Nach der WM ist vor der Bundesliga! Die Fußball-App FanQ überzeugt durch Interaktivität, aktuelle Fußballnews und von den Nutzern selbst geschaffene Inhalte. „Wir möchten den Fans eine gemeinsame Stimme geben“, sagt Gründer Kilian Weber. „Darum fragt sie unsere kostenlose Fußball-App per Voting kurz und knapp nach ihrer Meinung zu aktuell relevanten Fußballthemen. Diese Themen schlagen die Fans zum größten Teil selbst vor.“
Malte, welchen Tipp würdest Du anderen Gründern geben?
Setze dir konkrete, messbare Ziele, behalte sie im Auge und konzentriere dich aufs Wesentliche! Ambitioniert ist gut, aber sie sollten auch erreichbar sein. Als kreativer Kopf hast du sicherlich immer wieder neue und spannende Ideen und durchs Netzwerken kommen etliche gute (und schlechte) Ratschläge hinzu. Die Kunst ist es, sich dadurch nicht vom eigentlichen Ziel ablenken zu lassen. Dazu ist es hilfreich, sich immer wieder systematisch zu hinterfragen: Wo soll es hingehen? Welche Fortschritte hat man schon gemacht? Wo läuft es noch nicht so gut?
Wie funktioniert FanQ?
Wir möchten Vereinen, Verbänden und anderen Marktteilnehmern helfen, die Interessen von Fußballfans besser zu verstehen. Darum bieten wir anonyme, wissenschaftlich fundierte Analysen über Fanmeinungen an – clubspezifisch oder aber clubübergreifend. Unsere Stärke ist neben der fundierten Methodik auch die Geschwindigkeit, in der wir repräsentative Auswertungen zur Verfügung stellen können. Bei uns ist keine wochenlange Vorlaufzeit nötig und wir unterstützen gerne bei der Konzeption passender Forschungsfragen.

Die FanQ Mitgründer Joachim Lammert und Kilian Weber, fanq-app.com
Darüber hinaus finanzieren wir uns über dezent platzierte Verbraucherhinweise. Unsere Kunden profitieren dabei von einem positiven Umfeld und einer spezifischen Zielgruppe, denn alle Nutzer interessieren sich für Fußball, sind mit durchschnittlich 31 Jahren vergleichsweise jung und vorwiegend männlich.
Was waren Eure Top 3 Learnings?
- Eine alte Weisheit besagt, dass der Kunde immer Recht hat. Das stimmt natürlich nicht in jedem Fall. Henry Ford hat dazu mal gesagt: „Wenn ich die Menschen gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt schnellere Pferde.” Dennoch kann man von niemandem besser lernen, ob eine Idee funktioniert oder nicht, als von potentiellen Kunden. Verschiedene Prototypen zu bauen und diese ausprobieren zu lassen, ist daher ein echtes Erfolgsrezept. Vorausgesetzt man misst die richtigen Kennzahlen wie z.B. Retention (Bleiben die Kunden an Bord?) oder das Weiterempfehlungspotenzial (Ist das Produkt so gut, dass Kunden es weiterempfehlen würden?)
- Nicht nur im Produktmanagement ist es wichtig, von den eigenen Kunden zu lernen. Auch im Bereich Sales und Marketing kann man von bestehenden Kunden viel über ihre Bedürfnisse erfahren (Warum sind sie überhaupt Kunden geworden und geblieben?). Das hilft zum Beispiel dabei, die richtigen Werbebotschaften herauszuarbeiten.
- Bei den zahlreichen Marketing-Instrumenten, die zur Verfügung stehen, ist es gar nicht einfach, die richtigen auszuwählen. Um den besten Mix zu finden, muss man manchmal einfach systematisch ausprobieren. Dazu ist es essentiell, die Effekte seiner Bemühungen auch messen zu können. Es kostet zwar häufig Zeit und Geld, die nötigen Trackingtools einzubauen, mit denen man die komplette Kundenbeziehung vom Erstkontakt bis zur erfolgreichen Conversion bzw. der Retention messen kann. Dafür weiß man später, was funktioniert und was nicht. Nur dann lassen sich Maßnahmen auch guten Gewissens skalieren.
Wer ist Eure Zielgruppe und wie erreicht Ihr sie?
FanQ bietet allen Fußballbegeisterten eine Plattform, um ungefiltert ihre Meinung abzugeben und die Meinung Anderer einzuholen. Wir möchten wirklich für alle Fans da sein. Darum lässt sich unsere Fußball-App kostenlos aufs Handy laden und nutzen. Dementsprechend freuen wir uns auch über jegliches Feedback und Verbesserungswünsche der Fans. Um bekannter zu werden, setzen wir unter anderem auf Kooperationen mit Clubs und Influencern sowie anderen jungen Unternehmern.
Wie ist die Idee zu FanQ entstanden?
FanQ steht für Fan Questions. Statt den Fans zu sagen, was sie denken und fühlen sollen, interessieren wir uns für ihre Meinung – und für die Fragen und Themen, die ihnen auf der Seele brennen. FanQ stellt den Fan und seine Fragen in den Mittelpunkt.
Was ist das Besondere an dem Startup FanQ?
Das Besondere an FanQ ist, dass die Fußball Fans ganz wesentlich mitwirken können, statt nur zu konsumieren. Wir haben zwar eine eigene Redaktion, die selbst Themen recherchiert und Fragen dazu bereitstellt. Die meisten Votings in der App stammen allerdings von den Fans selbst. FanQ ist also viel interaktiver als andere Fanmedien.

Die FanQ App versorgt Sie täglich mit neuen Transfergerüchten, Fußballnews, Fragestellungen und Diskussionen rund um das Thema Fußball, fanq-app.com
Habt Ihr direkt nach der Firmengründung Geld verdient?
Um unsere Burnrate niedrig zu halten, haben wir anfangs auf Sparflamme gearbeitet. So wollten wir herausfinden, wie weit unser Produkt schon ist. Währenddessen haben wir nebenher auch anderen Projekten gearbeitet, um unseren Lebensunterhalt zu finanzieren. Mittlerweile haben wir mehrere Investoren im Boot, arbeiten in Vollzeit an FanQ und schreiben auch die ersten Rechnungen.
Wo soll FanQ in 5 Jahren stehen?
In fünf Jahren wird FanQ eine der wichtigsten deutschsprachigen Fußballplattformen für Fans sein. Auch in anderen Ländern, in denen Fußball großgeschrieben wird, werden wir aktiv sein. Gerade in Großbritannien ist der Fußball thematisch tief in der Gesellschaft verwurzelt und gleichzeitig der Kommerzialisierungsprozess weit fortgeschritten. Darum haben wir uns dort schon jetzt mit viel Aufmerksamkeit an verschiedenen Fanstudien beteiligt und bereits einen schottischen Investor für uns gewonnen.
Herzlichen Dank für das Interview! Wir wünschen Dir weiterhin viel Erfolg und freuen uns jetzt schon darauf Neues von Dir und FanQ zu hören!
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