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Freelancer oder feste Mitarbeiter

Freelancer oder feste Mitarbeiter? Das sind die Vor- und Nachteile für Unternehmen


Freie Mitarbeiter, sogenannte Freelancer, sind in zahlreichen Unternehmen beschäftigt. Sie werden meist projektgebunden im Rahmen eines konkreten Auftrags für eine Firma tätig. Im Gegenzug haben feste Mitarbeiter ein konstantes und dauerhaftes Anstellungsverhältnis. Sie sind langfristig beim gleichen Arbeitgeber beschäftigt und diesem weisungsgebunden. Für welches Modell der Mitarbeit sich ein Unternehmen entscheidet hängt häufig von der Art der Branche, aber auch den Vorlieben der Führungsebene ab. Der Einsatz von beiden Beschäftigungsvarianten hat jeweils unterschiedliche Vor- und Nachteile.

Definition Freelancer

Ein Freelancer ist eine selbstständig tätige Person ohne fortlaufende Einbindung in ein Unternehmen. Als freier beziehungsweise freischaffender Mitarbeiter ist der Freelancer während eines vorübergehenden Zeitraums für eine Firma beschäftigt. Dies geschieht in der Regel über einen sogenannten Werk- oder auch Dienstvertrag und ist auftrags- oder projektgebunden. Der freie Mitarbeiter geht in der entsprechenden Firma keiner sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nach. Auch besteht keine Weisungsgebundenheit gegenüber dem Arbeitgeber, abgesehen von den Vorgaben, die den konkreten einzelnen Auftrag betreffen. Freelancer sind bei ihrem zuständigen Finanzamt als „Selbstständige“ registriert.

Der freie Mitarbeiter ist für ein Unternehmen als Honorarkraft tätig. Er kann nicht verpflichtet werden, nach Abschluss eines Auftrags für weitere Aufgaben zur Verfügung zu stehen. Freelancer müssen sich selbst um ihre Versicherungen kümmern. Klassische Arbeitszeiten, die im Unternehmen gelten, sind für freie Mitarbeiter nicht bindend. Ein Kündigungsschutz sowie betriebliche Urlaubszeiten bestehen ebenfalls nicht.

Freelancer werden in den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen eingesetzt, unter anderem in den Bereichen Finanzen, Marketing, Einkauf oder auch IT. Die Auftraggeber freier Mitarbeiter reichen vom Konzern bis hin zu Start-ups. Unternehmen wie beispielsweise WorkGenius sorgen hier für die Vermittlung.

Freelancer oder feste Mitarbeiter

Freelancer oder feste Mitarbeiter? Das sind die Vor- und Nachteile für Unternehmen, Selbststaendigkeit.de

Definition Festanstellung

Bei einer Festanstellung ist ein Arbeitnehmer in nicht selbstständiger Form bei einer Firma sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das Anstellungsverhältnis wird in einem Arbeitsvertrag festgehalten, für das der Mitarbeiter in jedem Monat ein festes Gehalt bezieht. Häufig sind die Verträge auf einen langfristigen Zeitraum ausgerichtet. Der Beschäftigte erhält in jedem Kalenderjahr seiner Anstellung bezahlte Urlaubstage und ist im Krankheitsfall über den Arbeitgeber versichert. Im Laufe der Dienstzeit besteht häufig die Möglichkeit des Bewährungsaufstiegs und der Weiterentwicklung innerhalb der Firmenhierarchie.

Bei einer Festanstellung ist der Dienstherr weisungsgebend und der Mitarbeiter weisungsgebunden. Das Unternehmen kann vertraglich festlegen, an welchem Einsatzort der Angestellte beschäftigt ist. Es definiert weiterhin vor dem Hintergrund des Arbeitszeitgesetzes die Zeiträume für die zu leistende Arbeit. Nach Ablauf der Probezeit besteht bei einer Festanstellung Kündigungsschutz. Im Gegensatz zu anderen Arbeitsverhältnissen, darunter Mini-Jobs, Leiharbeit oder auch befristete Tätigkeiten, wird die Festanstellung meist auch als sogenanntes „Normalarbeitsverhältnis“ bezeichnet. Dieses beinhaltet nicht nur den Umstand der vertraglichen Beschäftigung bei einem einzelnen Unternehmen, sondern grenzt die Tätigkeit auch gegenüber anderen Vertragsverhältnissen ab. Dies gilt insbesondere für die Beschäftigung bei einer Zeitarbeitsfirma. Diese verleiht Mitarbeiter lediglich an andere Unternehmen und ermöglicht entsprechend kein Normalarbeitsverhältnis.

Vor- und Nachteile Freelancer für Unternehmen

Die Beauftragung von Freelancern gibt einem Unternehmen die Möglichkeit zielgerichtet und themengebunden Experten und Fachkräfte für einen klar umrissenen Zeitraum anzuwerben. Eine Lohnfortzahlung über das konkrete Projekt hinaus ist nicht erforderlich. Firmen müssen sich nicht mit Kündigungsfristen und der Recherche weiterer Arbeitsaufgaben nach Erledigung des Projektes für den Freelancer befassen. Die zur Verfügung stehenden Gelder können gezielt themengebunden und ohne Berücksichtigung der bei Festanstellungen üblichen Lohnnebenkosten eingesetzt werden. Darüber hinaus sind Freelancer kontinuierlich für wechselnde Unternehmen tätig und können auf diese Weise permanent ihr Wissenspektrum erweitern.

Als Nachteil gilt häufig die höhere Dotierung von Freelancern im Vergleich zu fest angestellten Beschäftigten. Freie Mitarbeiter kennen ihren Preis und wissen, vor allem bei langjähriger Erfahrung, was sie verlangen können. Je größer die Expertise der Fachkraft, desto höher die Honorarforderung. Darüber hinaus sind Freelancer nicht mit den Firmenstrukturen vertraut und haben möglicherweise eine andere Herangehensweise als jene, die für ein Unternehmen sinnvoll und effizient wäre. Hier kann durch eine entsprechend umsichtige Einweisung in das gewünschte Themengebiet Abhilfe geschaffen werden.

Vor- und Nachteile feste Mitarbeiter für Unternehmen

Beschäftigte, die in einer Firma fest angestellt werden, zeichnen sich üblicherweise durch eine genaue Kenntnis der Unternehmensstruktur und ein hohes Maß an Zuverlässigkeit aus. Der Betrieb als dauerhafter Arbeitgeber sorgt für ihr Ein- und Auskommen und ermöglicht auf diese Weise eine deutlich höhere Bindung und Identifizierung als dies von einem Freelancer erwartet werden kann. Weiterhin sind feste Mitarbeiter eingearbeitet und können bei Ausfällen im Krankheitsfall von Kollegen für diese einspringen und bestehende Projekte zu Ende bringen. Eine Festanstellung sorgt häufig für eine höhere Arbeitszufriedenheit, was sich wiederum positiv auf die Arbeitsweise und die Nachhaltigkeit der Firmenprozesse auswirkt.

Die Nachteile einer Beschäftigung von festen Mitarbeitern sind, je nach Betrachtungsweise, die anfallenden Lohnnebenkosten. Auch gestalten sich im Bedarfsfall Kündigungen umso schwieriger, je länger die Festanstellung bereits dauert. Bei Branchen, die für eine stabile Position am Markt auf ein immer wieder neues Input angewiesen sind, kann sich ein Überwiegen von festen Mitarbeitern unter Umständen hemmend auswirken. Gezielte Fort- und Weiterbildungen sind hier ideal geeignet, um dem vorzubeugen.

Kombination aus Freelancern und festen Mitarbeitern

Für viele Unternehmen rechnet sich ein Mischverhältnis von fest angestellten Mitarbeitern und Freelancern. Die Festanstellung bietet einen sicheren Stamm an erfahrenen Kollegen, die mit den Firmengepflogenheiten vertraut sind und mit der Zeit die Abläufe zuverlässig beherrschen. Sie sind das Zugpferd, das die Stabilität der Firma sicherstellt, vorausgesetzt die Unternehmensführung setzt auf Transparenz und eine offene Unternehmenskultur bei allen Prozessen. Freelancer lassen sich themenspezifisch hinzunehmen. Sie können durch ihre Expertise bei bestimmten Aufgaben bereichernd wirken und auf diese Weise Abläufe in erforderlichen Zeiten beschleunigen und im Idealfall optimieren. Auch akute Engpässe bei gleichzeitiger Termingebundenheit lassen sich durch erfahrene Freelancer gut überbrücken.

Fazit

Unternehmen sind darauf angewiesen sowohl kostensparend als auch inhaltlich effizient zu agieren, um sich langfristig am Markt behaupten zu können. Um dies zu erreichen sind sie auf zuverlässige und engagierte Mitarbeiter angewiesen, die ein Gespür für die Firmenbelange haben und das Fortkommen des Betriebs durch ihre Leistung vorantreiben. Während fest angestellte Mitarbeiter das Unternehmen durch Erfahrung und internes Wissen bereichern, können Freelancer bedarfsgerecht ihre Expertise und neuen Input einbringen. Ein Miteinander gilt vielfach als sinnvolle Möglichkeit, von der sowohl junge als auch langjährige Unternehmen profitieren.

Prifil Hanno Steiger

Hanno Steiger

Hanno Steiger ist langjähriger Unternehmensberater mit den Schwerpunkten Interimsmanagement und Unternehmensfinanzierung. Er sammelte ebenso fundierte Erfahrungen in der Beratung von Unternehmen und Unternehmern bei Corporate Finance Transaktionen und Restrukturierungen (M&A, Finanzierung, Restrukturierung, Rating Advisory, Due Diligence, LBO). Hanno Steiger ist Inhaber der Steiger Unternehmensberatung.


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