Selbstständig machen als Immobiliengutachter

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 12 Januar, 2024
Lesezeit Minuten.
In den letzten Jahren gibt es immer mehr Leute, die versuchen einen Weg in die Selbstständigkeit zu finden. Sicher hat auch das Arbeiten als Angestellter seine Vorteile, denn bei einer Anstellung hat man seine festen Arbeitszeiten und auch das entsprechende Gehalt am Ende des Monats ist gesichert. Aber trotz aller Risiken hat eine Selbstständigkeit durchaus ihren Reiz. Im Bereich der Immobilienwirtschaft gibt es beispielsweise die Möglichkeit, sich als Immobiliengutachter selbstständig zu machen.  

Welche Aufgaben übernimmt ein Immobiliengutachter 

In den meisten Fällen wird ein Immobiliengutachter beim Kauf einer Immobilie dazugezogen. Das macht durchaus Sinn, denn die wenigsten kennen sich beim Thema Hauskauf mit allen wichtigen Dingen zur Einschätzung des Wertes eines Objektes aus. Die Bewertungsobjekte eines Immobiliengutachters können sehr unterschiedlich sein. In vielen Fällen handelt es sich um Privathäuser, aber es kommt natürlich genauso vor, dass Gewerbeimmobilien durch einen Immobiliengutachter bewertet werden sollen. Der Immobiliengutachter schätzt grundsätzlich den Wert einer Immobilie aufgrund seiner Erfahrung und anhand des Zustandes des Objektes ein. Damit hat ein Immobiliengutachter wichtige Aufgaben und stellt sowohl dem Käufer als auch dem Verkäufer wichtige Informationen zur Verfügung. Daher ist es unerlässlich, dass sich der Immobiliengutachter mit den gängigen Wertermittlungsmethoden und Verordnungen der BelWertV, ImmoWertV, sowie der WertR auskennt.

Wie man Immobiliengutachter werden kann

Die Berufsbezeichnung des Immobiliengutachters ist nicht geschützt. Daher gibt es keinen einheitlichen Weg durch den man diesen Beruf als Angestellter oder auch als Selbstständiger ausüben kann. Allerdings ist es erforderlich, dass man über ausreichend fachliche Kompetenzen verfügt, um als Immobiliengutachter tätig zu werden. Oftmals entscheiden sich im Laufe ihrer Karriere auch Immobilienmakler dafür, sich als Immobiliengutachter selbstständig zu machen. Wobei es wichtig ist, dass man dann über eine langjährige Erfahrung im Bereich der Immobilienwirtschaft verfügt und man sich zusätzliches Fachwissen beispielsweise über Fortbildungen und Schulungen angeeignet hat. In Deutschland kann ein Immobiliengutachter eine ganze Reihe von Zertifikaten erwerben, um seine fachliche Eignung für diese Tätigkeit nachzuweisen. Wenn Sie sich dafür entscheiden, sich als Immobiliengutachter selbstständig zu machen, müssen Sie darüber hinaus natürlich noch die Anforderungen an eine Existenzgründung erfüllen.

Selbstständig machen als Immobiliengutachter_TB2

Selbstständig machen als Immobiliengutachter. Bildquelle: Depositphotos.com

Was durch einen Immobiliengutachter bewertet wird

Ein Immobiliengutachter nimmt bei dem Ortstermin die komplette Immobilie sowie das Grundstück in Augenschein und begutachtet das Gebäude innen und außen. Nach der Ortsbesichtigung erstellt der Immobiliengutachter mit den festgestellten Gegebenheiten und den notwendigen Unterlagen ein sogenanntes Immobiliengutachten. Hierbei liefert der Gutachter nicht nur eine Beschreibung des Grundstücks, sondern auch eine Beschreibung des Objektes an sich und auch sogenannte Mikro- und Makrolage des Objektes fließt in die Bewertung mit ein. Darüber hinaus bezieht der Gutachter noch bekannte Baumängel, Belastungen und vergebene Rechte in die Wertermittlung mit ein.

Allerdings nimmt ein Immobiliengutachter keine zerstörende und technische Untersuchung von Baumängeln vor. Eine Überprüfung von technischen Anlagen gehört ebenfalls nicht zu den Aufgaben dieses Gutachters.

Was verdient ein Immobiliengutachter?

Bei der Entscheidung für eine eventuelle Selbstständigkeit als Immobiliengutachter spielen selbstverständlich auch die Verdienstmöglichkeiten eine nicht unwichtige Rolle. Allerdings kann man bezüglich des Honorars für einen Gutachter keine allgemeinen Aussagen treffen. Bis ins Jahr 2009 war der Verdienst eines Immobiliengutachters noch in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure geregelt (HOAI). Aber inzwischen ist das nicht mehr der Fall und die Honorare für eine Immobilienbegutachtung sind frei verhandelbar. Allerdings kann man schon sagen, dass ein gefragter Immobiliengutachter schon ein sehr ordentliches Einkommen erreichen kann, wenn man von einem Honorar im vierstelligen Bereich für die Bewertung einer durchschnittlichen Privatimmobilie ausgeht.


Weitere hilfreiche Beiträge

Was ist der Meisterbrief? Der Meisterbrief ist im handwerklichen Bereich die höchste Qualifikation, die man erreichen kann. Sie bescheinigt, dass Sie Mehr lesen...

Selbstständig ohne Meister: Ist das im Handwerk möglich?

Vorbereitungen treffen Bevor man das Geschäft anmelden kann, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Zunächst muss eine Idee vorhanden sein, die auch Mehr lesen...

Sich jeden Traum verwirklichen

Vorwort: Selbstständige mit finanziellen Vorsorgelücke Die Steueroptimierung ist ein wichtiger Bereich der Selbstständigkeit. Dieser Bereich gerät immer wieder in den Diskurs, Mehr lesen...

Steueroptimierte Selbstständigkeit: Strategien und Tipps für Unternehmer
Jetzt mit Roul Radeke, dem Autor dieses Beitrags vernetzen:

Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

Die wichtigsten Artikel und mehr direkt in Ihr Postfach!
  • Unverzichtbares Gründerwissen
  • Wertvolle Tipps für Selbstständige
  • Exklusive Angebote für Ihr Business
* Ja, ich möchte den Newsletter. Die Einwilligung kann jederzeit im Newsletter widerrufen werden. Datenschutzerklärung.
Success message!
Warning message!
Error message!