Digitale Geschäftsmodelle im Zeitalter der Cloud: Subscription Economy

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 13 Januar, 2024
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Der Trend hin zu Abonnements nahm in den vergangenen Jahren kontinuierlich zu. Mittlerweile gibt es Abo-Modelle für die unterschiedlichsten Verbrauchsprodukte und Konsumgüter, von Lebensmitteln über Socken, Drogerie- und Pflegeprodukte. Nicht zuletzt Amazons Prime-Service hat den Markt für den Bezug von Produkten des alltäglichen Bedarfs in Form von Abo-Modellen etabliert. Auch Carsharing-Angebote in unterschiedlichen Gebührenmodellen werden zunehmend gerne in Anspruch genommen. Dass Verbraucher allerdings auch in der Masse bereit sind, für Abonnements von digitalen Produkten und Inhalten zu bezahlen, ist eine relativ neue Erscheinung. Während sich das Geschäftsmodell lange Zeit auf Zeitungen und Magazine konzentrierte, hat die zunehmende Digitalisierung dafür gesorgt, dass digitale Abo-Modelle immer interessanter für junge Unternehmen werden und immer öfter Bestandteil innovativer Geschäftsideen ist.  

Physischer Besitz verliert seine Bedeutung

Wir befinden uns derzeit mitten im Wandel von der Computer-Ära zur Cloud-Ära, was zahlreiche Auswirkungen auf unterschiedliche Bereiche des Lebens mit sich bringt. So ist beispielsweise der physische Besitz von digitalen Medien auf einem Endgerät längst nicht mehr notwendig, um diese zu konsumieren. Die ständige Verfügbarkeit des Internets ermöglicht zudem einen ortsunabhängigen Zugriff auf die jeweiligen Inhalte. Vor allem die sogenannte Subscription Economy bietet Unternehmen heute zahlreiche Ansätze, Kunden individualisierte Lösungen zur Verfügung zu stellen.

Verbraucher nutzen digitale Abo-Modelle in unterschiedlichen Lebensbereichen, insbesondere die Generation Y integriert flexible Abonnements fest in ihren Alltag. Die Vorteile liegen auf der Hand. Für einen festen monatlichen Betrag erhalten Nutzer uneingeschränkten Zugriff auf die entsprechenden Dienste, Medien oder sonstigen Inhalte. Am beliebtesten sind Video-Streaminganbieter wie Netflix, Disney+ oder Join – das Angebot an entsprechenden Dienstleistern nimmt dabei stetig zu, wie man auf Portalen wie Gratismonat sehen kann. Dort werden diverse Plattformen übersichtlich vorgestellt und der Verbraucher erhält einen Überblick dahingehend, wo und wie er ein entsprechendes Angebot kostenlos – für einen (Gratis)Monat – ausprobieren kann.

Weiterhin liegen auch Musik-Streamingdienste wie Spotify, Deezer, Apple Music und Co. im Trend und verzeichnen steigende Nutzerzahlen. Nicht nur Musik, auch Podcasts und Hörbücher sorgen dafür, dass zunehmend mehr Verbraucher entsprechende Dienste als zahlende Kunden in Anspruch nehmen.

Darüber hinaus sind auch Zeitungen, Zeitschriften und E-Books längst im digitalen Zeitalter angekommen und in Form von flexiblen Abo-Modellen erhältlich. Nicht nur die Anbieter digitaler Inhalte selbst können von den Entwicklungen profitieren, auch für Plattformanbieter, Abonnement-basierte Abrechnungsdienste, innovative Zahlungsdienstleister oder Vergleichs- und Angebotsportale ergeben sich neue Geschäftsmodelle und Ansätze.

Subscription Economy – mehr als klassische Abo-Modelle

Das Verbraucherverhalten hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Grund dafür ist insbesondere die Verbreitung des mobilen Internets, mittlerweile gibt es kaum noch Personen, die nicht über mindestens ein internetfähiges mobiles Endgerät verfügen. Verbraucher sind heute mehr denn je daran interessiert, bestimmte Services als Digitalabo zu nutzen, anstatt sie käuflich zu erwerben.

Dabei steht vor allem die Flexibilität im Vordergrund, Subscription Economy umfasst weitaus mehr als das klassische Abo-Geschäftsmodelle, auch wenn es natürlich Überschneidungen gibt. Während klassische Abonnements vornehmlich ein fest definiertes Angebot zur Verfügung stellten, gilt es im Rahmen der Subscription Economy wesentlich mehr auf die individuellen Bedürfnisse des einzelnen Nutzers einzugehen. Abonnements müssen also flexibler und personalisierbarer gestaltet werden, den Kunden Multi-Channel-Erlebnisse bieten und Services enthalten, die kontinuierlich verbessert werden. Langfristig werden Anbieter entsprechender Dienstleistungen nur dann wettbewerbsfähig bleiben, wenn sie den Nutzern den größten Mehrwert im Gegensatz zu Mitbewerbern und Konkurrenten bieten.

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Digitale Geschäftsmodelle im Zeitalter der Cloud – Subscription Economy, Bildquelle: Depositphotos.com

„Sharing is Caring“

Subscription-Modelle stellen planbare und wiederkehrende Einnahmequellen für Unternehmen dar und bieten großes Potenzial, das in unterschiedlichsten Geschäftsbereichen genutzt werden kann, beispielsweise in Bezug auf verbesserter Kundenbindung oder Auswertungen von Nutzerverhalten zwecks Analyse und Optimierung des Angebots. Doch um langfristig erfolgreich zu bleiben, ist vor allem die richtige Strategie entscheidend.

Im Gegensatz zu traditionellen Produktkunden wollen Abonnenten von bestimmten Services nicht nur einmalig beim Kauf überzeugt werden, sondern immer wieder von neuem. Wenn das nicht gelingt, werden sie sehr wahrscheinlich zu einem anderen Anbieter wechseln. Insbesondere bei flexiblen Abo-Modellen, die monatlich kündbar sind, ist die Hemmschwelle einen Anbieter eines ähnlichen Angebots zu wechseln sehr gering. Viele Unternehmen, die Subscription Economy betreiben, stellen die Zufriedenheit ihrer Kunden sicher, indem sie die entsprechenden Services kontinuierlich verbessern, neue Features hinzufügen und dabei auch Anregungen und Wünsche seitens der Kunden mit berücksichtigen. Das Motto „Sharing ist Caring“, spielt im Rahmen der Kundenbindung also eine ganz wesentliche Rolle.

Fazit

Das Verbraucherverhalten befindet sich in einem stetigen Wandel, für Unternehmen ist es wichtig, die Entwicklung zu verfolgen und auf Veränderungen zu reagieren, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Es ist zu erwarten, dass das Interesse an einem physischen Besitz in vielen Bereichen weiterhin abnehmen wird und das Hauptaugenmerk auf der Nutzung entsprechender Medien bzw. Inhalte liegen wird. In Zukunft wird es für Unternehmen immer wichtiger werden, Kunden noch flexiblere, individuell an die jeweiligen Bedürfnisse anpassbare Abo-Modelle zur Verfügung zu stellen, um sie langfristig zu halten.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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