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Digital Rights Solutions GmbH & Co. KG, DiRiSo, Legal Tech Anwendungen für Kanzleien, Julian Voss, Christopher Wekel, diriso.de

Im Gespräch mit dem Legal Tech Unternehmen DiRiSo


Die Branche der Legal Technology, kurz Legal Tech, erlebt spätestens seit 2017 einen Hype: Sprunghaft wächst die Zahl der Startups, die Rechtsdienstleistungen digitalisieren. Auch die DiRiSo gründete sich vor kurzem, um Kanzleien Software zur Automatisierung ihrer Prozesse anzubieten. Dabei sieht sich die Firma allerdings weniger als Teil der Startup-Kultur, sondern eher als konventionelles Unternehmen in einem innovativen Geschäftsfeld. Was das bedeutet, erörtert der Geschäftsführer Christopher Wekel im Interview.

Was ist Euer Expertentipp für andere Jungunternehmer?

Wir haben vor allem eine wichtige Anregung. Sicher ist unsere Empfehlung nicht ganz ausgefallen. Aber wir weisen trotzdem gerne darauf hin. Denn vermutlich scheitern noch immer etliche Startups daran, dass ihnen an dieser Stelle ein vermeidbarer Fehler unterläuft. Wer es besser machen will, sollte folgendes beherzigen: Ehe ihr eine Leistung auf den Markt stellt, fragt euch unvoreingenommen: 1. Bietet noch niemand euer Produkt an? 2. Ist zu erwarten, dass das Produkt hinreichend nachgefragt wird? 3. Lässt sich eine erste marktfähige Version des Produkts im kleinen Kreis in einigen Monaten entwickeln? Gründet nur, wenn ihr die drei Fragen ehrlich und unumwunden mit Ja beantworten könnt. Der Weg zum Erfolg ist in der Praxis ohnehin riskant genug. Da sollte ein Konzept nicht schon in der Theorie unter Vorbehalten stehen und an strukturellen Defiziten leiden.

Was waren Eure Top 3 Learnings?

Man unterschätzt typischerweise drei Faktoren und hier haben auch wir jeweils eine Lernkurve verzeichnet. Zu knapp prognostiziert man meistens den Gründungsaufwand und die Zeit bis zu den ersten Zahlungseingängen. Bis die Infrastruktur des Unternehmens steht und alle Zahlungsflüsse beständig laufen, braucht es nach unserer Erfahrung mindestens sechs, eher neun Monate, selbst wenn man die eigenen To-Dos immer unverzüglich abarbeitet. Dessen sollte man sich bewusst sein. Bei uns dauerten beispielsweise allein die Eintragung im Handelsregister und die Einrichtung des Kontos über drei Monate. Das heißt nicht, dass immer ausgerechnet an diesem Punkt Verzögerungen eintreten. Aber solche Erfahrungen macht vermutlich jeder an der einen oder anderen Stelle.

Dass man dadurch aus dem Plan geworfen wird, korrigiert allerdings ein anderer Faktor, den man ebenfalls leicht vernachlässigt: das Potenzial, Routinetätigkeiten sehr schnell effizienter zu gestalten und damit im Gegenzug für einen höheren Gründungsaufwand den Betriebsaufwand drastisch zu senken. Diese Chance muss man natürlich erst einmal nutzen. Aber gerade bei einer anfangs kleinen Unternehmensgröße lassen sich hier unkompliziert Vorteile erzielen.

Digital Rights Solutions GmbH & Co. KG, DiRiSo, Legal Tech Anwendungen für Kanzleien, Julian Voss, Christopher Wekel, diriso.de

Die DiRiSo Gründer Julian Voss und Christopher Wekel, diriso.de

Womit verdient Ihr Euer Geld?

Die DiRiSo fertigt primär webgestützte Programme, die rechtliche Routineprüfungen automatisieren, juristische Korrespondenz standardisieren und Dokumente per Texterkennung analysieren. Wir entwickeln Tools, die eine Frist auf Knopfdruck verlängern oder einen Vertrag nach unwirksamen Klauseln durchsuchen. Und zwar überall dort, wo Kunden dadurch eine beschwerliche manuelle Arbeit kostensparender, zuverlässiger und schneller erledigen möchten.

Daneben kreieren wir Webplattformen, die Vorprodukte zur tatsächlichen anwaltlichen Beratung oder Rechtsdurchsetzung schematisiert bereitstellen. Gemeint sind einerseits Webportale, die mittels Online-Abfragen in Standardverfahren umsonst eine rasche, automatisiert generierte juristische Erstprüfung vornehmen und somit die Mandatsanbahnung begünstigen. Ferner installieren wir auf bestehenden Websites Module, um eine formularmäßige Beauftragung über das Internet zu ermöglichen oder Daten des Mandanten zu erfassen.

Als Muster für eine solche Plattform haben wir die Seite Ersatz-Pilot entwickelt. Es bietet ein gutes Beispiel für ein Portal, auf dem in einem einzigen Online-Prüfungsprozess diese Dienste ineinandergreifen: Hier beschreiben Flugreisende Ihre Prüfung und erhalten eine schematisierte Ersteinschätzung Ihrer Entschädigungsberechtigung. Wird eine solche erkannt, erstellt das System individuelle Vertragsangebote zum Factoring. Und diese Prüfung wiederum bildet die Grundlage für die automatisierte Durchsetzung der so abgekauften Ansprüche.

Wer ist Eure Zielgruppe und wie erreicht Ihr sie?

Unser Angebot wendet sich vorwiegend an automatisierungsaffine Anwälte, die ihre Digitalisierungspotenziale ausschöpfen möchten. Will sagen: Wir richten uns an Sozietäten, die ihre Prozesse mit offenen Augen bewerten und feststellen: Schau, dieser oder jener manuelle Arbeitsschritt ist so simpel, aber trotzdem so aufwändig – hier lohnt sich doch eine technische Lösung. Eben diese stellen wir bereit.

Bei der Anbahnung neuer Aufträge kommt uns vermutlich der derzeitige Hype um die Legal Technology zugute. Die meisten Aufträge haben sich bisher aus Kundenanfragen ergeben, weniger aus proaktiven Akquisemaßnahmen.

Wie ist die Idee zu DiRiSo entstanden?

Das ist eine gute Frage. Als wir im März 2017 die Entscheidung zur Gründung gefasst haben, wollten wir schnell loslegen. Deswegen haben wir eine sehr funktionelle Unternehmensbezeichnung gewählt. Da „Digital Rights Solutions“ allerdings doch ziemlich sperrig klingt, firmieren wir unter der Kurzform „DiRiSo“. Besonders kreativ ist das sicher nicht. Aber andererseits zeigen die meisten etablierten Marken, dass der Unternehmenserfolg weniger von der Firmierung abhängt und vielmehr davon, welche Qualität man damit assoziiert. Hierauf legen wir unser Augenmerk.

Was ist das Besondere an dem Startup DiRiSo?

Wir haben nicht den einen „unique selling point“. Alleinstellung verschafft eher das Gesamtkonzept: DiRiSos Leistungen befolgen vier Grundsätze, die ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis herstellen:

  1. Weder verkauft die DiRiSo Kanzleiorganisationssysteme im one-size-fits-all-Format noch Spezialtools für einen ganz bestimmten Arbeitsschritt. Die Funktionsbreite und -tiefe unserer Programme richtet sich stattdessen nach den individuellen Anforderungen des Auftraggebers. Kunden verschaffen wir dadurch die Legal Technology, die sie brauchen. Und nur dafür bezahlen sie auch.
  2. Unter dem Dach der DiRiSo kooperieren Juristen und Informatiker dauerhaft miteinander. Für die IT-Entwicklung müssen wir nicht auf externen Dienstleister zurückgreifen, sondern erarbeiten inhouse ein gemeinsames Lösungsverständnis, an dem sich unser eingespieltes Team orientiert.
  3. Wie bei der Maßkonfektion stellt die DiRiSo Sonderanfertigungen her, indem wir bereits bestehende funktionsverwandte Programme auf ihr neues Anwendungsgebiet zuschneiden. Das ergibt Maßanfertigungen zu attraktiven Konditionen.
  4. Ihre laufenden Kosten hält die DiRiSo gering. Wir sind deshalb nicht darauf angewiesen, unsere Umsätze kurzfristig zu maximieren. Stattdessen eröffnen wir Kunden flexible Zahlungsbedingungen.

Wie liefen Eure ersten Monate in der Startphase an?

Wir haben uns unter sehr günstigen Bedingungen gegründet: Entstanden sind wir als Ausgründung der Hamburger Sozietät WIRTSCHAFTSRAT Recht. Dadurch verfügen wir von Beginn an über einen Bestandskunden, der einen Einnahmensockel gewährleistet. Außerdem eröffnet uns die Kanzlei beständig Chancen, in der Praxis neue Programme zu erproben, die Rechtsdienstleistungen weiter digitalisieren sollen. Solche Aufträge führen zusammen mit der Neukundenakquise und der Einrichtung unserer Unternehmensinfrastruktur zu einer Doppelbelastung. Über dieses Beschäftigungsniveau sind wir aber nicht unglücklich.

Habt Ihr Euch sofort Vollzeit selbstständig gemacht?

Nein, mein Geschäftspartner absolviert zurzeit noch sein Masterstudium und ich promoviere. Die DiRiSo bauen wir also in Teilzeit auf. Ein solches hybrides Gründungsmodell schafft meines Erachtens eine sehr komfortable Ausgangslage, weil man nicht sofort die komplette Lebensplanung auf eine Karte setzen muss. Umgekehrt bleibt es uns unbenommen, in ein bis zwei Jahren mehr Zeit in das Unternehmen zu investieren, soweit sich die Geschäfte bis dahin weiter gut entwickeln.

Wie sieht aktuell Deine Arbeitswoche aus?

Typischerweise verwende ich die ersten drei bis vier Tage der Woche auf Tätigkeiten im Zusammenhang mit der DiRiSo. Den Rest der Woche nutze ich vor allem, um meine Dissertation voranzutreiben, wobei ich natürlich auch in dieser Zeit für eilbedürftige unternehmensbezogene Aufgaben verfügbar bleibe.

Wo seht Ihr Euch und die DiRiSo in 5 Jahren?

Wir halten unseren Wirtschaftszweig, den der Legal Technology, für eine Spätgeburt der New Economy. Bisher beherrscht insofern noch kein bestimmter Anbieter den Markt. Unser Unternehmensblog verglich die aktuelle Lage vor kurzem mit dem wilden Westen. Sicher ist, dass dieser wilde Westen früher oder später domestiziert wird: Das heißt, irgendwann vereinigen die erfolgreichsten Legal Tech Unternehmen die meisten Marktanteile auf sich, wie es Google, Amazon und Co. in ihren Produktsparten gelungen ist. Ihnen im Bereich Legal Tech nachzufolgen, maßen wir uns nicht an.

Aber umgekehrt streben wir es immerhin an, uns in fünf Jahren auf dem Legal Tech Markt zu etablieren. Das könnte so funktionieren, wie man das zum Beispiel von Verbraucherelektronik kennt. Nur eine Handvoll Anbieter produziert und vertreibt sie, aber gerade im Bereich der Einrichtung, Reparatur und Wartung prosperieren weiterhin etliche mittelständische Unternehmen. Hier dazuzugehören, erscheint uns realistisch.

Fürs erste konzentrieren wir uns aber darauf, uns im derzeitigen „Wildwestszenario“ zu bewähren. Erst wenn sich der Staub legt, ergibt die langfristige Planung Sinn.

Herzlichen Dank für das Interview! Wir wünschen Euch weiterhin viel Erfolg und freuen uns jetzt schon darauf Neues von Dir und DiRiSo zu hören!

Logo DiRiSo

DiRiSo

Unternehmen: In einem Team aus Juristen und Informatikern entwickelt die Digital Rights Solutions GmbH & Co. KG (kurz: DiRiSo) Legal Tech Anwendungen für Kanzleien, um Einzelschritte anwaltlicher Tätigkeiten zu automatisieren. Die DiRiSo digitalisiert die Anbahnung von Mandaten, die Datenerfassung, die juristische Prüfung und den anwaltlichen Schriftverkehr – wo immer sich für Kunden am ehesten Effizienzgewinne erzielen lassen.

Gründer: Julian Voss & Christopher Wekel

Homepage: www.diriso.de


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