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Wie Unternehmen auch in der Pandemie profitabel bleiben

Viele Betriebe, besonders KMU, mussten aufgrund der Pandemie Umsatzeinbußen verzeichnen. Denn der Absatzmarkt für viele Produkte brach schlagartig ein und ist in manchen Fällen bis jetzt noch nicht vollständig auf ein Niveau von 2019 zurückgekehrt. Aber es gibt einige Möglichkeiten für alternative Einkommenszweige, die viele Unternehmen bisher nicht vollständig utilisieren. Mit diesen Lösungen können viele Betriebe zumindest einen Teil ihres Umsatzes beibehalten und oftmals sogar zusätzliche Einkommensquellen schaffen.

Webshop-Erstellung einfacher als je zuvor

Online-Shopping hat während der Pandemie enorm an Bedeutung hinzugewonnen. Trotzdem haben Laut einer Studie des Bundesverbandes für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (bitkom) nur etwa 36 % aller deutschen Unternehmen einen eigenen Webshop. Jedes vierte Unternehmen bietet seine Produkte auf Online-Marktplätzen wie Ebay Amazon und Co. an. Trotz sehr geringer Einstiegshürden sind große Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern KMUs weit voraus. Zwei Drittel aller großen Unternehmen betreiben einen eigenen Webshop. Bei Unternehmen bis 99 Mitarbeitern sind es gerade einmal 32 %. Auch Apps kommen nur bei sehr großen Betrieben zum Einsatz und ein Großteil aller Verkäufe findet noch immer über E-Mail-Kommunikation statt.

Wie Unternehmen auch in der Pandemie profitabel bleiben

Wie Unternehmen auch in der Pandemie profitabel bleiben. Bildquelle: Stock Images by Depositphotos

Die Einrichtung von eigenen Websites und Online-Shops ist heutzutage einfach als je zuvor. Mit nur wenigen Klicks kann jedes Unternehmen seine Produkte schnell und effektiv im Internet vermarkten. Das benötigte Wissen für die Erstellung einer einfachen Website mit einem Shop ist heute weitaus geringer als noch vor 10 Jahren. Hinzu kommen etliche Angebote von Dienstleistern, die für eine kleine Provision die Aufgabe der Webseitenerstellung übernehmen.

Auch für Unternehmen, die vielleicht nur im B2B-Bereich agieren, kann eine Website profitabel sein. Denn erstens werden so interessierte Kunden einfacher auf das eigene Unternehmen aufmerksam. Die Internetpräsenz zu erhöhen, ist im Zeitalter des Internets von enorm großer Bedeutung. Auch soziale Medien können hierbei sehr behilflich sein. Zum anderen können zum Beispiel durch vertikale und diagonale Diversifikation in Kombination mit Online-Shops neue Geschäftsmöglichkeiten erkundet werden.

Diversifikation des Hauptgeschäfts kann äußerst lukrativ sein

Viele größere Hersteller, welche sich auf eher teure und für Privatkunden uninteressante Produkte fokussieren, haben beispielsweise bereits die Macht von Merchandise erkannt. Diesen produzieren diese Unternehmen dann nicht selbst, sondern designen ihn nur. Diese Designs können sie dann von einem speziellen Print-on-Demand Unternehmen auf der Website bedrucken lassen. Lufthansa und Mercedes machen neben ihrem Hauptgeschäft auch einen beträchtlichen Umsatz mit Merchandise. Dadurch kaufen Kunden letztendlich Werbung von Unternehmen, um dann als Werbeträger zu agieren. Bei dem Hinzufügen von komplett anderen Produkten in das eigene Sortiment wird von diagonaler oder lateraler Diversifikation gesprochen.

Für viele Unternehmen, unter anderem Maschinenhersteller, ist auch die vertikale Diversifikation äußerst interessant. Denn dabei verkaufen Betriebe die Materialien aus früheren Herstellungsphasen direkt an Endkunden weiter, statt sie in Lagern verrotten zu lassen. So kann zudem die Just-In-Time Produktion optimiert werden. Wenn etwa der besagte Maschinenhersteller momentan aufgrund der Pandemie weniger Abnehmer für vollständig gebaute Maschinen im Wert von mehreren Millionen Euro hat, kann er Einzelteile wie Chips oder Motoren einfach zum freien Verkauf anbieten. Viele KMU, Hobbytechniker und Schnäppchenjäger sind oftmals sehr an solchen Produkten interessiert.

Dadurch wird verhindert, dass eigentlich gut funktionierende Teile auf lange Zeit ohne Wartung verrosten. Zudem werden Lagerkosten gesenkt und es wird weiterhin Umsatz gemacht. Auch kann vermieden werden, dass Produktionsprozesse stillgelegt werden müssen, da das Endprodukt momentan nicht verkauft werden muss. So können viele, wenn nicht sogar alle Mitarbeiter weiterhin fest beschäftigt werden.

Wie Unternehmen auch in der Pandemie profitabel bleiben

Mit einer guten Social Media Strategie kann man die Verkaufszahlen des Online-Shops stark steigern. Bildquelle: Mactrunk / Stock Images by Depositphotos

Bessere Nutzung von sozialen Medien

Durch Lockdowns und sonstige Beschränkungen befinden sich momentan viele Menschen zu Hause. Hier gibt es ein hohes Potenzial für Unternehmen, um neue Kunden zu finden. Eine Social-Media-Strategie benötigt zahlreiche ausgeklügelte Elemente, kann aber auch in einer sehr einfachen Form effektiv sein. Zudem können soziale Medien dazu genutzt werden potenzielle Kunden einfacher auf die eigene Website (falls vorhanden) weiterzuleiten. Wer einen Online-Shop hat, der ist höchstwahrscheinlich weniger von einem Wegfall der Kunden vor Ort betroffen. Und da Online-Marketing momentan ohnehin boomt, ist dies ein guter Zeitpunkt, um endlich mit der Nutzung des Internets für das eigene Unternehmen anzufangen.

Viele Möglichkeiten für ein zweites Standbein

In der heutigen Zeit müssen Firmen vor allem eins sein: kreativ. Denn nur kreative Unternehmen, die etwas Neues wagen und im Wirtschaftsdschungel auffallen, werden auf lange Zeit überleben. Durch die Digitalisierung gibt es viele neue Möglichkeiten, die Betriebe für ihre eigenen Zwecke nutzen können. Wer gestärkt aus der Pandemie hervorkommen will, muss vor allem motiviert bleiben und sich teilweise neu erfinden. Die momentane Misere der gesamten Industrie sollte als Chance für kleinere Unternehmen genutzt werden, um durch einzigartige Aktionen aufzufallen. Ob durch das Einrichten eines Webshops, der durch eine kreative Kampagne auf sozialen Medien beworben wird oder das Verkaufen einzigartiger Produkte, die normalerweise nicht direkt erworben werden können: Es gibt zahlreiche Möglichkeiten für Unternehmen, um die momentane Lage optimal zu nutzen.

Hanno Steiger

Hanno Steiger ist langjähriger Unternehmensberater mit den Schwerpunkten Interimsmanagement und Unternehmensfinanzierung. Er sammelte ebenso fundierte Erfahrungen in der Beratung von Unternehmen und Unternehmern bei Corporate Finance Transaktionen und Restrukturierungen (M&A, Finanzierung, Restrukturierung, Rating Advisory, Due Diligence, LBO). Hanno Steiger ist Inhaber der Steiger Unternehmensberatung.