtige Rolle. Schließlich will er das mühevoll aufgebaute Unternehmen nicht einfach in neue Hände geben. Hier ist es Zeit loszulassen. Sind Prioritäten und Aufgabenbereiche geklärt, können auch Veränderungen zugelassen werden. Der Nachfolger bringt seine eigene Handschrift in das Unternehmen ein, modernisiert an genau der richtigen Stelle und überführt alte Ideen und Wertevorstellungen in ein neues Zeitalter. Auch hier helfen externe Experten gern weiter, die Nachfolge möglichst ohne Reibungspunkte durchzusetzen.