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Auch Selbstständige können durch günstige Stromanbieter ihre Betriebskosten senken

22.04.2021 | Von Hanno Steiger

Selbstständige müssen auch ihre Betriebskosten im Griff haben. Schließlich geht es darum, Gewinne zu erwirtschaften. Denn, wenn die Kosten nicht stimmen, kann langfristig die Existenzgrundlage des Unternehmens gefährdet sein.

Betriebskosten Strom

Zum ersten Mal werden die Selbstständigen mit der Notwendigkeit konfrontiert, ihre Kosten aufzulisten, wenn sie als Gründer ihren Businessplan aufstellen. Neben den Personalkosten, den Materialkosten oder den Kosten für die Betriebsräume gehören die Energiekosten zu den wichtigsten Kostenarten. Zu den Kosten für Energie zählen auch die Stromkosten. Als Gründer müssen die Selbstständigen ihren erwarteten Stromverbrauch schätzen und danach ihre Stromkosten kalkulieren. Später liegen ihnen Erfahrungswerte vor, auf die sich die Selbstständigen stützen können.

Erfahrungswerte bei den Stromkosten

Auch wenn Selbstständige über Erfahrungswerte zum Stromverbrauch und seinen Kosten verfügen, bedürfen sie doch einer sicheren Grundlage. Sie wird durch das monatliche oder jährliche Ablesen des Stromzählers ermittelt. Doch reicht diese tatsächliche Feststellung nicht für die Beurteilung aus, ob die Stromkosten gesenkt werden können; denn ihre Höhe hängt maßgeblich vom Unternehmen selbst oder seiner Branche ab.

Die Gewerbe der Hersteller benötigen viel Strom, um ihre Produkte fertigen zu können. Das gilt insbesondere, wenn sie den Branchen der chemischen Industrie, der Produktion von Kraftfahrzeugen, der Papierproduktion oder Nahrungsmittelindustrie angehören, um nur einige herauszugreifen.

Stromkosten sind allerdings auch in den Dienstleistungsfirmen ein wichtiges Thema, weil Telefonanlagen, IT-Technik, Faxgeräte oder gar Klimaanlagen sich als unliebsame „Stromfresser“ erweisen können.

Deshalb setzen sich die Erfahrungswerte der Stromkosten aus denen des Unternehmens des Selbstständigen und denen seiner Branche zusammen.

Die Senkung der Betriebskosten Strom

Mindestens einmal jährlich stellt sich dem Selbstständigen die Frage, wie die Betriebskosten Strom zu senken sind. Sie lässt verschiedene Antworten zu. Er hat einerseits die Möglichkeit, direkt in den Stromverbrauch durch die Änderung der Arbeitsprozesse oder die Steuerung der Maschinen und Geräte einzugreifen. Andererseits steht ihm die indirekte Maßnahme offen, sich einen günstigeren Stromanbieter auszusuchen. Befindet sich der Selbstständige noch in der Gründungsphase seines Unternehmens, sollte er für seine Erstauswahl dieselben Kriterien anlegen, wie sie für einen späteren Wechsel geboten sind.

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Wechsel des Stromanbieters

Der Wechsel eines Stromanbieters zur Senkung der Stromkosten ist erst seit 1998 mit der Liberalisierung des deutschen Energiemarktes möglich. Damit müssen Selbstständige nicht mehr zwingend das Angebot des örtlichen Stromversorgers annehmen, sondern können sich am Markt der Stromanbieter umsehen, der inzwischen in etwa 1.000 Firmen umfasst, die wiederum unterschiedliche Tarife anbieten.

Die Wege in das Dickicht dieses Marktes sind vielschichtig. Selbstständige können sich selbst im Internet informieren und die Vergleiche selbst anstellen. Sie können auch professionelle Hilfe bei Verbraucherzentralen oder Energieberatern einholen sowie einen Stromvergleichsrechner, wie z.B. Stromvergleich.de bedienen. Dazu benötigen sie nur zwei Zahlen, ihre Postleitzahl und ihren Stromverbrauch.

Gewerbestrom oder Privatstrom

Die erste Entscheidung, die Selbstständige treffen müssen, ist die Auswahl zwischen den Stromarten Gewerbestrom oder Privatstrom.

Von Gewerbestrom spricht man, wenn zwischen 30.000 kWh und 50.000 kWh pro Jahr abgenommen werden. Führt der Selbstständige also ein Produktionsunternehmen, wird er zum Bezug von Gewerbestrom neigen. Wenn er noch mehr Strom benötigt, geht es bereits um Industriestrom.

Einige Stromanbieter lassen für kleinere Betriebe den Gewerbestrom bei einer Abnahme von 10.000 kWh pro Jahr beginnen.

Der Privatstrom liegt für eine vierköpfige Familie bei der Abnahme von 5.000 kWh pro Jahr. Für einen „kleinen“ Selbstständigen kommt also Privatstrom in Betracht.

Dennoch sollte jeder Selbstständige seinen Strombedarf selbst ausrechnen und mit den Angeboten in Bezug setzen, um für sich die beste Alternative entscheiden zu können; denn die Erfahrungswerte für Gewerbestrom und Privatstrom sind nicht „in Stein gemeißelt“ und die Wahl des Gewerbestroms muss nicht grundsätzlich die Beste sein.

Konditionen bei den Stromanbietern

Auf jeden Fall müssen die Selbstständigen folgende Konditionen der Stromanbieter überprüfen:

  • Laufzeit des Vertrages: Je kürzer die Laufzeit ist, desto eher kann sich der Selbstständige wieder am Markt neu orientieren.
  • Kündigungsfrist: Für die Kündigungsfrist gilt dasselbe wie für die Laufzeit des Vertrages.
  • Vertragsverlängerung: Wird der Vertrag unbefristet geschlossen, muss der Selbstständige die Kündigungsfrist beachten, wenn er den Vertrag beenden will.
  • Preisgarantie: Eine Preisgarantie schützt den Selbstständigen vor unliebsamen Preiserhöhungen.
  • Vorauskasse: Bei Vorauskasse bezahlt der Selbstständige für die Abnahme des Stroms für eine bestimmte Zeit im Voraus. Geht der Stromanbieter in die Insolvenz, sind die im Voraus bezahlten Beträge verloren.
  • Kaution: Für eine Kaution gilt dasselbe wie für eine Vorauskasse.

Fallstricke beim Wechsel des Stromanbieters

Die Fallstricke Kaution und Vorauskasse wurden bereits erwähnt. Es gibt jedoch noch zwei weitere:

  • Boni: Die Gewährung von Boni ist vorwiegend eine Marketingmaßnahme. Um deren Wert einzuschätzen und den damit verbundenen Vorteil zu ermitteln, müssen die Selbstständigen die angebotenen Boni selbst bewerten, damit sie nicht auf eine Mogelpackung hereinfallen.
  • Strompakete: Strompakete sind für den Selbstständigen deshalb günstig, weil er sich zu einer festen Abnahme für eine bestimmte Zeit verpflichtet. Trifft er allerdings mit seiner tatsächlichen Stromabnahme die Verpflichtung aus dem Paket nicht genau, zahlt er zu viel; das gilt sowohl für den Fall der Minderabnahme wie für den der Überabnahme.

Die Art des Stromes

Die Arten des Stromes richten sich nach der Gewinnung aus

  • Wasserkraft,
  • Windkraft,
  • Atomkraft und
  • Fossilien.

Jede Art des Stroms hat ihren Preis und ist deshalb nicht unbedingt zur Senkung der Betriebskosten geeignet. Auch ist Ökostrom nicht gleich Ökostrom und differiert von Anbieter zu Anbieter. Die Auswahl der Art bestimmt den günstigen Preis des Stromtarifes mit. Selbstständige, die ausschließlich auf den Preis Wert legen, sollten keine Auswahl treffen und gleich zu einem Billiganbieter gehen.

Fazit

Die Senkung der Betriebskosten ist eine ständige Aufgabe jedes Selbstständigen. Außer dem direkten Eingriff in den Stromverbrauch hat er die Möglichkeit der Kostensenkung durch den Wechsel des Stromanbieters. Allerdings muss er vorher prüfen, ob für ihn Gewerbestrom oder Privatstrom in Frage kommt. Sodann hat er die Konditionen der Anbieter zu vergleichen und auf Fallstricke zu achten. Jede Art des Stroms hat ihre eigene Preislage. Sie ist deshalb kein Kriterium für eine Senkung der Betriebskosten, aber dennoch durch den Selbstständigen zu beachten.

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Hanno Steiger

Hanno Steiger ist langjähriger Unternehmensberater mit den Schwerpunkten Interimsmanagement und Unternehmensfinanzierung. Er sammelte ebenso fundierte Erfahrungen in der Beratung von Unternehmen und Unternehmern bei Corporate Finance Transaktionen und Restrukturierungen (M&A, Finanzierung, Restrukturierung, Rating Advisory, Due Diligence, LBO). Hanno Steiger ist Inhaber der Steiger Unternehmensberatung.