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Welche Finanzierungsformen gibt es für Start-Ups?

Mit der eigenen Geschäftsidee selbständig machen – der erste Schritt zum Start-Up beginnt im Kopf. Viele Gründer merken, dass auf dem Weg zum Unternehmer Steine aus dem Weg zu räumen sind. Besonders bei der Finanzierung kann das Start-Up scheitern. Eine Erfahrung, die vermeidbar ist – wenn sich intensiv mit den verschiedenen Möglichkeiten auseinandergesetzt wird. In Deutschland wagen laut Gründungsmonitor mehr als 600.000 Gründer diesen Schritt – mit Bankkrediten, Förderungen oder Teilhabern. An Bootstrapping oder Risikokapital wagt sich nur ein kleiner Teil – obwohl sich hier Vorteile ergeben.

Oft fehlen Sicherheiten

Zu den größten Herausforderungen in der Gründung eines Unternehmens gehört die Start-up-Finanzierung. Frischgebackenen Unternehmern fliegen die Millionen selten zu. Im Gegenteil: Ein Start-Up in ein solide wirtschaftendes Unternehmen zu transformieren – mit eigenem Branding und starker Kundenbasis – kostet Zeit, Kraft und Nerven.

Dass die Finanzen zu einem Thema mit solcher Tragweite werden, hat natürlich seine Gründe. Start-Ups fehlt es an:

  • Sicherheiten
  • stabilen Mittel-Zuflüssen
  • finanziellen Reserven.

Alle drei Punkte für sich bereiten Kreditgebern bereits Bauchschmerzen. Zusammen ergibt sich eine hohe Unsicherheit die finanzielle Tragfähigkeit betreffend. Aus diesem Grund rennen Gründer bei Banken nicht unbedingt offene Türen ein.

Welche Finanzierungsformen gibt es für Start-Ups?

Wer ein eigenes Unternehmen gründet, muss sich natürlich auch um die Finanzierung Gedanken machen. Doch welche Möglichkeiten stehen dabei offen? Bildquelle: Selbststaendigkeit.de

Besonders kritisch sehen Banken in diesem Zusammenhang die ersten drei Jahre. In diesem Zeitraum haben es Start-Ups besonders schwer. Nach Ablauf dieser Frist entspannt sich die Situation, da an den Jahresabschlüssen erkennbar ist, wie stabil sich die Ertragssituation entwickelt und wie tragfähig Geschäftsidee und Geschäftsbetrieb sind.

Ganz chancenlos ist die Kreditaufnahme aber auch in dieser Startphase nicht. Sofern Gründer Sicherheiten in die Waagschale werfen können, lassen sich Finanzierungen durchaus realisieren. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, auf Förderprogramme zu bauen, die vergünstigte Darlehen bieten. Es lohnt sich somit auf jeden Fall, auch diese Option genauer zu prüfen.

Fremdkapital oder Eigenkapital?

Kredite – egal, ob durch Geschäftskunden- oder Förderbanken vergeben – sind immer Fremdkapital. Und diese Verbindlichkeiten belasten am Ende den Jahresabschluss. Es steht natürlich nicht fest, dass ein Kreditantrag genehmigt wird.

Start-Ups können sich noch auf anderen Wegen finanzieren. Eine Option besteht darin, Eigenkapital zu akquirieren. Hier bietet sich Beispielsweise ein Pitch bei Business Angels oder Risikokapital-Gesellschaften an. Damit lässt sich nicht nur Kapital gewinnen. Was diesen Weg interessant macht, ist der Gewinn eines strategischen Partners.

In Betracht kann auch eine stille Teilhaberschaft gezogen werden. An dieser Stelle wird beispielsweise ein stiller Gesellschafter ins Start-Up geholt, der Kapital einschießt. Im operativen Geschäft haben stille Teilhaber allgemein kein Mitsprache- und Entscheidungsrecht, werden jedoch am Gewinn beteiligt.

Eine weitere Möglichkeit, um Eigenkapital in die Existenzgründung von „außerhalb“ zu holen, sind Freunde und Verwandte. Diese können über eine stille Beteiligung gewonnen werden oder geben Kapital als Verwandtendarlehen. Gerade in der nahen Familie wird viel per Handschlag geregelt, was die Finanzierung deutlich entspannt.

Bootstrapping als Alternative?

Der englische Begriff steht für die Selbstfinanzierung des Unternehmens. Gründer nutzen für das Start-Up in diesem Zusammenhang erst eigene Mittel. Diese kommen aus dem eigenen Vermögen, können aber auch aus dem nahen Familienumfeld kommen. Angewandt wird dieses Prinzip häufig dort, wo im Low-Budget Segment schnell ins operative Geschäft eingestiegen werden kann. Bootstrapping wird meist damit kombiniert, dass keine Gewinne entnommen, sondern reinvestiert werden. Um damit erfolgreich zu sein, muss:

  • schnell ein positiver Cash-Flow generiert werden
  • auf hochdotierte Mitarbeiter verzichtet werden
  • das Augenmerk auf Wachstum liegen.

Aufgrund seiner Besonderheiten eignet Bootstrapping nicht pauschal für jedes Start-Up. Gerade in Bereichen mit hohen Anfangsinvestitionen sind andere Finanzierungsformen sinnvoller. Aber: Es kann sich später auszahlen, da Investoren Bootstrapping als Signal für das richtige Verständnis der Gründer werten.

Fazit: Gründer müssen nicht mit Krediten finanzieren

Unternehmen gründen und der eigene Chef sein – Medien suggerieren, dass dieser Schritt ganz einfach sein kann. Wer sich damit intensiver befasst, merkt schnell die Schwierigkeiten. Besonders die Finanzierung kann zu einem Problem werden. Keine oder zu geringe Sicherheiten – und es klappt nicht mit dem Gründungskredit. Start-Ups müssen darauf nicht angewiesen sein. Teilhaber oder Investoren sind genauso Alternativen wie Bootstrapping.

Semra Dindas

Semra Dindas ist als freiberufliche Texterin und Autorin tätig. Sie studierte Internationale Betriebswirtschaft in Wien und verfasst heute maßgeschneiderte Webtexte, Ratgeber und wissenschaftliche Texte. Ihr Fachwissen liegt in den Bereichen Unternehmensgründung, Marketing, Finanzierungen, Recht, Geschäftsideen und alles rund um das Thema Selbstständigkeit. Seit 2020 ist sie für Selbststaendigkeit.de tätig und veröffentlicht wöchentlich Beiträge für das Onlineportal.