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Ratgeber: Outsourcing bei additiven Fertigungsabschnitten

Der Boom additiver Fertigungsverfahren sorgt dafür, dass immer mehr Betriebe Berechnungen anstellen, um herauszufinden, ob sich die Auslagerung additiver Fertigungsschritte lohnen kann. Doch gerade bei der Entscheidung für oder gegen das Outsourcing von Additive Manufacturing gibt es einige wichtige Argumente, die unbedingt zu berücksichtigen sind. Die folgenden Ausführungen bieten die nötige Orientierung, um sich in diesem dynamischen Umfeld zurechtzufinden.

Anschaffungskosten variieren je nach Technik

Der 3D-Druck hat sich in den vergangenen Jahren immer mehr zu einer massentauglichen Produktionsweise entwickelt, die längst im Mittelstand angekommen ist. Technische Neuentwicklungen, wie das selektive Laserschmelzen ermöglichen nicht nur völlig neue Konstruktionsfreiheiten, sondern auch eine effizientere und kostengünstigere Produktion und gewinnen damit fortwährend an Bedeutung. Die immer stärkere Verbreitung und die wachsende Konkurrenz im Markt lässt zwar die Anschaffungskosten für AM-Produktionsstätten stetig fallen, doch insbesondere beim selektiven Lasersintern oder Laserschmelzen können die Kosten je nach Anspruch weiterhin bis in die Millionen gehen. Nicht zu vernachlässigen sind zusätzlich etwaige Kosten für Personalschulungen und die nötige Software.

Welche Entscheidungsfaktoren sind zu berücksichtigen?

Investitionen in eigene Anlagen sind vor allem von der erwartbaren Auslastung abhängig. Liegt sie dauerhaft bei rund 70% oder höher ist eine Investition in den eigenen Maschinenpark meist die bessere Wahl. Noch eindeutiger wird die Entscheidung, wenn man bereits fest kalkulieren kann, wie groß das zu erwartende Jahresvolumen ist, und welche Materialien dafür verwendet werden.

Eine besonders große Rolle spielen dabei jedoch auch die bisherigen Erfahrungen im Umgang mit der innovativen Technologie. Gerade bei fehlenden Vorkenntnissen kann die umfangreiche Einarbeitung schnell zur übergroßen Herausforderung werden. In solchen Fällen wird empfohlen, sich eher auf kleinere SLA- oder Polygrafiedrucker mit leichter Handhabung zu beschränken. Die aufwendigeren SLM und SLS-Verfahren erfordern ein viel höheres Mindestmaß an Fachkenntnissen, um zufriedenstellende Ergebnisse in adäquater Geschwindigkeit erzielen zu können. Daran wird deutlich, dass Geschwindigkeitsvorteile und die immer wichtigere time-to-market-Dauer nicht zwangsläufig für die Eigenproduktion sprechen müssen.

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Ratgeber: Outsourcing bei additiven Fertigungsabschnitten. Bildquelle: 105466551 @stock.adobe.com

Vorteile von Outsourcing: Flexibilität bei verlässlicher Qualität

Nicht nur was die Produktionskapazitäten betrifft, sondern auch in Sachen Qualität und Geschwindigkeit müssen sich Unternehmen ihren Ansprüchen bewusst sein.
Wer Wert auf kompromisslose Qualität legt, jedoch keine Ressourcen für interne Lösungen aufbringen kann, kommt natürlich nicht um’s Auslagern herum. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie gerade erst Ihre 
Existenzgründung gestartet haben. Professionelle Dienstleister für additive Fertigung verfügen über die größtmögliche Fachkompetenz und können damit selbst komplexe Aufträge jeglicher Art besser und schneller lösen — damit ist Outsourcing bei hohen Qualitätsanforderungen in der Regel klar im Vorteil.Doch darüber hinaus bieten externe AM-Partner eine weitere Stärke, auf die viele Betriebe längst nicht mehr verzichten können: größtmögliche Flexibilität, mit der Produktionskapazitäten beispielsweise kosteneffizient gesteigert werden können. Selbst in kurzer Zeit lassen sich in der Regel große Produktionsaufträge realisieren oder auch nur Auftragsspitzen abfedern. Auch bei außerplanmäßigen Projekten kann es wichtig sein, externe Partner an der Seite zu haben, die schnelle und verlässliche Lösungen anbieten. Externe AM-Betriebe verfügen hierfür über die modernsten Anlagen. Je nach Bedarf können Auftraggeber von allen verfügbaren Technologien profitieren. Das eigene Sortiment gewinnt damit eine enorme Vielfalt, die mit eigener Kraft kaum realisierbar wäre.

Kosten- und Zeitvorteil: Kein pauschales Urteil möglich

Pauschalurteile über Make-or-Buy-Entscheidungen bei additiven Fertigungsverfahren sind selbstverständlich ebenso unmöglich wie bei anderen Technologien. Beim Blick auf die Produktionsdauer hängt es unter anderem von der eigenen Fachkompetenz und den verfügbaren Ressourcen ab, ob die Eigenproduktion gegenüber externer Fertigung im Zeitvorteil ist. In den allermeisten Fällen jedoch ist die zeitliche Flexibilität beim Outsourcing wesentlich besser.
Was für die Geschwindigkeit gilt, gilt auch für den Preis. In vielen Fällen ist die eigene Herstellung nur bedingt sinnvoll — sicherer fährt man stattdessen, wenn man sich die hohen Anschaffungskosten erspart. Zudem wirken sich die hohen Skaleneffekten bei Drittunternehmen spürbar auf den Preis aus. Hohe Stückzahlen machen vor allem den Einkauf großer Rohstoffmengen deutlich günstiger, so dass die gesunkenen Preise an den Kunden weitergegeben werden können.

Individuelle Lösungen sorgen für Sicherheit

Ist die Entscheidung zugunsten des Outsourcings gefallen, beginnt die Suche nach dem passenden Partnerunternehmen für additive Fertigungsverfahren. Gerade wenn es um die Metallverarbeitung geht, ist die Auswahl zurzeit begrenzt. Dennoch ist es unabdingbar, nur auf Dienstleister zu setzen, in die man zu 100% Vertrauen setzen kann — erst recht, wenn sensible Daten ausgetauscht werden müssen. Eine vertrauensvolle und partnerschaftliche Beziehung bietet häufig großen Mehrwert. Der intensive Austausch und die detaillierte Beratung können zum gewinnbringenden Vorteil bei der Zusammenarbeit mit erfahrenen Betrieben in der Branche werden. Mit genauer Kenntnis aller Umstände und Anforderungen ermöglichen AM-Fachbetriebe häufig individualisierte Lösungen, bei denen Fachkompetenz und Arbeitsteilung für kosten- und outputeffiziente Ergebnisse sorgen.

Liliya Mosoryk

Liliya Mosoryk

Liliya Mosoryk ist als Autorin und Bloggerin tätig. Zu ihren Themenschwerpunkten gehören insbesondere Beiträge rund um die Selbstständigkeit – von Geschäftsideen, Marketing, Organisation, Finanzen bis zu gesetzlichen Neuerungen. Seit 2017 ist sie für Selbststaendigkeit.de tätig und veröffentlicht wöchentlich Beiträge für das Onlineportal.