Break-even-Point berechnen: Formel, Rechner und Beispiel

Verfasst von Roul Radeke. Zuletzt aktualisiert am 15 September, 2026
Lesezeit Minuten.
Der Break-even-Point ist der Punkt, an dem Umsatz und Kosten gleich sind – Ihr Unternehmen macht weder Gewinn noch Verlust. Die Kernformel ist denkbar einfach: Fixkosten geteilt durch den Stückdeckungsbeitrag ergibt die Absatzmenge, ab der Sie in die Gewinnzone eintreten. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie Sie den Break-even-Point berechnen, liefert einen kostenlosen Break-even-Rechner und erklärt anhand konkreter Beispiele, wie Sie die Gewinnschwelle für Ihren Businessplan ermitteln.  

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Gewinnschwelle: Der Break-even-Point bezeichnet die Absatzmenge oder den Umsatz, bei dem die Erlöse genau die Gesamtkosten decken und weder Gewinn noch Verlust entsteht.
  • Berechnung: Die Break-even-Menge ergibt sich, indem die Fixkosten durch den Stückdeckungsbeitrag – also Verkaufspreis abzüglich variabler Stückkosten – geteilt werden.
  • Planung: Die Break-even-Analyse zeigt, welche Absatzmenge zur Kostendeckung erforderlich ist, und unterstützt damit die Finanz-, Preis- und Szenarioplanung.
  • Grenzen: Die Berechnung basiert auf vereinfachten Annahmen zu Preisen und Kosten und sollte daher als Orientierungswert betrachtet sowie bei wesentlichen Veränderungen aktualisiert werden.

Break-even Point direkt berechnen

Für die schnelle Berechnung des Break-even-Points benötigen Sie drei Werte: Ihre monatlichen Fixkosten, den Nettoverkaufspreis pro Einheit und die variablen Kosten pro Stück.

Redaktionshinweis zur Umsetzung: An dieser Stelle wird die separat übergebene, getestete Komponente break-even-point-berechnen.html eingebunden. Sie berechnet Stückdeckungsbeitrag, exakte und aufgerundete Break-even-Menge, Break-even-Umsatz und Sicherheitsmarge. Ist der Preis nicht höher als die variablen Stückkosten, erklärt sie, warum keine endliche Gewinnschwelle existiert.

Geben Sie Ihre Fixkosten, den Verkaufspreis und die variablen Stückkosten ein. Der Rechner ermittelt automatisch die Break-even-Menge, den Break-even-Umsatz und – bei Eingabe des tatsächlichen Absatzes – die Sicherheitsmarge. Optional berechnet er die benötigte Menge für einen Zielgewinn. Liegt der Deckungsbeitrag bei null oder darunter, erscheint eine Fehlermeldung mit konkreten Optimierungshinweisen.

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Was bedeutet Break-even?

Der Break-even-Point – auch als Gewinnschwelle oder Kostendeckungspunkt bezeichnet – markiert in einem vereinfachten linearen Modell die Stelle, an der die Erlöse die Gesamtkosten decken. Oberhalb dieses Punkts entsteht unter unveränderten Annahmen ein positives Ergebnis; unterhalb befindet sich das Unternehmen in der Verlustzone.

Der Break-even-Point zeigt, ab welcher Menge das Modell einen Gewinn ausweist. Damit ist er eine wichtige Kennzahl in der Finanzplanung – sowohl für Gründer als auch für etablierte Unternehmen, die ein neues Produkt oder eine Preisänderung bewerten. Im Businessplan macht die Kennzahl sichtbar, ob die geplante Absatzmenge plausibel über der Gewinnschwelle liegt.

Im Unterschied zur Liquiditätsschwelle, die den Zeitpunkt beschreibt, ab dem Einnahmen die laufenden Ausgaben decken, fokussiert die Break-even-Analyse auf die Kostendeckung der gesamten Kostenstruktur inklusive Abschreibungen. Die Amortisationszeit hingegen betrachtet, wann eine Investition sich „zurückgezahlt" hat. Der Break-even-Point beantwortet eine andere Frage: Bei welcher Absatzmenge oder welchem Umsatz beginnt die Gewinnzone?

Hinweis:

Die Break-even-Menge ist dabei die Stückzahl, bei der das Unternehmen keinen Gewinn oder Verlust erzielt. Der Break-even-Umsatz ist der Umsatz, der zur Kostendeckung erforderlich ist. Beide Größen lassen sich mengenmäßig (Stück, Aufträge, Stunden) oder umsatzmäßig (Euro) ausdrücken.

Formel für die Gewinnschwelle

Stückdeckungsbeitrag bestimmen

Bevor Sie die Gewinnschwelle berechnen, müssen Sie den Stückdeckungsbeitrag kennen. Die Break-Even-Formel nutzt Fixkosten und variable Kosten als zentrale Eingangsgrößen.

Der Stückdeckungsbeitrag ist der Finanzierungsspielraum pro verkauftem Stück – also der Beitrag, den jede verkaufte Einheit zur Deckung der Fixkosten leistet:

Stückdeckungsbeitrag (db) = Nettoverkaufspreis (p) − variable Stückkosten (kv)

Fixkosten sind unabhängig von der Produktionsmenge. Dazu zählen Miete, Gehälter, Versicherungen und Abschreibungen – Kosten, die anfallen, egal ob Sie eine oder tausend Einheiten produzieren. Fixkosten umfassen also sämtliche Ausgaben, die bei einer Produktionsmenge von null identisch wären.

Variable Kosten hängen von der produzierten Menge ab. Sie beinhalten Material- und Versandkosten, Provisionen, Verpackung und alle weiteren Kosten, die pro Stück entstehen. Je mehr Sie produzieren, desto höher die variablen Gesamtkosten.

Achtung!

Gerade bei Dienstleistungsunternehmen ordnen viele Gründer Personalkosten fälschlich als variable Kosten ein. Festangestellte Mitarbeiter verursachen jedoch Fixkosten – nur externe Freelancer oder rein leistungsabhängige Vergütungen sind tatsächlich variabel. Diese fehlerhafte Zuordnung verzerrt den Deckungsbeitrag und damit das gesamte Ergebnis der Berechnung des Break-even-Points erheblich.

Break-even-Menge und -Umsatz

Die Formel zur Berechnung der Break-even-Menge lautet: Fixkosten geteilt durch den Stückdeckungsbeitrag. In Kurzschreibweise:

Die Break-even-Formel lautet: X = K(f) / (P - K(v))

Dabei steht X für die Break-even-Menge, K(f) für die Fixkosten, P für den Preis pro Einheit und K(v) für die variablen Kosten pro Einheit.

Den Break-even-Umsatz ermitteln Sie anschließend mit: x × P

Alternativ lässt sich der Break-even-Umsatz über die Deckungsbeitragsquote berechnen – besonders nützlich bei einem Mischsortiment, wo keine einheitliche Stückzahl existiert:

Break-even-Umsatz = Fixkosten ÷ Deckungsbeitragsquote

Die Deckungsbeitragsquote ergibt sich als Verhältnis von Deckungsbeitrag zu Umsatzerlösen.

Achtung!

Ergibt die Berechnung eine nicht-ganzzahlige Break-even-Menge, runden Sie auf – Sie können schließlich kein halbes Produkt verkaufen. Ist der Stückdeckungsbeitrag gleich null oder sogar negativ (db ≤ 0), existiert kein Break-even-Point. Jede weitere verkaufte Einheit vergrößert dann den Verlust, statt zur Kostendeckung beizutragen.

Rechenbeispiel

Beispiel 1: Produzierendes Unternehmen

Ein produzierendes Unternehmen hat monatliche Fixkosten von 50.000 €. Der Nettoverkaufspreis pro Stück beträgt 100 €, die variablen Stückkosten liegen bei 60 €.

GRÖSSEWERT
Fixkosten pro Monat50.000 €
Verkaufspreis pro Stück100 €
Variable Kosten pro Stück60 €
Stückdeckungsbeitrag40 €
Break-even-Menge1.250 Stück
Break-even-Umsatz125.000 €

Die Berechnung im Detail:

  1. Stückdeckungsbeitrag: 100 € − 60 € = 40 €
  2. Break-even-Menge: 50.000 € ÷ 40 € = 1.250 Stück
  3. Break-even-Umsatz: 1.250 × 100 € = 125.000 €

Ab 1.251 verkauften Einheiten weist dieses vereinfachte Monatsmodell Gewinn aus. Jedes weitere Stück verbessert das Ergebnis unter unveränderten Preis- und Kostenannahmen um 40 Euro.

Beispiel 2: Dienstleistungsunternehmen

Bei Dienstleistern ersetzt die fakturierbare Zeit die klassische Stückzahl. Ein Beratungsunternehmen mit monatlichen Fixkosten von 120.000 €, variablen Kosten von 30 € pro Beratertag und einem Tagessatz von 1.200 € kalkuliert so:

  • Deckungsbeitrag pro Tag: 1.200 € − 30 € = 1.170 €
  • Break-even-Absatz: 120.000 € ÷ 1.170 € ≈ 103 fakturierbare Tage

Bei zehn Beratern und 20 Arbeitstagen pro Monat (200 verfügbare Tage) entspricht das einer Auslastung von rund 51 %. Die Break-even-Analyse zeigt hier also nicht nur die Verkaufsmenge, sondern auch die nötige Auslastung als entscheidende Ressourcen-Kenngröße.

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Break-even im Diagramm verstehen

Im Break-even-Diagramm werden Kosten und Erlöse über der Menge aufgetragen. Die Darstellung macht die Zusammenhänge visuell greifbar:

  • Fixkostenlinie: Eine horizontale Linie, da Fixkosten unabhängig von der produzierten Menge konstant bleiben.
  • Gesamtkostenlinie: Startet auf Höhe der Fixkosten und steigt linear mit jeder zusätzlichen Einheit – der Anstieg entspricht den variablen Kosten pro Stück.
  • Erlösgerade: Beginnt im Ursprung und steigt mit dem Verkaufspreis pro Einheit.
  • Schnittpunkt: Wo sich Erlösgerade und Gesamtkostenlinie treffen, liegt der Break-even-Point (BEP).

Links vom Schnittpunkt befindet sich die Verlustzone – die Gesamtkosten übersteigen die Umsatzerlöse. Rechts davon liegt die Gewinnzone. Die Gewinnfunktion ergibt sich als Differenz zwischen Erlös- und Gesamtkostenlinie. Ihre Nullstelle ist genau der Break-even-Punkt.

Dieses Diagramm hilft besonders im Businessplan: Banken und Investoren sehen auf einen Blick, bei welcher Produktionsmenge das Geschäft profitabel wird und wie groß der Sicherheitspuffer bei der geplanten Absatzmenge ausfällt.

Break-even-Diagramm mit Fixkosten, Gesamtkosten und Erlösgerade sowie Break-even-Point

Drei Szenarien für Ihren Finanzplan

Eine einzelne Break-even-Berechnung liefert einen Anhaltspunkt – echte Entscheidungen erfordern jedoch mehrere Szenarien. Die Break-even-Analyse hilft, Risiken besser einzuschätzen und die Erfolgsaussichten eines Geschäftsmodells realistisch zu bewerten.

1. Basis-Szenario (realistisch)

Verwenden Sie Ihre erwarteten Werte für Preis, variable Kosten und Fixkosten. Das Ergebnis zeigt, ob Ihr Zielumsatz die Gewinnschwelle überschreitet und welche Verkaufsmenge realistisch erreichbar ist.

2. Worst-Case-Szenario (pessimistisch)

Kalkulieren Sie mit reduziertem Preis, steigenden variablen Kosten und geringerer Auslastung. Gerade bei Dienstleistern mit hohem Fixkostenanteil verschiebt sich die Gewinnschwelle dann nach oben. Die Analyse ergänzt den Liquiditätsplan, ersetzt ihn aber nicht: Zahlungszeitpunkte, Investitionen, Tilgungen und Steuern bildet die Grundformel nicht ab.

3. Best-Case-Szenario (optimistisch)

Höhere Preise, Effizienzgewinne in der Produktion oder Fixkostenoptimierung senken den BEP. Dieses Szenario ist relevant für Wachstumsplanung und zeigt, wie stark sich Maßnahmen zur Rentabilitätssteigerung auswirken.

SZENARIOPREISVARIABLE KOSTENFIXKOSTENBREAK-EVEN-MENGE
Basis100 €60 €50.000 €1.250 Stück
Worst Case90 €65 €55.000 €2.200 Stück
Best Case110 €55 €45.000 €819 Stück
Bei mehreren Produkten sollte der Break-Even-Point über den gewichteten Deckungsbeitrag berechnet werden, um den Produktmix korrekt abzubilden. Die Analyse pro Produktgruppe zeigt, welche Bereiche profitabel sind und wo Änderungen nötig werden.

Sicherheitsmarge und Zielgewinn

Die Sicherheitsmarge (auch Sicherheitsabstand) gibt an, um wie viel Ihr tatsächlicher oder geplanter Umsatz über dem Break-even-Umsatz liegt. Ein Sicherheitsabstand kann helfen, unvorhergesehene Kosten abzudecken – etwa plötzliche Preiserhöhungen bei Rohstoffen oder unerwartete Ausgaben.

Berechnung der Sicherheitsmarge:

  • Monetär: Tatsächlicher Umsatz − Break-even-Umsatz
  • Prozentual (Sicherheitskoeffizient): (Tatsächlicher Umsatz − Break-even-Umsatz) ÷ Tatsächlicher Umsatz × 100

Beispiel: Ein Unternehmen erzielt 5 Mio. € Umsatz bei einem Break-even-Umsatz von 4 Mio. €. Der Sicherheitsabstand beträgt 1 Mio. €, der Sicherheitskoeffizient liegt bei 20 %. Das heißt: Der Umsatz könnte um 20 % sinken, bevor das Unternehmen in die Verlustzone gerät.

Zielgewinn einbeziehen:

Wollen Sie nicht nur die Kostendeckung, sondern einen bestimmten Gewinn erzielen, addieren Sie den Zielgewinn zu den Fixkosten:

Benötigte Menge = (Fixkosten + Zielgewinn) ÷ Stückdeckungsbeitrag

Bei 50.000 € Fixkosten, 40 € Stückdeckungsbeitrag und 10.000 € Zielgewinn ergibt sich: (50.000 + 10.000) ÷ 40 = 1.500 Stück. Damit verschieben Sie die Berechnung von der reinen Gewinnschwelle hin zu einer echten Zielplanung für Ihren Erfolg.

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Grenzen der Break-even-Analyse

So wertvoll die Gewinnschwellenanalyse als Instrument ist – sie basiert auf Vereinfachungen, deren Grenzen Sie kennen sollten:

  • Lineare Kostenverläufe: Die Formel unterstellt, dass Fixkosten konstant bleiben und variable Kosten proportional zur Menge steigen. In der Praxis existieren sprungfixe Kosten (z. B. neue Maschine ab einer bestimmten Produktionsmenge) und degressive Materialkosten durch Mengenrabatte.
  • Keine Zeitdimension: Der Break-even-Point sagt nichts darüber aus, wann die Gewinnschwelle zeitlich erreicht wird oder ob die Liquidität bis dahin reicht. Verluste können auftreten, bevor der Break-Even-Point erreicht ist – ein separater Liquiditätsplan bleibt unverzichtbar.
  • Einprodukt-Annahme: Die Grundformel gilt für ein einzelnes Produkt. Bei Mehrprodukt-Unternehmen muss mit gewichteten Deckungsbeiträgen oder separaten Analysen pro Produktgruppe gerechnet werden.
  • Preis als feste Größe: Die Break-even-Analyse zeigt die Rentabilität neuer Produkte bei einem gegebenen Preis. Preisänderungen, saisonale Schwankungen oder wettbewerbsbedingte Anpassungen verschieben den Break-even-Punkt sofort.
  • Kurzfristige vs. langfristige Preisuntergrenzen: Kurzfristig genügt es, wenn der Preis die variablen Kosten deckt. Langfristig müssen sämtliche Kosten – inklusive aller Fixkosten – gedeckt werden, damit die Unternehmung überlebt.

Trotz dieser Einschränkungen bleibt die Break-even-Analyse ein grundlegendes Werkzeug für unternehmerische Entscheidungen – vorausgesetzt, Sie interpretieren das Ergebnis nicht als Scheingenauigkeit, sondern als Orientierungswert innerhalb Ihrer Szenarien.

Häufige Fragen

1. Wie oft sollte ich den Break-even-Point neu berechnen?

2. Kann der Break-even-Point auch negativ sein?

3. Funktioniert die Break-even-Analyse auch bei Dienstleistungen ohne klassische Stückzahl?

4. Was ist der Unterschied zwischen Break-even-Point und Cash-Break-even?

5. Wie berücksichtige ich Inflation und Kostensteigerungen?

6. Was bedeutet es, wenn mein Break-even-Point nicht realistisch erreichbar ist?

Fazit

Der Break-even-Point zeigt, ab welcher Absatzmenge oder welchem Umsatz die Erlöse die Gesamtkosten decken und die Gewinnschwelle erreicht ist. Grundlage der Berechnung sind Fixkosten, Verkaufspreis und variable Kosten, aus denen zunächst der Stückdeckungsbeitrag und anschließend die erforderliche Break-even-Menge ermittelt werden. Ergänzend ermöglichen Sicherheitsmarge, Zielgewinn und verschiedene Szenarien eine fundiertere Einschätzung von Rentabilität und wirtschaftlichen Risiken. Da die Break-even-Analyse auf vereinfachten Annahmen zu Kosten, Preisen und Absatzmengen beruht, sollte sie regelmäßig aktualisiert und gemeinsam mit weiteren Instrumenten der Finanz- und Liquiditätsplanung eingesetzt werden.


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Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer von Selbststaendigkeit.de. Das Onlineportal bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching) sowie digitale Produkte für die Selbstständigkeit.

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