Crowdinvesting: Finanzierung für Startups inkl. Plattform-Vergleich

Sie haben ein Startup gegründet und brauchen Kapital? Oder Sie möchten ein bestimmtes Projekt finanzieren? Crowdinvesting kann eine Alternative zu klassischen Finanzierungsformen sein oder diese ergänzen. Erfahren Sie, was es auszeichnet, welche Vorteile es bringt und wie Sie dabei vorgehen. Lernen Sie zudem 10 bekannte Crowdinvesting-Plattformen kennen.

Inhaltsverzeichnis

Schnellcheck Crowdinvesting – die wichtigsten Fragen auf einen Blick

Sie ziehen es in Betracht, Ihr Startup mithilfe von Crowdinvesting zu finanzieren? In diesem Zusammenhang tauchen häufig folgende Fragen auf:

  • Was ist Crowdinvesting?
    Beim Crowdinvesting investieren viele Anleger relativ geringe Beiträge in ein Unternehmen oder Projekt und erwarten dafür Rendite. Die Beteiligung erfolgt in Form von Mezzanine– oder Eigenkapital.
  • Ist Crowdinvesting sicher?
    Crowdinvesting ist für Startups grundsätzlich eine sichere Finanzierungsform. Allerdings gibt es keine Garantie, dass eine Kampagne erfolgreich ist und zu einer Finanzierung führt.
  • Welche Crowdinvesting-Plattformen sind empfehlenswert?
    Es gibt viele empfehlenswerte Plattformen, z. B. Seedmatch, Companisto oder FunderNation. Welche am besten passt, hängt jedoch von den individuellen Gegebenheiten ab.

Lernen Sie im nächsten Abschnitt die wichtigsten Fakten zum Crowdinvesting kennen.

Was ist Crowdinvesting und was gibt es zu beachten?

Beim Crowdinvesting beteiligen sich viele Investoren mit Mezzanine- oder Eigenkapital an einem Projekt oder eine Firma und erwarten dafür Rendite. Typisch ist, dass die einzelnen Anleger relativ geringe Beträge investieren, aufgrund der Menge insgesamt aber trotzdem hohe Investitionssummen erreicht werden können. Spezialisierte Plattformen vermitteln Angebote zwischen kapitalsuchenden Unternehmen und Anlegern. Laut Statista wird das Transaktionsvolumen in diesem Bereich im Jahr 2022 in Deutschland bei etwa 108,7 Mio. Euro liegen (Stand: 01/2022).

Für welche Branchen und Unternehmen eignet sich Crowdinvesting?

Crowdinvesting eignet sich grundsätzlich für alle Branchen. Besonders erfolgversprechend ist es in Bereichen mit hohem Wachstumspotenzial, z. B. dem Gesundheitssektor, der Green Economy oder der IT-Branche. Viele Plattformen haben sich auf bestimmte Branchen spezialisiert.

Häufig kommt Crowdinvesting für die Finanzierung von Startups zum Einsatz, da diese mitunter Schwierigkeiten haben, Risikokapital oder Kredite zu erhalten, andererseits aber auch Chancen auf schnelles Wachstum und damit hohe Renditen für die Anleger bestehen. Für die Wachstumsfinanzierung etablierter Unternehmen oder deren Projekte eignet sich Crowdinvesting jedoch ebenso. Oft ergänzt es andere Finanzierungsformen.

Welche Beteiligungsformen gibt es?

Über Crowdinvesting eingeworbene Beteiligungen gehören zum Eigen- oder Mezzaninekapital. Einige Crowdinvesting-Plattformen vermitteln als Ergänzung auch Fremdkapitalfinanzierungen und bieten somit eine Mischung aus Crowdinvesting und Crowdlending an. Wie direkte Eigenkapitalbeteiligungen gestaltet werden, hängt von der Unternehmensrechtsform ab.

Eine größere praktische Bedeutung hat in diesem Zusammenhang das Mezzaninekapital, eine Mischform aus Eigen- und Fremdkapital. Im Rahmen des Crowdinvesting sind folgende Beteiligungsformen relevant:

  • (partiarische) Nachrangdarlehen
  • stille Beteiligungen
  • Genussrechte

Besonders häufig erfolgt das Crowdinvesting über partiarische Nachrangdarlehen. Grund dafür ist, dass damit relativ viel Kapital aufgenommen werden kann, ohne dass ein Vermögensanlageprospekt erstellt werden muss. Sie werden meist als endfällige Darlehen gewährt, sodass das gesamte Kapital erst nach Beendigung der Vertragslaufzeit zurückgezahlt werden muss.

Bei Nachrangdarlehen können im Insolvenzfall die daraus entstehenden Gläubigeransprüche erst nach denen der Fremdkapitalgeber erfüllt werden. Aus diesem Grund haben Nachrangdarlehen eigenkapitalähnliche Eigenschaften und zählen zum Mezzaninekapital. Das Risiko eines Totalverlusts ist für die Darlehensgeber größer als bei einem klassischen Darlehen, weshalb Nachrangdarlehen höher verzinst werden. Partiarisch ist ein Nachrangdarlehen, wenn die Investoren neben der vereinbarten Verzinsung auch am Unternehmensgewinn oder Exiterlös beteiligt werden.

Was ist hinsichtlich der Funding- und Investitionssummen zu beachten?

Viele Crowdinvesting-Plattformen definieren für die angestrebte Fundingsumme eine Mindesthöhe, die meist zwischen 50.000 und 300.000 Euro liegt. Auch nach oben werden mitunter Grenzen gesetzt. In diesem Zusammenhang ist der Unterschied zwischen Fundingschwelle und Fundinglimit zu beachten. Die Fundingschwelle muss innerhalb eines bestimmten Zeitraumes erreicht werden, sonst erhalten die Anleger ihr Geld zurück und die Finanzierung wird nicht durchgeführt. Das Fundinglimit ist die Obergrenze, bei deren Erreichen die Kampagne erfolgreich beendet wird.

Der von den Plattformen vorgegebene Mindestanlagebetrag, mit dem sich Investoren an einem Projekt beteiligen, liegt meist zwischen 50 und 500 Euro. Je geringer er ist, desto wahrscheinlicher werden Anleger zu Investitionen bereit sein.

Wie lange dauern die Beteiligungen?

Die meisten Beteiligungen im Rahmen des Crowdinvesting sind zeitlich beschränkt, wobei die Dauer vertraglich vereinbart wird. Meist liegt sie zwischen 3 und 10 Jahren. Beachten Sie, dass einige Plattformen einen Rahmen für die Beteiligungsdauer vorschreiben.

Welche Informationspflichten sind zu beachten?

Firmen haben gegenüber ihren Investoren bestimmte Informationspflichten, die zum Teil gesetzlich geregelt sind und darüber hinaus von den einzelnen Plattformen festgelegt werden. Das sind zum einen Informationen, welche die Anlageentscheidung beeinflussen können und deshalb bei der Erstellung der Kampagne veröffentlicht werden müssen, z. B. das Unternehmensporträt, wichtige Keyfacts zur finanziellen Lage und mit dem Investment verbundene Risiken. Prüfen Sie, ob im Einzelfall Prospektpflicht besteht.

Zum anderen müssen Sie Ihre Investoren auch nach Abschluss der Kampagne, während der gesamten Vertragslaufzeit, auf dem Laufenden halten. Diese Informationspflichten vereinbaren Sie vertraglich zum Beginn der Beteiligung.

Wie wird Crowdinvesting steuerlich behandelt?

Im Gegensatz zu den Einnahmen aus dem Reward-based Crowdfunding unterliegen Kapitalbeteiligungen im Rahmen des Crowdinvesting weder der Ertrags- noch der Umsatzbesteuerung. Steuerpflichtig sind lediglich die Investoren, die auf Ihre Zinseinnahmen und Beteiligungserlöse Kapitalertragsteuer zahlen müssen.

Die Abführung der Abgeltungssteuer an das Finanzamt wird meist automatisch durch die Plattform organisiert. Informieren Sie sich dort, ob für Sie in diesem Zusammenhang Verpflichtungen entstehen.

Rendite und Risiko für Investoren

Welche Renditen die Investoren von ihrer Beteiligung erwarten, hängt vom konkreten Projekt, der Beteiligungsform und vor allem von der Risikoeinschätzung ab. Je größer das Risiko für den Anleger desto, desto höher sind die Erwartungen an die Rendite. Diese liegt in den meisten Fällen zwischen 3 und 10 Prozent, mitunter auch deutlich darüber.

Beim Crowdinvesting ist das Risiko eines Totalverlusts für Investoren hoch, da nie sicher absehbar ist, wie sich die unterstützten Projekte entwickeln. Die Einlagensicherung greift hier nicht. Deshalb sollten Anleger nie mehr investieren, als sie an Verlust verkraften können, das Risiko durch kleinere Investitionen in mehrere Projekte gut streuen und die Investments auf keinen Fall in der Hoffnung auf einen Hebeleffekt mit Krediten finanzieren.

Begriffsabgrenzung: Crowdinvesting, Crowdlending und Crowdfunding

Der Oberbegriff für Finanzierungen über die Crowd ist Crowdfunding. Crowdinvesting und Crowdlending sind Spezialformen, denen gemeinsam ist, dass die Crowd für ihren Beitrag Rendite erwartet. Beim Crowdinvesting erfolgt die Beteiligung mit Eigen- oder Mezzaninekapital, beim Crowdlending mit Fremdkapital.

Weiterhin gibt es das Crowdfunding im engeren Sinne, bei dem keine Renditeerwartung an die Unterstützung geknüpft ist. Stattdessen gibt es Sachwerte als Belohnung (Reward-based Crowdfunding) oder der Beitrag wird aus rein ideellen Gründen geleistet (Donation-based Crowdfunding).

Crowdinvestment in 5 Schritten – So kommen Startups an Kapital von der Crowd

Informieren Sie sich über Details zum Ablauf des Crowdinvesting auf der jeweiligen Plattform. Im Wesentlichen sind folgende Schritte notwendig:

Crowdinvesting - Crowdinvestement in 5 Schritten

  1. Plattform auswählen
    Recherchieren Sie, welche Plattform am besten zu Ihnen passt. Achten Sie dabei auf bevorzugte Branchen sowie die Anforderungen an die Rechtsform, den Standort und generell an die Projekte.
  2. Bewerbung abgeben
    Richten Sie sich nach den Anforderungen, die auf der jeweiligen Plattform an die Bewerbung gestellt werden. Als Unterlagen können z. B. ein Pitch Deck, ein Video oder der
    Businessplan erforderlich sein. Mitunter müssen Sie auch zuerst ein Online-Formular ausfüllen.
  3. Kampagne vorbereiten
    Die Vorbereitung erfolgt oft in Zusammenarbeit mit der Plattform. Dabei sind vertragliche Angelegenheiten zu klären und das Profil zu erstellen. Achten Sie darauf, dass Ihr Alleinstellungsmerkmal und das Potenzial Ihres Projekts im Angebot klar erkennbar sind.
  4. Kampagne starten
    Pflegen Sie nach dem Start der Finanzierungsphase die Kommunikation mit der Crowd durch Informations-Updates und die Beantwortung von Fragen. Werben Sie auch auf anderen Kanälen für die Kampagne.
  5. Vertraglichen Verpflichtungen nachkommen
    Wenn die Finanzierung erfolgreich war, können Sie Ihr Projekt umsetzen. Ihre Verpflichtungen gegenüber den Investoren bestehen in den vereinbarten Zahlungen und regelmäßigen Informationen.

Bedenken Sie, dass der Bewerbungsprozess deutlich aufwendiger ist als beim Crowdfunding und die Erfolgsquote bei einigen Plattformen im einstelligen Prozentbereich liegt. Oft müssen mehrere Auswahlstufen durchlaufen werden. Denn die Plattformbetreiber möchten den Investoren solide Anlagemöglichkeiten bieten und profitieren selbst nur von erfolgreichen Kampagnen.

Crowdinvesting für Unternehmen: 7 Gründe

Crowdinvesting wird oft als Alternative oder Ergänzung zum Bankdarlehen oder Venture Capital gewählt, vor allem wenn diese Arten der Finanzierungen nicht möglich sind oder nicht ausreichen. Unternehmen profitieren aber auch noch von einigen zusätzlichen Vorteilen der Schwarmfinanzierung:

Crowdinvesting für Unternehmen - 7 Gründe

  1. Allein die Kampagne auf einer bekannten Plattform verschafft Ihrem Vorhaben eine hohe Reichweite.
  2. Die Investoren nehmen bei der Realisierung des Projekts oft die Rolle von Markenbotschaftern ein und erhöhen sehr wirkungsvoll den Bekanntheitsgrad des Unternehmens.
  3. Die Crowd ist am Erfolg des Projekts interessiert und kann nützliches Feedback geben. Möglicherweise gehören Experten dazu, die das Startup auch mit Know-how und Kontakten unterstützen.
  4. Der Erfolg einer Crowdinvesting-Kampagne ist ein Indikator für das Marktpotenzial der Idee.
  5. Wenn sich Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner als Investoren beteiligen, werden diese stärker an das Unternehmen gebunden.
  6. Erfolgreiches Crowdinvesting kann die Chance auf Bankdarlehen, Venture Capital oder Business-Angel-Finanzierungen erhöhen.
  7. Da Mezzaninekapital keine Mitspracherechte der Investoren zur Folge hat, behalten die Gründer mehr Kontrolle über ihr Startup als z. B. bei Venture-Capital-Beteiligungen.

Durch die standardisierten Prozesse auf den Crowdinvesting-Plattformen lässt sich zudem der administrative Aufwand für die Unternehmen relativ gering halten.

So riskant ist Crowdinvesting

Dass Crowdinvesting für Anleger hohe Risiken birgt, wurde bereits erläutert. Aber auch für Firmen ist diese Finanzierungsform nicht ganz risikolos. Bedenken Sie deshalb Folgendes:

  • Der Erfolg der Kampagne kann nicht garantiert werden, sodass sich der Aufwand dafür möglicherweise nicht lohnt.
  • Durch den ungewissen Kampagnenerfolg fehlt dem Unternehmen die Planungssicherheit.
  • Das Unternehmen ist verpflichtet, die vereinbarten Zahlungen zu leisten, notwendige Informationen zur Verfügung zu stellen und die Mittel zweckgebunden einzusetzen. Aus der Verletzung dieser Pflichten können Schadenersatzansprüche der Anleger resultieren.
  • Mit der Anzahl der Investoren steigt das Risiko für Rechtsstreitigkeiten.
  • Sensible Informationen, die den Investoren bereitgestellt werden müssen, können zur Konkurrenz gelangen.
  • Falls ein Vermögensanlageprospekt erstellt werden muss, was beim Crowdinvesting jedoch eher selten der Fall ist, besteht bei falschen oder unvollständigen Angaben das Risiko der Prospekthaftung.

Wägen Sie ab, welche Auskünfte Sie weitergeben. Einerseits müssen Sie die notwendigen Informationspflichten gegenüber den Anlegern erfüllen und möchten Ihr Projekt für diese möglichst transparent darstellen. Andererseits soll Ihre Konkurrenz diese nicht gegen Sie verwenden können.

Top-Crowdinvesting-Plattformen im Vergleich 2022

Lernen Sie im Folgenden 10 der in Deutschland bekanntesten Crowdinvesting-Plattformen kennen. An den folgenden Kurzbeschreibungen erkennen Sie, dass damit unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden:

Seedmatch

Seedmatch mit Sitz in Dresden legt Wert auf Skalierbarkeit und wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Es gibt 3 Finanzierungskategorien: Seed Investment für Startups, Venture Debt für Wachstumsunternehmen und Crowdbonds für etablierte Vorhaben mit hohem Kapitalbedarf. Für die Bewerbung ist ein kurzes Präsentationsvideo erforderlich.

Seedmatch

Econeers

Econeers, ebenfalls aus Dresden, ist die Schwestergesellschaft von Seedmatch. Hier konzentriert sich alles auf den Ausbau erneuerbarer Energien und die Green Economy, wobei die Projekte klar definierte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen müssen. Die Bewerbung erfolgt mit einer Präsentation oder einem gekürzten Businessplan.

Companisto

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Companisto aus Berlin ist eine der wenigen Plattformen, die Eigenkapitalbeteiligungen vermittelt. Es werden sowohl Startups als auch Wachstumsunternehmen finanziert, wobei das Crowdinvesting oft mit der Finanzierung durch Business Angels und Venture Capitalists kombiniert wird. Investoren können auf der Plattform ein Experten-Profil anlegen und ihre Investitionsprojekte auf diese Weise auch mit Know-how unterstützen.

Innovestment

Innovestment mit Sitz in Berlin konzentriert sich auf nachhaltige Geschäftsmodelle, innovative Startups in der Wachstums- und Reifephase sowie die Projekt- und Wachstumsfinanzierung etablierter Unternehmen. Dafür können Finanzierungsinstrumente aus den Bereichen Mezzanine-, Eigen- und Fremdkapital kombiniert werden. Die Plattform eignet sich gut für kleine und mittlere Firmen.

Bettervest

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Bettervest aus Frankfurt a. M. legt den Fokus auf ökologisch und sozial nachhaltige Projekte auf der ganzen Welt, die aber auch wirtschaftlich rentabel sein müssen. Für die Zulassung der Projekte zum Crowdinvesting existieren detaillierte Kriterien. Die Finanzierung kann über Nachrangdarlehen und Anleihen erfolgen.

Aescuvest

Aescuvest mit Sitz in Frankfurt a. M. hat sich auf den Gesundheitssektor spezialisiert. Da auch viele der Investoren in diesem Bereich arbeiten, profitieren die Firmen im besonderen Maße vom Marketingeffekt des Crowdinvesting und von den entstehenden Kontakten. Die Bewerbungen werden in einem dreistufigen Auswahlverfahren geprüft.

Invesdor

Invesdor

Invesdor (Kapilendo) aus Berlin kombiniert verschiedene Finanzierungsinstrumente und bietet somit einen Mix aus Crowdinvesting und Crowdlending an. Das Portal wird hauptsächlich von mittelständischen Unternehmen genutzt.

Wiwin

Wiwin hat seinen Sitz in Gerbach (Rheinland-Pfalz) und hat sich auf ökologisch nachhaltige Startups und Projekte spezialisiert, wofür Finanzierungsinstrumente aus den Bereichen Mezzanine- und Fremdkapital kombiniert werden. Für die Bewerbung sind Auskünfte zum Geschäftsmodell, zum Team und zu den Geschäftszahlen erforderlich.

FunderNation

Die Betreiber von FunderNation mit Sitz in Bensheim-Auerbach (Hessen) verfügen über langjährige Erfahrungen im Venture-Capital-Bereich. Es werden Finanzierungsstrukturen für 3 verschiedene Risiko-Rendite-Profile angeboten: für Startups, Wachstumsunternehmen und etablierte Unternehmen. Zusätzlich ermöglicht die Plattform auch das spendenbasierte Crowdfunding.

Transvendo

Transvendo aus Gräfeling bei München eignet sich gut für Startups, kleine und mittlere Unternehmen sowie nachhaltige Projekte. Für die Bewerbung gibt es ein Formular auf der Website. Zusätzlich muss ein kurzer Businessplan oder ein Pitch Deck eingereicht werden. Neben den öffentlichen Fundings sind auch Private Placements möglich.

Die Tabelle zeigt Ihnen die wichtigsten Daten der vorgestellten Portale auf einen Blick.

Plattform Branchen Mindest-
kapitalbedarf
Mindest-
anlagebetrag
Dauer der
Kampagne
Kosten
Seedmatch keine
Beschränkungen
300.000 € 250 € max. 60 Tage,
optionale
Verlängerung
um weitere 60
Tage
5 bis 10%
der Fundingsumme
+ Transaktionskosten
Econeers Green Economy,
erneuerbare
Energien
300.000 € 250 € max. 60 Tage,
optionale
Verlängerung
um weitere 60
Tage
5 bis 8% der
Fundingsumme
+ Transaktionskosten
Companisto keine
Beschränkungen
350.000 € 500 € max. 12 Monate,
Funding-
schwelle
muss nach 2
Monaten
erreicht sein
15% der
Fundingsumme
+ 10% der
Gewinne aus
den Beteiligungen
+ 0,65%
Servicegebühr
Innovestment keine
Beschränkungen
100.000 € 500 € keine Angaben 500 € Basiskosten
+ 5% der
Fundingsumme + 0,5%
für Nachbearbeitung
Bettervest ökologisch
nachhaltige
Projekte
keine Angaben 50 € keine Angaben keine Angaben
Aescuvest Gesundheits-
sektor
keine Angaben 100 € keine Angaben Anteil an der
Fundingsumme
+ Gebühren für
die Plattformnutzung
(keine Angaben
zur Höhe)
Kapilendo keine
Beschränkungen
50.000 € 100 € max. 30 Tage 1 bis 2% der
Fundingsumme
pro Laufzeitjahr
Wiwin erneuerbare
Energien,
nachhaltige
Startups,
energie-
effiziente
Immobilien
keine Angaben 100 € keine Angaben keine Angaben
FunderNation hauptsächlich
Gesundheits-
sektor,
Luft- und
Raumfahrt,
Nachhaltigkeit,
IT und Medien
50.000 € 100 € keine Angaben 8% der Fundingsumme +
0,5% Gebühren
pro Jahr
Transvendo keine
Beschränkungen
keine Angaben 100 € keine Angaben max. 9,25%
der Fundingsumme
+ jährliche
Verwaltungsgebühr

Es gibt noch viele weitere Plattformen, die oft branchenspezifisch ausgerichtet sind. Auch kleine, spezialisierte Portale bieten gute Chancen auf ein erfolgreiches Crowdinvesting.

FAQ: Wichtige Fragen zum Crowdinvesting für Selbstständige

Sie haben noch Fragen zum Crowdinvesting? Die folgenden FAQ-Antworten liefern einige zusätzliche Informationen:

  • Welche Projekte eignen sich für Crowdinvesting?
    Grundsätzlich gibt es keine Beschränkungen. Die Erfolgswahrscheinlichkeit ist jedoch umso höher, je verständlicher der Crowd die Idee und ihr Alleinstellungsmerkmal vermittelt werden können. Wichtig ist weiterhin ein hohes Wachstumspotenzial, das vor allem bei skalierbaren Geschäftsmodellen gegeben ist.
  • Wie viel Geld kann ich durch Crowdinvesting einsammeln?
    Die verschiedenen Plattformen definieren unterschiedliche Unter- und Obergrenzen für die Fundingsumme. Die niedrigsten Mindestbeträge liegen bei etwa 50.000 Euro. Nach oben besteht grundsätzlich keine Beschränkung, sofern von der Plattform keine festgelegt wurde.
  • Wie lange geht ein Crowdinvestment?
    Die Dauer der meisten Beteiligungen liegt zwischen 3 und 10 Jahren. Bei einigen Plattformen gibt es in dieser Hinsicht feste Vorgaben.
  • Welche Gebühren zahlen Startups auf Crowdinvesting-Plattformen?
    Es gibt verschiedene Provisionsmodelle. Meist gehen 5 bis 15 Prozent der Fundingsumme an die Plattform. Zusätzlich können Gewinnbeteiligungen, Servicegebühren, Transaktionskosten oder ein fester Basisbeitrag anfallen.
  • Was beeinflusst den Erfolg einer Crowdinvesting-Kampagne?
    Wichtig sind eine überzeugende
    Geschäftsidee mit hohem Potenzial, ein attraktives Rendite-Risiko-Verhältnis und eine angemessene Laufzeit. Das Projekt sowie das Team sollten ansprechend und verständlich präsentiert werden. Achten Sie zudem auf eine aktive Kommunikation mit der Crowd während der Kampagne.
  • Wie geht es nach dem Ende der Vertragslaufzeit weiter?
    Da die Beteiligungen zurückgezahlt werden müssen und oft weiterer Kapitalbedarf besteht, müssen Sie die Anschlussfinanzierung rechtzeitig planen, z. B. durch Venture Capital, den Börsengang, Fremdkapitalfinanzierungen oder weitere Crowdinvesting-Runden.
  • Was versteht man beim Crowdinvesting unter Pooling?
    Einige Plattformen, z. B. Companisto, vermitteln auch Anschlussfinanzierungen durch Venture-Capital-Gesellschaften. Da es nicht praktikabel ist, dass diese mit jedem einzelnen Anleger verhandeln, wird eine für alle Beteiligungen gültige Pooling-Vereinbarung abgeschlossen.

Beschäftigen Sie sich gründlich mit den infrage kommenden Plattformen und recherchieren Sie die konkreten Bedingungen. Orientieren Sie sich auch an den dort veröffentlichten Projekten.

Fazit: Crowdinvesting als Finanzierungsform mit Zusatznutzen

Crowdinvesting eignet sich gut zur frühen Startup-Finanzierung sowie zur Ergänzung klassischer Finanzierungsinstrumente in allen Unternehmensphasen. Nicht zu unterschätzen sind Vorteile wie die Erhöhung der Reichweite, das Feedback der Crowd oder die Bindung von Kunden und Mitarbeitern durch Beteiligungen.

Der Erfolg einer Kampagne hängt vom Geschäftsmodell und den Konditionen, aber auch von einer engagierten Kommunikation mit der Crowd ab. Legen Sie deshalb Wert auf gute Public Relations.

Roul Radeke von Selbststaendigkeit.de

Roul Radeke

Roul Radeke ist Gründer und Geschäftsführer des 2015 gegründeten Onlineportals Selbststaendigkeit.de und bei radeke-interim.de. Das Onlineportal Selbststaendigkeit.de bietet Existenzgründern und Unternehmern News aus der Gründer- und Unternehmerszene, hilfreiches Wissen für die Gründung und Führung von Unternehmen, geförderte Existenzgründungsberatung (AVGS-Coaching), digitale Produkte für die Selbstständigkeit und zahlreiche Werbemöglichkeiten.