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Kaia Health Software GmbH, Kaia Health, Therapien gegen chronische Krankheiten, kaia-health.com

Software-as-a-Medicine: Wie Kaia Health die Rückenschmerztherapie der Zukunft entwickelt


Das Startup Kaia Health aus München ist Digital Health Pionier und entwickelt als erstes Unternehmen weltweit eine digitale Schmerztherapie gegen chronische Rückenschmerzen. Im Interview erzählt Mitgründer Gabriel Thomalla von den Anfängen des Unternehmens und die wichtigsten Erfahrungen aus den ersten zwei Jahren Firmengeschichte.

Gabriel, was war Eure Motivation Kaia Health zu gründen?

Unser Mitgründer Konstantin hatte selbst während seines Masterstudiums zwei Jahren mit chronischen Rückenschmerzen zu kämpfen. So hat er aus erster Hand erfahren, wie Patienten zum Spielball eines Gesundheitssystems werden, welches auf die Behandlung körperlich behandelbarer Ursachen ausgerichtet ist und die komplexen Ursachen von chronischen Erkrankungen des Muskelskelett-Systems nur unzureichend berücksichtigt. Irgendwann hat Konstantin dann von der multimodalen Schmerztherapie erfahren einem ganzheitlichen Behandlungskonzept, wo der Patient selbst mit physiotherapeutischen Übungen sowie mit Entspannungsübungen gegen seine Schmerzen aktiv wird und darüber hinaus möglichst viel Hintergrundwissen über die eigene Erkrankung erhält. Konstantin hat seine Schmerzen damit selbst in den Griff bekommen. Diese Erfahrung wollen wir allen Betroffenen ermöglichen, nur ohne hohe Kosten und lange Wartezeit an einem Schmerzzentrum.

Konstantin Mehl, Manuel Thurner, Moritz Weisbrodt, Thomas Kirchner, Gabriel Thomalla, kaia-health.com

Das Kaia Health Team, kaia-health.com

Was ist Euer Geschäftsmodell?

Wir vertreiben unsere Medizin-App Kaia sowohl direkt an den Endkunden über den App Store und Google Play Store, als auch in Kooperation mit Krankenversicherungen und Unternehmen. Selbstzahlende Nutzer abonnieren die App für eine monatliche Gebühr. Mittelfristig ist unser Ziel, dass alle Kosten entweder von Deiner Krankenkasse oder Deinem Arbeitgeber übernommen werden.

Wer ist Eure Zielgruppe und über welche Kanäle gewinnt Ihr sie?

Unser Produkt eignet sich prinzipiell für alle Menschen mit sogenannten „unspezifischen Rückenschmerzen“. Das sind die Fälle, bei denen keine konkrete behandelbare körperliche Ursache für den Schmerz diagnostiziert werden kann. Das betrifft über 85% der Betroffenen. Wir fokussieren uns besonders auf Menschen, die bereits seit einigen Monaten anhaltende oder wiederkehrende Rückenschmerzen haben. Grundsätzlich hilft Kaia auch präventiv. Darüber hinaus haben wir Patienten mit mehrjährige Schmerzhistorie, die mit Kaia ihre Beschwerden merklich lindern konnten. Derzeit erreichen wir die meisten Nutzer noch über die klassischen Online Marketing Kanäle. Marketing in Kooperation mit Versicherungen und Unternehmen wird jetzt zunehmend wichtiger.

Was ist das Besondere an dem Startup Kaia Health?

Zum einen differenzieren wir uns durch den medizinisch fundierten Ansatz. Natürlich gibt es bereits einige Rückenapps. Die Apps bieten jedoch kein ganzheitliches Training nach dem multimodalen Ansatz, sind nicht als Medizinprodukt gekennzeichnet, wurden nicht von Medizinern entwickelt und werden auch nicht durch Studien auf ihre Wirksamkeit überprüft. Außerdem entwickeln wir Therapiealgorithmen, um den Trainingsplan komplett spezifisch auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Nutzer anzupassen. Rückenschmerzen betreffen ja nicht nur Menschen, die sich kaum noch bewegen können, sondern auch Spitzensportler. Auch die Ursachen sind sehr individuell. Da braucht es natürlich einen personalisierten Ansatz und daher entwickeln wir künstliche Intelligenz für therapeutische Zwecke.

Wie groß sind die regulatorischen Hürden im Medizinbereich und wie habt ihr diese überwunden?

Die einfachste Differenzierungsebene zwischen einem Medizinprodukt und einem Gesundheits-Lifestyle Produkt liegt schon darin, wie Du das Produkt bewirbst. Du darfst zum Beispiel nur in einem Medizinprodukt davon sprechen, dass Nutzer ihre Rückenschmerzen mit der App behandeln und diesen nicht nur vorbeugen können. Für die CE-Kennzeichnung zum Medizinprodukt gilt es, ein funktionierendes Qualitäts- und Risikomanagement System zu etablieren und den Datenschutzanforderungen gerecht zu werden. Wir haben uns von Anfang an mit diesen Dingen beschäftigt, weil uns klar war, dass wir in die therapeutische Schiene gehen wollen. Ohne Kennzeichnung als Medizinprodukt hätten die meisten Versicherungen und Ärzte gar nicht erst mit uns gesprochen. Um die Anforderungen genau zu verstehen haben wir uns von einem Sachverständigen beraten lassen. Wir sind sogar einen Schritt weitergegangen und haben unser Qualitätsmanagement nach der Norm ISO 13485 zertifizieren lassen.

Wie liefen Eure ersten Monate in der Startphase an?

Der Anfang ist genauso reizvoll wie schwierig. Es gibt eine Idee, daraus entwickelt sich ein Konzept. Vor allem gibt es viele lose Enden, die Schritt für Schritt mühsam gedanklich zusammenbracht werden müssen. Durch viele Gespräche mit Ärzten und Patienten hat sich das Bild für uns immer klarer zusammengesetzt: Rückenschmerzen sind ein riesiges Problem, für Betroffene und das Gesundheitssystem. Es gibt die wissenschaftlich bewiesene multimodale Schmerztherapie, doch kaum ein Patient bekommt Zugang. Wir wollen die multimodale Schmerztherapie digitalisieren und möglichst jedem Patienten zugänglich machen. Mit dieser Vision sind wir dann an Investoren herangetreten und haben die erste Seed Finanzierung erhalten.

Wie sieht aktuell Deine Arbeitswoche aus?

Ich bin bei Kaia für das Marketing gegenüber den Endnutzern verantwortlich. Täglich schaue ich mir die laufenden Kampagnen an, stelle neue Werbeanzeigen online und optimiere die Budgetierung. Sonst ist eigentlich keine Woche wie die andere. Ich teste viele verschiedene alternative Marketing Kanäle und entwickle zudem Ideen, wie wir die Nutzer vor und nach dem Download der App noch besser an unser Training heranführen und überzeugen können, möglichst regelmäßig für ihren gesunden Rücken mit Kaia aktiv zu werden.

Kaia Health Software GmbH, Kaia Health, Therapien gegen chronische Krankheiten, Konstantin Mehl, Manuel Thurner, Moritz Weisbrodt, Thomas Kirchner, Gabriel Thomalla, kaia-health.com

Wie Kaia Health die Rückenschmerztherapie der Zukunft entwickelt, kaia-health.com

Wo soll Kaia Health in 5 Jahren stehen?

In 5 Jahren empfehlen Ärzte bei Rückenschmerzen nicht mehr standartmäßig Schmerzmittel, sondern frühzeitig die Kaia App als Behandlungsalternative. Die Kosten für die Behandlung werden dann natürlich von allen Krankenkassen in Deutschland übernommen. Schon jetzt sind wir auf dem amerikanischen Markt aktiv. Ich würde einmal tippen, dass wir in 5 Jahren einen Großteil unseres Umsatzes in den USA verdienen werden.

 

Was ist Dein wichtigster Tipp für Jungunternehmer, die gerade selbst gegründet haben?

Das wichtigste Ziel ist der Product-Market-Fit. Alle anderen Aktivitäten wie Fundraising, Mitarbeitersuche, Marketing und Vertrieb sollten nur priorisiert werden, wenn sie essenziell dafür sind, dass ihr den Product-Market-Fit erreichen könnt. Product-Market-Fit bedeutet, dass ihr ein Produkt oder einen Service anbietet, der der Zielgruppe hilft, ein bedeutsames Problem zu lösen. Natürlich müsst ihr auch ein Geschäftsmodell finden, mit dem ihr Geld verdienen könnt. Doch ein gutes Produkt, welches die Nutzer lieben, ist die wichtigste Grundlage für nachhaltigen Geschäftserfolg.

Was waren Deine Top 3 Learnings?

  • Bei digitalen Produkten ist die Gestaltung des “Onboardings” für neue Nutzer mindestens genauso wichtig wie die Entwicklung der Kernfunktionen. Gerade bei Apps beträgt die Aufmerksamkeitsspanne der Nutzer oft nur wenige Sekunden bis Minuten. Deswegen muss besonders die erste Erfahrung mit dem Produkt den Nutzer sofort in den Bann ziehen.
  • Fokus ist super wichtig. In einem spannenden Markt wie dem Gesundheitsmarkt gibt es unzählige Möglichkeiten und Chancen auf den unterschiedlichsten Vertriebswegen. Es macht durchaus Sinn, sich konstant zu hinterfragen, ob man immer noch auf dem richtigen Weg ist. Wenn man aber zum Beispiel extra Änderungen am Produkt machen muss, um dafür einem großen Kunden zu gefallen, sollte man lieber von dieser Möglichkeit Abstand nehmen. Das führt mich zum Dritten Punkt.
  • Prioritäten: Ressourcen sind naturgemäß knapp. Auch im Startup gilt das Pareto Prinzip. Fragt euch jeden Morgen: Mit welchen 20% meiner Arbeit kann ich 80% der Ergebnisse erzielen? Und konzentriert euch auf die wirklich wichtigen Dinge. Dringlich und wichtig ist meistens nicht dasselbe.

Herzlichen Dank für das Interview! Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg und freuen uns jetzt schon darauf Neues von Dir und Kaia Health zu hören!

Logo Kaia Health

Kaia Health

Unternehmen: Kaia Health entwickelt digitale Therapien gegen chronische Krankheiten. Die als Medizinprodukt gekennzeichnete Kaia App hilft Rückenschmerzpatienten mit einem ganzheitlichen Trainingsprogramm ihre Rückenschmerzen wirksam zuhause zu behandeln. Neben der nutzerfreundlichen App entwickelt das Unternehmen künstliche Intelligenz, um die Therapie an die individuellen Bedürfnisse der Nutzer anzupassen. 

Gründer: Konstantin Mehl, Manuel Thurner, Moritz Weisbrodt, Thomas Kirchner, Gabriel Thomalla 

Homepage: www.kaia-health


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