Home » News » Gründertipps » Als Freiberufler das eigene Unternehmen führen

Als Freiberufler das eigene Unternehmen führen

Den Traum von beruflicher Freiheit haben Viele: mit dem Laptop und Handy von überall auf der Welt zu arbeiten, egal wo man gerade ist. Das stellen sich gerade Angestellte oft als unglaubliches Privileg vor, zumal man dort nicht mehr an feste Büro- und Urlaubszeiten oder den immer gleichen Arbeitsort gebunden ist. Aber es gibt auch zahlreiche Herausforderungen, wenn Sie als Freiberufler das eigene Unternehmen führen wollen. Sie sollten dann nicht nur der Experte im jeweiligen Berufsgebiet sein, sondern sich auch um Finanzen, Rechtliches, Technik, Personal oder Marketing und Vertrieb kümmern. Das überfordert viele Gründer, die vorher jahrelang angestellt waren.

Mit diesen Fragen sollten Sie sich vor der Gründung beschäftigen

Das eine ist also das fachliche Know How und der grundlegende Unternehmergeist, das andere die Fähigkeit sich selbst zu organisieren und für die Struktur rund um die eigentliche Tätigkeit verantwortlich zu sein. Denn allein die Idee für eine freiberufliche Tätigkeit reicht noch nicht, um damit auch regelmäßig Geld zu verdienen. Denn woher kommen die Kunden und Aufträge? Wie erfolgt die Rechnungsstellung und Buchhaltung? Wer kümmert sich um die Abwicklung der Finanzen oder rechtliche Rahmenbedingungen? Welche Hard- und Software passt am besten zu den Anforderungen? Viele Fragen, die den Jungunternehmern oftmals auf die Füße fallen, wenn sie sich damit nicht vorher ausgiebig beschäftigen.

Als Freiberufler das eigene Unternehmen führen_HB und TB

Als Freiberufler das eigene Unternehmen führen. Bildquelle: pixabay.com/de/photos/b%c3%bcro-tisch-home-office-laptop-1246484/

Regelmäßige Aufträge und Umsatz sind am wichtigsten

Wenn Sie aus Ihrer bisherigen Tätigkeit Kunden und damit Geschäft mitnehmen können, ist das natürlich am Besten. So müssen Sie nicht erst viel Zeit und Energie in das Marketing und den Vertrieb stecken, sondern können direkt mit dem loslegen, was Sie am besten können: Ihre Produkte oder Dienstleistungen abwickeln. Dafür brauchen Sie als Erstes ein eigenes Bankkonto, über das Sie Ihre Zahlungsströme abwickeln können. Dazu empfiehlt sich gerade für den Anfang ein kostenloses Geschäftskonto, um die anfänglichen Fixkosten minimal zu halten und erst später mit dem Umsatzwachstum flexibel zu skalieren.

Wer dazu tendiert, gleich am Anfang in viele Onlinedienste zu investieren, die es für Startups und angehende Selbständige zur Genüge gibt, summieren sich diese Kosten schnell. Wenn dieses Geld dann nicht regelmäßig wieder in die Kassen zurückfließt, entstehen leicht wieder neue unerwünschte Abhängigkeiten. Dabei gibt es unglaublich viele Möglichkeiten online Geld zu verdienen: vom Affiliate-Marketing übers Coaching bis hin zur virtuellen Assistenz ist alles möglich, auch Crypto-Investments oder andere Spekulationsmöglichkeiten bieten sich für Erfahrene und Interessierte auf diesem Gebiet an.

Wer kümmert sich um die Buchhaltung, Finanzen und Rechtliches?

Im Steuerdschungel Deutschland ist es ratsam, sich in Sachen Buchhaltung, Finanzen und Rechtliches von Anfang an in Expertenhände zu begeben, damit nicht später irgendwann der große Schrecken folgt, wenn das Finanzamt an die Tür klopft. Auch könnte der Rechtsanwalt eines Mitbewerbers auf Sie aufmerksam werden, wenn Sie sich etwa nicht an das Datenschutzrecht oder andere Wettbewerbsauflagen halten, die in Ihrer Branche gelten können. Informieren Sie sich also bereits bevor Sie mit Ihrem Business online gehen bei einem Spezialisten, worauf Sie hier achten und welche Rücklagen Sie etwa für Steuernachzahlungen oder andere Verbindlichkeiten auf die Seite legen müssen.

Dabei gilt es zahlreiche Steuerarten zu unterscheiden. So gibt es als Freiberufler dann nicht mehr nur die Einkommenssteuer, die auf Einkünfte aus selbständiger Arbeit abzuführen ist, sondern es kommt noch die Gewerbesteuer und Umsatzsteuer sowie für Kapitalgesellschaften Körperschaftssteuer und Kapitalertragssteuer hinzu. Falls Sie bereits Personal beschäftigen, etwa für eine Assistenz, fällt außerdem die Lohnsteuer an. Dabei gibt es zahlreiche Regeln für Freibeträge, Abzüge und Abschreibungen, bei denen Ihnen am besten ein erfahrener Steuerberater zur Seite steht.

Welche technische Büroausstattung brauche ich und was, wenn sie streikt?

Wohingegen als Angestellter der Arbeitgeber alles zur Verfügung stellt, was sie zum Arbeiten benötigen, so sind Sie dafür als Unternehmer selbst verantwortlich. Handy und Laptop sind dabei sicherlich am wichtigsten, dazu wird meist noch eine stabile Internetverbindung benötigt und vielleicht brauchen Sie auch noch ein Auto oder ein Büro, um Ihre Kunden zu treffen. Viele Jobs werden inzwischen aber auch komplett digital abgewickelt, so etwa als Texter, Social Media Manager oder Webdesigner. Hier zählt dann vor allem die Zuverlässigkeit der technischen Infrastruktur, denn wenn diese ausfällt, können Sie zumindest zeitweise nicht mehr arbeiten, es entgehen Ihnen wertvolle Einnahmen und Sie haben oft spürbare Mehrkosten.

Achten Sie deshalb besonders darauf, dass Sie dafür gut ausgestattet sind und wenn möglich ein Ersatzgerät greifbar, alternative Möglichkeiten für das Arbeiten über das Internet sowie ein Backup Ihrer Daten angefertigt haben. Nicht zuletzt wird für die Steuer auch ein Nachhalten der Belege über viele Jahre gefordert. Bei einem Systemausfall kämen also auch langfristig unangenehme Folgen auf Sie zu, die Sie besser von Anfang mit einer soliden Infrastruktur vermeiden.

Semra Dindas

Semra Dindas ist als freiberufliche Texterin und Autorin tätig. Sie studierte Internationale Betriebswirtschaft in Wien und verfasst heute maßgeschneiderte Webtexte, Ratgeber und wissenschaftliche Texte. Ihr Fachwissen liegt in den Bereichen Unternehmensgründung, Marketing, Finanzierungen, Recht, Geschäftsideen und alles rund um das Thema Selbstständigkeit. Seit 2020 ist sie für Selbststaendigkeit.de tätig und veröffentlicht wöchentlich Beiträge für das Onlineportal.