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Die Lösung bei Forderungsausfällen: So bleibt Ihr Unternehmen liquide

Sie haben die bestellte Ware pünktlich geliefert oder eine Dienstleistung zur Zufriedenheit des Kunden erbracht, warten jetzt aber auf Ihr Geld? Dann geht es Ihnen wie vielen anderen Unternehmern in Deutschland. Die offenen Forderungen mindern die Liquidität Ihres Unternehmens. Wenn es dann noch zu einem Forderungsausfall kommt, kann Ihre Firma in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten geraten. Um diese Probleme zu verhindern, stellt Factoring eine schnelle und günstige Lösung dar. 

Der Kunde zahlt nicht – was tun?

In zahlreichen Branchen sind Rechnungen mit Zahlungsziel üblich. Der Verkäufer muss durchschnittlich 30 bis 90 Tage warten, bevor er das Geld für eine Warenlieferung oder eine Dienstleistung erhält. Der Zahlungseingang ist beim Verkäufer zum Fälligkeitsdatum der Rechnung fest einkalkuliert. Aus verschiedenen Gründen kann der Käufer jedoch die Überweisung der Rechnungssumme verweigern. 

Diese Gründe nennen Käufer für einen Zahlungsausfall: 

  • verspätete Reklamation 
  • Zahlungstermin verpasst 
  • Liquiditätsengpass 
  • eigene Insolvenz

Für den Verkäufer bedeutet der Forderungsausfall nicht nur großen bürokratischen Aufwand. Wenn Zahlungseingänge fehlen, kann der Verkäufer selbst in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

Factoring

Im Finanzplan lassen sich Zahlungseingänge gut kalkulieren, Bildquelle: pixabay.com/de/photos/gesch%C3%A4ft-b%C3%BCro-vertrag-vereinbarung-3167295/

Auswirkungen von Forderungsausfällen

Fehlende Zahlungseingänge haben für Unternehmen jeder Größe ernsthafte Auswirkungen. Großbetriebe können einen Forderungsausfall eventuell durch andere Zahlungseingänge oder durch Kreditlinien kompensieren. Bei kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) kann ein Forderungsausfall jedoch schnell zur Insolvenz führen. 

Diese Auswirkungen hat ein Forderungsausfall auf den Verkäufer: 

  • kein Ausnutzen von Skonto bei der Bezahlung von Lieferantenrechnungen 
  • fehlende Liquidität für Investitionen 
  • höhere Verschuldung 
  • schlechtere Bonität bei Banken und Geschäftspartnern 
  • eigene Insolvenz

Um die negativen Auswirkungen von Forderungsausfällen zu vermeiden, bietet sich Factoring als Lösung an. Die Verhandlungen mit dem Factoringunternehmen sind schnell abgeschlossen und die Konditionen können günstiger ausfallen als die Zinsen für ein Darlehen. 

Was ist Factoring?

Der englische Ausdruck Factoring leitet sich von der lateinischen Vokabel factura ab, die Rechnung bedeutet. Beim Factoring verkauft ein Unternehmen, auch Kreditor genannt, offene Rechnungen mit Zahlungsziel an eine Bank oder ein Finanzunternehmen, auch als Factor bezeichnet. Die Einzelheiten und Bedingungen für den Forderungsverkauf werden im Factoringvertrag geregelt. 

Diese Punkte regelt der Factoringvertrag: 

  • Rechtsbestand der offenen Forderungen, auch als Verität bezeichnet 
  • Art und maximale Höhe der angekauften Forderungen 
  • Laufzeit des Vertrages inklusive Kündigungsfrist 
  • Kosten für den Forderungsankauf 
  • Übernahme zusätzlicher Dienstleistungen

So einfach läuft Factoring ab

Nach Abschluss des Factoringvertrages reicht der Kreditor offene Rechnungen mit Zahlungszielen zwischen 30 und 90 Tagen bei dem Factor ein. Das Factoringunternehmen überprüft die Rechnungen und überweist 80 % des Rechnungsbetrages innerhalb von 48 Stunden an den Verkäufer. Das Geld wird dem Geschäftskonto des Kreditors gutgeschrieben und sorgt für eine umgehende Steigerung der Liquidität. Die restlichen 20 % der Rechnungssumme überweist der Factor bei Fälligkeit der Rechnung. Von diesem Restbetrag zieht das Factoringunternehmen die eigenen Gebühren und die Zinsen für die Vorfinanzierung ab. 

Der Verkäufer sollte darauf achten, einen Vertrag über echtes Factoring abzuschließen. In dem Fall muss er keinen Forderungsausfall befürchten. Das Risiko, dass der Käufer bei Fälligkeit der Rechnung zahlungsunfähig ist, trägt komplett der Factor. 

Echtes und unechtes Factoring

Beim echten Factoring geht das sogenannte Delkredererisiko auf das Factoringunternehmen über. Das bedeutet, dass der Verkäufer in jedem Fall sein Geld erhält. Falls es zu einem Forderungsausfall kommt, muss der Factor den Verlust tragen. Beim unechten Factoring bleibt das Delkredererisiko beim Verkäufer. Um sich vor einem Forderungsausfall zu schützen, schließen vor allem mittelständische Unternehmen ausschließlich Verträge über echtes Factoring ab. Der Verkauf offener Rechnungen mit Zahlungsziel sorgt nicht nur für eine höhere Liquidität, sondern bietet zusätzliche Vorteile für den Kreditor.

Factoring

Lassen Sie sich beraten, um durch Factoring einen Forderungsausfall zu vermeiden, Bildquelle: pixabay.com/de/photos/b%C3%BCro-gesch%C3%A4ft-papierkram-dokument-3295556/

Vorteile des Forderungsverkaufs

Neben der Finanzierungsfunktion bietet ein Factoringvertrag noch weitere Vorteile für den Kreditor an. Der Factor übernimmt auf Wunsch auch diese Aufgaben: 

  • Übernahme des Delkredererisikos beim echten Factoring 
  • Bonitätsprüfung der Debitoren 
  • Übernahme des Debitorenmanagements 
  • Überwachung der Zahlungseingänge bei Fälligkeit der Rechnungen 
  • Mahnwesen und Inkasso bei Zahlungsverzug

Durch die Übernahme der verschiedenen Dienstleistungen bietet Factoring mehr Vorteile für ein Unternehmen als ein reines Bankdarlehen. Der Factor überprüft die Bonität der Käufer nicht nur bei Abschluss des Vertrages. Mindestens einmal im Jahr erfolgt eine aktuelle Überprüfung. So kann eine Firma rechtzeitig reagieren und an Kunden mit Zahlungsschwierigkeiten nur noch gegen Vorkasse liefern. 

Start-ups und Einzelunternehmer profitieren auch von der Übernahme des Debitorenmanagements durch den Factor. Das spart eigene Personalkosten und sorgt dafür, dass es nicht mehr zu einem Forderungsausfall kommen kann. Der Factor berechnet zwar Gebühren für diese Dienstleistung. Die Kosten fallen aber häufig geringer aus als die Personalkosten für eine eigene Debitorenbuchhaltung. Außerdem kann die gesteigerte Liquidität für Investitionen genutzt werden, durch die das Unternehmen weiter wächst. 

Lassen Sie sich beraten, um durch Factoring einen Forderungsausfall zu vermeiden und den Fortbestand Ihres Unternehmens zu sichern!

Hanno Steiger

Hanno Steiger ist langjähriger Unternehmensberater mit den Schwerpunkten Interimsmanagement und Unternehmensfinanzierung. Er sammelte ebenso fundierte Erfahrungen in der Beratung von Unternehmen und Unternehmern bei Corporate Finance Transaktionen und Restrukturierungen (M&A, Finanzierung, Restrukturierung, Rating Advisory, Due Diligence, LBO). Hanno Steiger ist Inhaber der Steiger Unternehmensberatung.